Prof. Dr. Vinzenz Wyss

Prof. Dr. Vinzenz Wyss

Dr. phil.

Professor für Journalistik und Medienforschung

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Personal information

Professional experience

  • Employment status
    Executive

Educational background

  • Oct 1994 - Oct 2002
  • 1987 - 1994

About me

Vinzenz Wyss studierte von 1987 bis 1994 Germanistik, Publizistikwissenschaft und Soziologie an der Universität Zürich. Er arbeitete von 1991 bis 1998 als Redaktor/Moderator für das Privatradio Radio 32 in Solothurn. An der Universität Zürich war er von 1994 bis 2003 als Assistent (bei Ulrich Saxer), Oberassistent, wissenschaftlicher Mitarbeiter (bei Otfried Jarren) und zuletzt als Geschäftsführer von IPMZ Transfer tätig. 2002 hat er zum Thema „Redaktionelles Qualitätsmanagement“ promoviert.

Seit 2003 ist er Professor für Journalistik und Medienforschung am IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur. Er wurde 2009 zum Präsidenten der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft gewählt. Vinzenz Wyss betreibt mit MQA – Media Quality Assessment eine vom BAKOM – Bundesamt für Kommunikation anerkannte Evaluationsstelle, mit welcher Konzepte des Qualitätsmanagements in Medienorganisationen evaluiert und verbessert werden.

Forschung und Lehre
Seine Schwerpunkte sind:

Journalismustheorie und Journalismusforschung und Kommunikatorforschung
Journalistische Qualität und Qualitätssicherung
Medienethik, Redaktionsforschung, Transferforschung
Narrationsforschung und Religionskommunikation

Mehrsystemrelevanz als journalistische Leitdifferenz
Vinzenz Wyss hat im Rahmen seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit ein Journalismuskonzept entwickelt, das sich stark an der systemtheoretischen Perspektive Niklas Luhmann orientiert (Soziologische Systemtheorie). Die zentrale Frage, von der die Bestimmung des journalistischen Qualitätsbegriffs ausgehen muss sei: Welches Problem löst der Journalismus für die Gesellschaft – exklusiv im Unterschied zu anderen Funktionssystemen wie etwa Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Religion oder Erziehung?. Das Konzept der journalistischen Qualität kann unter Rückgriff auf eine systemtheoretische Perspektive aus der gesellschaftlichen Funktion des Journalismus abgeleitet werden. Diese Funktion wird abstrakt mit der „permanenten Selbstbeobachtung und Synchronisation der Gesellschaft“ bezeichnet. Journalismus knüpft die Kommunikationen der anderen dynamisch auseinander driftenden Funktionssysteme sachlich, zeitlich und sozial aneinander. Er fokussiert dabei auf Themen, die konfliktive bzw. irritierende Bezüge zwischen verschiedenen – nicht-kompatiblen – Systemrationalitäten aufweisen. Er stellt – meist unter Rückgriff auf narrative Muster – Bezüge von einer Systemlogik (z.B. politisch) zu einer anderen (z.B. rechtlich, ökonomisch, wissenschaftlich etc.) her und kommuniziert dann, wenn ein Thema aus der Perspektive von mehr als einem gesellschaftlichen Funktionssystem als relevant erscheint (soziale Dimension) und in mehreren Systemen zugleich (zeitliche Dimension) Resonanz bzw. Anschlusskommunikation erzeugt.

Das Publikum des Journalismus spielt bei dieser Leistung eine zentrale Rolle. Über die kommunikative Rezeption des Publikums können Kommunikationsleistungen aus der Politik, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Religion etc. in andere Systeme getragen, dort irritieren und Anschlusskommunikation auslösen. Die Publikumsrollen des Journalismus sind immer zugleich auch die Leistungs- oder Publikumsrollen anderer Systeme: Regierungen und Bürgerinnen, Unternehmensführerinnen und Konsumenten, Religionsführer und Gläubige etc. – sie alle sind potenzielle Publikumsrollen des Journalismus, welcher seine Funktion wiederum nur erfüllen kann, wenn seine Angebote auch von einem Publikum in Anspruch genommen werden. Der Journalismus kann den Publikumsrollen helfen, sich über Themen zu orientieren, die gesellschaftliche Entscheidungsrelevanz erlangt haben oder erlangen können bzw. was kollektive wie private Entscheidungen nach sich zieht oder ziehen kann.

Ausgehend von der Beziehung zum Publikum und von der journalistische Leitdifferenz „Mehrsystemrelevanz“ muss vom Journalismus zunächst als erste Qualitätsanforderung Unabhängigkeit erwartet werden – und damit die Thematisierungsleistung und Bewertung nach systemeigenen Ein- und Ausschlussregeln. Daran schliesst der Vielfaltsbegriff an, mit dem die Erwartung ausgedrückt wird, dass die Leistung nicht exklusiv aus der Perspektive eines bestimmten Systems, sondern eben gerade unter Einbeziehung verschiedener – sich widersprechender – Systemlogiken und Perspektiven erbracht wird. Die zur Synchronisation benötigte Anschlussfähigkeit der gesellschaftlichen Selbstbeobachtung kann nur erreicht werden, wenn sie mit der Jetzt-Zeit verbundene Gesellschaftsbeobachtung herstellt (Aktualität) und Glaubwürdigkeit setzt voraus, dass sich Journalismus an sozial verbindlichen Wirklichkeitsmodellen orientiert (Faktizität, Richtigkeit, Transparenz). Schliesslich wird Narrativität als weitere zentrale Qualitätsnorm konzipiert, weil Verstehen voraussetzt, dass gesellschaftliche Komplexität nicht nur argumentativ, sondern auch narrativ an die Lebenswelt des Publikums anschliessen kann.


- Profil ZHAW: http://www.zhaw.ch/fileadmin/php_includes/popup/person-detai...

- Gesellschafter MQA - Media Quality Assessment:
http://www.mqa.ch

- Jurymitglied SAGW Medienpreis "Goldene Brille", http://www.assh.ch/de/sagw/foerderung/preise/prix-media.html

- Leiter Fachjury Radio, Medienpreis Aargau Solothurn, http://www.medienpreis-agso.ch/

- Mitglied Stiftungsrat The Media and Society Foundation, http://www.media-society.org/ Entwicklung ISAS Standard für Presse und Rundfunk

- Vorstandsmitglied Schweizerischer Verein für Qualität im Journalismus http://www.quajou.ch




ZHAW Zurich University of Applied Sciences
IAM Institute of Applied Media Studies

Prof. Dr. Vinzenz Wyss
Head of Research
Theaterstraße 15, P.O. Box, CH-8401 Winterthur
+41 (0)58 934 77 76

vinzenz.wyss@zhaw.ch
http://www.linguistik.zhaw.ch/iam
 

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