Volker Vorndamme
Musikproduzent(The company name is only visible to registered members)
- 10435 Berlin
- Germany
Personal information
- Organizations
- Mellowpark, all eins e.V., go vegan PETA
- Employment status
- Freelancer
Educational background
-
Fachhochschule Bielefeld
Sozialwissenschaften, Diplom
Kulturarbeit, Sozialphilosophie
-
MGI Köln (abgebrochen)
Rock- und Jazzgitarre
- Languages
- German, English
About me
Was machst Du? Worauf hast Du Dich in der Musik spezialisiert?
Live Recording, mit einer Band kreativ arbeiten. Wobei meine Stärke eher darin liegt, Egos zu sortieren und aufzupassen, dass sich alle auf die Songs konzentrieren können und sich nicht von anderen Sorgen ablenken lassen. In der Regel will ja jeder das Beste für sein Ego raus holen, ich passe auf dass alles im Flow bleibt. Ich helfe beim arrangieren, berate in Stilfragen und freu mich wenn gute Songs dabei raus kommen… So was in der Art.
Am meisten Spaß macht mir aber mit Menschen zu arbeiten. Jeder kreative Austausch gibt neue Sichtweisen und verändert dich.
Arbeitest Du allein oder in einem Team?
Ich arbeite mit Leuten zusammen Mixern, Mastern, Grafikern, Technikern… Alles was dazu gehört, um eine Band ordentlich zu produzieren. Ich bin kein sehr technischer Mensch, eher der Feeling Typ.
Wie hast Du mit der Musik angefangen?
Meine Schwester hat mir mit 14 Gitarre spielen beigebracht. In der Realschule hatten wir eine E-Gitarre, die hab ich bestimmt ein Jahr jeden Tag mit nach Hause genommen. Unser Musiklehrer war da cool, hat mir aber trotzdem nur eine 3 gegeben, weil ich nur zu Hause darauf gespielt habe. Dann die erste Band, wie das so läuft.
Welche musikalische Ausbildung hast Du genossen?
Ich hatte einige gute Lehrer, Freunde von Freunden, die mir einige Stunden gegeben haben. Ich hab auch mal versucht am MGI in Köln zu studieren, hab die Aufnahmeprüfung geschafft, aber das war irgendwie nichts für mich. Sonst Autodidakt, lernen, üben, proben. In der Reihenfolge. Es ist wichtig einige Jahre sein Instrument zu lernen, was du da versäumst holst du später nicht mehr nach, weil du mit anderen Dingen beschäftigt bist. Als Produzent bin ich Autodidakt, kein Praktikum in einem Studio, ich hab gleich eins gebaut und befreundete Bands aufgenommen.
Was war das größte musikalische Erlebnis für Dich?
Ich bin mit meiner Band durch ganz Europa gefahren, wir haben vor 5 und 5.000 Leuten gespielt. Dafür bin ich sehr dankbar. Aber Hurricane und Southide 2006 waren wohl das Schönste bisher. Wenn 3000 Leute wegen dir vor der Bühne stehen und warten dass du anfängst.
Wann weisst Du, ob ein Song fertig ist, oder vielleicht noch einige Änderungen vertragen könnte?
Reines Bauchgefühl, funktioniert aber ziemlich zuverlässig. Wenn du am Rechner arbeitest ist ein Song ja theoretisch nie fertig, du musst den Zeitpunkt finden, ab dem es wieder schlechter wird. Reduzieren is prinzipiell effektiver als immer mehr Spuren aufzumachen.
Wie verhinderst Du, Dich zu wiederholen?
Ich habe keinen bestimmten Stil. Ich entdecke eine Band oder einen Song mehr wie ein Fan, ich höre Menschen und Musik sehr genau zu und finde so raus, in welche Richtung sich das Ganze entwickeln soll. Die Musiker und der Song stehen im Mittelpunkt, ein Techniker mit einem eigenen Stil, heisst ja nur, dass er mit einer Produktion mal erfolgreich war und das nun immer wiederholen will. Das widerspricht sich irgendwie. Die Technik ist ein nützliches Hilfsmittel um Dinge auszuprobieren. Du kannst in Pro Tools schnell einen Effekt simulieren und alle bekommen sofort eine Vorstellung wie das am Ende klingen wird. Man darf keine Angst vor technischen Neuheiten haben, sie machen vieles leichter. Analog Fetisch ist dufte, wenn man die Kohle hat, um all die Geräte zu bezahlen. Das Ergebnis wird deswegen nicht automatisch besser, es verlängert zuerst mal die Equipmentliste. Für manche ist das ja wichtig, im Studio möglichst oft die Namen: Neumann, Neve, Avalon, SSL etc. zu lesen.
Welcher Teil Deiner Arbeit gefällt Dir am wenigsten?
Fleißarbeiten wie editieren in Pro Tools.
Du akzeptierst einen Auftrag. Wie bewertest Du die einzelnen Facetten? Geld, kreative Freiheit, Sichtbarkeit, Kooperation mit den besten Profis…
Alles muss sich die Waage halten, nichts ist prinzipiell das Wichtigste. Ich habe einige Jobs nur für Geld gemacht. Am Ende waren alle genervt, es entsteht einfach keine kreative Atmosphäre. Produktionen mit mehr Budget ziehen kleinere in der Regel mit durch und totale Freiheit gibt es kaum, dazu sterben zu viele Studios und der Druck steigt. Jeder, der mit Garage-Band mal einen Klingelton gemacht hat, ist ja heute ein Engineer.
Benötigt man einen Chef oder “Leader”, damit ein kreatives Team funktionieren kann?
Wenn sich jeder seiner Aufgabe und seinen Stärken bewusst ist, brauchts keinen Chef.
Arbeitest Du gut unter (Zeit)druck?
Ein gewisser Druck kann die Sache positiv puschen, zu viel Druck führt zu großen Kompromissen. Alle ärgern sich später.
Welche Art von Musik kannst Du nicht ertragen?
Deutsche Volksmusik
Hast Du schon andere Jobs gemacht, um Geld zu verdienen?
Natürlich, ich habe schon so ziemlich jeden Job gemacht in meinem Leben außer kellnern. Nachts arbeiten ging nie, da waren halt Konzerte.
Du bist so gut, wie Deine letzte Idee. Würdest Du eine sichere Arbeitsstelle nicht vorziehen?
Eine sichere Arbeitsstelle was ist das? Jeder ist heute gezwungen sich zu orientieren und seinen Marktwert zu halten, egal ob angestellt oder freelancer. Die Leute denken immer defensiv statt offensiv, haben Angst vor Veränderungen, statt sich über neues zu freuen. Es gibt einen riesigen Markt für Ideen, der Arbeitsmarkt ist nur ein kleiner Teil davon. Aber wem soll man das vorwerfen, wir werden von Angestellten erzogen, unterrichtet, ausgebildet und regiert. Wenn unsere Lehrer, Dozenten und Manager alle haften würden für Ihren Job, wie jeder selbständige Dachdecker, wäre das sicher anders.
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