Walburga Kliem

Walburga Kliem

Diplom (FH)

Erzählkünstlerin, Ideen-Verschenkerin und Moderatorin

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Personal information

Professional experience

  • Employment status
    Freelancer

Educational background

  • 1988 - 1989
  • 1983 - 1988

About me

Herzlich willkommen!

"...Ich sage sehr oft, dass Märchen und Geschichten Balsam für die Seele sein können. Und ich finde: wenn du Geschichten erzählst, ist das wie "Seelenstreicheln" - und das hat mir gestern mal wieder sehr gut getan!"

Schauen Sie sich doch einmal meine "Über-mich-Seite" genauer an. Dann können Sie dieses Gefühl vielleicht auch erleben!

Die Vermittlung von Wissen durch das Erzählen von Geschichten erleb-bar zu machen, war schon immer eine von mir bevorzugte Methode meiner beruflichen Tätigkeit. Ich kann auf eine langjährige praktische Erfahrung im Einsatz von Storytelling-Methoden in unternehmerischen und pädagogischen Bereichen, sowie in der Persönlichkeitsentwicklung zurückblicken. Seit 2005 bin ich freiberuflich tätig, als Trainerin, Beraterin, Moderatorin … und nun Erzählkünstlerin.

Mein aktuelles Erzählprogramm, Termine und Informationen finden Sie hier: http://www.meine-lichtblicke.de/79159.html

Mein Seminarprogramm finden Sie unter: http://www.meine-lichtblicke.de/79138/30728.html

Was andere über mich sagen: http://www.meine-lichtblicke.de/media/3dbdb2873c6d1c13ffff80cfffffffef.pdf


Geschichte des Monats - Clarissa oder der Schreck in der Morgenstunde

Stellt Euch das mal vor, es ist einfach unglaublich, aber wirklich und wahrhaftig so geschehen: 7 Wörter kamen einfach eines Tages zu mir geflogen … sie zappelten an einem sonnengelben Luftballon. Sie hatten gehört, dass ich eine Geschichtenerzählerin bin und sich deshalb auf die gefährliche Reise begeben. Und als sie in meinem Garten landeten, da wollten sie unbedingt eine Geschichte werden. Und weil sie so bettelten und baten … und weil ich ihren Mut bewunderte, sich einfach dem Wind anzuvertrauen, da hab ich ihnen den Gefallen getan:

Über dem Bergmassiv hatte sich gerade die Morgensonne erhoben und schickte ihre ersten Strahlen über die Wiesen. Dort wo sie das tau-benetzte Gras trafen, brachen sie sich und blitzten wieder in alle Richtungen, nur eben in einer anderen Dimension. Ein Tropfen an einem besonders langen Grashalm wirkte wie eine riesige Straßenlaterne - zumindest auf Clarissa. Clarissa war heute besonders zeitig aus ihrem Haus gekrochen. Jeder, der schon einmal mit dem wunderbaren Hauch eines Liebeszaubers belegt wurde, wird dies verstehen können. Wer kann schon schlafen, wenn es im Inneren brodelt und bebt. Nicht mal eine Weinbergschnecke.

Manchmal hatte sie die letzte Nacht das Gefühl gehabt, sie müsste die Wände ihres Schneckenhauses zersprengen. Seit sie Carlos, eine spanische Wegschnecke, gestern auf ihrem Abendspaziergang begegnet war, war sie völlig verwirrt. Zunächst hatte sie in den Gängen ihres Hauses völlig die Orientierung verloren, dann war es ihr, als würde sie keine Luft mehr bekommen, so dass sie noch einmal raus musste und  dann hallte es von den Wänden, als würden ihre Gedanken daran wie Echos abprallen.

Noch völlig benommen von dem Blitzen in den Tautropfen zog sie gerade noch einmal rechtzeitig den Kopf ein, bevor sie zwei riesige Füße treffen konnten. Der kleine Richard war noch im Schlafanzug aus seinem Wohnwagen gestürmt und startete barfuß einen Eroberungsfeldzug über die Wiese. Glück gehabt! „Ach, Carlos!“, seufzte Clarissa. „Eigentlich hätte dieses Menschenkind mich auch gleich treffen können. Wie soll ich nur weiter leben? Warum musste ich mich auch ausgerechnet in eine spanische Wegschnecke vergucken?“ Die Familien der Weinbergschnecken und der spanischen Wegschnecken waren doch seit Jahren verfeindet. Undenkbar, dass sich Carlos und Clarissa jemals ineinander verschlingen würden. Eher hätte sie ihre Seele an die große Salzsäule verkaufen können.

Plötzlich erschienen zwei große braune Kinderaugen über ihr. Hilfe, jetzt hat mich dieser Menschenjunge doch entdeckt. Jetzt wird er mich schnappen .... Wie eine bedrohliche Wolke schwebte eine Hand über Clarissa und in der Hand hielt der Junge etwas, das wie eine Schere aussah. Der Schreck fuhr ihr tief in die Eingeweide und sie wartete darauf, dass er singen würde: „Schnecke, Schnecke komm heraus, sonst stech’ ich dir die Augen aus.“

Aber was war das? Die Schere hatte ja gar keine Metallklingen vorne dran. Durchsichtig, breit und gewölbt wie eine Glocke waren die beiden Enden. Und das Ziel des Angriffes war auch nicht Clarissa, wie sie gerade bemerkte. Erst jetzt fiel ihr der Käfer auf, der nicht weit von ihr entfernt auf Futtersuche unterwegs war. Ohne große Mühe hatte das Menschenkind die Schere über ihm geschlossen und betrachtete ihn jetzt in seinem durchsichtigen Gefängnis ganz genau von allen Seiten. Dann ließ er den kleinen Käfer wieder frei und machte sich auf die Suche nach einem neuen Untersuchungsobjekt.

Clarissa fiel ein Stein vom Herzen. Offensichtlich waren nicht alle Kinder brutal und rücksichtslos, sondern einfach nur neugierig. Da beschloss Clarissa auch, neugierig zu sein und Vertrauen zu haben. Sie freute sich darauf, Carlos näher kennen zu lernen.

Übrigens...  Was der Richard da in der Hand hatte, war ein Spinnen- und Insektenschutz-Greifer.

( © Walburga Kliem - Diese Geschichte entwickelte ich im Rahmen einer Übung in einem meiner Erzähl-Workshops. Ich bitte darum, sie NICHT schriftlich weiterzugeben! Danke!)


"Das Verständlichste an der Sprache
ist nicht das Wort selber, sondern
die Musik hinter den Worten,
die Leidenschaft hinter dieser Musik,
die Person hinter dieser Leidenschaft:
also alles das, was nicht geschrieben werden kann."

(Friedrich Nietzsche)

Freie mündliche Erzählkunst ist gekonntes, lebendiges, individuelles "Mundwerk". Erzähler nach alter Tradition kleiden ihre Märchen und Geschichten in eine literarische, vom Alltag unterschiedene Sprache, ohne dabei am geschriebenen Text zu "kleben". Erzählen ist NICHT Vorlesen! Erzählen ist NICHT Rezitieren!

Wer einer meisterhaften Erzählerin oder Erzähler lauscht, der wird nicht nur von der Geschichte, sondern auch von der Art des Erzählens "gefangen" sein. Es ist eine Kunst, die aus dem Herzen kommt!

Ich bin eine solche meisterhafte "Mundwerkerin", Märchen- und Geschichtenerzählerin!


 

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