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Nils Möllers DSGVO: Zweigstelle im Drittland – Wie sieht es mit der Datenverarbeitung aus?
Im Datenschutzrecht ist die Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch juristische Personen, Behörden und öffentlichen Stellen genaustens geregelt. Wie sieht es jedoch aus, wenn ein Unternehmen eine unselbstständige Zweigstelle in einem Drittland betreibt?
►Was genau versteht man unter einer Zweigstelle?
Eine Zweigstelle ist wirtschaftlich gesehen eine vom Geschäftssitz des Unternehmens örtlich getrennte, rechtlich unselbstständige Einrichtung, die einer eigenen Kompetenz zugrunde liegt und einem Hauptsitz zugeordnet ist. Vergleicht man diese mit z.B. einer Filiale, welche als reine Verkaufsstelle dient, unterscheiden sich Zweigniederlassungen dadurch, dass Sie rein organisatorisch komplett unabhängig am Geschäftsverkehr teilnehmen können, ohne erkennbare Mitwirkung der Hauptniederlassung.
Eine unselbstständige Zweigstelle hingegen ist vollkommen abhängig von dem Hauptsitz des Unternehmens. Sie weist also keinerlei Eigenständigkeiten auf und lediglich der geschäftliche Betrieb finden an räumlich getrennten Stellen statt, weshalb die unselbstständigen Zweigniederlassungen auch keine eigene abweichende Firma führen sondern faktisch gesehen genauso angesehen werden, wie die Hauptniederlassung selbst.
►EU-Standardverträge
Auch die sehr häufig verwendeten EU-Standardverträge kommen meist in diesem Fall an Ihre Grenzen. Da es sich bei der Haupt- bzw. auch Zweigstelle nicht um zwei unterschiedliche Parteien handelt, sondern hinter dem Handeln eine juristische Person steckt.
Dies gilt natürlich auch für Unternehmen in Drittländern, die nach einer Auftragsverarbeitung Arbeitsabläufe direkt an die Zweigstelle ausgliedern möchten.
►Wie kann ich dennoch eine Lösung finden?
Es kann praktisch gesehen natürlich schon Auftragsverhältnisse geben, bei denen unselbstständige Zweigniederlassungen in einem Drittland Auftragsbezogen personenbezogene Daten eines externen Auftraggebers verarbeiten können.
Die Aufsichtsbehörden gehen dabei davon aus, dass eine einseitig zugangsbedürftige, jedoch nicht annahmebedürftige Garantieerklärung (z.B. zur Einhaltung der EU-Standardregelungen) durch die Zweigstelle diese Problemstellung löst und somit auch ein angemessenes Datenschutzniveau geschaffen wird.
Diese Lösung der Behörden ist jedoch nicht wirklich zufriedenstellend, da die o.g. Garantieerklärung nicht gerade einfach auszusetzen ist und somit nicht jeder es schafft diese Problemlos aufzusetzen.
Sollten Sie sich noch Fragen haben, wenden Sie sich einfach an den Datenschutzbeauftragten Ihres Vertrauens.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://bit.ly/2MsaKHX
Bernd Späth "Paris, Texas" im Job.
Auch wenn es gut gemeint ist: Man kann natürlich nicht für eine andere Person einen Coachingtermin buchen. Nur wenn der/die Betroffene selbst den Wunsch verspürt, etwas zu verändern, macht das Ganze Sinn. Ein einziges Mal in meiner sechzehnjährigen Praxis habe ich mich – wenngleich unwissentlich – auf solch eine Situation eingelassen, als ein Mann mir seinen Lebenspartner Norman schickte, offenbar mit der Maßgabe, sich jetzt gefälligst einmal coachen zu lassen, damit die Partnerschaftsprobleme – die offenbar ausschließlich auf einer Seite verortet wurden – sich lösen sollten. Norman, der in der Partnerschaft zur Unterordnung neigte, hatte den Termin folgsam mit mir vereinbart, lebte nun aber seine Auflehnung in der Coachingsitzung aus, und erst nach einiger Zeit wurde mir klar, dass er das Gespräch in Wirklichkeit niemals gewollt hatte: Es war ein abgehobener Dauermonolog über den „Zustand der Welt“. Dieser mag in der Tat bisweilen beklagenswert sein, im konkreten Fall allerdings hieß es: „Dir sage ich überhaupt nichts, und von mir erzähle ich dir gar nichts!“ – Als ich diese Motivationslage erkannt hatte, sprach ich Norman darauf an, und er stimmte mir lebhaft zu und meinte, ich sollte es „nicht persönlich nehmen“. Tat ich auch nicht. Einvernehmlich beendeten wir das Gespräch vorzeitig. Norman wirkte erleichtert.
Umso erstaunter war ich, als er sich ein halbes Jahr später telefonisch meldete: Frank, sein Lebensgefährte, hatte mitten während der Arbeitszeit sein Büro verlassen und war seit Tagen verschwunden. Norman hatte bereits eine Vermisstenanzeige aufgegeben und war völlig aufgelöst. Er bat um einen Gesprächstermin. – Ich war nicht der Meinung, dass hier etwas zu coachen war, aber ich lud ihn auf eine Tasse Kaffee ein, denn offenbar brauchte er jemanden, mit dem er reden konnte. Frank hatte ich einmal flüchtig kennen gelernt, er schien mir ein maßloser Egozentriker zu sein, der unentwegt Auftritt und Selbstinszenierung brauchte und sehr unruhig wurde, wenn er aus dem Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit an deren Rand zu rutschen drohte. Wie viele Egozentriker war er der selbstkritischen Reflexion unfähig und verstand sich meisterhaft darauf, anderen – notfalls auch völlig Unbeteiligten – Schuld zuzuweisen. Insgesamt ein hysterisch strukturierter Charakter, kein Zweifel.
Im Gegensatz zum vorhergegangenen Gespräch sprudelte Norman dieses Mal förmlich: Die Partnerschaftsprobleme hatten kulminiert, da Norman mit Franks übersteigerter Eifersucht nicht mehr klarkam. Franks daraus resultierende Gesamtverfassung wiederum hatte sich auf seinen Vertriebsjob ausgewirkt, und er war in den letzten Monaten abgestürzt zum „low performer“, was ihm mehrere Rüffel eingebracht hatte. Er hatte auf altvertraute Weise reagiert und die Schuld ausschließlich bei seiner Vorgesetzten gesehen, die ihm dafür gleich noch eine drübergab. Der Druck in der Partnerschaft und im Job hatte sich gleichermaßen ins Unerträgliche gesteigert. Es lag also die Vermutung nahe, dass Frank unter der akuten Belastung in eine Kurzschlussreaktion verfallen war und die Flucht angetreten hatte. Norman hatte ausgiebig mit Franks Vorgesetzter telefoniert, die sich sehr einsichtig gezeigt und eine ähnliche Vermutung geäußert hatte. – Half aber alles nichts: Frank blieb verschwunden, und so war die Befürchtung eines Suizids nicht mehr ganz von der Hand zu weisen. Umso mehr, als die Polizei erst mal nicht weiterkam: Er und sein Auto blieben verschwunden, und nun machte Norman sich die bittersten Vorwürfe.
Die Geschichte fand eine bizarre Aufklärung: Frank wurde nach dreizehn Tagen in einer kleinen dänischen Pension in der Nähe von Sønderburg von der Polizei geschnappt. Er hatte sich dort vor wenigen Tagen unter falschem Namen eingebucht und sich bizarrerweise als Honiggroßhändler aus Dinslaken ausgegeben, trotz seines Regensburger Kennzeichens. Norman kriegte den Mund nicht mehr zu. Letztlich war Frank der Pensionsinhaberin aufgefallen, weil er auf sie oft seltsam trancehaft wirkte und trotz wiederholter Aufforderung seinen Pass nicht vorgelegt hatte. Sie hatte diesen allerdings mit weiblichem Wissensdrang in einer Schublade gefunden, als sie Franks Zimmer aufräumte, und daraufhin die Polizei verständigt. Frank war täglich sechs-sieben Stunden lang am Meer entlanggelaufen. In der amtlichen Vernehmung konnte er sich nicht erinnern, wie er hierhergekommen war, wo er längs gelaufen war, und er konnte auch keinerlei Angaben zu sich selber machen. Er war offenbar ziellos herumgereist, und man fand Tankrechnungen und Pensionsbelege, mittels derer man eine völlig widersinnige Reiseroute quer durch Deutschland bis nach Dänemark rekonstruierte. Frank schwieg dazu, denn er erinnerte sich an nichts. Anscheinend hatte er teilweise im Auto übernachtet. Norman erzählte mir alles am Telefon, er war verstört.
„Haben Sie denn eine Erklärung für sowas?“
„Paris, Texas.“, sagte ich.
„Was?“
„Wim Wenders, 1984. Grandioser Film. Harry Dean Stanton und Nastassja Kinski.“
„Sind Sie jetzt auch übergeschnappt?“
„Nein“, sagte ich. „Aber der Film beschreibt eine sogenannte ‚dissoziative Fugue‘. Und genau das ist bei Frank passiert.“
„Ja, um Himmels Willen, er ist doch mein Mann! Wird er denn wieder?“
„Ich denke schon.“, sagte ich. „Wenn´s wirklich nur die Fugue ist. – Ist er denn jetzt in Behandlung?“
„Die Polizei hat ihn in die Psychiatrie gesteckt. Entsetzlich!“
„Nein“, widersprach ich. „Er braucht Hilfe. Und da bekommt er sie.“
Dissoziative Fugue (früher: psychogene Fugue) ist ein seltenes Phänomen, aber für die Betroffenen hammerhart. In der Regel ist sie eine Reaktion auf eine extreme psychische Belastungssituation, in der unbewusste Fluchtwünsche durchbrechen. – Unbewusst deshalb, weil der/die Betroffene sich nicht rational zur Flucht entschließt, sondern dabei eher wie im Halbschlaf oder in einer Trance agiert: Es ist ein sinn- und zielloses Getriebensein, Herumirren und bisweilen auch Verbleiben. Die Betroffenen haben die Erinnerung verloren, wer sie sind und wo sie herkommen, und sie wirken verloren. Im Allgemeinen dauert der Zustand einige Tage. Es sind aber auch Fälle bekannt, wo die Betroffenen buchstäbliche eine neue, völlig wesensfremde Identität annahmen. Das kann so weit gehen, dass solche Menschen dann an sozialen Aktivitäten teilnehmen, die früher für sie undenkbar gewesen wären. - Nur ca. 0,2% der Bevölkerung sind von diesem Phänomen betroffen. Übrigens hat auch David Lynch seinen Film „Lost Highway“ als psychogene Fugue definiert.
Was die „retrograde Amnesie“ betrifft, also das rückwärtige Vergessen von Reiseroute, Herkunft, etc., so wird man nicht falsch gehen mit der Annahme, dass es sich um eine Schutzfunktion des psychischen Apparates handelt, der mit der Verarbeitung extremer Erlebnisinhalte massiv überfordert ist und diese ins Unbewusste abschiebt, wo sie nach besten Kräften randalieren. In der Regel ist diese Amnesie durch psychotherapeutische Maßnahmen lösbar. – Natürlich müssen andere Erkrankungen und Beeinflussung durch Drogen oder Medikamente ausgeschlossen werden.
Frank begann in der Psychiatrie nicht nur mit einer Aufarbeitung der jüngsten Geschehnisse, sondern er ging auch erstmalig im Leben die massiven Selbstwertstörungen an, die die tiefere Ursache seiner rasenden Eifersucht gewesen waren. Denn die Eifersüchtigen werden vom Gefühl gequält, per se erst einmal nicht liebenswert zu sein und deshalb ihren „Besitz“ mit allen Mitteln verteidigen zu müssen. Oft bewirken sie damit das Gegenteil. Norman jedenfalls nutzte Franks längeren Klinikaufenthalt, um sich in einigen Sitzungen bei mir mit seiner Tendenz zu Gehorsam und Unterwerfung zu befassen und wirkte danach befreiter. Die Beziehung hielt nicht mehr allzu lange, man trennte sich einvernehmlich. Frank, dem seine Chefin den Posten freigehalten hatte, fühlte sich durch seine Flucht in der Firma zu sehr desavouiert und wechselte in eine neue Position, wo niemand ihn und seine Geschichte kannte.
Bernd Späth Konfliktverdichtung und Ausbruch.
Auch wenn es gut gemeint ist: Man kann natürlich nicht für eine andere Person einen Coachingtermin buchen. Nur wenn der/die Betroffene selbst den Wunsch verspürt, etwas zu verändern, macht das Ganze Sinn. Ein einziges Mal in meiner sechzehnjährigen Praxis habe ich mich – wenngleich unwissentlich – auf solch eine Situation eingelassen, als ein Mann mir seinen Lebenspartner Norman schickte, offenbar mit der Maßgabe, sich jetzt gefälligst einmal coachen zu lassen, damit die Partnerschaftsprobleme – die offenbar ausschließlich auf einer Seite verortet wurden – sich lösen sollten. Norman, der in der Partnerschaft zur Unterordnung neigte, hatte den Termin folgsam mit mir vereinbart, lebte nun aber seine Auflehnung in der Coachingsitzung aus, und erst nach einiger Zeit wurde mir klar, dass er das Gespräch in Wirklichkeit niemals gewollt hatte: Es war ein abgehobener Dauermonolog über den „Zustand der Welt“. Dieser mag in der Tat bisweilen beklagenswert sein, im konkreten Fall allerdings hieß es: „Dir sage ich überhaupt nichts, und von mir erzähle ich dir gar nichts!“ – Als ich diese Motivationslage erkannt hatte, sprach ich Norman darauf an, und er stimmte mir lebhaft zu und meinte, ich sollte es „nicht persönlich nehmen“. Tat ich auch nicht. Einvernehmlich beendeten wir das Gespräch vorzeitig. Norman wirkte erleichtert.
Umso erstaunter war ich, als er sich ein halbes Jahr später telefonisch meldete: Frank, sein Lebensgefährte, hatte mitten während der Arbeitszeit sein Büro verlassen und war seit Tagen verschwunden. Norman hatte bereits eine Vermisstenanzeige aufgegeben und war völlig aufgelöst. Er bat um einen Gesprächstermin. – Ich war nicht der Meinung, dass hier etwas zu coachen war, aber ich lud ihn auf eine Tasse Kaffee ein, denn offenbar brauchte er jemanden, mit dem er reden konnte. Frank hatte ich einmal flüchtig kennen gelernt, er schien mir ein maßloser Egozentriker zu sein, der unentwegt Auftritt und Selbstinszenierung brauchte und sehr unruhig wurde, wenn er aus dem Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit an deren Rand zu rutschen drohte. Wie viele Egozentriker war er der selbstkritischen Reflexion unfähig und verstand sich meisterhaft darauf, anderen – notfalls auch völlig Unbeteiligten – Schuld zuzuweisen. Insgesamt ein hysterisch strukturierter Charakter, kein Zweifel.
Im Gegensatz zum vorhergegangenen Gespräch sprudelte Norman dieses Mal förmlich: Die Partnerschaftsprobleme hatten kulminiert, da Norman mit Franks übersteigerter Eifersucht nicht mehr klarkam. Franks daraus resultierende Gesamtverfassung wiederum hatte sich auf seinen Vertriebsjob ausgewirkt, und er war in den letzten Monaten abgestürzt zum „low performer“, was ihm mehrere Rüffel eingebracht hatte. Er hatte auf altvertraute Weise reagiert und die Schuld ausschließlich bei seiner Vorgesetzten gesehen, die ihm dafür gleich noch eine drübergab. Der Druck in der Partnerschaft und im Job hatte sich gleichermaßen ins Unerträgliche gesteigert. Es lag also die Vermutung nahe, dass Frank unter der akuten Belastung in eine Kurzschlussreaktion verfallen war und die Flucht angetreten hatte. Norman hatte ausgiebig mit Franks Vorgesetzter telefoniert, die sich sehr einsichtig gezeigt und eine ähnliche Vermutung geäußert hatte. – Half aber alles nichts: Frank blieb verschwunden, und so war die Befürchtung eines Suizids nicht mehr ganz von der Hand zu weisen. Umso mehr, als die Polizei erst mal nicht weiterkam: Er und sein Auto blieben verschwunden, und nun machte Norman sich die bittersten Vorwürfe.
Die Geschichte fand eine bizarre Aufklärung: Frank wurde nach dreizehn Tagen in einer kleinen dänischen Pension in der Nähe von Sønderburg von der Polizei geschnappt. Er hatte sich dort vor wenigen Tagen unter falschem Namen eingebucht und sich bizarrerweise als Honiggroßhändler aus Dinslaken ausgegeben, trotz seines Regensburger Kennzeichens. Norman kriegte den Mund nicht mehr zu. Letztlich war Frank der Pensionsinhaberin aufgefallen, weil er auf sie oft seltsam trancehaft wirkte und trotz wiederholter Aufforderung seinen Pass nicht vorgelegt hatte. Sie hatte diesen allerdings mit weiblichem Wissensdrang in einer Schublade gefunden, als sie Franks Zimmer aufräumte, und daraufhin die Polizei verständigt. Frank war täglich sechs-sieben Stunden lang am Meer entlanggelaufen. In der amtlichen Vernehmung konnte er sich nicht erinnern, wie er hierhergekommen war, wo er längs gelaufen war, und er konnte auch keinerlei Angaben zu sich selber machen. Er war offenbar ziellos herumgereist, und man fand Tankrechnungen und Pensionsbelege, mittels derer man eine völlig widersinnige Reiseroute quer durch Deutschland bis nach Dänemark rekonstruierte. Frank schwieg dazu, denn er erinnerte sich an nichts. Anscheinend hatte er teilweise im Auto übernachtet. Norman erzählte mir alles am Telefon, er war verstört.
„Haben Sie denn eine Erklärung für sowas?“
„Paris, Texas.“, sagte ich.
„Was?“
„Wim Wenders, 1984. Grandioser Film. Harry Dean Stanton und Nastassja Kinski.“
„Sind Sie jetzt auch übergeschnappt?“
„Nein“, sagte ich. „Aber der Film beschreibt eine sogenannte ‚dissoziative Fugue‘. Und genau das ist bei Frank passiert.“
„Ja, um Himmels Willen, er ist doch mein Mann! Wird er denn wieder?“
„Ich denke schon.“, sagte ich. „Wenn´s wirklich nur die Fugue ist. – Ist er denn jetzt in Behandlung?“
„Die Polizei hat ihn in die Psychiatrie gesteckt. Entsetzlich!“
„Nein“, widersprach ich. „Er braucht Hilfe. Und da bekommt er sie.“
Dissoziative Fugue (früher: psychogene Fugue) ist ein seltenes Phänomen, aber für die Betroffenen hammerhart. In der Regel ist sie eine Reaktion auf eine extreme psychische Belastungssituation, in der unbewusste Fluchtwünsche durchbrechen. – Unbewusst deshalb, weil der/die Betroffene sich nicht rational zur Flucht entschließt, sondern dabei eher wie im Halbschlaf oder in einer Trance agiert: Es ist ein sinn- und zielloses Getriebensein, Herumirren und bisweilen auch Verbleiben. Die Betroffenen haben die Erinnerung verloren, wer sie sind und wo sie herkommen, und sie wirken verloren. Im Allgemeinen dauert der Zustand einige Tage. Es sind aber auch Fälle bekannt, wo die Betroffenen buchstäbliche eine neue, völlig wesensfremde Identität annahmen. Das kann so weit gehen, dass solche Menschen dann an sozialen Aktivitäten teilnehmen, die früher für sie undenkbar gewesen wären. - Nur ca. 0,2% der Bevölkerung sind von diesem Phänomen betroffen. Übrigens hat auch David Lynch seinen Film „Lost Highway“ als psychogene Fugue definiert.
Was die „retrograde Amnesie“ betrifft, also das rückwärtige Vergessen von Reiseroute, Herkunft, etc., so wird man nicht falsch gehen mit der Annahme, dass es sich um eine Schutzfunktion des psychischen Apparates handelt, der mit der Verarbeitung extremer Erlebnisinhalte massiv überfordert ist und diese ins Unbewusste abschiebt, wo sie nach besten Kräften randalieren. In der Regel ist diese Amnesie durch psychotherapeutische Maßnahmen lösbar. – Natürlich müssen andere Erkrankungen und Beeinflussung durch Drogen oder Medikamente ausgeschlossen werden.
Frank begann in der Psychiatrie nicht nur mit einer Aufarbeitung der jüngsten Geschehnisse, sondern er ging auch erstmalig im Leben die massiven Selbstwertstörungen an, die die tiefere Ursache seiner rasenden Eifersucht gewesen waren. Denn die Eifersüchtigen werden vom Gefühl gequält, per se erst einmal nicht liebenswert zu sein und deshalb ihren „Besitz“ mit allen Mitteln verteidigen zu müssen. Oft bewirken sie damit das Gegenteil. Norman jedenfalls nutzte Franks längeren Klinikaufenthalt, um sich in einigen Sitzungen bei mir mit seiner Tendenz zu Gehorsam und Unterwerfung zu befassen und wirkte danach befreiter. Die Beziehung hielt nicht mehr allzu lange, man trennte sich einvernehmlich. Frank, dem seine Chefin den Posten freigehalten hatte, fühlte sich durch seine Flucht in der Firma zu sehr desavouiert und wechselte in eine neue Position, wo niemand ihn und seine Geschichte kannte.
Marvin Gebicke DSGVO: Was muss bei Firmenveranstaltungen beachtet werden?
Da Firmenevents mittlerweile in vielen Unternehmen zu einem nahezu alltäglich vorkommenden Thema geworden sind, sollten Sie auch hier auf eine datenschutzgerechte Umsetzung der Veranstaltung Wert legen. Egal ob es sich um eine Werbeveranstaltung für Ihre Kunden oder eine interne Feier oder Messe handelt, es gibt jederzeit einiges zu beachten um diese Formen der Events datenschutzkonform aufzustellen.
►Wer gilt hier als Verantwortlicher?
Gemäß Art. 4 Nr. 7 (DSGVO) ist der Verantwortliche jede natürlich oder juristische Person, Behörde, Einrichtung oder andere Stelle, die allein oder gemeinsam mit anderen über den Zweck oder die Mittel der Verarbeitung personenbezogener Daten bestimmt. Demnach ist also der Veranstalter als verantwortliche Stelle für die Firmenevents anzusehen und ist somit auch für die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen verantwortlich.
Doch oftmals werden Firmenevents nicht selbst durch das Unternehmen umgesetzt, sondern ein externer Dienstleister kümmert sich darum.
►Die Eventagentur
Für die gesamte Planung und Umsetzung eines solchen Events greift ein Unternehmen meist auf eine Eventagentur zurück. Bei der Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Parteien fließen demnach auch eine Menge Personenbezogener Daten wie z.B. die Adressen der Teilnehmer um die Einladungen der einzelnen Personen vornehmen zu können. Somit handelt es sich nach Art. 4 Nr. 7 DSGVO bei der Agentur um einen Auftragsverarbeiter, der diese Daten auf Weisung des Veranstalters verarbeitet, wobei es sich für die Eventagentur anbietet einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO abzuschließen.
Da die Daten aber auch von der Eventagentur selbst an weitere Dienstleister ausgehändigt werden um den Auftrag zu erfüllen, muss diese Unterauftragsverarbeitugsverträge mit dem Veranstalter vereinbaren um nach DSGVO rechtskonform zu handeln.
►Das Catering
Auch das Catering in Form eines Buffets darf auf den heutigen Firmenfeier nicht fehlen. Da von diesen Dienstleistern normalerweise jedoch keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden, wird für diese Art der Bereitstellung von Mahlzeiten kein Auftragsverarbeitungsvertrag benötigt.
►Bild- und Videomaterial
Ein Firmenevent wird häufig als Anlass genommen um eine Reihe von Fotos und Videos der Mitarbeiter aufzunehmen, welche dann vermutlich direkt auf der Webseite oder im Firmeninternen Intranet hochgeladen werden. Ohne eine Einwilligung der Mitarbeiter nach Art. 7 DSGVO hinsichtlich der Erstellung einer Fotoaufnahme bzw. der damit verbundenen Veröffentlichung ist dies jedoch zu unterlassen. Sollten Sie jedoch von allen auf den Aufnahmen befindlichen Personen eine ausdrückliche und freiwillige Einwilligung eingeholt haben, dürfen Sie diese meist problemlos für diesen Zweck verwenden.
►Gelten Einladungen als Werbung?
Ein Event Ihres Unternehmens könnte als geschäftliche Handlung gelten und auch wenn es von Ihnen nur nett gemeint ist, handelt es sich indirekt um Werbung die der Absatzförderung dient. Demnach kann auch eine dieser Einladungen zu einer Problematik führen. Versenden Sie die Einladungen per Mail benötigen Sie eine Einwilligung, welche mithilfe eines Double-Opt-In-Verfahrens eingeholt werden kann, bei der Versendung per Post und bei Bestandskunden entfällt meist das Benötigen einer Einwilligung.
►Einhaltung von Informationspflichten
Werden auf einem Event personenbezogene Date erhoben ist es nach Art. 13 DSGVO unbedingt notwendig die Informationspflicht einzuhalten. Erhebt man die Daten z.B. an einem einzelnen Stand durch ein Geschäftsgespräch, kann durch ein Informationsblatt auf die Erhebung hingewiesen werden. Bei größeren Veranstaltungen wird meist ein Aushang mit diesen Informationen an einem zentralen Ort auf dem Gelände angebracht, damit jeder Zugriff darauf haben und gegebenenfalls darauf zurück greifen kann.
►Noch Fragen?
Wer Ihnen sicher bei diesem Thema weiterhelfen kann, ist ein Datenschutzbeauftragter Ihres Vertrauens.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://bit.ly/2yvpnkp
Nur für XING Mitglieder sichtbar Digitale Transformation – mehr Flexibilität durch eine sukzessive Ablösung der Altsysteme
In der Diskussion um die digitale Transformation und digital optimierte Geschäftsprozesse müssen selbstverständlich auch die Altsysteme (engl. Legacy-Systeme) in Betracht gezogen werden. Denn allzu oft sind sie es, die die Unternehmen ausbremsen und unflexibel machen. Insofern brauchen IT-Manager eine gute Strategie zum Abschalten von Altsystemen.
Die Software-Landschaft in Unternehmen ist meist historisch gewachsen. Auf diese Weise ist ein bunter Mix aus Eigenentwicklungen und zugekauften (Standard-) Anwendungen entstanden. Und in der Regel sind diese auch noch auf unterschiedlichen Plattformen über die gesamte Organisation verteilt.
Auf dieser Basis eine agile IT-Infrastruktur zu etablieren, die sich dynamisch an wechselnde Marktanforderungen anpassen lässt, ist denkbar schwierig.
Kommt Ihnen all dies bekannt vor? Wenn ja, verschaffen Sie sich einen Überblick, indem Sie in einem ersten Schritt mit Blick auf die digitale Zukunft Ihres Unternehmens folgende Fragen stellen:
• Welche Altsysteme sind in Betrieb?
• Sind die Kosten, die diese Anwendungen verursachen, bekannt?
• Gibt es konkrete Pläne, diese Altsysteme abzuschalten?
• Wie sieht es mit der Umsetzung dieser Pläne aus?
Das Abschalten alter Anwendungen ist häufig nicht ganz einfach, weil in den Systemen kritische und sensible Geschäftsdaten enthalten sind, auf die der Zugriff langfristig sichergestellt sein muss. Deshalb erfordert ein solches Konsolidierungsprojekt eine durchdachte Strategie.
Häufig ist es daher auch ein guter Ansatz, wenn Sie diese Systeme nicht direkt ersetzen sondern durch vorgeschaltete / parallel laufende Systeme ergänzen. Diese können die heutigen Anforderungen an Automatisierung, wie z:B. mobile Verfügbarkeit, erfüllen und "dokumentieren" die Ergebnisse dann in den Bestandssystemen. Dort können Sie die Ergebnisse dann für alle etablierten Folgeprozesse verfügbar machen, so dass sie weitergenutzt werden können.
Eine weitere Möglichkeit ist – nach meiner Erfahrung insbesondere in mittelständischen Unternehmen, dass Sie so viele der Altsysteme erhalten wie es Ihnen sinnvoll erscheint. Vielfach schlummern hier wahre Wunder an Chancen, weil nie alle Module oder Funktionen genutzt werden. Und Ihre Mitarbeiter, die diese Systeme seit Jahren nutzen, haben noch nie eine tiefergehende Schulung für die effektive Nutzung der Systeme erhalten. Wenn Sie diesen Weg gehen, kann es nach der Schulung heißen: "Wir haben ja gar nicht gewusst, dass dieses Programm solche riesigen Möglichkeiten bietet". Obschon es bereits seit Jahren im Einsatz ist.
Auf diese Weise können häufig hocheffiziente Abläufe kurzfristig in "alte" Systemlandschaften integriert werden. Eine sukzessive Ablösung der Altsysteme ist natürlich nicht ausgeschlossen.