Nichts ist absolut sicher und frei von Risiken. Wenn es aber darum geht nach einem katastrophalen Unfall wie neulich in Köln, der lt. Medien sicher mit dem Bau der dortigen U-Bahn zusammenhängt, herauszufinden, wie man den Unfall hätte vermeiden können, dann widmet man sich in der öffentlichen Diskussion selten den System-immanenten Problemen von Intransparenz und den Vermittlungsproblemen zwischen den verschiedenen Instanzen, wie der Politik, dem Auftraggeber und Bauherrn, den Bauplanern und Ausführenden, die genau auf Grund dieser Intransparenz erst entstehen.
Ist ein zu bauender U-Bahn Tunnel bereits ein Asset, dem sich das Asset Risk Management schon in der Konzeptions- und Planungsphase widmen muß oder überläßt man dies vorgelagerten Instanzen?.
Wenn bei Konzeption- und Planung die gewählte Baumethode vertretbar erschien und das Risikomanagement nicht bereits in dieser Phase versagt hat, so muß man sich doch die Frage stellen, ob es nicht im Zuge der Bauausführung genügend Hinweise gegeben hatte, die ein richtig zusammengesetztes Risikomanagement aus allen Beteiligten nicht hätte sehen können.
Sicher im Nachhinein läßt sich immer leicht reden, schließlich wäre eine Änderung der Baumethode sehr teuer geworden, aber jetzt wird es sie erst recht geben und eine drastische Verzögerung und weitere Kostensteigerungen obendrein.
Grundfrage also nochmals:
Hätte ein top organisiertes Asset Management eine gute Chance gehabt, eine solche Katastrophe zu verhindern?
ps.: Ich habe keinerlei Insider Informationen aus Köln. Ich weiß nichts über die Qualität des Asset Managements bei den Kölner U-Bahn Betreibern. Ich nehme dieses Beispiel auch nur als Anstoß zur Diskussion.
Ihr Günter Schmittberger