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Daniel Angeloff LIVE Stream HEUTE: DVSGO - Was kommt wirklich auf uns zu?
Hallo Liebe Mitglieder,
Viele im Onilne Marketing fürchten sich davor, aber sie wird demnächst kommen...
...die DVSGO!
Doch was gibt es wirklich zu beachten, wenn man digitale Onlinekurse verkauft und Onlinemarketing betreibt?
Und wie kann ich mich absichern, um keine hohen Strafen zu risikieren?
Um diese Fragen zu klären, haben wir für Euch heute einen wahren DVSGO Experten eingeladen, welcher diese Fragen heute in einem Live Stream beantworten wird.
Zudem kannst Du auch Deine eigenen Fragen stellen.
Der Live Stream findet heute um 19.00 statt.
Auf das wir uns allle DVSGO fit machen und Keiner teure Strafen bezahlen muss :-)
Viel Spaß und noch einen schönen Sonntag,
Dein Daniel Angeloff
Viele im Onilne Marketing fürchten sich davor, aber sie wird demnächst kommen...
...die DVSGO!
Doch was gibt es wirklich zu beachten, wenn man digitale Onlinekurse verkauft und Onlinemarketing betreibt?
Und wie kann ich mich absichern, um keine hohen Strafen zu risikieren?
Um diese Fragen zu klären, haben wir für Euch heute einen wahren DVSGO Experten eingeladen, welcher diese Fragen heute in einem Live Stream beantworten wird.
Zudem kannst Du auch Deine eigenen Fragen stellen.
Der Live Stream findet heute um 19.00 statt.
Auf das wir uns allle DVSGO fit machen und Keiner teure Strafen bezahlen muss :-)
Viel Spaß und noch einen schönen Sonntag,
Dein Daniel Angeloff
Marco Teschner Daniel Angeloff
+3 weitere Kommentare
Letzter Kommentar:
Daniel Angeloff
hi Marco!
Danke für das Feedback Marco - ja leider. Der Inhalt wäre Top gewesen :)
LG
Nur für XING Mitglieder sichtbar Besitzen Sie diese 12 Fähigkeiten und Kompetenzen, die einen guten Coach auszeichnen?
Was zeichnet einen kompetenten Coach aus? Einige Fähigkeiten, wie beispielsweise Empathie, Neugierde und Intuition sind teilweise natürliche Gaben oder entwickeln sich gemeinsam mit der Erfahrung eines Coaches über die Jahre. Andere Fähigkeiten, wie das richtige Fragen stellen und zuhören, lassen sich gezielter trainieren. In diesem Artikel haben wir 12 Eigenschaften und Fähigkeiten für Sie zusammengefasst, die ein guter Coach besitzen sollte. https://clevermemo.com/blog/faehigkeiten-kompetenzen-coach/
Bernd Späth Über irreversible Schädigungen.
Manchmal platscht es dir ja einfach vor die Füße, und dann guckst du. Cathy stand verheult vor meiner Wohnungstür, weil Mami sie rausgeschmissen hatte. Ihre Mutter Lana war eine Bengali, ein Miststück, egoistisch, jähzornig, rücksichtslos und voller Rachsucht. Ihr Vater war Offizier bei der britischen Gurkha-Armee gewesen, ein eisenharter Hund, für den ein Leben wenig zählte, und für den Frauen wenig mehr waren als Abfall. Als überflüssiger Kostenfaktor seiner Familie war sie jung verheiratet worden und hatte ihren Mann, einen gewalttätigen Alkoholiker, nach einer traurigen Odyssee in England verlassen, um ohne Tochter nach Deutschland zu ziehen, wo sie sich beruflich neu installiert hatte. – Ein Sekretärinnenjob an einer Botschaft, der ihr ein gutes Auskommen ermöglichte. Jahre später hatte sie die inzwischen vierzehnjährige Tochter zu sich geholt, und aus der Mutter-Tochter-Liebe war umgehend pures Chaos geworden.
Wer die hübsche Achtzehnjährige mit den braunen Mandelaugen und den langen schwarzen Haaren kannte, der wusste allerdings ziemlich gut, dass sie mit ihrem Dickschädel und ihrer Oberflächlichkeit jeden zur Weißglut bringen konnte. Ich richtete ihr ein Gästebett. In zwei-drei Tagen, wenn die Wellen sich gelegt hatten, würde ich mal mit Mommie telefonieren und die Sache wieder glattziehen.
Dachte ich. Weit gefehlt. Cathy wohnte über ein halbes Jahr bei mir.
Am Ende dieses halben Jahres hatte ich eine satte Gastritis vor lauter Zorn. Cathy hatte schon vor ihrem Rauswurf das Klassenziel verfehlt, doch statt, wie sie mir geschworen hatte, auf die Nachprüfung hinzuarbeiten, vergnügte sie sich abwechselnd mit zwei Gleichaltrigen und ignorierte meine Empfehlung, auf Kontrazeption zu achten: „Ich weiß nicht, was du willst? Bisher ist ja auch nichts passiert!“ – Sprach´s und war schwanger und wusste nicht, von wem der beiden. Ich schleppte sie zu Pro Familia, organisierte den Eingriff und hatte größte Mühe klarzumachen, dass ich mit der ganzen Sache selbst nichts zu tun hatte. Das hinderte Cathy nicht daran, abredewidrig ihre beiden Lover im wechselnden Rhythmus zu mir in die Wohnung zu holen, sobald ich ein-zwei Tage geschäftlich unterwegs war. Umso zufriedener war ich, dass Mutter und Tochter sich an Weihnachten endlich wieder versöhnten. Denn Cathy hatte selbstredend die Nachprüfung versemmelt und machte auch keinerlei Anstalten, die Wiederholungsklasse zu schaffen, so dass sie am Ende von der Schule flog.
Cathy war liebevoll gewesen, anhänglich, herzlich – und ohne jedes Gefühl für Verantwortung, ausschließlich von spontanen Impulsen gesteuert, so wie beide Eltern es ihr immer vorgelebt hatten. Sie blieb in Verbindung mit mir, besuchte mich immer wieder einmal und erzählte mir von ihren Männergeschichten, die sie – noch nicht zwanzigjährig - exzessiv und zahlreich lebte, unübersehbar auf der Suche nach Bestätigung ihres Wertes und nach einem kurzen Moment des Zuhause-Seins; und ohne zu erkennen, dass die Mannsbilder sich nicht für ihre Seele interessierten, sondern nur für ihren hübschen exotischen Körper: Die Jahre mit dem gewalttätigen Vater und seiner recht gehässigen zweiten Frau, die miese Behandlung und die zahllosen Demütigungen und Entwertungen hatten Cathy´s Hunger nach Anerkennung zu einem regelrechten Strudel gesteigert. Doch verwechselte sie sexuelle Attraktivität mit Selbstwert.
Als sie mir ihr Hochzeitsfoto schickte, setzte ich mich erst mal auf den Hosenboden. Cathy, so berichtete es mir eine gemeinsame Bekannte, eine Nepali, hatte nach dem Schulverweis einen Job in einer Hotelrezeption angenommen, war aber auch dort an die frische Luft gesetzt worden, da ihre Gästebetreuung immer wieder über das Dienstliche hinausging. Schließlich lernte sie auf einer Party Tom kennen, der ebenfalls einen Schulverweis vorzuweisen hatte, was ihn in besonderer Weise zu qualifizieren schien, denn es dauerte nicht lange, da war sie wieder schwanger. Da sie zwischenzeitlich zwei weitere Abtreibungen hinter sich hatte, entschloss sie sich, den Jungen zu bekommen und Tom zu heiraten. Der hatte allerdings schon eine Jugendstrafe wegen Totschlags abgesessen.
Schließlich kam sie mit ihm zu Besuch und stellte ihn mir freudig vor. Er gefiel mir überhaupt nicht, denn er hatte einen tiefen Groll in sich und wirkte verstockt und reizbar. Schon kurz nach seinem Eintreffen begann er, über seine Eltern herzuziehen, die ihn angeblich stets nur kontrolliert, bevormundet und übervorteilt hatten. Cathy strahlte, als hätte sie eine besonders ergiebige Wundertüte aufgemacht.
Ein paar Mal besuchte sie mich mit ihrem Baby, war anhänglich und herzlich und wirkte doch irgendwie zerstört. Doch außer einigen Hintergründigkeiten war nichts aus ihr herauszuholen. Als ich sie zurückfuhr, begann sie zu zittern, je näher wir ihrer Wohnung kamen, seltsamerweise wurde auch das Baby unruhiger. Meine Fragen wurden etwas bohrender. Sie fiel mir um den Hals und verschwand.
Dann bekamen wir Unstimmigkeiten, als ich herausfand, dass sie sich während ihres Aufenthalts bei mir noch eine ganze Reihe anderer Vertrauensbrüche geleistet hatte, und ich ließ den Kontakt einschlafen, bis die Nepali mich aufgelöst anrief: Tom hatte sich als jähzorniger Despot entpuppt und Cathy vor dem Kind regelmäßig grün und blau geschlagen. Cathy hatte sich ins Klo eingeschlossen und war durch das Klofenster geflohen, obwohl sie damit das Kind zurückließ. Schließlich hatte er sie so zusammengeschlagen, dass sie nach einer erneuten Flucht durchs Toilettenfenster die Polizei einschaltete. Diese ließ Cathy ins Krankenhaus bringen und erteilte Tom ein Betretungsverbot für die gemeinsame Wohnung. Cathy erwirkte ein gerichtliches Kontaktverbot und reichte die Scheidung ein.
Es dauerte nicht lange, bis die Nepali mich wieder anrief: Tom hatte sie spätabends betrunken aufgesucht und war laut weinend bei ihr im Treppenhaus gestanden. Er hatte ihr die halbe Nacht voller Selbstmitleid vorgeheult, bis die Nachbarn sich beschwerten. Sie erduldete mehrere solcher Besuche, doch war es immer schlimmer geworden, und schließlich hatte sie ihm nicht mehr geöffnet. In der Folgezeit traktierte Tom alle möglichen Leute mit Anrufen, auch bei mir versuchte er es einmal, doch ließ ich ihn eisig abblitzen. Die Nachricht von seinem Tod erhielt ich dann wieder über die Nepali: Er hatte sich das Auto seiner Eltern genommen, sich betrunken und war mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum gefahren. Nach Aussage der Polizei bestand am Suizid kein Zweifel.
Cathy meldete sich nicht mehr bei mir. Ich erfuhr, dass sie von Sozialhilfe lebte und eine Therapie begonnen hatte, und auch der kleine Sohn war in Therapie. Jahre später sah ich sie auf einem alten Fahrrad an mir vorbeiradeln. Sie war Anfang dreißig, doch war sie zu einer aufgequollenen, verlebten Frau mit ungepflegten, zotteligen Haaren geworden, die jede Attraktivität verloren hatte und einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck machte. Umso makabrer, dass ich wenig später zufällig ihrer Mutter Lana begegnete, die sich augenblicklich in wüsten Beschimpfungen ihrer Tochter ergoss. "This woman is a gone case!" Sie übersah ihren eigenen Anteil.
Ein Jahr später heiratete Mutter Lana einen Orientalisten aus dem Auswärtigen Amt, von dem sie früher stets nur abfällig gesprochen hatte, doch anscheinend hatte sie ihn sich gezielt warm gehalten. Er wohnte nicht weit vom Amt und ging in der Mittagspause nach Hause, um mit ihr zu essen. Eines Mittags kam er herein, doch es stand kein Essen bereit. Verwundert schaute er ins Schlafzimmer und fand Lanas Leichnam im Bett mit einem leeren Tablettenröhrchen. Erst da begriff er, dass er schon am Morgen neben seiner toten Frau erwacht war. Er hatte gefrühstückt und war ins Amt gegangen. - Nach dem Vorfall begann er zu trinken. Der Grund für Lanas Handeln blieb im Dunkeln, doch vermutete ich, dass sie an der eigenen Zerrissenheit zugrunde gegangen war.
Es war ein Drama ohne Ausweg gewesen. Alle Beteiligten waren stark von ihren Impulsen und Gefühlen bestimmt, ohne sich auch nur ansatzweise selbst zu reflektieren. Es war auffallend, dass sie in Gesprächen stets nur sich selbst im Auge hatten, alle Verantwortung den anderen zuschrieben und keinen Sinn für die Konsequenzen ihres Verhaltens zeigten. Letztlich lief Jede/r von ihnen mit gewaltigen seelischen Defiziten herum, die sich in ihrer Kombination unweigerlich potenzierten, bis sie sich zu einer riesigen Tragödie auswuchsen.
Lanas Vater gab seine Schädigungen an seine Tochter weiter und suchte ihr einen Ehemann aus, der seine Traumatisierungen perpetuierte. So also tradierten Cathy´s Eltern, beide schwer geschädigt, ihre Nöte und Verzweiflung auf Tochter Cathy, die wiederum sich einen Partner erwählte, der das elterliche Zerstörungswerk in der dritten Generation fortsetzte. Lanas zweiter Ehemann war am Ende der unschuldige Letzte in der Kette der Zerstörungen, wobei zu fragen war, welche seltsame Kraft ihn zu einer Frau gezogen hatte, deren gefährliche Seiten unübersehbar gewesen waren.
Solche Menschen "...stellen unbewusst um sich herum immer wieder Zustände her, die ihnen dazu dienen, ihre alten inneren Konfliktthemen mit den dazugehörigen Phantasien und Gefühlen wiederzubeleben.", schreibt Horst Eberhard Richter. "Das Verfahren der Psychoanalyse kann eine entscheidende Hilfe sein, diese psychischen Hindernisse allmählich abzubauen, die immer wieder eine Verwechslung der echten sozialen Realität mit projizierten Abbildungen der unbewussten kindlichen Vergangenheit bewirken."
Wolfgang Schiele Vollwertig und wertvoll im Alter
Mit dem Übergang vom Beruf in den Ruhestand verlieren die meisten Menschen einen Großteil ihrer inhaltlichen, zeitlichen und räumlichen Struktur. Das Skelett der Arbeit, das ihrem Körper einen festen Ablauf mit sinnbestimmter Ausrichtung gegeben hat, bricht in sich zusammen. Für viele Ruheständler beginnt eine Zeit, die neu strukturiert und ausgestaltet werden muss, die unbekanntes und ungewohntes Land bedeutet.
Gedanken darüber, was es vor allem braucht, um auch nach dem Beruf eine erfüllte und glückliche dritte Lebensphase zu verbringen, habe ich in meinem blog festgehalten und soll zur Diskussion anregen: https://wp.me/p7Pnay-Y3
Beste Grüße
Wolfgang Schiele
(Vor)Ruhestandscoach
Bernd Späth Über Job und Hilflosigkeit.
Fährt man vom Ammersee kommend durch das kleine Dorf Inning, so gibt es dort eine scharfe Z-Kurve, in deren einem Scheitel eine Tankstelle steht. Dort erlebte ich vor einigen Jahren einen Vorfall der etwas bizarreren Art, als ich an einem Novemberabend gegen zwanzig Uhr anhielt um zu tanken. Denn als ich den Kassenraum betrat, fiel mir sofort der verheerende Zustand der beiden Service-Damen auf: Die eine, eine brünette Enddreißigerin, wirkte bleich, fahrig und zerknittert, als hätte sie Furchtbares hinter sich. Die andere, eine blonde Mittzwanzigerin, sah nicht weniger angegriffen aus, und ihre Körpersprache vermittelte tiefste Resignation und Hoffnungslosigkeit. Schon beim Eintreten sandte sie mir einen Blick, der mich an ein sterbendes Tier im Unterholz erinnerte.
Ich überlegte, ob die Beiden etwa überfallen worden waren, verwarf den Gedanken aber wieder, denn Polizei war nirgends zu sehen. Ging mich ja nix an, letztlich.
Doch als ich mein Wechselgeld entgegennahm, stach mir ein äußerst unangenehmer, hochfrequenter Pfeifton in die Ohren. Noch während ich Geld und Beleg einsteckte, begann er mich grausam zu nerven.
„Ja, um Himmels Willen, was pfeift denn da?“, fragte ich und löste damit eine Explosion weiblicher Verzweiflung aus. Völlig überdreht und ohne Luft zu holen, sprudelte die Kassendame ihre Klagen hervor, denn „seit unserm Dienstbeginn um zwölf Uhr“ stand dieses grässliche Geräusch im Raum „… und keiner hilft! I sag´s Ihnen, i halt´s nimmer aus, i halt des total nimmer aus!“
Der psychophysische Kollaps, so schwante mir, war nur noch eine Frage weniger Sätze. Die junge Kollegin nickte dazu immer wieder, - ergeben und hoffnungslos, im Bewusstsein, dass das Leben grausam sein konnte und man seiner Willkür bisweilen wehrlos unterworfen ward.
„Ja, narrisch!“, sagte ich.
„Narrisch?“, schnappte die Dame. „Narrisch, sagen Sie? I bin FERTIG!“ Und schon flossen die Tränen. Die Jüngere nickte dazu verzweifelt. Offensichtlich hatte sie keine Worte mehr. Ein Kriegsopfer.
„Kommt das denn von den Kühltruhen hier?“, fragte ich, entschlossen wenigstens einmal im Leben Weißer Ritter zu sein, und zwei todgeweihte Jungfrauen der furchtbaren Bestimmung zu entreißen, in die ein übellauniger Germanengott sie offenbar geworfen hatte.
„I weiß es auch net.“, sagte die Dame leise. Ich schritt prüfend die Kühltruhen entlang, - der Ton wurde lauter und noch impertinenter. Die Dame folgte mir schnatternd, die Jüngere war hinter dem Tresen hervorgetreten, und ich fühlte, dass in diesem Augenblick eine existentielle Hoffnung auf mir lag, deren Zerstörung ich mir bis zum letzten Atemzug nicht mehr verziehen hätte.
„Nein“, überlegte ich, „die Kühltruhen sind´s net, hmmmm….“, und schritt weiter voran, in Erwartung des finst´ren Drachens, den ich notfalls mit bloßen Händen, etc. …
Nach zwei weiteren Kühltruhen kam ich an einer kleinen Tür an. Sie stand offen und führte in einen winzigen Raum, an dessen Wand ein Schaltkasten hing. An dem Schaltkasten blinkte eine rote Lampe, und aus dem Schaltkasten kam ein Pfeifton, mit dem man notfalls Schützenpanzer in kleine Schnipsel schneiden konnte.
„Da hamma´s doch!“, sagte ich, nicht wenig verwundert.
Meine Begleiterin nickte heftig und verhärmt, und schon ergoss sich ein neuer Wortstrom über mich, über die Grausamkeit eines Pfeiftons, über menschenverachtende Arbeitsbedingungen und über die Hilflosigkeit des zarten Geschöpfes Weib, das diesem Mahlstrom technischen Horrors zum Fraße vorgeworfen ward.
„Mhm.“, sagte ich, als sie kurz Luft holte. „Dann machen S´halt die Tür zu.“
„Meinen S´?“, kam es entgeistert und mit großen Augen.
Statt einer Antwort schloss ich die Tür, und der Ton war weg. Die Dame sah mich an, als hätte sie sich entschlossen, mit mir und nur mit mir ganz viele Kinder zu haben. Kopfschüttelnd drehte ich mich weg. Die Jüngere stand mir gegenüber und ihre Augen sagten: „Jesus Christus, Du mein Erlöser!“
Ich verschluckte ein kräftiges „Rindviecher!“, das mir partout aus dem Schlund hüpfen wollte, dann schaffte ich es gerade noch bis zu meinem Wagen, bevor ich so losprustete, dass mir die Tränen über die Wangen liefen.
Psychologisch allerdings war mir rätselhaft, was hier mit und in den beiden Frauen abgelaufen war: Offensichtlich waren beide in einer passiven Duldungshaltung erstarrt, die ihnen jede produktive Lösungsstrategie verwehrt hatte. Man kennt es von Menschen, die in einer traumatisierenden Erfahrung wie z.B. Unfall, Überfall oder Naturkatastrophe emotional so überlastet sind, dass sie ihre Handlungsfähigkeit einbüßen, schlicht weil der psychische Apparat blockiert. Das aber ließ sich hier beim besten Willen nicht behaupten. Auch der naheliegenden Versuchung, schlicht von „Dämlichkeit“ auszugehen, widerstand ich. Einem derartigen Fall von selbst inszenierter Wehrlosigkeit jedenfalls war ich noch nie begegnet: Dass man über einen vergleichsweise geringen äußeren Einfluss zwei Erwachsene Menschen dermaßen neutralisieren konnte.
Immerhin, in meiner Coachingpraxis begegne ich regelmäßig Menschen, die sich einer Arbeitssituation wehrlos ausgesetzt sehen und keinerlei Möglichkeiten finden, sich gegen Schikane, Mobbing, Anmaßung, Konflikte, etc. zur Wehr zu setzen. Dabei verlangt die heutige Arbeitswelt gnadenlose Selbstbehauptung.
Einen interessanten Erklärungsansatz für solch ein Verhalten bietet uns der amerikanische Psychologe Martin E.P. Seligman in seinem 1967 entwickelten Konzept der „erlernten Hilflosigkeit“, ursprünglich gedacht zur Erklärung von Depressionen. Es beschreibt die Selbsteinschätzung eines Individuums, bestimmte Situationen oder Sachverhalte nicht kontrollieren und beeinflussen zu können und „allem, was kommt“ ausgeliefert zu sein. In der Folge engen die Betroffenen ihr Verhaltensrepertoire ein und können unangenehme Zustände nicht mehr abstellen, obwohl dies bei nüchterner Betrachtung durchaus möglich wäre. Der betroffene Mensch also erlebt einen Kontrollverlust, der ihn von der Realität abkoppelt. Eine derartige unbewusste – und resignative - Erwartung beeinflusst das Erleben und Verhalten des Betroffenen massiv und zieht motivationale, kognitive und emotionale Einbrüche nach sich: Nichts mehr geht, „lass die mit mir machen, was sie wollen.“ – Eine Verfassung, die ich durchaus als Endstadium von Arbeitskonflikten kenne, kurz bevor die Betroffenen kollabieren oder schwer erkranken. – Merke: Eine derartige Passivhaltung, die ja deutliche Züge von Selbstaufgabe trägt, ist IMMER auf frühe Erfahrungen von Hilf- und Machtlosigkeit zurückzuführen, die sich im Unbewussten verselbständigt haben.
Gelingt es, diese frühen Erfahrungen aufzudecken, werden in aller Regel die damit verbundenen Gefühle wiederbelebt und man stellt erstaunt fest, dass sie denen gleichen, die in der heutigen Arbeitssituation erlebt werden: Es sind ja auch dieselben, denn sie werden unbewusst reproduziert, so wie auch die reproduzierte Hilflosigkeit der Kindheitserfahrungen erst die heutige Konfliktlage ermöglicht. – Dies ist der erste und massive Schritt zur Veränderung.
In Inning tanke ich immer noch, ab und zu. Es ist verdächtig ruhig im Kassenraum.
http://www.in-deep-consulting.de

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