Probleme beim Einloggen

Achtsamkeit

Die buddhistisch basierte Achtsamkeitspraxis als zeitgemäßer Lebensstil. Austausch über Achtsamkeit in Gesellschaft, Familie und Forschung.

Andrea Hensen Buddhistische Ethik
Der 1926 in Vietnam geborene Meditationslehrer und Zen-Meister Thich Nhat Hanh gilt seit seinem Engagement während des Vietnamkrieges als Vertreter eines Engagierten Buddhismus. Seinen schmalen Band „Gut sein und was der Einzelne für die Welt tun kann“ sieht er als Beitrag für eine globale Ethik.
http://www.diesseits.de/panorama/rezensionen/1412632800/buddhistische-ethik
Horst Polomka
Ein weiterer Kommentar
Letzter Kommentar:
Horst Polomka Der neutrale Beobachter
Die beobachtende und nicht wertende Geisteshaltung ist ein ganz wesentlicher Aspekt jeglicher Achtsamkeitsübung.
Es geht dabei nicht um das Verdrängen von z. B. Gefühlen und Gedanken, sondern um das Nicht-Anhaften an diesen Wahrnehmungen!
Horst Polomka Die Lehre des Buddha ist überall
In einer Unterweisung erläuterte der ehrenwerte Ajahn Chah, dass die Lehre des Buddha überall zu finden sei:
"SOME OF US START TO PRACTISE , and even after a year or two, still don’t know what’s what. We are still unsure of the practice. When we’re still unsure, we don’t see that every thing around us is purely Dhamma, and so we turn to teachings from the Ajahns. But actually, when we know our own mind, when there is sati to look closely at the mind, there is wisdom. All times and all places become occasions for us to hear the Dhamma.
We can learn Dhamma from nature, from trees for example. A tree is born due to causes and it grows following the course of nature. Right here the tree is teaching us Dhamma, but we don’t understand this. In due course, it grows and grows until it buds, flowers and fruit appear. All we see is the appearance of the flowers and fruit; we’re unable to bring this within and contemplate it. Thus we don’t know that the tree is teaching us Dhamma. The fruit appears and we merely eat it without investigating: sweet, sour or salty, it’s the nature of the fruit. And this is Dhamma, the teaching of the fruit. Following on, the leaves grow old. They wither, die and then fall from the tree. All we see is that the leaves have fallen down. We step on them, we sweep them up, that’s all. We don’t investigate thoroughly, so we don’t know that nature is teaching us. Later on the new leaves sprout, and we merely see that, without taking it further. We don’t bring these things into our minds to
contemplate.
If we can bring all this inwards and investigate it, we will see that the birth of a tree and our own birth are no different. This body of ours is born and exists dependent on conditions, on the elements of earth, water, wind and fire. It has its food, it grows and grows. Every part of the body changes and flows according to its nature. It’s no different from the tree; hair, nails, teeth and skin – all change. If we know the things of nature, then we will know ourselves."
Quelle: THE TEACHINGS OF AJAHN CHAH
Michael Möller Kontemplation? Ein anderer achtsamer Weg.
In unserer Gesellschaft haben fernöstliche Achtsamkeitskonzepte und buddhistische Haltungen im Alltag offenbar einen besseren Stand als Christliche. Schade. Ist doch das Christentum unser Ursprung und ein wesentlicher Grundstein unserer Kultur. Doch wo begegnen wir im Alltag mal christlichen Impulsen und Vergleichen für ein achtsames Leben? Statt Jesus als Hoffnungsträger mit einem stärkenden Spruch zu begegnen, schauen wir eher auf Bilder von Buddha. Natürlich spielt da die Frage nach dem Stellenwert christlichen Glaubens in der Gesellschaft eine elementare Rolle. Hat das Christentum schon eine Legitimationskrise, sind die Menschen für die achtsamen und meditativen Elemente des Glaubens nur schwer zu erreichen.
Die Menschen suchen in der sich immer schneller bewegenden Welt nach einem Ausgleich. Sie suchen in einer lauter werdenden Welt nach Ruhe. Sie wollen sich das Recht darauf erfüllen. Da sich immer weniger Menschen eine aktiv im Leben gelebte Religion vorstellen können, kommen fernöstliche Haltungen weniger direktiv daher, mit einer gewissen Distanz, die den (westlichen) Menschen in seinem Streben nach Individualität und Selbstverwirklichung eher ansprechen als eine vermeintlich zu einengende oder gar dogmatische Religion wie das Christentum.
So sehnen sich die Menschen also nach Ruhe und wollen wieder in ihre Mitte kommen, zu sich finden. Sie bleiben dabei bei sich selbst und schöpfen daraus neue Kraft für ihren Alltag.
Als Christ ist es mir wichtig zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Ich habe nicht nur Familie und Freunde, ich habe auch noch eine andere Begleitung. Gott ist bei mir, er begleitet und trägt mich. Ich bin bei ihm aufgehoben. Ich weiß, dass ich mich an ihn wenden kann, wenn ich mit meiner menschlichen Unvollkommenheit an Grenzen stoße und mir Hilfe wünsche, diese Grenzen zu überwinden. Ich kann von der Unruhe in die Ruhe kommen, mich hingeben und spüren, welche Antworten er für mich hat.
Das kann mir im Gebet gelingen. Wie oft richten wir ein „Stoßgebet“ gen Himmel? Wie oft bitten wir in den bekannten Gebeten für uns und andere? Das Gebet ist eine intime Beziehung zu Gott. Wenn ich in Achtsamkeit oder Meditation die Ruhe suche, um noch tiefer gehen zu können und neben der inneren auch äußere Ruhe zu erfahren, kann ich Gott noch tiefer begegnen. Ich wähle den kontemplativen Weg. So ist die Kontemplation für mich genau das: Ein zur Ruhe kommen, zu mir finden und dabei sogleich zu Gott hinspüren. Kontemplation ist eine meditative Haltung mit der christlichen Mystik – so ist in vielen Kursangeboten zu lesen. Es ist eine Mystik, die ich erkunden darf und will. Dabei erfahre ich neben dem Gebet nicht nur eine andere Verbindung zu Gott – durch das einfache „sein“ entdecke ich auch neue Pfade, die mir sonst nicht kommen würden.
Ich weiß, ich bin ein Abbild Gottes. Ich trage etwas göttliches in mir. Gott hat sich mich so gewünscht, ich soll einen Teil dieser Vorstellung nach außen tragen und durch diesen Teil in mir sein Wirken auf der Erde unterstützen.
Was ist dieses „Göttliche“? Dieser „heilige Ort“ in mir ist ganz ursprünglich, ganz tief verankert, ganz basal. In der immer mehr wachsenden Begegnung mit mir und in der immer tiefer werdenden Verbindung zu Gott kann ich dieses Göttliche wieder erspüren und gemeinsam können wir daran arbeiten, diesen Teil, der durch den Alltag und unsere Erfahrungen vielleicht nicht mehr so gut wirken kann, lebendiger werden zu lassen.
Wer sich auf einen eigenen kontemplativen Weg begeben möchte, dem seien die Einführungsseminare der Abtei Münsterschwarzach empfohlen.
Michael Möller Michael Raab
+2 weitere Kommentare
Letzter Kommentar:
Hanne Demel Buddhistische Praxis gegen Burnout
Hier ist ein wunderbares Beispiel dafür, was die buddhistische Ethik und Praxis für einen Vollblutunternehmer bewirken kann. Franz Brenner, den ich persönlich kenne und schätze, erzählt von seinen Erfahrungen. Und "nebenbei" sieht man auch herrliche Bilder von "meinem Heimatkloster" auf Hawaii, dem Lotus Buddhist Monastery. Der beste Ort auf der Welt, um zu praktizieren und klar zu werden.

Moderatoren

Infos zu den Moderatoren

Über die Gruppe "Achtsamkeit"

  • Gegründet: 10.08.2010
  • Mitglieder: 1.875
  • Sichtbarkeit: offen
  • Beiträge: 1.152
  • Kommentare: 2.313