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Nur für XING Mitglieder sichtbar Mitarbeiter-Informationen zur Einführung eines neuen Entgeltsystems
Liebe Gruppenmitglieder,
wir führen Anfang nächsten Jahres (2016) ein neues Entgeltsystem in Anlehnung an ERA ein. Es wäre interessant zu wissen, welche Informationen Sie an Ihre Mitarbeiter vor der Einführung kommuniziert haben und in welcher Form.
Vielleicht besteht die Möglichkeit, einen Flyer/Korrespondenz als Beispiel zu bekommen.
Vielen Dank im Voraus!
Liebe Grüße aus verregnetem Hohenlohe!
Marianna Rausch
Armin von Rohrscheidt Qualifizierungstarifvertrag und ERA
Hallo zusammen!
Bei einem unserer Mandanten erarbeite ich aktuell das Thema Qualifizierungsmanagement und ERA. Auftrag ist es aus den vorliegenden Stellenbeschreibungen Qualifizierungsniveaus und entsprechende Maßnahmen abzuleiten, um jene zu erreichen.
Hat jmd. Erfahrungen hinsichtlich der Ableitung von Qualifizierungsmaßnahmen aus ERA? IN BW und NRW ist das ja noch relativ schlüssig. Aber in Gebieten mit summarischer Vorgehensweise??
Weiterer Bestandteil ist die Integration des Qualifizierungsgesprächs in das Beurteilungsgespräch. Diese Variante finde ich allerdings sehr unglücklich, da bei diesem Mandanten das Beurteilungsgespräch der Mitteilung einer Einschätzung dient. Würden Sie diese Gespräche antizyklisch führen? Welche starken Argumente fallen Ihnen hinsichtlich dieser möglichen zeitlichen Mehraufwände für FK´s ein?
Ich freue mich auf ein Feedback.
Beste Grüße aus Stuttgart
Armin von Rohrscheidt
Christof Güse ERA-Einführung bei der Bernstein AG in Porta Westfalica
Als sich die Tarifparteien nach vielen Jahren der Auseinandersetzung darauf einigten, den ERA-Tarifvertrag abzuschließen, war auf beiden Seiten klar, dass die Einführung des neuen Entgeltsystems viel Unruhe in die Betriebe bringen wird. Es ist schließlich keine leichte Aufgabe, ein seit Jahrzehnten antiquiertes Lohn- und Ge-haltsabkommen zu überführen in ein neues, modernes und gerechtes Entgeltsystem. Es geht alle tariflich beschäftigten Mitarbeiter etwas an und es bewegt somit auch alle Führungskräfte des Unternehmens. Hat es doch in jedem Fall eine intensive Auswirkung auf die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Vor dem Hintergrund dieses Wissens hat sich der Vorstand der Bernstein AG im Mai 2005 dazu entschlossen, zum 01.04.2006 ERA einzuführen. Dieser Entschluss war erst möglich, nachdem wesentliche Restrukturierungsmaßnahmen in unserer Firma sowie grundsätzliche organisatorische Veränderungen durchgeführt waren. Dies war notwendig, damit die Aufgabenbeschreibungen und –bewertungen schon in dieser neuen und optimierten Organisation erstellt werden.
Im September 2005 wurde eine Projektgruppe, bestehend aus den so genannten ERA-Verantwortlichen (Führungskräfte unterhalb der Vorstandsebene) sowie dem ERA-Ausschuss (5 Mitgliedern des Betriebsrates) unter meiner Projektleitung gegründet. Außerdem wurde die Personalbuchhaltung in das Projekt eingebunden, dass durch den Verbandsingenieur des Arbeitgeberverbandes Herrn Werner Hollstein begleitet wurde.
Diese Projektgruppe nahm ihre Arbeit gemäß der am 24.11.2005 verabschiedeten Betriebsvereinbarung zur ERA-Einführung auf. In einem ersten Schritt wurden Arbeitsaufgaben beschrieben, mit denen alle Tätigkeiten der Bernstein AG zu erfassen waren. Hierbei galt das grundsätzliche Prinzip, dass die Aufgabe beschrieben wurde und nicht die Mitarbeiter die diese Aufgabe erfüllen. In den darauf folgenden Wochen fanden intensive Diskussionen zwischen den jeweiligen ERA-Beauftragten und dem ERA-Ausschuss des Betriebsrates statt. In diesen Gesprächen wurden die vorliegenden Aufgabenbeschreibungen intensiv diskutiert und diesen Betriebsratsmitgliedern erläutert. Hieraus ergaben sich Änderungen und somit teilweise auch neue Auf-gabenbeschreibungen sowie Auswirkungen auf die Aufgabenbewertungen. Ab dem 01. Februar 2006 lagen dem Betriebsrat sämtliche Informationen vor, die eine Zuordnung der einzelnen Mitarbeiter zu den diskutierten Aufgabenbeschreibungen und den zugehörigen Aufgabenbewertungen mit der entsprechenden Entgeltgruppe zu-ließen. Aber auch hiermit war die Diskussion lange nicht am Ende. Es folgten weitere intensive Gespräche, in denen mehr und mehr Aufgabenbeschreibungen von allen Parteien als „erledigt“ betrachtet wurden.
Diese offene Diskussion ist einmalig für die Bernstein Organisation. Erstmalig in der Bernstein Geschichte wurde so offen zwischen den Führungskräften und den Betriebsräten über die Aufgabenbeschreibungen sowie die diesen Aufgabenbeschreibungen zugeordneten Mitarbeiter diskutiert. Es gab somit einen Gesamtzeitraum vom 01. Februar, dem Termin der Mitteilung, bis zum 31. März, dem Ende der Einspruchsfrist. Über die gemäß ERA-Tarifvertrag vorgesehene Einspruchsfrist von einem Monat hinaus wurde bei Bernstein der Zeitrahmen also verdoppelt um genügend Zeit für die notwendigen Abstimmungsgespräche zu haben.
Dennoch waren zugegebenermaßen zum Zeitpunkt der vorläufigen Eingruppierung am 28.02.06 nicht alle Probleme aus dem Weg geräumt. Es gab nach wie vor strittige Aufgabenbeschreibungen und Eingruppierungen. Diese Problematik liegt allerdings bei ca. 150 Aufgabenbeschreibungen, denen ca. 370 tariflich Beschäftigte zugeordnet werden sollen in der Natur der Sache. Die Einspruchsfrist bis zum 31.03.2006 wurde weiterhin zu intensiven Gesprächen zwischen den ERA-Beauftragten, der Personalleitung und den Betriebsräten genutzt, um eine mögliche Paritätische Kommission zur Klärung der strittigen Fälle abzuwenden. Für alle dennoch nicht bis zum 31.03.06 geklärten Fällewurden Anträge auf Einberufung der Paritätischen Kommission gestellt.
Christof Güse
Armin von Rohrscheidt Christof Güse Friedrich Horsthemke
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Christof Güse
Ich bin absolut Ihrer Ansicht, dass Leistungsbeurteilungen, wie übrigens das gesamte Thema ERA in hohem Maße von den Führungskräften abhängig ist. Aus meiner Sicht hilft hier vor allem ein sauber gelebter top down Prozess, der auf allen Ebenen für Transparenz der Ziele und den damit verbundenen persönlichen Perspektiven führt.
Dennoch darf nicht übersehen werden, dass die Aussage der häufig nicht gelebten Beurteilungskultur ihre klaren Ursachen hat: V. a. in mittelständischen Unternhemen gehen die Verantwortlichen oft bis in die 1. Ebene in die operative Umsetzung. Darüber hinaus sind die Führungskräfte aber auch oft zu wenig sensibilisiert für die Instrumente der Personalentwicklung.
Zurück zum Thema ERA:
Auch hier kann diese Sensibilität schon im Rahmen des Einführungsprojektes geschaffen werden. Ein solches Projekt stellt quasi einen idealen Zeitpunkt und Einstieg in den Themenbereich der Leistungs- und Qualifikationsbeurteilung dar.
Hiermit verbunden Faktoren prüfe ich gerade im Rahmen von Diplomarbeiten, die die Bernstein AG gemeinsam mit der Universität Paderborn durchführt.
Für weitere Informationen stehe ich gern zur Verfügung.
Christof Güse

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Über die Gruppe "Austausch zur Vorbereitung und Einführung des ERA-TV"

  • Gegründet: 28.09.2006
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