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Robert Vizjak Für Banken soll es Dollar regnen - Notenbanken versorgen alle
Für Banken soll es Dollar regnen
Notenbanken versorgen alle
In einer gemeinsamen Aktion wollen die führenden Zentralbanken der Welt Kreditinstitute mit Geld versorgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe entschieden, in Absprache mit der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sowie den Zentralbanken aus Großbritannien, Japan und der Schweiz Banken zu einem festen Zinssatz mit Dollars auszustatten, teilte die EZB mit. Die Aktion solle drei Mal in den kommenden drei Monaten von statten gehen.
Im Oktober, November und Dezember sollen jeweils drei Monate laufende Dollar-Refinanzierungsgeschäfte aufgelegt werden. Diese ergänzen die bereits seit Mai 2010 laufenden wöchentlichen Dollar-Tender. Die erste Geldmarktoperation beginnt Mitte Oktober und läuft bis Anfang Januar. Der dritte und letzte Tender endet dann Anfang März. Alle drei Geschäfte würden zum Festzins bei voller Zuteilung an alle teilnehmenden Banken abgewickelt.
Am Finanzmarkt sorgte der Coup der Notenbanker für steigende Kurse vor allem von Finanztiteln. Dax , EuroStoxx und der europäische Bankenindex zogen kräftig an. Der Euro legte ebenfalls kräftig zu. An der Pariser Börse verteuerten sich die Anteilsscheine von BNP Paribas sogar um 22 Prozent. Aktien von Societe Generale und Credit Agricole zogen um zehn Prozent. In Frankfurt ging es für das Papier der Deutschen Bank ebenfalls um zehn Prozent nach oben.
Hintergrund der Aktion sind Refinanzierungsprobleme am Dollar-Interbankenmarkt. Dollar waren zuletzt in Europa Mangelware, vor allem französische Geldhäuser hatten dem Vernehmen nach öfter Probleme. Der Hauptgrund für die Dollar-Knappheit: Zahlreiche US-Geldmarktfonds hatten sich wegen der Börsenturbulenzen seit dem Sommer zuletzt aus Europa zurückgezogen. Damit wurde es für viele hiesige Banken zunehmend schwieriger sich zu refinanzieren. Aus Frankreich hatte es immer wieder geheißen, dass es keine Probleme gebe. Deutsche Banken kamen angeblich in der Masse stets an ausreichend Dollar.
Robert Vizjak Euro-Kopplung: „Die Schweiz gewinnt Zeit, aber wird nicht erfolgreich sein“
Euro-Kopplung: „Die Schweiz gewinnt Zeit, aber wird nicht erfolgreich sein“
Die Schweizer gehen mit der Bindung an den Euro völlig neue Wege. Doch Hans-Günter Redeker ist skeptisch: Der Morgan-Stanley-Experte hält die Strategie bestenfalls für eine Übergangslösung - und warnt vor den Folgen.
Herr Redeker, die Schweizer Notenbank will den Franken bei 1,20 Franken je Euro halten. Wie sind die Erfolgsaussichten dieser Strategie?
Sie gewinnt damit vor allem Zeit. Viele Schweizer Unternehmen müssen ihre Exporterlöse des nächsten Jahres noch durch Wechselkurstermingeschäfte absichern. Das haben sie in der Hoffnung auf einen günstigeren Kurs bisher nicht getan. Mitte Dezember sollte das geschehen sein. Danach könnte ich mir gut vorstellen, dass die Notenbank ihre Politik wieder ändert.
Sie glauben also nicht an eine dauerhafte Anbindung des Frankens an den Euro?
Nein, das ist mit den Statuten der Schweizerischen Nationalbank nicht vereinbar. Die sehen keine Bindung an eine andere Währung vor.
Den Markt scheint sie von ihrer Entschlossenheit überzeugt zu haben. Der Wechselkurs ging sofort auf den angestrebten Wert.
Das ist nur die erste Reaktion. Der Markt wird dieses Kursziel auf jeden Fall testen. Und das umso stärker, je länger die Vertrauenskrise im Euro-Raum anhält.
Woran könnte die Notenbank mit ihrem Wechselkursziel scheitern?
Die Währungsreserven der Notenbank werden ein Blickfang für die Märkte werden. Sie liegen derzeit schon bei 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, international ein Spitzenwert. Das lässt sich nicht beliebig anheben, ohne dass die Notenbank sich ein riesiges Bewertungsrisiko auflädt, das letztlich ihr Eigenkapital auslöschen könnte. Deshalb glaube ich, das Kursziel ist nur ein temporäres.
Könnte das Schweizer Beispiel international Schule machen?
Wir erleben einen internationalen Abwertungswettlauf. Wenn die Maßnahme in einem solchen Umfeld für die Schweiz erfolgreich wäre, würde sie wohl Nachahmer finden. Ich glaube allerdings nicht, dass sie erfolgreich sein wird.
Robert Vizjak Zentralbanken decken sich mit Gold ein
Weltweites Comeback:
Zentralbanken decken sich mit Gold ein
Bei den Zentralbanken hat ein Umdenken eingesetzt. Statt Gold zu verkaufen, stehen sie nun am Markt als Käufer da. Das Edelmetall feiert ein Comeback als internationale Reservewährung.
Frankfurt - Die Zahlen sprechen für sich: Am 15. August 1971 hob US-Präsident Richard Nixon die Anbindung des Dollars an Gold auf, seitdem hat die US-Währung gegenüber dem Edelmetall um 98 Prozent abgewertet. „Das zeigt, dass Gold als Wertaufbewahrungsmittel nicht zu verachten ist“, erklärt Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Nach 40 Jahren eines Systems ungedeckter Währungen kämen Zweifel an der Beständigkeit des künstlich geschaffenen Geldes auf.
Bei vielen Notenbanken habe deshalb ein Umdenken eingesetzt, sagt Carsten Fritsch, Edelmetallspezialist bei der Commerzbank: Sie realisierten, dass Gold in ihrem Portefeuille wertstabilisierend wirke und die Schwankungen der Währungsreserven verringere. Die Zentralbanken seien daher am Markt zu Nettokäufern geworden. Die Notenbanken in den Industrieländern, vor allem in Europa, verkauften kaum noch aus ihren Beständen, ihre Pendants in den Schwellenländern seien bereits seit Jahren auf der Käuferseite, so Fritsch.
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Mit herzlichen Grüßen
Robert Vizjak
Robert Vizjak Leitzins - EZB-Präsident steckt in einem furchtbaren Dilemma
Leitzins
EZB-Präsident steckt in einem furchtbaren Dilemma
Die Eurozone steht vor der ersten Zinserhöhung seit 2008. Doch dieser Schritt könnte sich als Fehler entpuppen.
To hike or not to hike? Anheben oder nicht anheben? So spotten die Banker in London, frei nach Shakespeares Hamlet, über das furchtbare Dilemma der Europäischen Zentralbank (EZB). Am Donnerstag werden Europas Geldhüter entscheiden, ob sie den Leitzins für die Währungsunion anheben oder nicht. Tut sie nichts, droht die Inflation in der Eurozone durch die Decke zu gehen. Zuletzt kletterte sie auf 2,6 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit Oktober 2008.
Verteuert die EZB das Geld jedoch zu schnell und ungeschickt, könnten einige Länder der 17 Nationen umfassenden Währungsgemeinschaft wirtschaftlich auf der Strecke bleiben. Denn die Eurozone ist mit ihren 331 Millionen Menschen eine äußerst heterogene Gemeinschaft. Die Konjunkturdynamik soll 2011 von minus drei in Griechenland bis plus vier in Estland differieren.
Die übergroße Mehrheit der Beobachter geht davon aus, dass EZB-Chef Jean-Claude Trichet am Donnerstagnachmittag eine Erhöhung des Satzes von eins auf 1,25 Prozent verkünden wird. Es wäre die erste Anhebung seit Juli 2008, als Trichet zum Entsetzen vieler Beobachter trotz der um sich greifenden US-Finanzkrise den Satz auf 4,25 Prozent wuchtete. Im Nachhinein verurteilen viele Finanzexperten den damaligen Schritt als „Politikfehler“. Kurz darauf, im September 2008, kollabierte das Weltfinanzsystem als Folge des Lehman-Schocks.
Auch heute sehen manche die erwartete Zinswende kritisch. Denn auf den ersten Schritt am Donnerstag dürften im Abstand von jeweils drei Monaten weitere Anhebungen folgen. An den Terminmärkten sind bereits sieben Schritte von jedes Mal 0,25 Prozentpunkten (25 Basispunkte) eingepreist: Ende 2012 würde die Rate dann bei 2,75 Prozent liegen.
Im historischen Vergleich ist das immer noch niedrig, und fraglich ist auch, ob das die Inflation in die Schranken verweisen würde. Allerdings sind viele Ökonomien der Eurozone weitaus krisenanfälliger als noch vor ein paar Jahren: Mehrere Volkswirtschaften, darunter auch große, leiden als Folge der Finanzkrise und geplatzter Immobilienblasen unter einer hartnäckigen Wachstumsschwäche: Spanien wird dieses Jahr wohl kaum mehr als eine Stagnation schaffen, Frankreich trauen die Analysten gerade mal ein Plus von 1,7 Prozent zu.
Die Ausnahme ist Deutschland, bei dem die Experten 2,6 Prozent für möglich halten. Verschlimmert wird das Problem durch die hohe Verschuldung von Regierungen, Unternehmen und Privaten. In Spanien ist zwar der Staat noch moderat verschuldet, nicht aber die Haushalte. Die meisten Iberer haben eine Hypothek, deren Zins an den Leitsatz gekoppelt ist. Verteuert die EZB also die Finanzierungskosten, entzieht dies der spanischen Volkswirtschaft Kaufkraft.
Ähnliche Verhältnisse tragen in den USA dazu bei, dass die dortige Notenbank Federal Reserve den Leitzins wohl noch lange bei nahe null lassen wird. „Die deutsche Öffentlichkeit fordert von der EZB höhere Sätze“, sagt Guillaume Menuet, Ökonom bei Bank of America Merrill Lynch. Nur so könne nach dem politischen Eiertanz um die Euro-Rettung die Glaubwürdigkeit der Institution wiederhergestellt werden.
Deutschland könnte von der Zinserhöhung in vielfacher Hinsicht profitieren. Die hiesige Konjunktur ist stark genug, um selbst mehrere Schritte in Folge zu verkraften. Allenfalls ein weiterer Anstieg des Euro als Folge des Zinsunterschiedes etwa zum Dollarraum könnte der deutschen Exportwirtschaft das Leben erschweren. Die Verbraucher hierzulande dürften die Anhebung mehrheitlich begrüßen: Bauherren haben in der Regel Hypotheken mit langfristiger Zinsbindung. Das heißt, die höheren Kosten schlagen nur bei Neuverträgen, nicht aber bei Altverträgen durch.
Anders sieht es in Teilen der Euro-Peripherie aus: Fast 100 Prozent aller Immobilienbesitzer in Portugal sitzen auf variabel verzinsten Baudarlehen, in Spanien sind es 90 Prozent, in Irland immerhin noch gut zwei Drittel. Daher bedeutet jede Zinserhöhung für die Konsumenten dieser Länder weniger Geld im Portemonnaie. Wie UniCredit-Chefvolkswirt Andreas Rees errechnet hat, beträgt die Wachstumseinbuße bei einer angenommenen Zinserhöhung von 75 Punkten für Portugal 0,5 Prozent, für Spanien 0,4 Prozent und für Irland 0,3 Prozent. Einige Experten fürchten in der Peripherie neue ökonomische Verwerfungen und Bankenpleiten als Folge einer strafferen Geldpolitik.
Die Zinswende kennt auch Gewinner bei den Anlageformen. Auf Tagesgeldsparer kommen bessere Konditionen zu. Eine automatische Zinserhöhung gibt es bei sogenannten Floatern, das sind variabel verzinste Bonds. Überraschenderweise dürfen auch Aktienanleger auf Gewinne hoffen. Historisch gesehen legen Dividendenpapiere in den ersten drei Monaten nach der Zinswende acht Prozent zu.
Robert Vizjak EZB zwischen Ölpreisschock und Peripherie-Krise
EZB zwischen Ölpreisschock und Peripherie-Krise
Als wären die Nachwehen der Finanzkrise nicht genug, jetzt muss sich die EZB auch noch mit dem rasanten Ölpreisanstieg, unter gegebenen konjunkturellen Umständen eher ein Ölpreisschock, herumschlagen.
Unter den fünf wichtigsten Notenbanken der Welt ist die EZB die erste, die nach der Ölpreis-Rally auf bis zu 120 $ je Fass eine Zinsentscheidung fällt. Das Ergebnis wird für 13:45 Uhr erwartet, die Pressekonferenz steht um 14:30 Uhr auf der Agenda.
Nun wird die Ölverteuerung alleine EZB-Chef Jean-Claude Trichet freilich nicht dazu bewegen, den Leitzins vom derzeitigen Rekordtief von einem Prozent anzuheben. Allerdings dürfte der Ton in Bezug auf die Inflationsbekämpfung strenger werden. Anleger haben vergangene Woche ihre Wetten erhöht, dass die EZB ihren Leitzins möglicherweise schon im August heraufsetzen könnte. Zuvor hatten Notenbanker wie EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark angekündigt, zu handeln wenn nötig, um zu
verhindern, dass steigende Rohstoffpreise die Inflationserwartungen erhöhen.
Ölpreisbelastungen
"Trichet wird der Öffentlichkeit versichern müssen, dass die EZB wachsam ist und Inflation nicht toleriert", sagte Klaus Baader, Co-Chefvolkswirt für die Euro-Zone bei Societe Generale in London. "Zugleich ist die Konjunktur immer noch eher fragil und die Spitzen beim Ölpreis werden den Konsum und die Unternehmensgewinne belasten." Dem noch nicht genug, steht ja weiterhin die deutsche Konjunkturlokomotive den kriselnden Peripherie-Staaten gegenüber - und die dortigen Banken nutzen nach wie vor die günstige Möglichkeit, sich zum niedrigen Leitzins unbegrenzt Geld von der EZB zu leihen. Francesco Papadia, der die Marktoperationen bei der EZB leitet, schätzt, dass der Geldmarkt der Eurozone weiter gespalten ist. "Die Banken fragen in der Summe weniger Liquidität als zuletzt nach", zitierte ihn am heutigen Donnerstag die APA. "Am anderen Ende gibt es jedoch einige Banken in den Peripherie-Ländern, die weiterhin stark von der Liquidität der EZB abhängen." Trichet wird nun aber eventuell heute erklären, ob die EZB aus ihren Sondermaßnahmen aussteigen will. Bislang hat sie zugesagt, die Wochen- und Drei-Monats-Tender in unbegrenzter Höhe im ersten Quartal beizubehalten.
Bail-Out- und Zinsanhebungsspekulationen
Alles in allem wird die heutige Sitzung zumindest einmal wieder mit Spannung erwartet - zumal die Peripherie-Bondmärkte wieder einmal mit steigenden Renditen aufwarten und Trichet wohl zusätzlich Kopfschmerzen bereiten - denn die Staatsanleihenankäufe müssten schließlich auch irgendwann einmal ad acta gelegt werden: Die fünfjährigen Papiere Portugals rentieren aber bei 7,19 Prozent - nahe des vor wenigen Tagen markierten Rekordhochs von 7,33 Prozent. Gleichzeitig ist die fünfjährige Rendite nur um 25 Basispunkte niedriger als die zehnjährige. Der Anstieg bei den kurzfristigen Schulden deutet auf ein zunehmendes Bail-Out-Risiko hin, glaubt Mohit Kumar, FI-Stratege bei der Deutschen Bank in London. "Sowohl das Level als auch die Form der Renditekurve (der geringe Unterschied zwischen kurz- und langfristigen Renditen, Anm.) sind ein klares Misstrauensvotum", bestätigt Michael Leister von der WestLB gegenüber Bloomberg.
Derweil stieg auch die zweijährige Rendite der deutschen Bundesanleihen auf den höchsten Stand seit August 2009 - als Reflektion der Inflationsängste und Zinsanhebungsspekulationen. Detto ergeht es dem Geldmarkt: Der 12-Monats-Euribor handelt bei 1,78 Prozent, dem höchsten Stand seit April 2009. Der kürzere Drei-Monats-Euribor klettert ebenfalls langsam und gemächlich höher - akuteller Stand: 1,098 Prozent.

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