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Robert Vizjak Die Internetblase (1996-2000)
Die Internetblase (1996-2000)
Nicht weniger als eine neue "Industrielle Revolution" versprach der weltweite Siegeszug des Internets in den späten Neunziger Jahren – auch in der Rückschau ist die Bezeichnung gerechtfertigt. Doch keine Revolution ohne Übertreibung: Die scheinbar unermesslichen Möglichkeiten des Word Wide Web, das nicht nur die weltweite Kommunikation, sondern auch die globalen Geschäftsbeziehungen revolutionierte, machten viele blind für die Grenzen des Aufschwungs.
Die Hausse der Technologietitel schien kein Ende zu kennen. Firmen mit dem berühmten "dot.com" im Namen schossen wie Pilze aus dem Boden, und eine Neuemission zu zeichnen, versprach den glücklichen Neu-Aktionären sagenhafte Gewinne. Andere "neue" Branchen wie Biotechnologie oder Logistik wurden ebenso frenetisch gefeiert. Was nach dem März 2000 folgte, ist hinlänglich bekannt. Diesmal kam das Verhängnis aber scheibchenweise. Die genau drei Jahre währende grimmige Baisse kaufte nicht nur den vielen Börsenanfängern, sondern auch den hartgesottensten Profis ihren Schneid ab.
Robert Vizjak Der schwarze Montag 1987
Der schwarze Montag 1987
Trotz mancher Verwerfung in der Zwischenzeit erlebten die Weltbörsen erst 1987 wieder einen historischen "schwarzen" Tag. Nach den Boomjahren der frühen Achtziger war es am Montag, dem 19. Oktober 1987 so weit: Mit minus 22,6 Prozent erlitt der Dow Jones den dramatischsten prozentualen Tagesverlust seiner Geschichte. Auslöser waren diesmal erwartete Zinsanhebungen der US-Notenbank Fed, die den schwächelnden Dollar stützen wollte.
Die dramatisch erhöhte wirtschaftliche Verflechtung und die Computerisierung des Handels sorgten diesmal dafür, dass der Einbruch in New York ohne Zeitverzögerung auch auf die europäischen Börsen durchschlug. Der computergesteuerte Handel spielte aber noch eine weitere, verhängnisvolle Rolle: Automatisch ausgelöste Verkaufsorders führten zu einem Teufelskreis: Je tiefer die Kurse, desto mehr Verkaufsorders wurden aktiviert.
Fed-Chef Alan Greenspan, erst zwei Monate im Amt, reagierte auf die Panik mit der Zusicherung, die Wirtschaft stets mit der notwendigen Liquidität zu versorgen. Massive Zinssenkungen der Fed folgten, die den Markt tatsächlich beruhigten. Als Lehre daraus führte die New Yorker Börse Sicherheitssperren ein. Fallen die Indizes um einen bestimmten Betrag, wird der Handel automatisch für eine gewisse Zeit ausgesetzt, damit sich die Gemüter beruhigen und die Handelssysteme angepasst werden können.
Robert Vizjak Der schwarze Freitag 1929
Der schwarze Freitag 1929
Diese Woche begehen wir den 75. Jahrestag des berühmtesten Crashs aller Zeiten. Was am Donnerstag, den 24. Oktober 1929 in New York geschah, bleibt ein massenpsychologisches Phänomen. Nach der grandiosen Hausse der späten zwanziger Jahre hatte der Optimismus in den USA keine Grenzen mehr gekannt, und warnende Stimmen waren ungehört verhallt. Doch jener Donnerstag brachte ein böses Erwachen. Nach verhaltenem Handelsstart brach mit einem Mal der Sturm los. Einst unerschütterliche Optimisten verfielen ohne direkt erkennbaren Grund in Panik und wollten nichts, als ihre Aktien los zu werden. Die Kurse fielen in atemberaubendem Tempo. Die Börsen in Europa wurden am folgenden Tag in den Strudel gerissen, weswegen der Crash hier als "Schwarzer Freitag" in die Geschichte einging. In den folgenden Tagen fielen die Kurse weiter. Der Dow-Jones-Index verlor in wenigen Tagen über 50 Prozent seines Wertes. Erst Mitte November 1929 begannen sich die Märkte wieder zu stabilisieren. Doch das Kursgewitter, das sich am Schwarzen Donnerstag entlud, hatte die "Goldenen Zwanziger" unwiderruflich beendet, und leitete die Weltwirtschaftskrise ein. Sein Hoch vom September 1929 bei 381,17 Punkten erreichte der Dow Jones erst nach einem Vierteljahrhundert wieder.
Robert Vizjak Die deutsche Eisenbahnhausse (1842-44)
Die deutsche Eisenbahnhausse (1842-44)
Wie die scheinbar nüchternen Briten, erwischte das Spekulationsfieber zu Beginn der Industrialisierung auch die Deutschen. Die berühmte erste Strecke von Nürnberg nach Fürth 1835 zog die Gründung zahlreicher neuer Eisenbahngesellschaften nach sich, deren Aktien enorme Zeichnungsgewinne versprachen. Auf dem Höhepunkt des Treibens griff die preußische Regierung ein, und regulierte die Gründung neuer Gesellschaften – was die Blase 1844 platzen ließ. Zwar stiegen die Kurse danach erneut, doch die wirtschaftlichen und politischen Verwerfungen der Folgezeit, die schließlich in die deutsche Revolution von 1848 mündeten, machten der Erholung den Garaus.

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