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Mirja Metzker Hast Du Töne … Oder: Die Kraft der Stimme in der Kommunikation
Lesen Sie kontroverse Diskussionen in den sozialen Medien mit? Und wenn ja, ärgern Sie sich dabei manchmal über einen Verfasser, im Sinne von „Welcher Unmensch schreibt denn sowas!“ Damit sind Sie nicht allein. Doch wussten Sie, dass Ihre Meinung nicht nur vom Inhalt, den Sie lesen, herrührt, sondern auch maßgeblich davon, dass er Ihnen in Textform vorliegt?
Forscher an der Berkeley Universität (USA) veröffentlichten Ende 2017 eine Studie, die besagt, dass das Kommunikationsmedium systematisch Einfluss auf die kognitive Meinungsbildung nimmt. Mit anderen Worten: Jemand, der spricht, transportiert über die reine Aussage hinaus auch noch paralinguistische Hinweise, wie Sprachrhythmus, Lautstärke, Tonhöhe, die die Aussage mittels einer nonverbalen Komponente anreichern. Diese vermenschlicht dann in der subjektiven Wahrnehmung die getroffenen Aussagen.
Meinungsmache – Stimmensache
Für die Studie* konfrontierte das Team um Psychologin Juliana Schroeder ihre Probanden mit kontroversen Aussagen zu polarisierenden Themen wie dem Afghanistan Krieg und der US-Wahl. Vor allem dann, wenn der persönliche Standpunkt der Probanden und die getroffene Aussage weit auseinanderlagen, spielte das Medium, über das die Botschaft vermittelt wurde, eine entscheidende Rolle. Während in der Studie der Absender hinter niedergeschriebenen Aussagen als „sozial inkompetent“, „dumm“ oder gar „unmenschlich“ bewertet wurde, fielen die Urteile über die Menschen, die die gleichen Inhalte gesprochen hatten, signifikant milder aus. Diese Ergebnisse legen nahe, dass gesprochenes Wort Widerstände vermindert.
*Quelle: Schroeder, J., Kardas, M. & Epley, N. (2017): The Humanizing Voice: Speech Reveals, and Text Conceals, a More Thoughtful Mind in the Midst of Disagreement. Berkeley, USA. Online: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29068763. Letzter Zugriff: 06.03.2017.
Ihre Stimme, Ihre Chance
Schön und gut, was die Wissenschaftler in den Vereinigten Staaten ergründen, aber was bedeutet das nun für Sie? Zunächst ist es Wissen, das man für seine Kommunikation nutzen kann. Sagen wir, Sie möchten ein Thema kommunizieren, welches vermutlich auf Vorbehalte oder Kritik stoßen wird: Trauen Sie sich – sagen Sie es mit Ihrer Stimme. Face-to-face, in einer Videobotschaft, in einem Podcast, per Videokonferenz oder am Telefon. Nutzen Sie die Macht und Sympathie einer, Ihrer Aussage. Ja, das erfordert Mut. Aber keine Angst, Sie sind nicht allein: Die Experten von Sequentis Medien unterstützen Sie in Trainings und Workshops dabei, den richtigen Ton zu treffen. Stimm- und Gestencoachings sowie ein Gespür für die richtigen Formulierungen helfen, eine effektivere und nachhaltigere Kommunikation in allen Kanälen zu etablieren.
Jetzt nochmal Klartext
Zugegeben: Ein geschriebener Liebesbrief kann zu Tränen rühren. Die falsche Stimme im Chor stört einfach. Es kommt also nicht nur auf das Medium an, sondern vor allem darauf, wie man es beherrscht.

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Über die Gruppe "DPRG Arbeitskreis Interne Kommunikation"

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