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ZWnetz – Zukunftswerkstätten-Vernetzung ab 2013

Zukunftswerkstätten ermöglichen wegweisende Partizipation. Wir laden ein zu Austausch und Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis.

Stephan G. Geffers Luxembourg-Pfaffenthal 3.5.13: Zukunftswerkstatt Quartiersentwicklung
Zukunftswerkstatt: Gut Leben im Dällchen - Zusammen in die Zukunft
- Ateliê do futuro: Viver bem no Pfaffenthal - Juntos em direcção no futuro
-- Atelier de l'Avenir: Bien vivre dass le quartier - Ensemble vers l'avenir
Wenn Dir Dein Viertel am Herzen liegt und Du Lust hast, Deine Meinung mitzuteilen, dann bist Du hier genau richtig. Wir werden gemeinsam, mit viel Spaß, nach Ideen des guten Zusammenlebens suchen.
- Se o futoro do teu bairro te preocupa e tens vontade de dar a tua opinião, temos o lugar certo. Juntos e de uma forma divertida vamos reflectir sobre a boa vida no nosso bairro.
-- Si la vie dans ton quartier t'interesse et que tu as envie de partager ton opinion, nous avons ce qu'il te faut. Ensemble et de manière amusante nous allons réfléchir comment bien vivre dans notre quartier.
Jeder ist willkommen! Die Teilnahme ist kostenlos, und für ein gemütliches (kostenloses) Mittagessen sowie die Kinderbetreuung ist gesorgt.
- Sejam benvindos! A participão é gratuita, o almoço-convivio é oferecido e a guarda das crianças está assegurada.
-- La participation est gratuite, le repas de midi convivial est offert et la garde des enfants est garantie.
Sonntag - Domingo -- Dimanche 05.05.2013 09:30-17:00 Auberge de Jeunesse, 2, rue Fort Olisy, 2261 Pfaffenthal, LUXEMBOURG
Atelier Zeralda | Service streetwork | caritas Jeunes & Familles: contact[a]atelier-zeralda.lu
Wiebke Claussen Zukunftswerkstattprozess am Mehringplatz mit "Soziale Stadt-Preis" 2012 gewürdigt
Am 24. Januar 2013 wurde im Albert Schweitzer Gymnasium in Berlin-Neukölln zum siebten Mal der „Soziale-Stadt-Preis“ vergeben. Seit 2000 wird dieser Preis alle zwei Jahre als Gemeinschaftsinitiative von verschiedenen Akteuren aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wohnungswirtschaft und Wohlfahrt bundesweit ausgelobt mit dem Ziel, vorbildliche Projekte und Initiativen für eine soziale Stadt und in benachteiligten Stadtquartieren einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und damit deren Nachahmung zu fördern. Themenschwerpunkte sind Bürgermitwirkung, Quartierszentren, stadtteilbezogene, Infrastruktur, lokale Ökonomie, Wohnen und öffentlicher Raum. Nach dem Einführungsbeitrag des Bezirksbürgermeisters Heinz Buschkowski, in gewohnt deutlicher Sprache, über Lebens- und Wirkensbedingungen in Berlin-Neukölln folgten die Lauditiones des Soziale Stadt-Preises 2012. Aus 170 eingereichten Projektvorschlägen wurden 10 Projekte prämiert und weitere 10 anerkennend gewürdigt (http://www.soziale-stadt-preis.de).
Zu den ausgezeichneten Soziale Stadt Projekten 2012 gehörte auch der Zukunftswerkstattprozess, der im Frühsommer 2011 um den Bereich Mehringplatz / untere Friedrichstraße in Berlin-Kreuzberg stattfand. Träger des Projektes waren die Stadtverwaltung Berlin, das Quartiersmanagement am Mehringplatz und Wohnungsgesellschaften, darunter die Gewobag, die sich mit diesem Projekt für den Soziale Stadt Preis 2012 beworben hatte und das Planungsteam des Consortiums „socius gGmbH“ - „Team Zukunftswerkstatt“ (siehe dazu auch https://www.xing.com/net/pri47fa85x/zwnetz/weitblick-neuigkeiten-kurzportraits-austauschbar-welche-moglichkeiten-bietet-mir-das-netz-von-zukunftswerkstatten-741684/berlin-zukunftsquelle-mehringplatz-erhalt-einen-preis-soziale-stadt-2012-43067785/).
Besonders freute diese Auszeichnung durch den Soziale Stadt-Preis auch das sechsköpfige Moderatorenteam aus Köln, Berlin und Dortmund, das den umfangreichen Zukunftswerkstattprozess im Frühsommer 2011 rund um den Mehringplatz konzipiert, moderiert und mit Leben gefüllt hatte. Der Kern des Prozesses war die zweitägige Zukunftswerkstatt „Zukunftsquelle Mehringplatz“ im Mai (http://www.zwteam.de/Datas/001-040_Dokumentation_Zukunftsquelle.pdf), an der jeweils etwa 80 Anwohner, Gewerbetreibende, Planer, Entscheidungsträger teilgenommen und Perspektiven für den Mehringplatz entwickelt hatten. Was das Moderatorenteam des Teams Zukunftswerkstatt ebenfalls sehr freute, war, dass die 2011 angeregten Prozesse um den Mehringplatz weitergelaufen sind, von der Gewobag begleitet werden und weiter Früchte tragen!
Viele der ausgelobten Projekte des Soziale Stadt-Preises bezogen sich auf
- neue Finanzierungsträger und Projektträgerstrukturen,
- die Mobilisierung von Ehrenamt und zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie
- die Umwandlung und Wiederbelebung von brachfallenden Infrastruktureinrichtungen (von technischer Infrastruktur bis Kirchenbauten).
Meines Wissens nach ist der Ansatz von Zukunftswerkstätten zum ersten Mal im Soziale Stadt-Kontext gewürdigt worden, eine schöne Würdigung angesichts des 100. Geburtstag von Robert Jungk, des Vaters der Zukunftswerkstätten, der in diesem Jahr begangen wird.
Im Hinblick auf die anstehenden Probleme in benachteiligten Stadtteilen erschien mir aus meiner Sicht die „Stadtteilinitiative gegen Wohnungsmissstände in Münster-Kinderhaus“ ein besonders interessantes Projekt. Hier ist es gelungen, durch konzertierte Aktivitäten von Bewohnern, freien Trägern, Kommune und Eigentümern, die Wohnsituation zu verbessern und gegen eine „Heuschrecke“, hier einen australischen börsennotierten Wohnungsträger, vorzugehen, und die Rekommunalisierung eines Teils der Bestandes zu erwirken.
Ein weiteres interessantes prämiertes Projekt ist die schon seit 1972 tätige „Sozialistische Selbsthilfe Mülheim“ aus Köln. Eine schöne Wertschätzung dieses Projektes, das sich bereits lange vor Entstehen des „Soziale Stadt“-Programmes auf Bundesebene und seiner Vorgänger auf Landesebene für eine gebrauchswertorientierte Förderung von Strukturen lokaler Ökonomie vor Ort einsetzt und immer noch besteht.
Stephan G. Geffers Zeittunnel zu den Ursprüngen: Wie lassen sich Anspruch und Zielsetzung von Zukunftswerkstätten aktuell halten?
A n s p r u c h : Instanz zur Vertiefung der Demokratie
Nach Erprobungen seit 1964 werden 1981 Zukunftswerkstätten von Robert Jungk und Norbert R. Müllert als "neue und notwendige Instanz zur Vertiefung der Demokratie und Wiederbelebung des Interesses am Gemeinsamen" eingeführt. Mit der Überzeugung, die Zukunft gehöre allen, nicht nur den Mächtigen, den "Schicksalmachern" und der "einflussreichen, zahlenmäßig kleinen Elite", reicht für Jungk und Müllert weder eine öffentliche Auslegung von Plänen, eine wachsende Anzahl von Bürgerforen noch ein wachsender Widerstand von Betroffenen aus. Stattdessen erwarten sie, dass die von Neuerungen Betroffenen "eigene Zukunftsvorstellungen entwickeln, die sie den Prognosen und Projekten der Mächtigen entgegenstellen könnten." Sie sehen die Zukunftswerkstatt als ein "für jeden zugängliches Ideen-Laboratorium".
Z i e l s e t z u n g : Hauptaufgaben einer sozialen Phantasie
Jungk und Müllert sehen fünf "Hauptaufgaben einer massenhaften sozialen Phantasie:
1. die Erfindung neuer gesellschaftlicher Institutionen,
2. die Erfindung gewaltloser Methoden sozialer, politischer, wirtschaftlicher Veränderungen,
3. die Erfindung andersartiger Beschäftigung und Leistung,
4. die Erfindung neuer Wert- und Zielsetzungen,
5. die Schaffung einer kreativen Gesellschaft."
Jungk nennt es Kollektives Phantasieren, "dieses Ankurbeln eines im Alltag brachliegenden Ideen-Motors."
W i r k u n g e n von Zukunftswerkstätten im sozialen und politischen Bereich:
Sellnow schreibt, eine Zukunftswerkstatt solle "...mehr sein, als nur eine geschickte Denk- und Kreativitätstechnik. Sie ist darüberhinaus:
a) der Ort, an dem etwas Seltenes, aber sehr Wichtiges hergestellt wird: ein menschliches Verhältnis, bei dem alle Beteiligten zugleich Produzenten und Konsumenten sind,
b) ein auch soziales und politisches Geburtsereignis, das mit seinen Wirkungen weit über die Veranstaltung selbst hinausreicht und
c) für die Teilnehmer oft ein Erlebnis der Motivation, der Stärkung des Selbstwertgefühls, des Weckens von Eigeninitiative und Engagement."
Die Quellenangeben zu den zitierten Texten von Robert Jungk, Norbert R. Müllert, Peter Brügge und Reinhard Sellnow sowie die Fortsetzung dieses Beitrags findet sich im WIKI der Zukunftswerkstatt Jena: http://wiki.zw-jena.de/index.php?title=Zukunftswerkstatt
Dort kann auch gemeinsam eine zeitgemäße Beschreibung von Zukunftswerkstätten zusammengetragen werden: http://wiki.zw-jena.de/index.php?title=Zeitgem%C3%A4%C3%9Fe_Beschreibungen_von_Zukunftswerkst%C3%A4tten
Meine Einladung zu Beiträgen in diesem XING-Forum: Wie lassen sich Anspruch und Zielsetzung von Zukunftswerkstätten im Jahre 2013 aktuell halten?
Lars Meyer
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Last comment:
Stephan G. Geffers
Schaue ich in die zugrundeliegende Quelle (das Buch von Jungk und Müllert aus dem Jahr 1989: "Zukunftswerkstätten. Mit Phantasie gegen Routine und Resignation"), lese ich auf Seite 13, dass im Sinne der Methodenerfinder das Gemeinsame "Konzepte für zukünftige lebenswerte, menschenwürdige Zustände" sind. Gemeinsamkeit entsteht dadurch, dass sich Teilnehmende an Zukunftswerkstätten "nicht mehr überrumpelt oder entfremdet fühlen müssen, sondern als einflussreiche Mitgestalter einer Welt, in der sie und ihre Kinder leben werden".
Das Schöne an dem, was Helmut Peters schreibt, nämlich immer wieder erstaunt zu sein, welcher Fähigkeiten sich Menschen in der Gemeinsamkeit des Arbeitens in Zukunftswerkstätten bewusst werden, ist für mich, dass dies nicht nur ein Moderationsteam so empfindet, sondern auch die Teilnehmenden selbst. Die Entdeckung von mächtigen Fähigkeiten gelingt gerade denen, die ansonsten im gesellschaftlichen Ansehen oft "ohne Stimme" sind: z.B. jugendlichen Strafgefangene ohne Schulabschluss; Obdachlosen auf der Straße; 4-jährigen Kindern...
Zum Aphorismus "Macht macht ohnmächtig ..." empfehle ich darüberhinaus einen Workshop im März 2013: "Ohn(e) Macht verändern ..." http://www.xing.com/events/ohn-verandern-organisationsentwicklung-spannungsfeld-hierarchie-teilhabe-1171525
Stephan G. Geffers Zeitschrift pro zukunft: Sonderausgabe bietet Werkübersicht zu Robert Jungk
Die bereits im 26. Jahr erscheinende Zeitschrift http://www.jungk-bibliothek.at/prozukunft/ widmet ihre soeben erschienene Ausgabe 2012|4 aus Anlass des 100. Geburtstags ganz und gar dem Wegbereiter und Erfinder der Zukunftswerkstätten, Robert Jungk. Eine durchweg empfehlenswerte Ausgabe. Danke an die Herausgeber, das Team der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Dr. Alfred Auer, Mag. Hans Holzinger, Dr. Walter Spielmann und Mag. Stefan Wally.
Viele Fotos darin von ihm rufen die Erinnerungen wach an die Zeit, in der ich selbst Gelegenheit hatte, mit ihm zusammenzuarbeiten (1986-1988). Andere Fotos zeigen mir noch gänzlich unbekannte Seiten von ihm. Ein Satz auf der Seite 38 fiel mir ins Auge und verdeutlicht trefflich die Haltung, die es braucht, um Utopien und Visionen für die Zukunft zu erfinden:
Jungk sagte Mitte der 1950er Jahre ein Buchprojekt zu, "obwohl [es] mich natürlich zunächst einmal von meinem eigentlichen Projekt fernhalten würde. Ich ahnte damals noch nicht, daß [dies] durchaus keine Ablenkung sein würde, sondern mich zu den zentralen ethischen Fragen führen würde [...]"
(zitiert aus seinem Buch "Trotzdem" von 1993, S. 282)
Wer kennt eine vergleichbare Situation aus eigener Erfahrung?
Noch ein paar passende Links auf dem ZWnetz-Archiv (2003-2012):
- Eine nach Jahrzehnten sortierte Sammlung von Zitaten von Robert Jungk: http://www.zwnetz.de/Jungk/90.html
- Ein kurzer Textauszug zum Sinn einer Beschäftigung mit Utopien (zweite Phase einer Zukunftswerkstatt): http://www.zwnetz.de/pages/meth14.html#Anchor_Utopia
- Eine Auseinandersetzung zu ethischen Fragen der Moderation (ein Jahrestreffen-Ergebnis 2007 aus Dresden): http://www.zwnetz.de/pages/veraenderungspotenziale-zukunft-persoenlichkeit.html
Stephan G. Geffers Erst lesen, dann schreiben: Ein hilfreicher Einstieg ins Forum ÜBERBLICK
"Die Zukunftswerkstätten sind eine Vorgehensweise, bei der die soziale Phantasie und der Gestaltungswille der Betroffenen in einer Art von sozialem Vorschlagswesen sich zeigen kann," beschrieb Robert Jungk seine Erfindung 1990 http://www.zwnetz.de/Jungk/90.html . Aktueller denn je, werden 2013 viele Zusammenkünfte von Menschen, die etwas in ihrem Arbeitsbereich oder Lebensumfeld verändern wollen, mit der offenen Haltung und der überzeugenden Struktur einer Zukunftswerkstatt moderiert.
In diesem Forum sind Fragen zur Zukunftswerkstatt-Methodik, Hinweise auf Informationsquellen zu Zukunftswerkstatt-Prozessen in Theorie und Praxis am richtigen Platz. Die aktuellen Hinweise in diesem Forum (ab 2013) sind verknüpft mit den zumeist weiterhin aktuellen Hinweisen auf dem Website-Archiv (2003-2012): http://www.zwnetz.de/ueberblick
Bitte die Betreffzeile jedes Beitrags so selbsterklärend wählen, dass sie neugierig macht, darin zu lesen und zu kommentieren, beispielweise in Form einer offenen, herausfordernden Frage.

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