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ZWnetz – Zukunftswerkstätten-Vernetzung ab 2013

Zukunftswerkstätten ermöglichen wegweisende Partizipation. Wir laden ein zu Austausch und Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis.

Stephan G. Geffers Lutherstadt Wittenberg (Juni 2017) Integration Richtung Zukunft
Als Lucas Cranach der Ältere, Martin Luther und Philipp Melanchton vor 500 Jahren in Wittenberg wirkten, erlebte die Stadt einen stürmischen wirtschaftlichen und intellektuellen Aufschwung. Sie übte eine große Anziehungskraft aus und sorgte für Zuzug von Menschen aus vielen Teilen der Welt. http://de.wikipedia.org/wiki/Lutherstadt_Wittenberg#16._Jahrhundert
Anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation in Wittenberg werden konkrete Gedanken aufgeommen, wie von Wittenberg erneut entscheidende gesellschaftliche Impulse ausgehen könnten. Durch den Zuzug geflüchteter Menschen könnte heutzutage wieder eine beispielgebende, positive Entwicklung ausgehen, die Wirtschaft, Bildung und Zusammenleben in Sachsen-Anhalt stärkt. Die Stadt öffnet sich zur Weltausstellung "Reformation und mehr": http://www.luther2017.de/fr/2017/hoehepunkte/reformationssommer-2017/der-reformationssommer-in-lutherstadt-wittenberg/
Im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (ZSH Zentrum für Sozialforschung Halle e. V.) werden im Juni 2017 ein Erzählcafé und eine Zukunftswerkstatt durchgeführt. In guter Kooperation mit der Stadtverwaltung Wittenberg sind Vertreter aus Unternehmen, Zivilgesellschaft, Jobcenter, Bundesagentur für Arbeit sowie Geflüchtete, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Kommunalpolitikerinnen und -politiker eingeladen. Das Thema:

>>Lutherstadt erneut wegweisend: Integration Richtung Zukunft!
>>Was können wir gemeinsam bewegen, um geflüchtete Menschen beruflich zu integrieren?
Die Moderation der Zukunftswerkstatt übernimmt das Team von parto gUG - Partizipation und Organisationsentwicklung (Köln). Teilnahme einschließlich Verpflegung ist kostenlos. Einzelheiten sind als XING-Event veröffentlicht:
http://www.xing.com/events/lutherstadt-erneut-wegweisend-integration-richtung-zukunft-1822786
Die Einladung zur Zukunftswerkstatt und Adresse zur Anmeldung ist auch hier zu finden: http://www.data.part-o.de/Lutherstadt-Zukunftswerkstatt.pdf
Petra Eickhoff Politische Partizipation – ein Menschenrecht oder ein Dorn im Auge?
Wünschenswert oder schwierig? – relevant oder überflüssig? – auszuweiten oder ausgereizt?
Die parlamentarische Demokratie kommt an Grenzen der Legitimation: Die Wahlbeteiligung ist niedrig, die Straßenproteste sind vehement, die Debattenkultur ist angespannt, Rufe nach hartem Durchgreifen sind zu hören. Ein Teil der Gesellschaft verliert das Vertrauen in die demokratischen Strukturen. Den Menschen, die politische Verantwortung in Politik und in Verwaltungen übernehmen, weht ein scharfer Wind entgegen. Ihnen wird misstraut, sie werden beschimpft und zuweilen in ihrer Existenz bedroht. Es scheint, dass Repräsentanten und Bürger ohne eine gemeinsame Sprache agieren. Muss immer schneller reagiert werden? Wer kann wem noch trauen?
Braucht repräsentative Demokratie Erneuerung? Viele Menschen setzen sich für direkte Demokratie, für „mehr Demokratie“, für aktive Nachbarschaft und Mitarbeit durch Partizipation in vielen Bereichen ein. Können Bürgerinnen und Bürger ihre Interessen vertreten lassen und zugleich Entscheidungen selbst verantworten? Können Repräsentantinnen und Repräsentanten Macht abgeben und sich zugleich vom Know-how anderer Menschen leiten lassen? Wie entsteht Verlässlichkeit in einer Kombination aus repräsentativer und direkter Demokratie?
Wie kann frühzeitige Einbeziehung von Menschen in Fragen der Stadtentwicklung, der Bildung, des Naturschutzes, des Wirtschaftens und Zusammenlebens aussehen? Was fördert vorausschauendes, überregionales, vernetztes und fachübergreifendes Nachdenken über eine gemeinsame Zukunft? Welche „Sensoren“ nutzt eine Gesellschaft, um zu erkennen, wo mehr Partizipation gewagt werden sollte? Welche Lernprozesse wollen wir in Gang setzen mit Kindern, mit Jugendlichen, mit neu ankommenden Bürgerinnen und Bürgern auf der Flucht vor undemokrtischen Gesellschaften?
Wie kann die Anspannung zwischen Abnicken und Ablehnen politischer Entscheidungen nachlassen? Wie kommt es zum verständigen Dialog um gemeinsame Positionen und Richtungen? Wie kann sich das demokratische System „verjüngen“? Was brauchen Politik und Verwaltung, die es ernst meinen mit der Partizipation? Wie kann Vertrauen wachsen, dass viele Menschen mehr wollen als nur ihre Stimme abzugeben, dass sie gefragt und beteiligt werden können, um ihre Ideen zum Zusammenleben wahr werden zu lassen?
Um sich solchen Fragen zu stellen, arbeiten seit Februar 2015 erfahrene Moderatorinnen und Moderatoren von Partizipationsprozessen aus fünf europäischen Ländern gemeinsam in einem Projekt, das im Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ durch die Europäische Kommission gefördert wird. Sie kommen aus Deutschland, Litauen, Polen, Portugal und Slowenien. Das Projektmotto ist „Round Trip – eine Partizipationsreise von Bürgerinnen und Bürgern zwischen lokalen und europäischen Ebenen.“ Höhepunkt ist eine europäische Konferenz an der Küste der Algarve in Portugal. Im Mittelpunkt steht: „Stärkung lokaler Partizipation für ein demokratisches Europa“. Es wird zu Begegnungen von Menschen aus Politik, Verwaltung und Unionsbürgerschaft aus vielen Ländern kommen.
Vorbereitend werden verschiedene Instrumente der Partizipation recherchiert und vorgestellt: Es erscheint eine Broschüre mit Anregungen für Politik, Verwaltung und für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Es finden Workshops und Seminare an verschiedenen Orten statt. Wir laden Sie herzlich ein, dabei zu sein und sich einzubringen in die Zusammenarbeit. Die Teilnahme ist offen für jeden und ist kostenlos in Berlin und Köln; in Loulé (nahe Faro) betragen die Tagungskosten 40 € zzgl. Reise und Unterkunft.

>>Das hat bereits stattgefunden:
23. April 2015 (Berlin):
„Beispiele gelingender Partizipation von Kindern und Jugendlichen“
http://www.socius.koeln/Data/Gelingende-Partizipation.pdf

>>Und zu diesen Veranstaltungen sind Sie noch eingeladen:
9. November 2015 (Köln / Bürgerzentrum Alte Feuerwache):
„Kommen und Bleiben – Partizipative Integrationsprozesse gestalten“
http://www.socius.koeln/Data/Kommen-und-Bleiben.pdf
11. November 2015 (Berlin / Heinrich-Zille-Grundschule Kreuzberg):
„Werkzeugkasten Partizipation – Ermutigung für Bürgerinnen und Bürger, Qualifizierung für Verwaltung und Politik“
http://www.socius.koeln/Data/Werkzeugkasten-Partizipation.pdf
25.-27. November 2015 (Loulé, Portugal):
„Reinforcing local participation for a democratic Europe“
http://www.conferencedemocracy.com
In den Seminaren fühlen wir uns für eine wertschätzende, partnerschaftliche und kreative Arbeitsatmosphäre verantwortlich. Eine Anmeldung ist notwendig über die E-Mail-Adresse partizipation (Klammeraffe) socius (Punkt) koeln – Wir freuen uns darauf, Sie zu begrüßen.
Petra Eickhoff und Stephan G. Geffers (Köln).
Katharina Bluhm Stephan G. Geffers
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Stephan G. Geffers
Bundesweite Volksbegehren und Volksentscheide ermöglichen? Anknüpfend an meine Erfahrungen im internationalen Projekt "Round Trip" und auf der Konferenz "Reinforcing Local Participation for a Democractic Europe" möchte ich heute auf einen Aufruf des Vereins "Mehr Demokratie" hinweisen. http://www.mehr-demokratie.de

>>"Wir wollen mehr Mitwirkungsrechte der Menschen bei der politischen Willensbildung. Dazu werden wir auch auf Bundesebene Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide einführen,"

schrieb die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 2013 ins Wahlprogramm mit dem Titel "Das Wir entscheidet". http://www.bundestagswahl-bw.de/wahlprogramm_spd.html
In dem vor einer Woche (Mai 2017) veröffentlichten Programmentwurf der SPD unter dem Motto "Mehr Zeit für Gerechtigkeit" tauchen Volksbegehren und Volksentscheide jedoch nicht mehr auf.
Nach Auffassung von Mehr Demokratie e.V. entfernt sich damit die SPD von ihrer wichtigsten Forderung zum Ausbau der Demokratie. Der Verein lädt ein, einen Aufruf an den Kanzlerkandidaten Martin Schulz zu unterzeichnen, um den Entwurf in dieser Hinsicht noch vor seiner Abstimmung auf dem SPD-Parteitag im Juni 2017 zu ändern.
Hier ist es online möglich, das eigene Votum zu bundesweiten Volksbegehren und Volksentscheiden einzubringen: http://www.mehr-demokratie.de/aufruf_an_spd_2.html
Wie können die unterschiedlichen Erfahrungen mit Volksbegehren in den Bundesländern in die Bundespolitik einfließen? Übersicht zur Vielfalt der Rahmenbedingungen: http://de.wikipedia.org/wiki/Volksbegehren_(Deutschland)#Rahmenbedingungen_in_Deutschland

>>"Die Idee einer demokratischen Zukunft sollten nicht länger von oben, das heißt von Experten, Funktionären, Abgeordneten alleine kommen. Sie sollten sich aus der Basis heraus entwickeln, und man sollte der Basis mehr Gelegenheit geben, hier sich zu betätigen,"

schrieb Zukunftswerkstatt-Erfinder Robert Jungk 1990, siehe http://www.zwnetz.de/Jungk/90.html . Welchen Stellenwert hätten Zukunftswerkstätten, wenn Volksbegehren und Volksentscheide zur alltäglich gelebten demokratischen Kultur dazugehörten? Ich freue mich auf Diskussionsbeiträge in diesem Themenforum.
Stephan G. Geffers Politische Kommunikation und Umgang miteinander im Rat verbessern
Am Samstag 6. Mai 2017 in der Ratsklausur eines Gemeinderats aus dem Landkreis Oldenburg (Niedersachsen): 23 Politikerinnen und Politiker aller Ratsfraktionen wollen sich heute einmal nicht über Themen verständigen, sondern über die eigene Kommunikationskultur und ihr Bild in der Öffentlichkeit. Wie zufrieden sind Sie mit dem Klima im Rat? Schon die Skala der Antworten auf die erste Frage zeigt die Bandbeite auf: 3 Punkte bei etwa 90% Zufriedenheit, 15 zwischen 50 und 70%, 5 zwischen 20 und 0%.
In den über Parteizugehörigkeiten hinweg zufällig gemischten Tischgruppen stehen die Frage nach dem Sinn eines guten Umgangs miteinander im Mittelpunkt: Was würde aus Sicht von Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft und Handwerk, Verwaltung, Presse und dem Rat selbst für eine gute politische Kultur auf hohem Niveau sprechen? „Politik wird glaubwürdig“ - „Effektivität und Zeitersparnis“ - „Zusammengehörigkeit Rat und Verwaltung“ - „Wertschätzung von Personen und Inhalten“ - „Mehr Freude im Amt“ - „Politik kann Spaß machen“ wird auf den Karten notiert. Ins Spiel kam auch die Frage: „Sind Kontroversen der Politik nicht im Sinne der Presse?“ Ander gesagt, sind Skandale quasi wertvoller für den Presseabsatz als eine reibungslose Ratsarbeit?
Nach weiteren Schritten gipfelte die Arbeit in Anworten auf die Frage, worauf wir als Ratsmitglieder in Zukunft besonders achten wollen. Einige der ganz praktischen Vorschläge mit breiter Zustimmung: Wiederbelebung des Tagesordnungspunkt „Aussprache/Aufarbeitung“, außerhalb des Protokolls und nichtöffentlich am Ende jeder Sitzung – Bewusst wertschätzende Interaktion im Rat, bei der sich jeder die eigene Wirkung bewusst macht – Einrichtung von „Räumen“ für moderierte Konflikaussprache – Bessere Vorbereitung der Sitzungen durch Politik und Verwaltung...
Diese Ratsklausur wurde nicht mit Ratschlägen externer Fachleute ausgestaltet, sondern das Moderationsteam aus Köln führte durch einen partizipativen, selbstbestimmten Rahmen für überparteiliche Verständigung.
Der Bürgermeister stellte nach der vierstündigen Ratskausur fest, dass sich nun die Voraussetzungen für die erfolgreiche Arbeit deutlich verbessert haben. Und eine Teilnehmerin äußert gar, sie war kurz davor gewesen, ihr Amt hinzuschmeißen, nun aber hat sie neuen Mut gefasst, dabei zu bleiben.
Wer kennt ähnliche Situationen? Was könnte noch getan werden, um die ehrenamtliche Arbeit in politischen Gremien zu erleichtern und zu einem guten Umgang in demokratischen Politikalltag beizutragen? Braucht gute Politik ein Qualitätsmanagement?
Stephan G. Geffers "Brennende Demokraten: Wie können wir Bremen für Demokratie begeistern?"
Beim Zentrum für Arbeit und Politik, kurz ZAP, einer politikwissenschaftlichen Kooperationseinrichtung von Arbeitnehmerkammer und Universität Bremen http://www.uni-bremen.de/zap/ueber-uns.html , trainierten vom 21.-23. März 2017 neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Zukunftswerkstattmoderation. Zukunftswerkstätten sind Bestandteil der EU-geförderten Demokratiewerkstatt, einem wissenschaftlichen Ferienprogramm für Schülerinnen und Schüler der 10- bis 13. Klassen. Bewerbungen zur fünftägigen Teilnahme Ende Mai 2017 (Christi-Himmelfahrt-Woche) und Ende Juni 2017 (Sommerferien in Bremen und Niedersachsen) werden schon entgegengeommen. http://uni-bremen.de/sommerakademie , während sich etwa die Hälfte aller ZAP-Mitglieder von Stephan G. Geffers aus Köln http://www.part-o.de im Methodentraining begleiten ließen.
Das Thema, entlang dessen das Zukunftswerkstatt-Training umgesetzt wurde, wählten die Teilnehmenden aus ihrer eigener Betroffenheit heraus selbst. Ein tatsächliches Bedürfnis, etwas dazu verändern zu wollen, war Motor für die Auswahl: "Brennende Demokraten: Wie können wir Bremen für Demokratie begeistern?" - wobei sich das Wir auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZAP bezieht.
Als Einstieg wurde eine Aufstellung entlang einer Skala von 0% ("gebrochenes Herz") bis 100% ("vitales Herz") gewählt: "Brenne" und begeistere ich mich für die Demokratie? Mit einem aufrüttelnden Schaubild begann die Kritikphase der Zukunftswerkstatt: Auf der einen Seite 42.300 Fans von Werder Bremen im Stadion (übrigens ein Verein mit Fan-Ethik-Kodex gegen Rassismus: https://www.werder.de/fankurve/fanbetreuung/fanclub-infos/fanclub-gruenden/ ), auf der anderen Seite - am gleichen Samstagnachmittag - nur 250 Demonstranten für demokratische Grundrechte in der Fußgängerzone (Siehe "Linker und unkommerzieller Terminkalender" für Bremen: http://planlosbremen.de/termine/ ).
Die Sammlung von Kritikstichworten stand unter dem provokanten Leitmotiv "Erst kommt das Fressen, dann die Moral". Im anschließenden Rollenspiel wurde ein positiver Wandel im Denken in Gang gesetzt: Die Teilnehmenden der Zukunftswerkstatt trafen nun als Werder-Fans, Demonstranten und unbeteiligte Zuschauer aufeinander. Die Rollenanweisungen liefen darauf hinaus, Kompromisse zu suchen und gemeinsam zu handeln. Gelingt es, die Fußballfans für die Demo gegen Abschiebung zu begeistern? Oder die Demonstranten für das Stadion zu gewinnen?
Orts- und Szenenwechsel in die erste Etage, zur "Zukunftsschmiede". In der Mitte des Raums die Illusion eines flackernden Feuers. Die Utopiephase der Zukunftswerkstatt - angeleitet durch ein zweites Trainingsteam - beginnt mit einer Traumreise, mit der sich alle auf eine wünschenswerte Zukunft in Bremen einstimmen. Dann ist viel Zeit und Lachen im Raum, um die in der Mitte ausgestreute Gegenstände aus Glas, Holz, Kreide und Plastik neu zu ordnen, um auf der ausgebreiteten Papierfläche zu zeichnen und alles auf ideale Weise zu arrangieren. Es entsteht so zunächt ohne Worte eine gemeinsame, aus vielen Facetten bestehende Gesamtaussage, wie die Utopie einer möglichen Zukunft "geschmiedet" werden soll, in der sich die Bremerinnen und Bremer begeistert für ein demokratisches Miteinander "brennen". Stichworte der inhaltlichen Reflexion: Demokratie darf auch wirr und ungeordnet sein, einen Reichtum an Ideen hervorbringen - Gemeinsame Lernformen aus Liebe und Debatten - Stadtverwaltung als Konstrukteur mittendrin in der Demokratie - Begegnungsräume und Schutzräume im öffentlichen Raum - Brücken zwischen den Stadtteilen - Das ZAP macht sich überflüssig.
Drittes Team im dritten Raum, zur Realisierungsphase wird nach Zielen gefragt: Was soll sich ändern, damit Bremen demokratischer wird? Und was ist die Rolle des ZAP dabei? Auf drei Arbeitstischen - mit "Vielfalt", "Dynamik" und "Räume" überschieben - liegen die bisher erarbeiteten Ideen aus. Reflektion auf die eigenen Rollen und persönlichen Stärken jedes einzelnen stehen im Fokus der Aufmerksamkeit. Die entstehenden Plakate und Gespräche unterstützen es, konkrete Ansatzpunkte zum Handeln zu finden. Auf rautenförmigen Karten geschrieben wachsen Stichworte zu einem ineinandergreifenden Bild des künftigen ZAP zusammen: Das ZAP als Ideengeber und Anbieter von Bildungsräumen, deren Mitarbeiter*innen sich aus dem Büro an der Universität herausbewegen und mit öffentlichen Debatten und Bürgerbeteiligungen die Stadt demokratisch prägen. Treppen in der Stadt sollen mit Demokratiewerbung ausstaffiert, innovative Prozesse direkter Demokratie angeboten und eine Speaker's Corner als Raum für Kultur- und Politikschaffende eröffnet werden. Und vielleicht wird demnächst jede Straßenbahn in Bremen mit einen Demokratiebriefkasten ausgestattet.
Nach gut drei Stunden hatte die Zukunftswerkstatt zum Thema "Brennende Demokraten: Wie können wir Bremen für Demokratie begeistern?" gemeinsame Ansatzpunkte zur Realisierung hervorgebracht. Teilnehmende und Moderierende waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZAP in wechselnden Rollen. Hier endet erst einmal der kurze Bericht aus dem Zukunftswerkstätten-Moderationstraining im März 2017. Der Demokratiewerkstatt im Mai/Juni 2017 wünsche ich gutes Gelingen.
Stephan G. Geffers
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Stefan Wally
Wer in Salzburg ist: Wir haben noch ein paar Plätze frei...
Stephan G. Geffers März 2017 (Bremen) Zukunftswerkstatt-Moderationstraining: Partizipatives und demokratieförderliches Lernen
In der kommenden Woche (21.-23.03.2017) führe ich mit wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studierenden an der Universität Bremen ein dreitägiges Moderationstraining Zukunftswerkstätten durch. Mit intensiven Übungen und kollegialen Reflexionen werden sie vorbereitet auf Ihre Mitwirkung in einem internationalen Projekt des Zentrums für Arbeit und Politik. Dieses Projektvorhaben erprobt und evaluiert unterschiedliche partizipative und demokratieförderliche Lernformate mit Jugendlichen mehrerer europäischer Länder. (European Learning Environment Formats for Citizenship and Democracy siehe http://www.uni-bremen.de/de/zap/forschung/european-learning-environment-formats-for-citizenship-and-democracy-elef.html ).
Die Zukunftswerkstatt als ein demokratiebildendes und partizipatives Konzept der ersten Stunde passt gut in dieses Vorhaben. Das Bremer Projekt will jungen Menschen ein positives Verständnis demokratischer Werte und Grundrechte vermitteln. Es soll sie zur aktiven Teilnahme an der Gestaltung der Gesellschaft befähigen, will interkultureller Verständigung fördern und politische Radikalisierung verhinden.
Ich freue mich auf drei interessante Tage an der Universität Bremen und bringe meine Erfahrungen aus drei Jahrzehnten Erfahrung mit Zukunftswerkstätten hier gerne ein.
Beginnen werde ich das Training mit einer kreativen Vermittlung historischer Wurzeln von Zukunftswerkstätten. Dazu gehört zum Beispiel ihr Anspruch eine "humane Revolution" zu fördern, "die danach strebt, die Phantasie zu aktivieren und die in jedem einzelnen Menschen vorhandenen Möglichkeiten zu entwickeln". Darüber schrieb Robert Jungk 1973 im Wunsch, dass sich aus der "Demokratie der Akklamation" eine "Demokratie der Teilnahme" entwickeln wird (siehe DER SPIEGEL von 1973 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41843170.html ).
Mehr Texte von Jungk an der "AustauschBar" im ZWnetz: http://zwnetz.de/Jungk/70.html
Nachfolgendes Foto zeigt einen Moment aus dem Jahr 2013 in Luxemburg: Ein Zukunftswerkstatt-Moderationstraining im Co-working Space "Impactory" (siehe Luxemburger Wort http://www.wort.lu/en/business/the-impactory-a-milestone-for-luxembourg-entrepreneurship-51c95276e4b02fa5029bf06f )

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