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Stiftungs-Strategien

Die Stiftung als Herzensanliegen? Zur Vermögenssicherung? Als Ausdruck Ihres freien Willes? Wir freuen wir uns auf einen regen Austausch!

Thorsten Klinkner Frage: Gemeinnützige Stiftungen - Ist der erweiterte Spendenabzug für den Stifter immer sinnvoll?
Antwort:
Im Regelfall ist der erweiterte Spendenabzug vorteilhaft für den Stifter. Dann stellt sich im Rahmen der (Einkommen)Steuerplanung des Stifters lediglich die Frage nach der besten Verteilung. Ein Ausnahmefall kann sich für den Stifter aufgrund der Regelung des § 29 Absatz 1 Nummer 4 ErbStG ergeben. Diese sieht vor, dass die Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer auf erworbenes Vermögen, das der Stifter binnen 24 Monaten an eine gemeinnützige Stiftung weiterüberträgt, rückwirkend erlischt. Von diesem Privileg kann der Stifter nur Gebrauch machen, wenn er nicht zusätzlich den erweiterten Spendenabzug bei der Einkommensteuer beantragt. In diesem speziellen Fall hat der Stifter also den erweiterten Spendenabzug (§ 10b Absatz 1a EStG) und das rückwirkende Erlöschen der Erbschaft- und Schenkungsteuer (§ 29 Absatz 1 Nummer 4 ErbStG) gegeneinander abzuwägen.
Thorsten Klinkner Frage: Fallen für gemeinnützige Stiftungen Gerichtsgebühren in einem Erbscheinsverfahren an?
Antwort:
Nein. Eine nach den Regelungen der Abgabenordnung als gemeinnützig anerkannte Stiftung ist im Erbscheinsverfahren auch dann von der Erhebung von Gerichtsgebühren befreit, wenn sie einen der Regelbesteuerung unterliegenden wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb unterhält.
Thorsten Klinkner Frage: Wann werden gemeinnützige Zwecke einer ausländischen Stiftung anerkannt?
Antwort:
Die Anerkennung steuerbegünstigter Zwecke im Sinne der Abgabenordnung (§§ 51 bis 62 AO) gilt für inländische und ausländische Stiftungen. Ist eine ausländische Stiftung zum Beispiel in der Schweiz ansässig und erzielt sie in Deutschland Einkünfte durch die Vermietung von Grundstücken, richtet sich die Anerkennung der Steuerbegünstigung in Deutschland ausschließlich nach nationalem deutschen Recht.
Malte Schumacher M.A. Rezension: „Zukunftsorientiertes Stiftungsmanagement.“
Lesen Sie in meinem Blog die Rezension zu dem Sammelband „Zukunftsorientiertes Stiftungsmanagement. Herausforderungen, Lösungsansätze und Erfolgsbeispiele. Verlag Springer Gabler 2018“. Mein Fazit: Es gibt keinen „Welpenschutz“ für kleine und mittelgroße Stiftungen, leider. Auch die vielen Aktiven in diesen philanthropischen Institutionen müssen sich, um zukunftsfähig aufgestellt zu sein, auseinandersetzen mit all‘ den Veränderungen, die längst die Welt beschäftigen:
https://www.malte-schumacher.de/rezension-zukunftsorientiertes-stiftungsmanagement/
Thorsten Klinkner Frage: Was ist der „erweiterte Spendenabzug“ bei gemeinnützigen Stiftungen?
Antwort:
Im Normalfall ist ein Spendenabzug von der Einkommensteuer (Sonderausgaben) nur bis zu einem Höchstbetrag von 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte möglich. Bei Vorliegen eines Betriebs sind als zweite Grenze 4 Promille der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter zu beachten. Überträgt der Spender allerdings einen Geldbetrag oder sonstiges Vermögen in das zu erhaltende Grundstockvermögen einer gemeinnützigen Stiftung, kann er diese Spende auf Antrag in dem Jahr der Zuwendung und in den folgenden neun Jahren bis zu einem Gesamtbetrag von 1 Million Euro über die oben genannten Grenzen hinaus als Sonderausgaben von seiner persönlichen Einkommensteuer abziehen. Bei Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, ist der zusätzliche Sonderausgabenabzug bis zu einem Gesamtbetrag von 2 Millionen Euro möglich.

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