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Desinformation mit Web 2.0- Überwachungsstaat vs. Überwachungsindustrie

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Die gegenwärtige Handhabung dieser personenbezogenen Daten ist in der Tat desolat. Im Prinzip kann man beispielsweise bei jedem Ebay-Mitglied ein Profil über Familienstand, Gehaltsklasse und Vorlieben einsehen. Diese Daten sind für jedermann offen. Bonusprogramme mit ihren Punkten bekommen für eine Handvoll Cents die Käuferprofile mehr oder weniger gratis vom Endverbraucher frei Haus geliefert.
Korreliert eine Payback ihre Datensammlung über ein geeignetes Identity Management mit Paypal, würzt die Informationen mit ein paar Google-Hits, dann offenbart sich jeder teilnehmende Endverbraucher bis tief in sein soziopsychologisches Erscheinungsbild. Und ich bin mir sicher, dass es bereits Unternehmen gibt, die diese Datensammlungen aufbauen, um personenbezogene Profilinformationen gewinnbringend an interessierte Dritte wie Banken und Versicherungen zu verkaufen. Das, was Identity Management in Unternehmen bei der Verwaltung personenbezogener Daten positiv unterstützt, findet - einmal auf Datensammler projeziert - hier eine fragwürdige Verwendung.
Der Endverbraucher steht ziemlich hilflos da. Er hat zwar ein vom Datenschutzgesetz verbürgtes Recht auf informationelle Selbstbestimmung, aber wer kümmert sich schon darum? Schon mal die Weitergabe-Bestimmung personenbezogener Daten bei einem Versandhauskatalog durchgestrichen? Dabei aus Spass mal den eigenen Namen etwas anders geschrieben und sich gewundert, dass man trotzdem plötzlich Werbung an diese modifizierte Adresse bekommt?
Jede Identität klebt an einer Handvoll Attributen wie beispielsweise Name, Geburtsdatum, Geburtsort und Adresse. Und an diesen Attributen hängen dann die Profile. Mikrostruktur-Analysen gibt es bereits seit es Versicherungen gibt. Im Vergleich zu den damaligen Möglichkeiten existieren heute aber ungleich mehr Quellen für diese Daten. Und die Entwicklung ist leider nicht aufzuhalten, da die Profil-Informationen nicht in den Händen der Eigentümer - den Einzelpersonen - sind und es auch nie mehr sein werden. Oder wie möchte man als Einzelperson verhindern, dass seine Daten gegen ihn verwendet werden? Wer konnte schon mal seinen Schufa-Eintrag ändern? In der Physik bezeichnet man das als Entropie: Man kann nur unter massivem Energieaufwand - wenn überhaupt möglich - ein System (hier: die Verteilung der personenbezogenen Daten) wieder in seinen alten Anfangszustand (hier: Anonymität) zurückbringen.
Welcher Konsequenzen ergeben sich dadurch? Werden wir nun alle klassifiziet nach "Käuferpotenzial", "Lebenserwartung", "Risikoperson" oder "Kriminelles Potential"? Erwachsen einem persönliche Nachteile aus dieser Situation? Die meisten Endverbraucher kennen wahrscheinlich nicht einmal die Problematik und verfahren nach dem Prinzip "Ich hab ja nichts zu verbergen". Dass sie aber möglicherweise von Dienstleistungen ausgeschlossen werden, weil ihr Profil nicht passt, können sich viele nicht vorstellen. Man wundert sich vielleicht, dass die KFZ-Versicherung für das gleiche Auto oder die gleiche Lebensversicherung teurer ist oder dass man möglicherweise einen Kredit nicht bekommt, weil man in der falschen Strasse wohnt, aber das sind die kleinen akzeptablen Ungerechtigkeiten des Lebens. Schliesslich leben wir in einer Demokratie und da sind alle gleich. So haben wir das jedenfalls in der Schule gelernt.
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Personalisierung versus Profilierung

Als Versuch einer Begriffsdefinition:
Ein Profil beschreibt eine Identität für einen bestimmten Bereich. Wenn man den Begriff hier verwenden möchte, könnte man dazu auch "Rolle" sagen. Das Profil enthält Informationen zu der Identität, die für den Bereich relevant sind: Name, Vorname, zuletzt verwendete Dokumente, Interessensgebiete,...
Profilierung ist die Pflege solcher Profile, sei es manuell oder automatisiert (wobei in letzterem Fall dann wieder die Frage aufkommt, welche automatisiert erzeugten Profilinformationen ein Benutzer sehen, bestätigen, löschen,... darf). Damit wird versucht, die Informationen im Profil auf Basis des Handelns des Benutzers anzureichern.
Personalisierung ist dann das Zuschneidern von Informationen auf einen Benutzer entsprechend seines Profils. Damit könnten also beispielsweise aus neuen Dokumenten in definierten Speichern die selektiert werden, die für einen Benutzer relevant zu sein scheinen.
Profilierung und Personalisierung sind Anwendungen auf Basis von digitalen Identitäten.
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Gibt es heute schon echte Personalisierung?

Ein Wunschtraum spätestens seit dem verstärkten Aufkommen des Internet, aber - wenn man sich Groupware- und Knowledge Management-Plattformen anschaut - wohl schon länger ist die echte personalisierte Informationslieferung. Einzelne Anbieter wie ATG versprechen Lösungen in diesem Bereich und einige Zeit war das Thema auch rund um die "Personalisierung" von Content im Web - vor allem Werbung - populär. Allerdings scheint es gerade in letztgenanntem Bereich doch glorreich gescheitert zu sein, weil man letztlich viel zu wenig über die Identitäten und deren Profil (Interessen,...) weiß. Sieht heute jemand Lösungen, die auf einem umfassenden Wissen über Identitäten und deren Profil wirkliche Personalisierung leisten?