...eine durch und durch fiktive Kurzgeschichte, die sich so nie ereignen würde.
Der Latrinenweg der Firma Biegen & Brech, das mit Abstand schnellste Informationsmedium des Unternehmens, läuft heiss....
X hat gekündigt!
Ausgerechnet X! Der mit den 356 Überstunden und 8 Wochen Ferienguthaben, der nächsten Montag sein neues Grossprojekt hätte übernehmen sollen!
Frau Maier, überrascht und vollkommen unbeteiligt an dieser Entwicklung, steht unter Druck. Ersatz beschaffen soll sie. Brunner, ihr Auftraggeber, will „passende Kandidaten“ sehen. Gerne vorgestern! WOFÜR ZAHLEN WIR IHNEN IHR SALÄR???
Der Bewerbermarkt ähnelt, Konjunktur sei Dank, einem ausgetrockneten Flussbett in der Namib. Im krassen Gegensatz zur Stirn von Frau Maier, in deren Sorgenfalten sich trotz Kühldecke bereits zahlreiche Feuchtgebiete gebildet haben die drohen, das sorgsam aufgetragene Makeup zu ruinieren.
Wo soll sie die bloss herkriegen? Nach Bäumen Ausschau halten, auf denen Bewerber wachsen? Zwecklos! Die Chippendales mit Laura, Petra und den anderen Girls heute Abend – kann sie vergessen!
Brunner macht derweil auf me too. Auch er steht unter Volldampf. Sein Chef Müller, dieser karrieregeile Warmlufterzeuger, hat der Geschäftsleitung 30% Umsatzwachstum bis Ende Jahr versprochen. Mit X schwierig! Ohne X gänzlich aussichtslos!
Geschäftsleitung informieren? Umsatzerwartung senken? Müller denkt nicht daran, seine Karriere wegen Brunner, diesem uninspirierten Sesselwärmer, aufs Spiel zu setzen. Soviel ist klar: läuft dieses Projekt schief, geht Brunner auf Wanderschaft!
Maier, Brunner und Müller, eine ad-hoc Schicksalsgemeinschaft, startet in den Rekrutierungsprozess......
Harry H., Projektleiter auf Stellensuche, geniesst derweil Zuhause das herrliche Sommerwetter mit dem Verfassen von Bewerbungen.........