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Bauwesen

Die Gruppe ist Treffpunkt und Fachforum für alle Mitglieder aus D-A-CH die sich beruflich der Bauwelt verschrieben haben. Jobs = Marktplatz

Energie-Effizienz - Nachhaltiges Bauen
Bernd Michalski Weniger Material heißt der Baustoff der Zukunft
In einer Studie von KfW Research Fokus Volkswirtschaft Nr.188, vom 13. November 2017 Mit dem Titel: Es werden genug Wohnungen genehmigt – sie müssen nur gebaut werden, steht unter anderem:
„In den Ballungsregionen wird weiterhin zu wenig gebaut. Ohne eine Ausweitung der Bautätigkeit werden Knappheit und Mieten in wachsenden Ballungsregionen wie Berlin, München und dem Rhein-Main-Gebiet in den nächsten Jahren
weiter zunehmen.
In den vergangenen Jahren wurden 653.300 Wohnungen mehr genehmigt als fertig gestellt. Große zeitliche Verzögerungen bei der Fertigstellung von Mietwohnungen gibt es u. a. in Berlin, München, Hamburg und Frankfurt. Die Ursache ist vor allem in den mehrjährigen Fertigstellungszeiten zu suchen, aber auch in Fachkräfteengpässen.
Kapazitätsengpässe in der Bauwirtschaft behindern die Bautätigkeit ebenfalls.“
Im Klartext bedeutet das: Die Bauwirtschaft benötigt zu viel Zeit, um mit zu vielen Arbeitskräften und zu hohen Baupreisen zu wenig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
In einer Meldung bei SPIEGEL ONLINE vom 29.September 2017 war zu lesen:
„Die Bauwirtschaft konzentriere sich nur auf das obere Fünftel der Bevölkerung, das fast jeden Preis zahlen könne - dieser Markt sei aber nun gesättigt, sagt Deutschlands größter Projektentwickler Christoph Gröner. Bedarf bestehe noch bei den 80 Prozent, die billigere Wohnungen suchten, doch die Branche sei nicht in der Lage, ihn zu bedienen.
Der Bauwirtschaft geht es einfach zu gut, so Gröner. Sie habe es versäumt, sich in eine Industrie zu verwandeln. Sie muss viel produktiver werden.
Die einfachsten Möglichkeiten der Automatisierung würden in Deutschland nicht genutzt, sagt Gröner.“
Wie kommen nun die 80% zu den gesuchten Neubau-Wohnungen?
Im Grunde genommen gibt es dafür nur eine einzige Lösung:
Ein Baubetrieb muss wesentlich effizienter und mit anderem konstruktiven und technologischen Ansatz arbeiten als die augenblicklichen Marktakteure. Eine zukunftsträchtige Lösung ist hier die Leichtbauweise im Geschosswohnhausbau.
In einer Initiative zum Leichtbau mit eigener Website des BMWi steht: „Leichtbau zählt zu den Schlüsseltechnologien, denn die Prinzipien des Leichtbaus begleiten eng den technischen Fortschritt. Leichtbau reduziert Kosten und schont die Ressourcen. Die Herstellung von Leichtbauprodukten kann über einen geringeren Materialeinsatz zu geringeren Kosten und verbesserten Funktionalitäten führen. Die geringere Masse bewirkt zudem, dass während der Nutzung des Leichtbauproduktes weniger Energie verbraucht und CO2-Emissionen gesenkt werden. Ein weiteres Einsparen von Ressourcen und auch Energie lässt sich durch neue Produktionstechniken erreichen. Die einzelnen Materialien und verschiedenen Leichtbautechnologien lassen sich vielfältig miteinander kombinieren. Leichtbau vereinigt auf idealtypische Weise drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, da hier ökonomische, ökologische und soziokulturelle Anforderungen in Einklang gebracht werden: Eine moderne, digitale Produktentwicklung und Produktion mit geringeren Kosten geht Hand in Hand mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, Energie und Klima und nicht zuletzt einer hohen Funktionalität.“
Wie kommt es aber, dass bei diesen Verkündigungen das Bauwesen, speziell der preiswerte Geschosswohnhausneubau, völlig ausgeklammert wird. Leichtbau im Bauwesen bekommt weder eine öffentliche Stimme noch eine angemessene Aufmerksamkeit.
Hier stellen sich die Fragen:
1.
Gibt es Lösungsansätze zum Geschosswohnhaus als Leichtbau?
2.
Wenn ja, warum sind die nicht bekannt bzw. wird das nicht praktiziert?
Wenn nein, warum wird das nicht entwickelt?
3.
Warum unternimmt die Politik bzw. die Bau- und Immobilienwirtschaft nichts, um solche Lösungsansätze zu Zeiten des großen Bedarfs an preiswerten Wohnungen umsetzen zu lassen?
In der Geschichte der Menschheit, insbesondere in der Technik-Geschichte, gab es immer wieder solche Situationen: Bestehende Strukturen, Gedanken und Handlungen waren nicht mehr geeignet, große Probleme der Menschheit zu lösen. Andere Ansätze und Methoden wurden gesucht und verworfen, weiter entwickelt und umgesetzt. Das nennt man dann Fortschritt.
Dass das wegen der vielfältigen Interessen der Beteiligten mitunter ein zähflüssiger Prozess war und ist, liegt in der Natur der Dinge. Aber das kann und muss uns nicht davon abhalten Entscheidungen zu treffen, die weit in die Zukunft weisen.
Trotz „Deutsches Ressourceneffizienzprogramm“ oder dem Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“ oder die „Forschungsmittel für die Untersuchung von geeigneten Maßnahmen zur Erschließung von weiterem Ressourceneffizienzpotenzial im Bausektor“ des BMUB und viele ähnliche Aktionen der Politik, bewegt sich die Bau- und Immobilienwirtschaft keinen Deut in diese Richtung.
Aber muss das immer so bleiben?
Nachhaltiges Konstruieren von Investitionsgütern und Konsumgütern ist in der heutigen Zeit sehr stark mit der ressourcensparenden Bauweise verbunden.
Leichtbau wird bei beweglichen Erzeugnissen, wie bspw. im Automobil- und dem Flugzeugbau, als ein entscheidender Marktvorteil, wegen dem Einsparpotential der Betriebsstoffe, gefordert und genutzt.
Es gibt keinen Grund, warum der Leichtbau im Geschosswohnhausbau ausgeklammert werden soll.
Im Gegensatz zur rasant steigenden Effizienz der produzierenden Industrie stagniert die Effizienz der Baubranche trotz Digitalisierung. Das die Baubranche, um ihre Effizienz zu steigern, Innovationen braucht, wird von niemandem bezweifelt.
Hierzu liefert die Leichtbau-Plattform-Montagebauweise von Zweieck-Haus Entwicklung und Montage ohne Verschwendung einen Beitrag, der nachdenkenswert und diskutabel ist.
Ein Geschosswohnhaus als KfW-Effizienzhaus40 mit Fußbodenheizung über Wärmepumpe und Zentralbelüftung mit Wärmerückgewinnung für <1.000€/m² (BGF) ohne Nachträge, ohne Quer- und anderen Subventionen, ohne Reduzierung der bauphysikalischen Standards und ohne Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, kann in einer Regelbauzeit von ca.6 Monaten zusammen geschraubt werden.
Generell barrierefrei, könnten bestimmte Wohnungen ohne Mehrkosten problemlos rollstuhlgerecht hergerichtet werden.
Trotzdem sind die Kosten für Heizung und Warmwasser weit unter dem Minimum des bundesweiten Heizspiegels und der Ertrag für den Vermieter weit über den Durchschnitt.
Die Lösungsvorschläge, die Zweieck-Haus Entwicklung und Montage ohne Verschwendung anbietet, werden und sollen nicht das gesamte Bauwesen infrage stellen. Aber im Bereich preiswerter, kurzfristiger, hochwertiger, energieeffizienter und fehlerfreier Geschosswohnhäuser, könnte diese handwerklich prozessorientierte Montage, entscheidende Vorteile für tausende Wohnungssuchende bringen.
Ein völlig durchkonstruiertes Haus. Jedes industriell hergestellte mittelformatige Bauteil mit seinen bestimmten Eigenschaften in „Finish-Qualität“, wird zu einer bestimmten Zeit an einen bestimmten Ort gebracht und von firmeneigenen gut motivierten Monteuren prozessorientiert und unter Einbeziehung von speziellen Logistik- und Montagerobotern zusammen geschraubt.
Eine fehlerfreie, völlig trockene Montage ohne Leerläufe. Ähnlich dem sehr effizienten handwerklich prozessorientierten Automobil-, Flugzeug- oder Großschiffbau.
Deshalb haben wir in unsere Bauweise noch die prozessorientierte Montage impliziert.
Ähnlich dem Toyota-Produktions-System (TPS) das die in ihre Hausbau-Tochter
Toyota Housing Corporation eingebracht haben. Die bauen damit seit über 20 Jahren jährlich ca.7.000 fehlerfreie erdbebensichere Einfamilienhäuser.
Das hat nichts mit dem viel geschmähten Plattenbau zu tun. International wird das auch als „Adaptable Prototype“ (anpassungsfähige Prototypen) oder als „mass customization“ (kundenindividuelle Massenproduktion) bezeichnet.
Wir laden jeden Interessenten ein, mit Zweieck-Haus die Baustelle der Baustelle entsprechend den jetzigen/heutigen Anforderungen effizienter mitzugestalten.
Peter Nehring
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Bernd Michalski
Interessant zu lesen sind die Gedanken der Konsultanten von McKinsey in ihrer Studie: „Infrastruktur & Wohnen - Deutsche Ausbauziele in Gefahr“ (2/2018)
Zunächst haben die festgestellt, dass die Regierungen in Bund und Länder sich für den Wohnungsbau in Deutschland bis 2030 ambitionierte Ziele gesetzt haben, die aber in der vorgesehenen Zeit nicht ohne grundlegende Änderungen zu erreichen sind.
Insbesondere im Hinblick auf die Kapazitätsgrenzen der Baubetriebe, den Arbeitskräftemangel und die Bauzeitfenster, muss die Steigerung der operativen Leistungsfähigkeit der Bauwirtschaft in Deutschland durch Anstieg der Produktivität erfolgen.
„Einige bewährte Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung durch Lean Construction
umfassen die optimale Verteilung von Ressourcen und Equipment (Critical-Chain-
Projektplanung) sowie die Minimierung der benötigten Materialien für einzelne Aufgaben. Bei der Critical-Chain-Projektplanung geht es um die optimale Planung aller voneinander abhängigen Schritte, die für die Projektfertigstellung abgeschlossen werden müssen. Bei der optimalen Verteilung von Ressourcen und Equipment wird der Ablauf von Aktivitäten so geplant, dass Verbrauch und Aktivitätsdauer minimiert werden. Zudem werden die benötigten Ressourcen für Prozessschritte und Aufgaben auf dem kritischen Pfad zur Projektfertigstellung auf ein Minimum reduziert.“
Ausschlaggebend sind die Effizienz der Prozesse, nicht die Reduktion von Anforderungen.
Dana Reinhardt EEG 2017 und Weltumwelttag
Heute ist Weltumwelttag! Auch im Baugewerbe macht sich das Thema Nachhaltigkeit bemerkbar. Das Problem: Für Unternehmen muss es bezahlbar bleiben. Und dennoch lohnt sich Nachhaltigkeit, denn sie wird auch immer mehr Bestandteil vieler Ausschreibungen. Grund hierfür ist das EEG 2017. Daher haben wir einen Blick auf das Erneuerbare Energie Gesetz 2017 geworfen:
Peter Jung Sonnenschutz und Innenklima
Erfahren Sie in unserer neuen Broschüre mehr darüber, wie Sie eine automatisierte natürliche Belüftung und Sonnenschutz in einer gemeinsamen Strategie für Innenklima und Energieoptimierung kombinieren.
Die Broschüre steht auch im Bereich "Wissenszentrum => Broschüren" zu Verfügung.

Moderatoren

Infos zu den Moderatoren

Über die Gruppe "Bauwesen"

  • Gegründet: 29.12.2003
  • Mitglieder: 21.993
  • Sichtbarkeit: offen
  • Beiträge: 14.893
  • Kommentare: 12.130
  • Marktplatz-Beiträge: 90