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ZWnetz – Zukunftswerkstätten-Vernetzung ab 2013

Zukunftswerkstätten ermöglichen wegweisende Partizipation. Wir laden ein zu Austausch und Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis.

Stephan G. Geffers Der Ton der neuen Zeit, ein dumpfes Brüllen, ein fernes Brüllen...
Diese Worte von Robert Jungk, der als Reporter die Atombombenversuche in Nevada 1953 aus nächster Nähe erlebte, eröffnen die spannende Reportage von Hilde Bechert und Klaus Dexel über das Leben des Zukunftswerkstättent-Erfinders. Jungk sagte 1989 dazu: „Was ich damals nicht wissen konnte ist, dass das eine Art Wendepunkt in meinem Leben sein würde, der Versuch gegen dieses Unheimliche zu kämpfen.” http://www.zwnetz.de/pages/links3.html
Der Film (ca. 70 Minuten) wird durch Initiative von Wiebke Claussen, Lars Meyer und Petra Eickhoff (Mitglieder im Zukunftswerkstätten Verein zur Förderung demokratischer Zukunftsgestaltung e.V. http://www.zukunftswerkstaetten-verein.de ) wiederaufgeführt und mit aktueller Diskussion verknüpft,
am Mi. 13.11.13, 19:00 Uhr in Dortmund,
am Mo. 16.11.13, 19:00 Uhr in Krefeld.
Herzliche Einladung, dabei zu sein und sich persönlich einzubringen in Gespräche über Sinn und Wert von Partizipation, Bürgerbeteiligung, Kreativitätsförderung, Zukunftsmitgestaltung und politischem Engagement im Sinne von Jungk, der dem Film mit seinen provokanten Worten den Titel gab: "Ich bin ein Agitator fürs Überleben".
Bernhard Albert
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Wiebke Claussen
Am 13.11. fand die Filmvorführung „Agitator fürs Überleben - Robert Jungk zum 100. Geburtstag“ Lesecafé im Taranta babu in Dortmund statt, als gemeinsame Veranstaltung des Rosa Luxemburg Clubs und des Zukunftswerkstättenvereins. Etwa 30 Personen sahen sich den Film an und tauschten sich danach darüber aus. Mit gefiel der nachdenkliche Austausch zwischen Menschen aus sehr unterschiedlichen „Szenen“ sehr.
In der 70er/80er Jahren galt Jungk als Querdenker und Netzwerker zwischen völlig unterschiedlichen Szenen, der keinem „politischem Lager“ zuzuordnen war, aber konsequent seinem Anliegen einer friedlichen und demokratischen Gesellschaftsentwicklung verpflichtet war. Vielleicht ist es dieser „Nichtzuortenbarkeit“ zu verdanken, dass seine Arbeit inzwischen in Vergessenheit zu geraten droht. Seine Bücher werden leider nicht mehr aufgelegt und sind nur noch antiquarisch zu beschaffen. Der Büchertisch am 13.11. war insofern eine Gelegenheit zur Werkschau der Hauptarbeiten von Jungk.
Ein moderner Protagonist Jungk auf der Suche nach Mutmach-Beispielen guter Praxis ist Harald Welzer mit seinem Buch „Der FuturZei Zukunftsalmanach“. Aber hierin sucht man eine Referenz an Jungk leider vergebens.
Die Schlagworte „Betroffene zu Beteiligten machen“ und Zukunftswerkstätten sind seit den 70er Jahren in sehr verschiedenen Bereichen aufgegriffen, adaptiert, weiterentwickelt und z.T. auch vereinnahmt worden. Darauf zielte auch am Mittwoch eine Frage. Inwieweit wird die Methode der Zukunftswerkstätte durch die Anwendung in Großprojekten und Unternehmen verbrennt und entwertet?
Petra Eickhoff und Wiebke Claussen unterstrichen die Zeitlosigkeit des Ansatzes. Und letztlich hänge der Einsatz von Zukunftswerkstätten von der Haltung der Moderatoren ab. Die Methode von Zukunftswerkstätten wurde seit den 80er Jahren weiterentwickelt und konzeptionell und methodisch angereichert. Zukunftswerkstätten sind kein geschützter Begriff. Jungks Anliegen war es hier, diese Methode neudeutsch als „open source“ verfügbar zu halten. Der Zukunftswerkstättenverein (http://www.zwverein.de) wurde nach dem Tod von Jungk gegründet und versteht sich als „kleine, aber feine“ Institution, die die Haltung und das Anliegen von Zukunftswerkstätten im Sinne von Jungk bewahren und weitertragen möchte. Noch zu klären ist, welches das zu bewahrende und weiterzuentwickelnde Vermächtnis von Jungk ist (zwischen sehr konkreten, häufig kleinen Ansätzen in den Zukunftswerkstätten und der Kritik in der Beschreibung von Großtechnologien im Atomstaat).
Und die Gäste fragten nach praktischen Anwendungsbeispielen. Petra Eickhoff berichtete von ihren Moderationserfahrungen von Zukunftswerkstätten anhand eines Beispiels in einem Aachen Stadtteil. Ausgehend von einer Parkplatz- und Verkehrsproblematik und eingefahrener Konflikt zwischen den Akteursgruppen im Quartier war dort eine Zukunftswerkstatt durchgeführt worden. Einige Teilnehmer kannten dieses Viertel gut und berichteten von der Umsetzung der Maßnahmen und dem Wandlung in diesem Stadtteil, der durch die Zukunftswerkstatt angestoßen worden war.
Ein Teilnehmer merkte kritisch an, dass im Film die Atombombenversuche in der Wüste von Nevada und das atombombenverwüste Hiroshima zwar als Ausgangspunkt der Arbeit von Jungk und den Zukunftswerkstätten benannt wurden. Unbenannt blieben allerdings die dahinterstehenden verantwortlichen Institutionen. Er halte es für notwendig, einen Schritt weiterzugehen, auch Ross und Reiter verbrecherischer menschenverachtender Aktivitäten wie der Atomindustrie zu benennen und sichtbar zu machen. Der im Film aufgeführte Ansatz gehe ihm nicht weit genug, eine radikale strukturelle Kritik sei notwendig.
Ein Teilnehmer stellte dar, dass die Klimaschutzdiskussion erst nach dem Ableben von Jungk in Gang gekommen war. Er fragte sich, wie Jungk heute sich wohl dazu positionieren würden und ob Zukunftswerkstätten auch hier eine geeignete Methode sei, um diese Fragestellung zu bearbeiten. Denn bei der Klimaschutzproblematik würde es nicht um eine gerechtere Verteilung von Ressourcen in unseren Lande gehen, sondern vielmehr um Verzicht und eine Reduktion des Ressourcenkonsums.
Ich stellte dar, was ich an Zukunftswerkstätten besonders schätze: eine wunderbare Methode, um Dialogräume zwischen verschiedenen Menschen aus verschiedenen Bereichen herzustellen. Solche Räume, in denen sich Menschen über ihre Ideen, Wünsche und Bedürfnisse austauschen und gesellschaftliche Zukünfte entwickeln könnten, sind heute dringender denn je notwendig. Und es ist ein Weg, Menschen (aktiv) an Entscheidungen zu beteiligen.
Mir wurde noch einmal klar, dass Beteiligung inzwischen allerorten in formelle und informelle Verfahren eingeführt worden ist. Ein Beispiel war die Veranstaltung am Tag drauf zur Initiative des Wirtschaftsministeriums NRW „Dialog schafft Zukunft“, durch die eine erhöhte Akzeptanz in der Bevölkerung für den Industriestandort NRW errungen werden soll. Bürger wirken auf mehr Beteiligung hin und Initiativen haben sich erheblich professionalisiert. Ein jüngstes Beispiel ist das Bürgerbegehren am 10.11., das die Bewerbung zu den Olympischen Winterspielen in München zu Fall gebracht hat.
Mir wurde mal wieder klar, dass es rein Mehr an kritischer bürgerschaftlicher Organisation, Mitwirkung und Mitgestaltung bedarf, um die anstehenden gesellschaftlichen Themen demografischer Wandel, Bildung, Klimaschutz, Energiewende, nachhaltige Strukturen, regionale Wirtschaftsstruktur,... inhaltlich mitzugestalten. Nur auf gewährte Beteiligung par ordre de moufti zu warten, ist zu wenig. Hier geht es um Emanzipation, Empowerment, Dialogräume zur Entwicklung neuer Zukünfte und die Schaffung von Experimentierräumen für die Erprobung neuer sozialen Ideen (nach Jungk die vierte Phase von Zukunftswerkstätten).
Ein schöner Fund war eine Passage in der Tetralogie „Die Kinder des Sisyfos“ des Schriftstellers Erasmus Schöfer aus Köln, die Michael Bonas mitbrachte und für alle kopiert hatte. Hier beschreibt Schöfer den Besuch „des Mutsuchers“ Robert Jungks in der Düsseldorfer Buchladen BiBaBuZe. Wir werden uns demnächst versuchen, mit Erasmus Schöfer Kontakt aufzunehmen.
Stephan G. Geffers Heute in Krefeld: "Was ist uns Partizipation wert?"
Am Montag 18.11.2013 ab 19:00 Uhr lädt Lars Meyer vom Zukunftswerkstätten-Verein http://www.zukunftswerkstaetten-verein.de zur Wiederaufführung des Films über Robert Jungk http://www.zwnetz.de/jungk in die Volkshochschule Krefeld ein. Ich freue mich auf die Diskussion im Anschluss.
Stephan G. Geffers Partizipation + Energiewende - Robert Jungks Einfluss heute? 1.10. Film & Diskussion
Robert Jungk, Zukunftsforscher und Wissenschaftsjournalist http://www.zwnetz.de/pages/links3.html , wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Mit dem Film "Ein Agitator fürs Überleben" (von Hilde Bechert und Klaus Dexel, Süddeutscher Rundfunk 1989) öffnen wir Einblicke in sein Leben und diskutieren im Anschluss, welchen Einfluss seine Gedanken heute haben.
Am Beispiel von Energiewende und Privatisierung kommunalen Eigentums soll nach den Chancen von Partizipationsverfahren gefragt werden. Wie werden stärkere Beteiligung und Teilhabe der BürgerInnen zum Schlüssel, um auf gemeinsamer Basis und mit Handlungswillen tragfähige Entscheidungen zu entwickeln?
Dienstag 1. Oktober 2013 ab 16:30 in Köln-Mülheim: Zweieinhalbstündige "Satelliten"-Veranstaltung Nr. 39 auf dem Festival für Design und Nachhaltigkeit "ökoRAUSCH". Veranstaltungsort: "netz NRW" Verbund für Ökologie und soziales Wirtschaften + "socius Köln" Organisationsentwicklung, Biegerstraße 20-22, 51063 Köln. 3 Minuten Fußweg von der U-Bahn (Linien 4, 13, 18) Mülheim Wiener Platz. Eintritt + Kaffee kostenlos.
Weitere Film-Vorführungen und Diskussionen sind in den kommenden Wochen in Krefeld und Dortmund geplant, siehe Gruppe ZWnetz, Foren: WEITBLICK.
Stephan G. Geffers Krefeld (NRW) Nov. 2013: Partizipation heute, was ist es uns wert? Gedenken an Robert Jungk
Die Volkshochschule Krefeld hat eine interessante Abendveranstaltung ins Programm genommen, und ich möchte die Teilnahme weiterempfehlen. Ich werde selbst dorthin am 18. November 2013 fahren, gemeinsam mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Moderationsausbildung Zukunftswerkstätten, die just an diesem Tag beim Kölner Bildungswerk Neues Lernen beginnt:
"Der bekannte Zukunftsforscher Robert Jungk wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Nachdem ein Film Einblicke in sein Leben gewährt, wird im Anschluss diskutiert, welchen Einfluss dieser Mann in unserer heutigen Zeit immer noch hat. Am Beispiel von Energiewende und Wasserprivatisierung, die auch in Krefeld angesichts des öffentlichen und finanziellen Drucks Thema sind, soll nach den Chancen von Partizipationsverfahren gefragt werden. Eine hohe Beteiligung der Bevölkerung könnte zu größerer Zustimmung auch bei schwierigen Entscheidungen führen."
Soweit die Inhaltsbeschreibung der VHS. Beginn um 19:00 Uhr am Von-der-Leyen-Platz 2, Straßenbahnhaltestelle Westwall/Rathaus (Linie 041 ab Krefeld Hbf.). Mitveranstalter ist der Zukunftswerkstätten Verein zur Förderung demokratischer Zukunftsgestaltung http://www.zwverein.de . Die Leitung der Abendveranstaltung hält Lars Meyer, der auch Mitglied dieser XING-Gruppe "Zukunftswerkstätten-Vernetzung" ist, siehe auch http://www.zwnetz.de/pages/portrait-we.html?#Anchor-Stadt-KR
Querverweis zur Moderationsausbildung Zukunftswerkstätten (dem von Robert Jungk erfundenen Partizipationsverfahren): http://www.neues-lernen.info/seminarprogramm,kompetenz_im_beruf,zukunftswerkstaetten_moderieren,00002,IB21-79,,20.html
Petra Eickhoff
Energiewende und Teilhabe Re: Krefeld (NRW) Nov. 2013: Partizipation heute, was ist es uns wert? Gedenken an Robert Jungk
Ich stelle mir vor: Die Zeit ist reif, dass vor Ort - in großen und kleinen Kommunen - sich Menschen zusammentun, um über ihre Zukunft selbst zu entscheiden - im Sinne einer nachhaltigen Lebenqualität für jetzt und zukünftige Entwicklungen. Dann machten wir uns Gedanken über autofreies Leben und kostenlosen ÖPNV, spielzeugarme Kinderzimmer und angstfreie Stadträume für Kinder und und und...
Es lohnt, Orte und Räume zu nutzen, um aus den Ideen großer Menschen zu schöpfen und für das Handeln zu lernen.
Stephan G. Geffers Schülerinnen und Schüler bei "Robert Jungk Weltbürger und Salzburger"
Heute Morgen gegen 10 besuchten etwa 20 Schülerinnen und Schüler einer Handelsschule die Sonderausstellung im Salzburg-Museum, direkt am Mozartplatz. http://www.salzburgmuseum.at/
Dr. Walter Spielmann (Leitung der Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen http://www.jungk-bibliothek.at ) und ich konnten aus Zeitzeugensicht eine Stunde lang die Schülerinnen und Schüler begeistern für das Leben des Zukunftswerkstätten-Vordenkers. http://www.robertjungk.at/jungkwirken.htm
Besonders interessierten sich die ca. 15-jährigen Besucherinnen und Besucher für die Proteste gegen die Atomgefahr und den Film "Strahlen aus der Asche" (Anfang der 1960er Jahre mit Dagobert Lindlau für das deutsche Fernsehen "gedreht"). Sie fragten uns, warum Jungk nach dem Krieg nicht zurück nach Berlin, sondern nach Wien ging. Das aufregendste Ausstellungsstück war für eine Schülerin die Original-Schreibmaschine http://www.salzburgmuseum.at/typo3temp/pics/e8c5ce6e08.jpg von "Bob", wie Robert Jungk von Freunden genannt wird.
Die Ausstellung ist noch bis zum 2. Juni 2013 zu sehen. http://www.salzburgmuseum.at/936.html Im Rahmen des Zukunftswerkstätten-Jahrestreffens kann sie auch während der Stadtführung am Freitag 3.5.13 ab 17:00 Uhr besucht werden.

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