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Mike Richter Warum du als Selbstständiger unbedingt einen Notfallplan haben solltest
Wer kümmert sch um deine Firma, wenn du es nicht kannst, weil du wegen einer Krankheit oder eines Unfalls handlungsunfähig bist? Hast du für diesen Fall jemanden bevollmächtigt? Wie geht das mit der Vollmacht? Welche Möglichkeiten gibt es? Welche Informationen braucht ein Bevollmächtigter, um sich schnell in deine betrieblichen und privaten Belange einarbeiten zu können? Diese Fragen und auch mögliche Lösungswege beantworte bzw. zeige ich dir in dieser und den kommenden Episoden.
Transkript
Hallo, in diesem Podcast geht es um das Thema Notfallplanung für Selbstständige.
Ich bin der Meinung, jeder Selbständige in Deutschland sollte einen Notfallplan haben und zwar für den Fall, dass er dauerhaft handlungsunfähig ist, sei es aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls. Denn ein solcher Plan sichert die Existenz der Firma, der Familie und der Mitarbeiter.
Wie muss ein guter Notfallplan aufgebaut sein?
Genau mit dieser Fragestellung beschäftigt sich dieser Podcast. Beginnen möchte ich allerdings mit dem Warum.
Warum überhaupt ein Notfallplan?
Dazu möchte ich dir eine kleine Geschichte erzählen. Ein Selbständiger, nennen wir ihn mal Michael, fährt über die Weihnachtsfeiertage mit seiner Familie in den Skiurlaub. Er ist ein sehr guter Skifahrer und fährt auch nur auf markierten und freigegebenen Pisten.
An einem Vormittag ist es kalt und die Sonne scheint, stürzt er und schlägt mit dem Kopf auf einen Stein. Er trägt beim Skilaufen zwar einen Helm, aber der Stein durchschlägt den Helm. Er wird bewusstlos und muss mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.
Leider wacht er dort nicht aus der Bewusstlosigkeit, es ist vielmehr eine Hirnschwellung aufgetreten und die Ärzte versetzen ihn in ein künstliches Koma. In diesem künstlichen Koma verbleibt er die nächsten Monate.
Der Fall wird dir wahrscheinlich bekannt vorkommen. Genau das ist unserem ehemaligen Formel-1-Weltmeister Michel Schumacher passiert.
Weitere prominente Beispiele, wo sich von einer auf die andere Sekunde das Leben geändert hat, sind unter anderem Gaby Köster, die Comedian.
Sie hatte einen Schlaganfall und musste sich über mehrere Jahre zurück in ein normales Leben kämpfen und auch die Sportmoderatorin Monica Lierhaus.
Sie hat sich einer Operation am Kopf unterzogen, es musste ein Aneurysma entfernt werden. Die Operation ist nicht ganz glatt gelaufen und auch sie hat mehrere Jahre gebraucht, um wieder ein halbwegs selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Was passiert in Deutschland, wenn du als Selbstständiger in einem solchen Fall nichts geregelt hast (das gilt nicht nur für Selbständige, sondern auch für alle anderen Privatperson)?
Wenn du nichts geregelt hast, wird in einem solchen Fall, wo du dauerhaft handlungsunfähig bist, das zuständige Amtsgericht einen gerichtlichen Betreuer bestellen, der deine Geschäfte übernimmt.
Das kann ein Familienangehöriger sein, muss es aber nicht. Das können genauso gut ein externer Berufsbetreuer sein. Die Chancen dafür stehen ungefähr bei 50/50.
Die Fragestellung ist nun für dich als Selbständiger, kennt sich denn der gerichtlich bestellte Betreuer, sei es ein Familienangehöriger oder noch schlimmer, ein Externer, überhaupt in deiner Firma aus?
Tut er das nämlich nicht, ist deine Firma extrem gefährdet. Wenn er sich nicht in einer Firma auskennt, wird sie in Schwierigkeiten geraten. Wenn es der Firma schlecht geht, geht es den Mitarbeitern schlecht, deren Familien geht es schlecht und auch deiner Familie wird es dadurch schlecht gehen.
Deswegen das Thema Notfallplanung, absoluter Existenzschutz.
Existenzschutz für deine Firma, für deine Mitarbeiter und für deine Familie.
Stell dir doch mal folgende Fragen:
Was, wenn dir das passiert, was dem Michel Schumacher passiert ist?
Was würde dann mit deiner Firma, mit deiner Familie, mit deinen Mitarbeitern passieren?
Wer leitet deine Firma?
Kann deine Firma überhaupt ohne dich weiterlaufen oder bist du derjenige, der das ganze Knowhow im Kopf gesammelt hat?
Wenn du schon einen Schritt weiter geplant hast und vielleicht schon jemanden für einen solchen Fall bevollmächtigt hast mit einer Vorsorge oder Unternehmervollmacht, hast du ihm denn einen Plan erstellt, damit er überhaupt weiß, was zu tun ist? Damit der weiß, was in deiner Firma abgeht und was wichtig ist?
Du solltest auf jeden Fall einen Notfallplan haben, denn dieser Notfallplan schützt Existenzen.
Er schützt die Existenz, ich sage es nochmal, weil es so wichtig ist, deiner Firma, damit dann auch im Zweifel deiner Kunden.
Du wirst mit Sicherheit etwas machen, was deinen Kunden weiterhilft und wenn es deine Firma nicht mehr gibt, dann haben die vielleicht auch ein Problem.
Wie gesagt, es schützt die Existenz deiner Firma, deiner Familie und deiner Mitarbeiter.
Der Notfallplan sollte so gestrickt sein, darum geht es dann auch in den nächsten Folgen, dass sich dein Bevollmächtigter innerhalb eines Tages einen Überblick über deine wichtigsten Belange, sei es betrieblich oder privater Natur, machen kann, so dass schnell gehandelt werden kann und schnell alles zumindest betrieblich seinen normalen Gang gehen kann.
Gucken wir auf die nächsten Folgen. In der kommenden Folge werden wir uns mit dem Thema Vorsorgevollmacht, Unternehmervollmacht, Patientenverfügung beschäftigen und da auch noch mal konkret darauf eingehen, wie ist die gesetzliche Situation, wenn du keine Vollmachten erteilt hast und was kannst du tun, wenn dir die gesetzliche Regelung nicht gefällt.
In den weiteren Folgen geht es dann darum, dir eine Übersicht zu geben, was alles zur Notfallplanung dazugehört. Das heißt, du bekommst eine konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du deinen Notfallplan aufbaust.
Und am Schluss mache ich dann nochmal eine zusammenfassende Folge, so dass du in dieser Folge dann nochmal stichpunktartig aufgezeigt bekommst, warum es so wichtig ist, einen Notfallplan zu haben und wie du deinen Notfallplan schnell und einfach erstellst.
Das war es für die heutige Episode.
Noch mal kurz in der Zusammenfassung:
Als Selbstständiger solltest du auf jeden Fall einen Notfallplan haben und zwar für den Fall, dass du dauerhaft handlungsunfähig bist, sei es aufgrund einer Krankheit oder sei es aufgrund eines Unfalls.
Denn ein solcher Notfallplan schützt die Existenz deiner Firma, deiner Familie und deiner Mitarbeiter.
Es ist deine Pflicht als Unternehmer und Selbständiger, das zu regeln. Du solltest das regeln, denn wenn du nichts regelst, regelt das Gesetz das für dich und das ist nicht schön. Ich kann es dir schon mal vorwegsagen.
Wenn du dich jetzt schon mal noch intensiver mit dem Thema Notfallplanung für Selbstständige und Vorsorgevollmacht, Unternehmervollmacht, Sorgerechtsverfügung, Patientenverfügung beschäftigen möchtest, dann besucht doch einfach mal meinen Blog. Ich packe dir den Link in die Shownotes.
Es gibt da auf meinem Blog einen Extrabereich, der sich rund um dieses Thema dreht, wo du auch weitere Informationen herunterladen kannst zum Thema Notfallplanung und auch zum Thema Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.
Soviel heute von mir. Ich hoffe, du schaltest auch die nächste Episode ein.
Ich wünsche dir bis dahin eine schöne Zeit, bleibt gesund, liebe Grüße, dein Mike.
Wenn Du die Podcastfolge hören möchtest, gehe doch bitte auf meinen Blog. Dort schreibe ich auch über die Themen „Papierloses Büro“ und „Effektives/Effizientes Arbeiten“.
https://www.mike-richter-hilft.de/warum-du-als-selbststaendiger-unbedingt-einen-notfallplan-haben-solltest/
Andreas Lutz Wie der SPIEGEL Scheinselbstständigkeit definiert…
SPIEGEL online hat heute in dem Aufmacher-Beitrag „Strafanzeige gegen Ursula von der Leyen“ Scheinselbstständigkeit auf ganz neue Art und Weise definiert:
„Als scheinselbstständig bezeichnet man Personen, die zwar als selbstständige Unternehmer auftreten, aber nur einen Auftraggeber haben. Wird dies festgestellt, muss der Auftraggeber die entsprechenden Sozialleistungen für den Arbeitnehmer nachzahlen. Wird ein Vorsatz nachgewiesen, kann der Arbeitgeber juristisch belangt werden.“
Leider trägt die populäre Nachrichtenseite damit zur ohnehin bestehenden Begriffsverwirrung weiter bei. Wir haben den zuständigen Redakteur Matthias Gebauer angeschrieben und zu seiner Definition folgende Hinweise gegeben:
- Selbstständige Unternehmer, die nur für einen Auftraggeber arbeiten (oder mehr als 5/6 ihres Jahresumsatzes mit einem Auftraggeber machen) nennt man „arbeitnehmerähnlich Selbstständige“. Wird dies festgestellt und liegt kein Befreiungstatbestand vor, sind sie rentenversicherungspflichtig, d.h. sie selbst müssen für das laufende und die letzten vier Jahre Rentenversicherungsbeiträge nachzahlen. Hinzu kommen Verzugszinsen von 12% p.a. Der Auftraggeber hat damit nichts zu tun.
- Scheinselbstständigkeit liegt dagegen vor, wenn ein Auftragnehmer in betriebliche Abläufe des Auftraggebers eingebunden ist und weisungsgebunden arbeitet. Zur Konkretisierung haben die Deutsche Rentenversicherung sowie die Sozialgerichte detaillierte Kriterien entwickelt (die aber leider der heutigen Arbeitswelt nicht mehr gerecht werden).
- Scheinselbstständigkeit ist zudem keine Eigenschaft einer Person, sondern immer nur eines Auftragsverhältnisses (vgl. z.B. Wikipedia-Eintrag).
- Konsequenz der Feststellung von Scheinselbstständigkeit ist (das schreiben Sie richtig), dass der Auftraggeber Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil der Sozialversicherungsbeiträge nachzuentrichten hat, wiederum mit hohen Verzugszinsen.
- Wird ein Vorsatz nachgewiesen, hat dies die Konsequenz, dass die die Beitragsnachforderungen statt nach vier Jahren erst nach 30 Jahren verjähren. Das führt bei lange bestehenden Auftragsbeziehungen natürlich zu sehr hohen Nachforderungen. Außerdem kann es dann zu strafrechtlichen Kosequenzen für den Auftraggeber kommen. (Ist es das, was Sie mit „juristischen Konsequenzen“ meinen?)
- In den allermeisten Fällen beschäftigt sich nicht die Justiz im Rahmen einer Anzeige mit diesen Themen. Vielmehr können Auftraggeber oder Auftragnehmer ein Statusfeststellungsverfahren (dann „Antragsverfahren“ genannt) bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen.
Meinen Leserbrief habe ich wie folgt beschlossen:
„Ich würde mir vom SPIEGEL sehr wünschen, dass er sich mit dem Thema Scheinselbstständigkeit eingehender und faktenbasiert beschäftigt. Leider besteht dazu in der Öffentlichkeit nur ein gefährliches Halbwissen.
Die Art und Weise wie die aktuelle Rechtslage zu diesem Thema von der DRV umgesetzt wird, ist nach Meinung von mit dem Thema befassten Juristen und Berufsverbänden skandalös, weil es dazu führt, dass massenhaft Aufträge ins Ausland verlagert werden (müssen). Ich würde mir sehr wünschen, dass Sie dieses Thema aufgreifen. Natürlich stehe ich gerne als Gesprächspartner zur Verfügung und/oder vermittle andere Experten. Das Thema ist für die Betroffenen so schlimm, dass wir jetzt angefangen haben, dazu Selbsthilfegruppen einzurichten.“
Die Aufzählungspunkte von oben habe ich auch als Kommentar Nr. 169 unter dem Artikel gepostet. Ihr seid herzlich eingeladen, dort auch selbst einen Kommentar abzugeben.
Ralf Sowa Jörg Lenau Andreas Niehof
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Andreas Niehof


>>... also können die Steuerberater auch zu mir kommen.

>Das hätten die vor 20 Jahren tun sollen. Vermutlich wäre das Thema dann nicht in das heutige Volumen eskaliert.
>M. E. war die damalige Gesetzeslage (Renten- wie Steuerrecht) eindeutig, auch sehr verständlich in den Gesetzen beschrieben. (Und dem entsprechend, was Oliver oben lebt, beschreibt, kritisiert.) Nur wurde es zunehmend missachtet mit der Folge, dass es längst so viele Verstöße gibt, dass die nicht mehr geahndet werden können.
Die Gesetzeslage ist eigentlich sehr eindeutig, ein Scheinselbstständiger kann sich doch freuen, er bekommt Rentenpunkte die er nicht zahlen muss, Krankenversicherung bekommt er bezahlt und wenn er das ein bisschen geschickt anstellt, kann er auch bei Gericht im Rahmen einer Kündigungsabwehrklage noch einiges erreichen. Die meisten Unternehmen kalkulieren das erwischt werden mit ein, ich kenne zwei Unternehmen im Bereich Qualitätssicherung, die bekommen alle 4 Jahre einen auf den Deckel. Für die ist es aber günstiger alle 4 Jahre diverse Prozesse zu führen als Mitarbeiter einzustellen.
Der einzige der verliert ist der "arbeitnehmeränlich Selbstständige", der darf alles selber zahlen und das mit einem Hungerlohn.
Ich bin dafür die Gesetzte so zu ändern das es nur noch Scheinselbstständige gibt und keine arbeitnehmerähnlich Selbstständigen mehr. Gleichzeitig die Impat und Expat Regelungen verschärfen und das Thema ist vom Tisch.
Nur für XING Mitglieder sichtbar n-tv mobil: Justiz ermittelt gegen von der Leyen
Ist das nicht herrlich paradox?
https://www.n-tv.de/20676951
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Roland Gelzleichter
Was wird passieren? nichts. Außer, dass man einen großen Teppich sucht, unter den man alles kehren wird. Und überhaupt: warum braucht man angesichts der Heerscharen qualifizierter MA in den Ministerien und Stäben externe Berater?
Jörg Lenau Die Definition der Arbeitszeit
Wie ich erfahre, besteht ein abstruses Mißverhältnis beim Arbeitsamt (und nicht nur dort, sondern generell!) bezüglich der Arbeitsverhältnisse Selbständiger. Dies ist anzutreffen im Bezug auf die Arbeitslosenmeldung Derer, welche neben der beruflichen Tätigkeit eine selbstständige Tätigkeit betreiben.
Im Antragsverfahren wird (gemäß der Vorgabe von § 138 SGB III - 1.3) die Anforderung gestellt, die Arbeitsstunden der selbstständigen Tätigkeit anzugeben.
Hierzu einmal die Definition von Arbeitszeit:
Arbeitszeit ist im Arbeitsrecht der Zeitraum, in welchem ein Arbeitnehmer seiner Arbeitspflicht nachkommen muss, wobei Arbeitspausen meist nicht mitzählen. Der Komplementärbegriff ist die Freizeit.
Sachstand ist dem gegenüber, daß es für Selbständige keinen Sachverhalt von Arbeitszeit gibt!
Jörg Lenau
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