Dieses sicherlich sehr extreme Beispiel für Erfolge im lebenslangen Lernen fand ich in der FAZ vom 16.5.2015:
Die Kinderärztin Ingeborg Syllm-Rapoport hatte ihre mündliche Promotionsprüfung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf abgelegt. Der Hintergrund: Sie hatte ihre Dissertationsschrift über Diphtherie bereits 1937/38 während ihrer Tätigkeit als Assistenzärztin am Israelischen Krankenhaus Hamburg angefertigt. Die Zulassung zur mündlichen Prüfung wurde ihr aber wegen ihrer jüdischen Abstammung verweigert. Nach ihrer Rückkehr 1952 aus dem Exil in den Vereinigten Staaten ging sie in die DDR und wurde dort eine hochdekorierte Professorin für Neonatologie (Neugeborenenheilkunde) an der Berliner Charité. Mit der nachträglichen Promotion nach der neuesten Promotionsordnung wollte sie das erlittene Unrecht des dunkelsten Kapitels unserer Geschichte für sich selbst endgültig bewältigen. Nun kann sie sich "Prof. Dr. Dr. nennen.