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Chemie in Wirtschaft und Wissenschaft aus erster Hand – die Xing-Gruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) – xing.to/chemie

Ulf Stalmach Digitalisierung in der Lackbranche? - „Das ist Nix für uns, da sind wir viel zu klein für!“
„Lack entsteht durch intelligentes Zusammenrühren von verschiedenen Zutaten, das geht nur manuell und nicht digital!“ – So oder so ähnlich kann man sicher argumentieren, und das stimmt ja auch auf eine gewisse Weise. Hat die Lack-Industrie also mit Digitalisierung nichts am Hut? Braucht die Branche keine Angst zu haben, beim Verzicht auf den „Hype Digitale Transformation“ etwas zu verpassen?
Mitnichten – selbstverständlich lassen sich auch in dieser Branche Prozesse optimieren, Reaktionszeiten verkürzen, Risiken vermeiden und Geld einsparen! Wahrscheinlich sind wir nur bei den medienwirksamen „neuen Geschäftsmodellen durch digitale Vernetzung“ ein bisschen außen vor – eine „sich beim Lackhersteller selbständig meldende lackierte Oberfläche, die wegen ernsthafter Belastungen in den nächsten 3 Wochen entfernt und durch ein hochwertigeres, den Anforderungen angepasstes Lacksystem ersetzt werden möchte“, ist dann vielleicht doch ein bisschen viel Science Fiction – zumindest was die nahe Zukunft betrifft!
Little Data statt Big Data!!
Aber Hand aufs Herz: wenn die Spezialität Lack sich nicht direkt digitalisieren lässt, muss das ja nicht zwingend heißen, dass die ganze Branche die Möglichkeiten ignorieren kann. Dafür ist die Thematik viel zu vielschichtig! Und es muss auch nicht gleich ein neues Business-Modell, eine Big Data-Kampagne zur Kundenanalyse oder eine voll-automatisierte Produktion sein – in jeder Lackfabrik liegen ausreichende Vorräte an „Little Data“-Schätzen bereit und warten nur darauf, gehoben zu werden! Digitalisierung ist nicht nur „überall einen Sensor dran und dann Datenbanken füllen“ – die Grundlage ist vielmehr „nutze die verfügbaren Möglichkeiten, um von den bisherigen, meist linearen Prozessmodellen zu einem vernetzten Arbeiten und Denken zu gelangen. Cross-funktional statt Abteilungs-Silo, Flexibilität statt starre Vorgabe“!
Manchmal (oft??) ist es nicht notwendig, das Rad neu zu erfinden – man kann Vorhandenes einfach mal anders als bisher, auf eine smarte Art und Weise nutzen und kombinieren, um andere Ergebnisse als bisher zu erreichen. Ein spezifisches Ziel und eine Portion (Daten-)Kompetenz können da schon Wunder bewirken, auf die man dann weiter aufbauen kann. "Die richtigen, smarten Fragen stellen" ist hier ein entscheidendes Stichwort!!
Beispiel gefällig?
Wer würde in einer hierarchisch abteilungs-orientiert aufgestellten Lackfabrik bei einer Fragestellung wie z.B.
„Wenn Rohstoff A einen Inhaltsstoff B enthält, der zukünftig aufgrund von REACH nicht mehr zu Verfügung steht – wer liefert uns dann Ersatz, welche Kunden sind davon betroffen und müssen kontaktiert werden, welche Rezepturen müssen wie überprüft werden, und welche Freigaben und Zertifikate müssen neu ausgearbeitet werden, um hier nicht in Zeitnot zu gelangen? Wieviel Rohstoff muss ich vor Inkrafttreten noch kaufen und auf Lager legen, und welche Produkte bzw. Kunden sind eher kritisch und müssen mit der alten Qualität möglichst lang beliefert werden, welche Kunden sind eher unkritisch und können schnell umgestellt werden? ...“
federführend für die Antwort(en) sorgen? Produktion, IT, Einkauf, Vertrieb oder doch die Technik?
Die Standard-Antwort wird sicher in vielen Fällen sein: „na ist doch klar, das müssen die Anderen machen, ich habe dazu nicht die passenden Ressourcen“. Pragmatisch wird es dann darauf hinauslaufen, dass jeder ein bisschen zuarbeitet – nacheinander, Abteilung für Abteilung. Schnell ist das dann sicher nicht, besonders wenn Rückfragen ein erneutes Durchlaufen der Kaskade nach sich zieht!
Verbesserungs-Vorschlag:
aus (dezentral) vorhandenen Unternehmensdaten Wissen faktenbasiert ableiten und nutzen, um schneller bessere Entscheidungen treffen zu können.
Methode:
1. die logisch zusammengehörenden Informationen sinnvoll vernetzen, zentral verfügbar machen und gegebenenfalls durch Zusatz-Informationen anreichern.
2. Mittels der so erzeugten Datentransparenz und der notwendigen Daten-Kompetenz aus den Daten nutzbares Wissen erzeugen.
Alle zur Beantwortung der Fragestellung benötigten Daten sind mit Sicherheit innerhalb der Firma vorhanden – nur nicht an einem Ort, sondern verteilt, evtl. auch nur in den Köpfen einzelner Mitarbeiter. Durch die Datenvernetzung sind erste Lösungsvorschläge idealerweise auf Knopfdruck verfügbar und können abgearbeitet werden, bzw. eine Shortlist mit potentiellen Ansprechpartnern für Rückfragen steht schnell zu Verfügung.
Und wenn man diese Art des "anderen Denkens und Arbeitens" einmal positiv verinnerlicht hat - DANN ist auch eine gute Grundlage geschaffen, sich mit den größeren Digitalisierungsthemen auseinanderzusetzen!
Wäre das ein gangbarer erster Schritt in Richtung "Lack-Industrie 4.0"? Ich bin sehr gespannt auf Ihr Feedback!!
Sonnige Grüße aus Leonberg
Lieber Herr Stalmach, danke für Ihren interessanten Beitrag. Was Sie hier so schön als Little Data bezeichnen, treibt natürlich viele Unternehmen in fast allen Branchen um – und auch wir in der GDCh-Geschäftsstelle erweitern beständig unsere IT-Infrastruktur, harmonisieren und vereinfachen, führen zusammen und modernisieren. Aktuell ist auch die EU-Datenschutz-Grundverordnung ein großes Thema, mit dem wir uns auseinandersetzen – und auch hier spielt die IT eine wichtige Rolle.
Viele Grüße aus Frankfurt
Maximilian Bräutigam
Stefan Kirsch Erfolgreiches Jahr 2018!
Liebe Mitglieder der Fachgruppe Lackchemie,
ich hoffe Sie hatten alle einen guten Start in 2018. Auch im neuen Jahr freue ich mich mit Ihnen zahlreiche Events rund um das Thema Lack besuchen zu können. Zu nennen sind hier die Branchentreffs als auch der internationale ETCC, dieses Jahr in Amsterdam. Die 82. Lacktagung, vom 12-14. September 2018 in Bayreuth, wird sich mit dem Einfluss der Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette der Lackindustrie beschäftigen. Bitte achten Sie auf den „Call for Papers“ der im Januar zirkulieren wird. Wir hoffen auf zahlreiche Meldungen für Vorträge oder, neu in diesem Zusammenhang, ist die Möglichkeit der Teilnahme an einer Poster-Session.
Mit besten Grüßen
Stefan Kirsch
Holger Bengs
Hallo Herr Kirsch,
danke für den 1. Post des Jahres.
Eine Bitte: Stellen Sie doch bitte, wenn es Zeit wird oder sich die Programme festigen die einzelnen Events unter Termine vor, mit einem Hyperlink auf die jeweilige Homepage. So erreichen Sie noch mehr Interessierte und tragen zur Lebendigkeit unserer Gruppe bei.
Ein tolles 2018, rund um Lacke und Innovationen.
Holger Bengs
Holger Bengs Lacktreff - nicht am - aber von NIL: Lacktreff der NIL am 02. November 2017, Titandioxid am Pranger, Nürnberger Interessensgruppe Lack (NIL) lädt ein
Interessanter Termin für die Mitglieder dieses Forums und alle anderen:
Nix mehr mit Weisseln der Wohnung, schrieb sinngemäß Nachrichten Chefredakteur Christian Remenyi im letzten GDCh-Newsletter: Titandioxid steht am Pranger.
Die Nürnberger Interessengruppe Lack (NIL) hat den Diskussionbedarf sehr früh erkannt und lädt am 2. November 2017 nach Neumarkt ein.
Im weiteren der Wortlaut der Einladung des Veranstalters, update auf der Homepage.

>Übrigens: Wer Jürgen Kiroff, das Original, besser bekannt als "Lack Schorsch" noch nicht kennt, muss unbedingt kommen, Titandioxid hin oder her.
Nun also die Einladung, Anmeldung direkt über die Hompage:
Einladung zum nächsten Lacktreff der NIL am Donnerstag, den 02. November 2017, in Neumarkt
Die Nürnberger Interessengruppe Lack (NIL) lädt alle Interessierten ganz herzlich zum nächsten Lacktreff am Donnerstag, den 02. November 2017, um 19 Uhr im Berghotel Sammüller, Schafhofstrasse 25, 92318 Neumarkt ein.
Thema ist Titandioxid, das zur Zeit in der EU als Stoff „mit Verdacht auf krebserzeugende Wirkung bei Menschen“ durch Einatmen diskutiert wird.
Gastgeber sind die Kronos Titan GmbH und Keyser&Mackay mit drei aktuellen Vorträgen:
Dr. Volker Schmitt, KRONOS International Inc.
"Titandioxid - weiß, deckend, schützend - ohne geht's nicht "
Dr. Norbert Beyer, KRONOS International Inc.
"Einstufung und Kennzeichnungsvorschlag für Titandioxid: Status und mögliche Auswirkungen"
Gerald Höglinger, euroMinerals GmbH
„INBOND - funktionelle Weißpigmente“
Stefan Kirsch 81. Lacktagung –Berlin 2017
Im Rahmen des Wissenschaftsforums Chemie 2017 der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) am 12. und 13. September 2017 an der Freien Universität und im Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem präsentiert die Fachgruppe Lackchemie aktuelle Trends in der Beschichtungstechnolgie. Wir freuen uns auf interessante Diskussionen, auch gerade fachübergreifend mit Interessenten anderer Fachgruppen. Eine Programmübersicht finden Sie auf der Homepage wifo2017.de . Mitglieder der Fachgruppe möchte ich gerne auf die Mitgliederversammlung am Dienstag den 12.09 um 16.20h im Hahn-Hörsaal (Harnack-Haus) aufmerksam machen.
Mit besten Güßen
Stefan Kirsch
Bernhard Münzing Graphen und Lack
Die nachstehend genannte Forschungsarbeit am IPA wird die Wirkungsmechanismen von Graphen im Korrosionsschutz untersuchen. Damit wird das Verständnis, warum Graphen erfolgreich im Korrosionsschutz eingesetzt wird, verbessert.
Graphen - lange nur in der Grundlagenforschung verwendet - ist in der industriellen Anwendung im Lackbereich - aber nicht nur dort - angekommen - nun auch in Europa. Ohne Namen nennen zu können, kann ich mitteilen, dass die Additivierung von Lacksystemen mit Graphen zum Erfolg - sowohl in wasserbasierten Systemen als auch bei lösemittelhaltigen Systemen - geführt hat. Die Erfolge sind immer dann möglich, wenn Graphen gut in den Systemen dispergiert wird. Hierzu liefern die Graphen-Produzenten immer ausführliche Anleitungen und erweitere Produktsortimente. Die Zusammenarbeit mit entsprechenden Apparateherstellern werden gerade begonnen.