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HEALZZ.community

Die HEALZZ.community verpflichtet sich dem Dialog in sich verändernden Gesundheitsmärkten. Begehe die Brücken, die diese Community tragen.

Maja Timm Raus aus der Antibiotikamisere! Oder doch nicht?
Die Lösungsansätze zur Bekämpfung der (Zunahme von) Antibiotikaresistenzen sind so vielfältig wie bekannt. Es beginnt mit der Forderung nach einem zurückhaltenderen Verordnungsverhalten vieler Ärzte und geht direkt über in die Kritik an unserer gesellschaftlich gewollten (?) "Stetsverfügbarkeit", die in der oft unsinnigen Forderung nach Antibiotika resultiert. Diese wiederum bringt Ärzte in ein Haftungsdilemma und erhöht den Verschreibungsdruck. Dann wäre da der Bereich Hygiene im Krankenhaus, der - so zumindest das Klischee - in einigen Nachbarstaaten scheinbar ganz leicht in den Griff zu kriegen ist. Im Fokus sind auch der Antibiotikaeinsatz der Landwirtschaft und die Durchseuchung des Trinkwassers, die unsere systemische Belastung in die Höhe treiben. Und dann ist da noch die regulative Ebene: Während Antibiotika selbstverständlich/e Kassenleistung sind, müssen Phytotherapeutika, die den einen oder anderen Infekt wirksam lindern könnten, aus eigener Tasche bezahlt werden. Wen wundert da der Ruf nach der schnell wirksamen kostenlosen Keule? Falls sie denn wirkt ...
So viele Ansätze und so wenige Fortschritte in der Sache: Beim 23. Eppendorfer Dialog zur Gesundheitspolitik werden am kommenden Dienstag Experten und Entscheider des Gesundheitswesens unterschiedliche Maßnahmen vorstellen und kritisch bewerten. Das Ziel ist es, eine Lösungsstrategie zu entwickeln, die alle Aspekte vereint und somit tatsächlich geeignet ist, die Antibiotikamisere in den Griff zu bekommen. Besonders spannend ist dabei auch die medizinethische Perspektive: Wie gehen wir mit dem gesellschaftlichen Druck um, der es uns verbietet, krank zu werden? Und: Wie schaffen wir Verteilungsgerechtigkeit, wenn uns immer weniger (Reserve-)Antibiotika zur Verfügung stehen, um Krankheiten zu bekämpfen, die lange harmlos schienen, nun aber wieder eine tödliche Bedrohung darstellen?
Wer sich an der Diskussion beteiligen und Einfluss nehmen möchte, ist herzlich eingeladen, sich zur Teilnahme am Eppendorfer Dialog anzumelden: https://www.xing.com/events/23-eppendorfer-dialog-thema-antibiotikaresistenzen-2074654 Eins ist sicher: Es wird spannend!
Nur für XING Mitglieder sichtbar Fortbildung vom Sofa aus
Die Arbeit im Gesundheitswesen ist nicht gerade ein Musterbeispiel für Flexibilität: Fast immer ortsgebunden, in festen Diensten und Schichten, schlimmstenfalls mit ungeplanten Überstunden.
Und dann kommen noch die Pflichtfortbildungen hinzu: In einem kahlen Seminarraum versuchen 20 Leute gleichzeitig, die Augen offen zu halten.
Dass es auch anders geht, zeigt unser Interview mit Frau Wirthmüller von Relias Learning, Anbieter von E-Learning und Blended Learning im Gesundheitswesen:
https://www.serapion.de/interview-mit-relias-fortbildung-wenn-die-kinder-im-bett-sind/
Nur für XING Mitglieder sichtbar eGK - Notfalldatensatz, Medikationsplan und DPE, Feldtest startet nun doch
Mathias Leyer "TSVG" - Terminservice- und Versorgungsgesetz
Den Jens Spahn würde ich gerne mal einladen und an die Hand nehmen. Z.B. dass er mich in eine Arzt- und Zahnarztpraxis begleitet.
Dann sieht und erkennt auch ein Minister, was sinnvoll, machbar ist und was einem wilden Aktionismus gleicht!
Mathias Leyer, Gesundheitsökonom FH
#jensspahn #tsvg #terminserviceundversorgungsgesetz #gesundheitsreform
Nur für XING Mitglieder sichtbar Die Ärztenetze unterscheiden 3 Konzepte bei der Speicherung der Behandlungsdaten:
Frank Stratmann Ich bin empört - wir sind empört
Mich stört, wie wir alle, die sich hauptberuflich mit dem Beharrungsvermögen des deutschen Gesundheitswesens auseinandersetzen, unsere Ungeduld nur noch genervt zur Diskussion reichen.
Die gesamte Szene rutscht ab in Zynismus und Polemik. Empörung überall. Mal sind die Ärzte schuld, dass sich nichts bewegt. Dann werden von selbigen die Patienten schlecht gemacht, weil sie sich neuerdings nicht mehr so verhalten, wie das System es von Ihnen erwartet. Studien belegen, dass Krankenversicherungen den Anschluss verpassen und mutmaßlich von Google und Amazon bedroht werden. Krankenhäuser sind nach Auffassung meiner Mitstreiter quasi durch. Reparaturanstalten am Rande der Gesellschaften.
Sind Sie auch beim 7. Bayerischen Tag der Telemedizin? Ich würde gern mal persönlich mit Ihnen über diesen - wahrscheinlich für viele überraschenden - Beipackzettel diskutieren. Falls nicht, nutzen Sie doch gern die Gelegenheit, hier oder in den angeschlossenen Sozialen Netzwerken Ihre Meinung zu sagen. Drüben auf XING News habe ich diese Gedanken ebenfalls veröffentlicht. https://healzz.link/normative-empoerung
Wie komme ich darauf In letzter Zeit habe ich besonders viele Texte geschrieben. Das waren Texte zur internen, ganz persönlichen Entwicklung im geschäftlichen Sinn. Tagebuch, aber auch Fachbeiträge und Aufsätze für Blogs, Fachmagazine und Bücher waren dabei. Und wissen Sie was? Ich kann es nicht mehr hören. Ich bin von mir selbst empört. Bei aller konstruktiven Schreibweise. Ich lese zwischen den Zeilen meine eigene Gereiztheit. Und dann habe ich mich mal umgesehen. Hier in der Gruppe, auf Twitter sowieso. Bashing mit dem Ziel, unser Gesundheitssystem todzuquatschen.
Als Autor kann ich dem inflationären Wort Digitalisierung kaum entgehen. Dieser Begriff setzt ein hohes Maß an Abstraktionsvermögen voraus, das ich niemandem absprechen möchte. Doch scheint mir ein Grad der Entfremdung eingetreten zu sein, der es uns im Alltag von Gesundheitseinrichtungen und anderswo in der Gesundheitswirtschaft nicht mehr möglich macht, die nötige Sorgfalt aufzubringen, den schriftlichen Diskurs zu wagen.
Am schlimmsten empfinde ich tatsächlich den mangelnden Pragmatismus in der Lösungsorientierung derer, die etwas verändern wollen. Mich eingeschlossen.
Vielleicht ist alles zu komplex geworden. Vielleicht geht an der einen Stelle tatsächlich nichts, wenn sich an anderer Stelle nichts bewegt. Bei allem Mut und bei jeglicher Willenskraft. Kapituliert das deutsche Gesundheitswesen bereits?
Ich bin sehr interessiert an Ihren Überlegungen, was es braucht, die Errungenschaften unseres Gesundheitssystems - so tradiert sie auch erscheinen - zu erhalten, ohne dabei den Blick in Richtung Zukunftsmedizin zu verlieren. Wie bleibt Medizin unter dem Aspekt einer Digitalisierung des Gesundheitssystems menschlich oder wird sogar menschlicher? Wie lässt sich Zukunftsmedizin finanzieren? Vorschläge liegen zwar auf dem Tisch, werden aber im Diskurs zu wenig konstruktiv berücksichtigt.
Klar. Es geht nicht von heute auf Morgen. Aber was wäre der Weg, den Sie befürworten? Bitte. Ich erwarte keine komplexen Konzepte und Theorien, die sie an ihrem Lehrstuhl, den sie gar nicht haben, ausgebrütet haben. Ich bin interessant an pragmatischen Grundsätzen, die wir gemeinsam zusammentragen.
Inspirieren Sie mich für eine meiner nächsten Podcastfolgen. Ich bin außerdem noch auf vielen Veranstaltungen in diesem Jahr. Dort können wir uns treffen und mal persönlich ein paar Dinge besprechen. Vielleicht auch in einem kleinen, größeren Kreis. Das nächste Mal sehen wir uns beim https://healzz.link/7BTT. Später im Jahr gibt es noch den https://healzz.link/betablogr-HSK19 und zuvor im Mai triffst Du mich in Leipzig bei der Frühjahrstagung: Krankenversicherungen im Wandel. Aber zunächst freue ich mich auf Ihre Eingaben hier. Die https://healzz.link/xpomet ist zwar erst im Herz, kooperiert aber eng mit der von mir initiierten HEALZZ.community. Hier auf XING und unter #WEHEALZZ in vielen anderen Netzwerken.
Ärzten kann ich ein ganz besonderes Angebot machen. Anfang Juni 2019 diskutieren wir in Hamburg im Rahmen eines eintägigen Barcamps den Weg zur SmartPraxis. Nutzen Sie auch gern Mein Zeitgeschenk unter, um sich mit mir zu besprechen.
Robin Melior Axel G. Tausch
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Letzter Kommentar:
Martin Schambeck
"Die gesamte Szene rutscht ab in Zynismus und Polemik. Empörung überall. " Nicht die ganze Gesundheitsszene rutsch ab sondern die Gesellschaft an sich hat sich zu einer Empörungsmaschine entwickelt. Die technischen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation und der damit verbundenen beliebigen Vervielfältigung von Beiträge, Meinungen und Inhalten haben dazu geführt, dass sich jeder zu allem äussern kann, frei nach Karl Valentin: "Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht von allen". Durchzudringen ist fast nur noch mit der schnellen, polemischen und Effekt haschenden Äusserung.
"Ich kann es nicht mehr hören. Ich bin von mir selbst empört. Bei aller konstruktiven Schreibweise. Ich lese zwischen den Zeilen meine eigene Gereiztheit." Das ist wenig überraschend, der Mensch bleibt nun mal Mensch und damit ein sensorisch reagierendes Tier. Ein Trommelfeuer von Eindrücken führt zu Gereiztheit - die Sensorik macht schlapp und Körper & Geist reagieren gesund mit einer Abwehrhaltung. Nur das der Effekt nicht ist, dass die Diskussion, das Trommelfeuer nachlässt sondern ständig weiter an der Schraube der Empörung dreht.
"Bashing mit dem Ziel, unser Gesundheitssystem todzuquatschen." Auch das würde ich nicht auf das Gesundheitssystem reduzieren. Europa, Umwelt, Bildung ... es wird empört ohne Ziel und Weg.
"Am schlimmsten empfinde ich tatsächlich den mangelnden Pragmatismus in der Lösungsorientierung derer, die etwas verändern wollen. Mich eingeschlossen. Vielleicht ist alles zu komplex geworden." Dann sehe ich für jeden einzelnen eigentlich nur die Chance seinen Seelenfrieden zu finden, in dem er sich seinen eigenen pragmatischen Horizont absteckt und dort buttom-up seine Einflusssphäre verändert. Was aber ist die Alternative bei den großen Linien? Eine Antwort, die ohne die üblichen Floskeln daherkommt muss ich schuldig bleiben, denn ich habe sie nicht. Ein Blick auf die nachfolgende Generation macht zumindest Mut, dass dort jungen Menschen auftreten, die vieles infrage stellen, alte Zöpfe erst gar nicht weiter wachsen lassen und von vorn herein neue Wege beschreiten. Alleine dieser Ausblick macht mich optimistisch und motiviert zu einer Lösung weiter beizutragen.