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Smart Paint Factory - Lackherstellung im Digitalen Zeitalter

Die Lackfabrik der Zukunft: Digitalisierung , neue Werkzeuge, Ideen und Methoden für mehr Effektivität und Produktivität in der Lackbranche!

Ulf Stalmach Viele Wege führen zur Digital Factory
Was mir ein bissle auf den Keks geht: warum stehen in allen Artikeln immer wieder die Fragen nach "was ist wichtiger", "A vs. B", "entweder... oder.."? Wenn vorher im Text klipp und klar steht, dass zusammengeführt/vernetzt und verschmolzen werden muss?
Wann geht es endlich in die Köpfe rein, dass die bisherige Art zu Denken und zu Arbeiten, unter den zukünftigen (naja, eigentlich schon "aktuellen") Rahmenbedingungen einfach nicht mehr passfähig sind/sein können?
Aber zumindest der Titel des Beitrags ist schon mal gut...
Thomas Grüner Losgrößenoptimierung bei der Lackherstellung
Ein anspruchsvoller Artikel aus der FARBE UND LACK, der schon im letzten Jahr veröffentlicht wurde.
Wichtig und nützlich bei der Entscheidung, die Mindestanfertigungsmenge in einer Lackfabrik zu definieren.
Sicherlich steht die betriebswirtschaftliche Betrachtung im Vordergrund. Doch fehlt mir persönlich in diesem Artikel, ein kleiner Blick auf den Vertrieb. Um Kundenzufriedenheit oder Marktruhe zu erlangen, gibt es auch Lösungen für Kleinstmengen.
Ich bin neugierig, was die anderen Gruppenmitglieder zum Thema Losgrößenoptimierung hier kommentieren.
Vielen Dank für eine Rege Teilnahme.
Ulf Stalmach
Vielen Dank, Herr Grüner,
da steckt definitiv viel Hilfreiches drin, auch wenn der Artikel schon etwas älter ist: die Tatsache, dass die bewährten Methoden und Werkzeuge immer häufiger hinterfragt werden müssen in Hinblick auf "gelten die Rahmenbedingungen noch wie zum Zeitpunkt der Erarbeitung der Methode" wird umso aktueller, je schneller sich die Bedingungen zur Erreichung der Unternehmensziele ändern!
"Können wir alles selbst" ist möglicherweise nicht mehr die für alles adäquate Lösung - auch wenn es EINE Möglichkeit wäre zur Befriedigung des Kundenbedürfnisses ist. Eine - aber nicht zwingend die Einzige (Einzigste? Oder ist das schwäbisch??).
Ulf Stalmach "Das Risiko besteht darin zu glauben, dass man immer noch so handeln kann wie früher."
Die beiden Herren gehen zwar nicht explizit auf die Lackbranche ein, aber der Artikel stammt aus der "Farbe-und-Lack"...
Und einige der Punkte sind durchaus hilfreich, auch wenn sie allgemeiner Natur sind.
Ulf Stalmach Ein dreifaches Hoch auf den Service-Gedanken!!
Ich hatte am Wochenende ein eigentlich eher trauriges, aber in Hinblick auf unsere Gruppe in meinen Augen sehr lehrreiches Erlebnis gehabt, welches ich gerne hier teilen möchte!!
Warnung: das wird etwas länger - die Ungeduldigen mögen bitte ans Ende scrollen!!
Vorgeschichte: ich wollte im Autohaus meines Vertrauens nach der Möglichkeit nachfragen, im Rahmen eines Leasing-Vertrags Winterräder einlagern zu können. Diverse Versuche, meinen Verkaufsberater (oder jemand anderen!) ans Telefon zu bekommen, scheiterten – entweder besetzt, oder Dauerklingeln, aber keine Mailbox, kein Telefon-Dienst, kein anderer Kollege, nichts…
Etwas irritiert ob dieses Kunden-„Services“ startete ich Samstag gegen 10Uhr den Versuch des Direkt-vor-Ort-Nachfragens. Erster Eindruck: hier ist aber nicht viel los!
Frage am Empfang: „Eure Telefon-Anlage funktioniert noch?“ Antwort: „Ja natürlich, aber Sie sehen ja selbst: ich bin alleine, und wenn ich Sie bediene, kann ich nicht ans Telefon!“ Punkt für sie und den Service-Gedanken, Breitseite für den Kunden!
Nach Erläuterung meines Anliegens wurde ich ins Nachbar-Gebäude zum Teileservice verwiesen, die würden sich um Einlagerungen kümmern. Dort angekommen: „Da müssen Sie zu meiner Kollegin am Empfang, die schreibt einen Auftrag!“ – „Hm – von der komme ich gerade, die hat mich hierher geschickt!?“ Nachfrage beim Service-Techniker, der gerade vorbeischaute: Jawohl, Auftrag schreiben, Reifen einlagern, geht auf Leasing, da im Vertrag so vermerkt. „Ich komme mit Ihnen, Herr Stalmach, und regele das für Sie. Ausserdem suche ich noch einen Mitarbeiter, der Ihnen die Reifen aus dem Auto holt!“ Punkt für den Service!
Wieder zurück zum Empfang ins andere Gebäude, Service-Techniker erklärt der Dame am Empfang das Vorgehen und verschwindet dann zu den nächsten Notfällen. Jammern der Dame am Empfang „Die Hölle heute, ich habe schon 10 Dinge, die ich eigentlich tun müsste, ich konnte noch nicht einmal die Rechnung des letzten Kunden abschließen, da stimmt dann bestimmt nachher die Kasse nicht…“ Sie legt meine Firma als neuen Kunden an, arbeitet dann am Auftrag, ich warte.
In der Zwischenzeit kommt der avisierte Mitarbeiter zum Reifenholen. „Ich kann den Auftrag nicht drucken, da stimmt irgendwas nicht, es kommt immer eine Fehlermeldung.“ Der Mitarbeiter nimmt trotzdem meine Schlüssel entgegen und holt die Reifen. Der Service-Techniker wird wieder um Hilfe gebeten, geht die Anlage des Auftrags mit der Dame durch, findet auch den Fehler nicht, schafft aber zumindest, den Druck zu ermöglichen. Ich bekomme meine Schlüssel wieder und darf den Auftrag unterschreiben.
Meine Nachfrage „Und das ist auch der Zettel, mit dem man im Herbst die Winterreifen dann wiederfindet?“ Große Augen: „Oh, Nein, dazu brauchen Sie den Einlagerungsbeleg! Der ist wichtig!“ – „OK, wo ist der?“ – „Den bekommen Sie beim Kollegen im Teileservice!“
Gut, den Weg kenne ich ja schon… Breitseite Nummer 2 für den Service!
Im Teileservice: „Ich habe keine Reifen bekommen!“ – „Aber der Azubi hat sie bei mir aus dem Auto rausgeholt!“ – „Moment, da muss ich mal nachschauen!“
Nach einigem Warten kommt der Teileservice-Mitarbeiter wieder: „Ich habe mich jetzt selbst drum gekümmert, ich kann aber den Einlagerungsbeleg nicht drucken, da im Auftrag kein Termin vermerkt ist. Ich kläre das intern und schicke Ihnen dann den Einlagerungsbeleg dann mit der Post!“ Mein Name und meine Adresse wurden auf einem Zettel notiert. Punkt für den Service, allerdings mit Nachgeschmack: um 11:46 war ich fertig mit der Mission „Winterreifen“!
Und was hat das mit der Smart Paint Factory zu tun? Sehr gute Frage!!! Zur Antwort komme ich gleich, erst noch meine Analyse des Ablaufs!
Was ist passiert:
- ich habe ein Anliegen und komme zur dafür zuständigen Abteilung, dem Empfang. Hier hilft man mir nach bestem Wissen und Gewissen: Einlagern = andere Abteilung!
- In der richtigen Abteilung kann man nur ordentlich Arbeiten, wenn ein Auftrag existiert – der kommt von der anderen Abteilung Kundendienst!
- Zusammen mit dem Service-Techniker, der den Gesamt-Prozess kennt, geht es zurück zur zuständigen Abteilung Kundendienst. Dort wird Kunde im (ERP?)-System angelegt, gefolgt vom Auftrag. Das System erwartet aber offensichtlich andere Eingaben und lässt die Anlage nicht zu. Korrektes Vorgehen zur Garantie von „sauberen“ Daten!
- Erneut muss der Service-Techniker eingreifen, um den Prozeß am Laufen zu halten – er funktioniert zwar „irgendwie“, aber ob er wirklich richtig war?
- Das offensichtliche Fehlen des Einlagerungsbelegs wurde vom Prozeß auf jeden Fall nicht erkannt (sondern vom Kunden!). Lösung = andere Abteilung!
- In dieser kam aber die dazu notwendige Information noch gar nicht an!
Lösung aus meiner Sicht: allein der Service-Techniker war in der Lage, die (Fach-)Fragen der einzelnen Abteilungen zu beantworten. Jede Abteilung machte die ihr obliegende Arbeit (oder versuchte es zumindest), aber bei Übertritt der Abteilungsgrenze kam es zum Bruch im Prozeß. Würde dagegen anstelle der Abteilungs-Organisation mit Fachspezialisten ein Prozeß-Spezialist (wie der Service-Techniker) eingesetzt, der den Kunden mit seinem Problem bis zur Lösung begleitet – wie lange hätte mein Aufenthalt wohl gedauert??
Und viel wichtiger noch: in welcher Richtung wären meine Gedanken in Bezug auf Service-Qualität („User-Experience“) gewesen?
Und der Bogen zur Smart Paint Factory?
Simpel: wie sind Lackfirmen organisiert? Wieviel Zeit verbringen Spezialisten mit Trouble-Shooting, um Kunden-Probleme zu lösen? Und in Bezug auf Smart: wieviel Zeit verbringen Spezialisten damit, die für sie und ihren Arbeitsschritt relevanten Daten innerhalb der Firma „jagen“ zu müssen?
Und wieviel Zeit (= Arbeitszeit von Fachkräften, an denen eventuell sogar ein Mangel besteht!) ließe sich durch Prozeß-Automatisierung und Datentransparenz freisetzen? Der Prozeß ist ja bekannt, sonst könnte er im ERP nicht abgebildet sein und würde nicht den Druck verweigern – das kann also eigentlich nicht der Flaschenhals sein…
Ralph Jan Wörheide
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Ulf Stalmach

>Die schönste Satire schreibt das tägliche Leben und der gute Ulf ;-).
>Service ist ein Begriff aber keine Passion für viele Unternehmen - insbesondere in Deutschland. Leitbilder können viel bewirken, wir arbeiten dran...
Solange es Leit- und keine Leid-Bilder sind, ist alles gut ;0)
Ulf Stalmach Eigentlich machen wir das ja schon die ganze Zeit so...
… zumindest, wenn wir in irgendeiner Art und Weise Projekte durchführen: da werden doch auch Teams zusammengestellt, mit einer Aufgabe bedacht - und nach Erreichen des Ziels wieder aufgelöst!
Warum tun wir uns dann so schwer mit der Wandlung vom tayloristischen zum digitalen Unternehmen? Ist es die schnöde Macht, die wir mit den Silos verbinden?
Schaumermal, wer zum Schluß die Macht hat -der-Letzte-der-das-Licht-aus-Macht...
Persönlich hat mir der Satz mit der Steinzeit sehr gut gefallen!

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