Probleme beim Einloggen

Der ALSTER BUSINESS CLUB fördert die wirtschaftliche Zusammenarbeit seiner Mitglieder durch den wiederholten persönlichen Kontakt.

Beiträge aus allen Foren
Florian Wilhelm Künstliche Intelligenz – Empfehlung ARTE/ARD Dokumentation
Hallo Zusammen,
wer sich in der Vergangenheit für das Thema KI und die Vorträge von Clubmitglied Jay Tuck interessiert hat, sollte sich diese ca. 55 Minütige Doku ansehen:
https://www.youtube.com/watch?v=p8V01hD16Qs
In guter Tradition hier auch noch einmal die Links zu den bisherigen Artikeln und Videoempfehlungen zum Thema KI:
- Jay Tuck über Künstliche Intelligenz - "It will kill us" - Vortrag in gekürzter Fassung (Englisch) beim TED-Talk in Hamburg: https://www.youtube.com/watch?v=BrNs0M77Pd4
- Jay Tucks Buchvorstellung: https://www.xing.com/communities/posts/evolution-ohne-uns-buchvorstellung-am-26-punkt-09-1011993861
- Bestell-Link zum Buch: https://www.amazon.de/Evolution-ohne-uns-k%C3%BCnstliche-Intelligenz/dp/3864704014/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1477471652&sr=8-1&keywords=jay+tuck
Schönes Wochenende aus Bremen.
Florian Wilhelm Hotspot Finance am 15.10.18 mit Hans-Jürgen Brandt zum Thema „Fintechs – ´Schöne neue Welt´ oder ´Alter Wein in neuen Schläuchen´?“
Lesezeiten: Zusammenfassung <1Minute, mit Artikel 3 Minuten
Inhalt des Vortrags in Schlagworten (wer mehr Zeit hat, ist eingeladen, den Artikel unten zu lesen):
- Fintechs und das was diese unter einer KI verstehen, können aktuell den Markt nicht besiegen. Nur ein Unternehmen hat es über den Marktdurchschnitt geschafft.
- Haftungsrisiken werden zum Nachteil der Kunden minimiert.
- Es gibt diverse nicht vorhersehbare Ereignisse, Black Swan Events bzw. statisches Rauschen, die diese Systeme auch nicht erfassen können, da sie in der Regel nur auf Data Mining basieren.
- Der Mensch handelt nicht rational. Die Denkmodelle müssen eher dahin gehen, dass der Mensch individuell ist und handelt und so immer neue Denkmuster auftreten können.
- Roboadvising, Algorithmus Trading, Fintechs sind nicht modern, weil die Systematik alt ist. Es findet ein Entscheidungstransfer statt, basierend auf Data Mining und Erfahrungen in Tools der digitalen Welt. Zugrundeliegende Mechanismen werden seit ca. 20 Jahren von Investmentbanken eingesetzt.
- Computer Trading ist in der Regel trendverstärkend und damit Risikotreiber, nicht gelassener, unbestechlicher Anleger. Kunden, die in den letzten Jahren in ETFs investiert haben, sind davon ebenfalls betroffen und befinden sich oft unbewusst im Risiko.
Hans Jürgen Brandt hat diesmal seine Kenntnisse zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Fintech-Markt an die interessierten Zuhörer weitergegeben.
Zum besseren Verständnis gab es zu Anfang eine kleine Einführung in Modelle und Nobelpreisträger, die im Laufe der Zeit Ihren Beitrag zur Finanzmathematik leisteten und i.d.R. mathematisch und statistisch hinter den vielgepriesenen Roboadvising Services stecken. Von Monte-Carlo-Simulation über Standard-Normal-Verteilung und Black-Swan-Theorem, wurde schnell klar, dass auch die neuen automatisierten Services sich am Ende nur auf das berufen, was die großen Banken und institutionellen Anleger seit Dekaden selbst einsetzen.
Während diese Services als „The next big thing” und Künstliche Intelligenz vermarktet werden, sind es in fast immer bekannte Technologien, die, wie alle anderen Anbieter auch, eine zukünftige Marktentwicklung auf Basis bestehender Daten und bekannter Marktmechanismen vorher zu sagen versuchen. Damit sind es Algorithmen, die aktuelle Marktgeschehnisse und die Investmententscheidungen daraus herleiten, was die Programmierung und die zugrundeliegende Datenbank auf Basis vergangener Ereignisse empfiehlt. Tritt eine neue Situation auf, werden diese Programme damit nicht umgehen können. Eine echte Künstliche Intelligenz könnte eine Marktbewertung selbstständig vornehmen und auch auf neue Situationen reagieren. Problematisch ist der technische Hintergrund der Roboadviser, denn viele der Techniken (Value at risk, Monte-Carlo-Simulation, etc. – siehe auch Ende des Texts) bewerten die Marktrisiken unzureichend und setzen das Kapital der Anleger damit schutzlos dem Markt aus.
Fintechs und Roboadvising sind zugeschnitten auf Privatinvestoren, weil es hier neue Kunden zu gewinnen gibt, geringe Fixkosten und auch juristische Schlupflöcher den Anbietern das Geschäft erleichtern. Die Platzierung von Fintechs ist für viele Unternehmen vor allem eine Möglichkeit, die Beraterhaftung aushebeln und bestehende Dienstleistungen mit geringem Risiko einem neuen Käuferfeld anzubieten. Im Haftungsfall kann es leicht so ausgehen, dass sich der Anbieter darauf berufen kann, dass es nie ein Beratungsgespräch gegeben hat, der Kunde im Kleingedruckten der App auf alle Risiken hingewiesen wurde und am Ende täglich in der App seine Daten hat kontrollieren können und eigenständig auf Basis der ihm durch den Service zugänglich gemachten Informationen jederzeit die Möglichkeit gehabt hätte, eine Entscheidung selbst zu treffen.
Die Werbungen versprechen neue Technologie und finden im seit der Finanzkrise verunsicherten Privatanlegermarkt mit der „Vertraue keinem Banker“-Ansatz leicht neues Kundenvertrauen und Hoffnungen ins scheinbar risikolose und provisionszahlungsfreie Investment, die von einer kompetenten, allwissenden Finanzintelligenz gesteuert die eigene Rente aufbessert. Auch die Werbung mit belegten Fakten fällt den Anbietern im aktuellen Umfeld leicht: Die Produkte sind erst kurze Zeit auf dem Markt und mussten noch keine Krise mitmachen. Tatsächlich ist es so, dass von den bekannten Anbietern nur ein einziger es bisher geschafft hat, den Markt zu schlagen. Alle anderen Fintechs liegen unter der durchschnittlichen Marktentwicklung.
In einem siebenjährigen Börsenzyklus finden die Korrekturen in Zeiträumen zwischen einer Woche und drei Monaten statt. Es gibt eine lange mäßige Steigerung und plötzliche Abwärtsbewegungen. Wie die angebotenen Programme in den Zeiten der Korrektur reagieren, ist noch unbekannt.
Klassische „echte Menschen“-Vermögensverwalter untersuchen die Bedarfe ihrer Kunden und finden daraufhin eine Anlagestrategie, die sie für und im Sinne ihrer Kunden einsetzen. Ändert sich Situation oder Planung des Klienten, ändert sich im Regelfall auch die Anlagestrategie. Der Vermögensverwalter steht dem Kunden also quasi als moralischer Anwalt gegen eigene, vielleicht aus Unerfahrenheit oder Euphorie kommenden Ideen zur Seite, ist Berater und Fachmann mit Wissen um Mechanismen, Erfahrung und Bauchgefühl, der auch in unklaren Situationen Handlungsempfehlungen geben kann.
Am Ende hat Brandt noch einmal eine Lanze für die freien und unabhängigen Vermögensverwalter gebrochen: Wer mit einem freien Vermögensverwalter arbeiten möchte, kann gerne Hans Jürgen Brandt nach entsprechenden Empfehlungen fragen. Ab 30.000 EUR aufwärts hat man gute Möglichkeiten, auf freie Vermögensverwalter zurückzugreifen. Freie Vermögensverwalter leben von treuen, jahrelangen Kunden, nicht von versteckten Kosten und stellen zwangsläufig das Kundeninteresse in den Vordergrund bei Ihren Beratungen und Entscheidungen.
Hans-Jürgen Brandt hat wie immer in seiner schamlos ehrlichen, aufklärerischen Art die aktuellen Angebote in einem generellen Überblick für Laien verständlich aufbereitet und den Clubmitgliedern den besonderen Blick hinter die i.d.R. versteckten Kulissen möglich gemacht.
Wer beim nächsten Mal dabei sein möchte, kann sich schon jetzt hier anmelden:
https://www.xing.com/events/hotspot-finance-1903190
„Glossar“:
- Monte Carlo Simulation: Findet eine Lösung, die für 2/3 aller Fälle passt. Strategie wird vermarktet. Roboadviser, die mit MCS arbeiten, nehmen eine 1/3 Chance hin, zu scheitern, ein Risiko von 33%!
- Value at Risk: Basierend auf der Standardnormalverteilung bildet dieses System nicht das tatsächliche Risiko ab. Bei einer Chance von 5% Steigerung oder 50% Verlust errechnet sich in der Normalverteilung: 50+5=55%/2=27,5%iges Risiko für steigende oder fallende Kurse. Tatsächlich ist die Chance auf steigende Kurse max. 5%, bei einem 50%igen Risiko sinkender Kurse. Das System nimmt in diesem Beispiel eine fünffach höhere Chance auf Gewinne und ein halbiertes Risiko von Verlusten als 50/50-Chance an.
Disclaimer:
Dieser Artikel ist ein Bericht vom Hotspot Finance des Alster Business Clubs. Es handelt sich nicht um eine Beratung. Weder der Alster Business Club, noch der Vortragsredner oder Autor dieses Artikels übernehmen Haftung für Entscheidungen, die auf Basis dieses Artikels und der darin enthaltenen Informationen gefällt werden. Bei Fragen zu Investmententscheidungen oder Beratungen, steht es dem Leser frei, sich direkt mit dem Vortragsredner in Verbindung zu setzen und dort eine individuelle Beratung zu vereinbaren.
Jens Kahlsdorf
Es ist wieder einmal hervorragend, wie Du den Abend zusammengefasst hast, Florian. Herzlichen Dank für Dein sehr gut zu lesendes „Protokoll“.
Jens Kahlsdorf Dienstag: Inside "XING"
Michael Uhde
Eine gelungene Veranstaltung gestern, wir blieben die ganze Zeit offline und haben dafür tolle Ideen, Anregungen, Wünsche entwickelt und für das Jahr 2019 eine Neuausrichtung geplant und vereinbart. Bleiben Sie neugierig und gespannt :-)