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Alumni der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Für alle, die an der Uni Würzburg studieren oder studierten, arbeiten oder gearbeitet haben oder forschen oder geforscht haben!

Nur für XING Mitglieder sichtbar Von Würzburg in die Welt - Thomas Eckel
Eine Tasse Kaffee auf Hawaii hat die entscheidende Weiche in seinem Leben gestellt. Heute ist Alumnus Thomas Eckel Geschäftsführer einer Kaffeerösterei. Studierenden rät er zum Blick über den Tellerrand.
Was arbeiten Absolventen der Universität Würzburg?
Um den Studierenden verschiedene Perspektiven vorzustellen, hat Michaela Thiel, Geschäftsführerin des zentralen Alumni-Netzwerks, ausgewählte Ehemalige befragt. Diesmal ist Thomas Eckel an der Reihe. Der Alumnus der JMU in Würzburg Betriebswirtschaftslehre studiert und ist heute Geschäftsführer einer Kaffeerösterei mit angeschlossenem Kaffeehaus in Murnau.
Herr Eckel, was fasziniert Sie am Thema Kaffee?
Das ist sehr breit gefächert. Es geht los auf der Kaffeeplantage. Das Leben hat dort einen anderen Wert. Man sieht, wie fröhlich und glücklich Menschen sein können, wenn sie im Einklang mit der Natur leben, abseits der riesigen Werbe- und Konsum-Maschinerie. Und dann ist da natürlich auch der Kaffee selbst, der mich fasziniert, ganz besonders die Projekte rund um das Thema Qualität, die wir zusammen mit den Kaffeebauern umsetzen.
Was meinen Sie konkret damit?
In der Kaffeebohne stecken über 800 Aromen. Während der zehn Jahre, die es die Murnauer Kaffeerösterei nun gibt, habe ich beobachtet, dass diese Aromenvielfalt an Intensität ständig zunimmt.
Wie erklären Sie sich das?
Das liegt daran, dass die Kaffeebauern ihr Fachwissen erweitern und sich trauen, mit verschiedenen Kaffeevarietäten und Aufbereitungsmethoden zu spielen. So gibt es ausgeprägt fruchtige Töne von Himbeere bis hin zu würzigen Noten wie Zimt. Deshalb ist das Rösten der Bohnen einer der spannendsten Prozesse, hier kann ein guter Röster eine Rohbohne zur Genussbohne verwandeln. Auch die Gespräche mit Kunden im Kaffeehaus sind eine Bereicherung. Viele unserer Gäste sind Genießer, Denker, Veränderer…
Wie sind Sie nach dem Studium zu Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen?
Während meiner Studienzeit war ich unter anderem auf Hawaii. Dort habe ich zum ersten Mal im Leben wirklich guten Kaffee getrunken. Diese Qualität habe ich zurück in Würzburg nirgends mehr gefunden. So wurde ich kurzerhand zum Teetrinker, das Genusserlebnis von Hawaii habe ich jedoch immer vermisst. Durch einen Zufall kam ich dann an guten Kaffee aus Kolumbien. Und dann hat mich der Kaffee nicht mehr losgelassen. Ich wollte mehr wissen. Wo kommt Kaffee her, wie entstehen die Aromen? Es folgte eine Ausbildung zum Kaffee-Sommelier und Kaffee-Gutachter, und dann tat ich den Schritt in die Selbständigkeit.
Wie können wir uns Ihren Arbeitsalltag vorstellen?
Sehr abwechslungsreich! Als Inhaber einer stetig wachsen Rösterei erlebe ich immer wieder Veränderungen. Mein Schwerpunkt liegt jedoch immer noch in der Qualitätssicherung vom Einkauf des Rohkaffees über das Rösten bis zum Ausschank. Deshalb treffe ich mich oft mit meinen Röstern, um Verkostungen zu machen, Röstprofile zu prüfen und daran zu feilen, neue Kaffees zu testen.
Was würden Sie Studierenden raten, die einen ähnlichen Weg einschlagen möchten?
Ich habe immer wieder gehört, dass wir das, was wir in der Schule oder an der Uni lernen, hinterher nicht mehr bräuchten, nicht einmal zehn Prozent davon. Mit dieser Einstellung kommt man nicht weit. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich an der Uni nicht mal zehn Prozent davon gelernt habe, was ich hinterher brauchte. Es war also gerade mal die Basis. Mein Ratschlag lautet deshalb: Ihr müsst Platz machen in eurem Kopf für Neues und Andersartiges, über den Tellerrand rausschauen, traut euch in ganz andere Richtungen zu denken und versucht vor allem, weltweite Zusammenhänge verstehen zu lernen!
An welche Begebenheit aus Ihrem Studium erinnern Sie sich besonders gerne?
Es gibt viele Momente, an die ich mich gerne erinnere. Am beeindrucktesten waren die Professoren, die eine eigene Meinung hatten. Professor Bofinger, Professor Wenger beispielsweise oder auch Professor Thome – ich erinnere mich an einen Vortrag bei der IHK, wo er den Vertretern des Landratsamtes mal so richtig die Meinung gesagt und dafür tosenden Applaus erhalten hat.
Vielen Dank für das Gespräch.
Bild: Murnauer Kaffeerösterei
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Nur für XING Mitglieder sichtbar Gelehrter des Monats: Wilhelm Conrad Röntgen
Zweifelsohne kann Wilhelm Conrad Röntgen als einer der wichtigsten Gelehrten der Universität Würzburg verstanden werden. Seine Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen brachte ihm vielfältige Ehrungen ein, nicht zuletzt die Auszeichnung mit dem ersten je verliehenen Nobelpreis im Dezember 1901. Das Universitätsarchiv möchte daher ebendiesen Monat nutzen um Röntgen in der Reihe „Gelehrter des Monats“ zu ehren.
Portrait Wilhelm Conrad Röntgen Foto: Universitätsarchiv Würzburg
Nur für XING Mitglieder sichtbar Erweiterung der Alumni-Aktivitäten in Osteuropa
In Kooperation mit dem Deutsch-Russischen Forum waren Vertreter der Uni Würzburg in Moskau. Im Mittelpunkt des Events für mehr als 100 russische Alumni standen Karriere- und Persönlichkeitsentwicklung.
2018 hat die Universität Würzburg gemeinsam mit dem Deutsch-Russischen Forum Alumni-Aktivitäten in vielen verschiedenen Städten der russischen Föderation durchgeführt. Die Aktivitäten beinhalteten Alumni-Konferenzen, die „Moskauer Gespräche“, Karrierebörsen und Zertifikatskurse. Anlässlich des offiziell in Russland ausgerufenen Kreuzjahres von Hochschulpartnerschaften und Bildung wurden diese Aktivitäten unter dem Motto „Persönlichkeits- und Karriereentwicklung im 21. Jahrhundert“ zusammengefasst.
Mit einer Gruppe von über 100 russischen Alumni deutscher Hochschulen wurden an der deutschen Botschaft in Moskau vom 24. bis 28. Oktober Vorträge und Workshops durchgeführt.
Coach und Ex-Schwimmweltmeister Michael Groß mit Video-Vortrag
An den Partneruniversitäten Higher School of Economics und der Lomonossow-Universität fanden unterschiedlichste Formate statt. Skype-Videobeiträge ergänzten das Programm, unter anderem von Michael Groß, den einige noch als Schwimm-Weltmeister in Erinnerung haben, und der heute als Coach für Veränderungsprozesse in Unternehmen arbeitet.
Auch Dozenten der Universität Würzburg waren Teil des Programms: Vizepräsidentin Professorin Barbara Sponholz sprach über akademische Karrierewege, Professor Lukas Worschech zum Thema Gründungen, Dr. Elena Dieser hatte zusammen mit dem Moskauer Professor Frank Fischer einen Beitrag zum Thema Mehrsprachigkeit in der Karriereentwicklung vorbereitet und Professor Klaas Huizing sprach als Religionswissenschaftler am Sonntagvormittag über den Begriff der Moral.
Höhepunkt des Projektes war ein gemeinsamer Koch-Event. Alumni-Koordinatorin Michaela Thiel hob vor allem das hohe Niveau der Deutschkenntnisse der russischen Alumni deutscher Hochschulen hervor, zudem betonte sie die äußerst starke Verbundenheit der Alumni zu Deutschland. Auch durch diesen Event seien vielfältige Kooperations- und Austauschideen entstanden.
In Moskau sind zwei Würzburger Alumni an dem Aufbau des neuen Mercedes-Werkes beteiligt, die sich im Bereich des internationalen Mentorings engagieren werden. In Kürze wird ein Alumni-Porträt über die beiden in dem Medien der Julius-Maximilians-Universität erscheinen.
Das Deutsch-Russische-Forum erreicht man unter:
http://www.deutsch-russisches-forum.de/
Nur für XING Mitglieder sichtbar Von Würzburg in die Welt - Simon Bungers
Dr. Simon Bungers hat an der Universität Würzburg Biologie studiert. Nach dem Export von Autos nach Finnland und dem Verkauf individueller Boxershorts entwickelt er heute im eigenen Unternehmen Software für die Wissenschaft.
Was arbeiten Absolventen der Universität Würzburg? Um den Studierenden verschiedene Perspektiven vorzustellen, hat Michaela Thiel, Geschäftsführerin des zentralen Alumni-Netzwerks, ausgewählte Ehemalige befragt. Diesmal ist Dr. Simon Bungers an der Reihe.
Der Alumnus der JMU hat vom Wintersemester 2000 bis Juli 2006 in Würzburg Biologie studiert und mit dem Diplom abgeschlossen, seine Schwerpunkte waren die Fächer Neurobiologie, Zell- und Entwicklungsbiologie sowie Biochemie. Bungers ist einer der Gründer und CEO von labfolder. Die Vision für dieses Unternehmen hatte er während seiner Doktorarbeit am Max-PIanck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen. Nachdem er zunächst als Strategieberater gearbeitet hatte, wurde er bald darauf „ein leidenschaftlicher Unternehmer“, wie es auf der Homepage von labfolder heißt. Sein Fokus liegt heute auf der Geschäftsentwicklung und darauf, das Produkt auf immer neue Niveaus weiter zu entwickeln.
Warum haben Sie sich selbstständig gemacht?
Die Idee für mein jetziges Unternehmen labfolder ist in Göttingen im Labor entstanden, sozusagen in meinem eigenen Berufsalltag. Wir haben erkannt, dass es unvorteilhaft ist, wenn jeder seine eigene Forschungs-Kladde auf Papier verwaltet und die Daten schwer gegenseitig zugänglich sind, beziehungsweise sind diese Daten irgendwann auch unübersichtlich und schwer zu verwenden.
Und dann haben Sie gleich ein Unternehmen gegründet?
Nein, ich bin erst einmal als Unternehmensberater nach München gegangen und habe danach mit meinem Bruder, mit dem ich schon während meines Studiums gebrauchte Autos nach Finnland exportiert habe, ein kleines Unternehmen mit individuell bestickbaren Boxershorts aufgebaut, das wir später verkauft habe. Der Verkaufserlös ist 2013 in die Gründung von labfolder geflossen, nachdem ich mit Florian Hauer, einem Kollegen aus der Doktorandenzeit in Göttingen, den idealen Partner für das Unternehmen gefunden hatte.
Was macht Ihr Unternehmen?
Wir bringen alle Daten eines Forschungs- oder Analyselabors auf eine Plattform und bereiten sie so auf, dass die Ergebnisse besser durchsuchbar sind; dass relevante Daten besser weiterbearbeitet und validiert werden können.
Wofür ist das gut?
Wir möchten erreichen, dass sich Mitarbeiter in einem Labor über ihr Wissen und ihre Forschungserkenntnisse effektiv vernetzen und besser zusammenarbeiten können. Unsere Plattform ist sozusagen eine Daten-, Wissens- und Kollaborationsdatenbank, die für den Einzelnen als eine Art elektronisches Laborbuch erscheint, mit dem heterogene Datenmengen aus- und verwertet werden können.
So etwas gab es noch nicht?
Was uns auszeichnet ist, dass wir ein extrem flexibles Tool gebaut haben – mit unseren Schnittstellen können wir uns extrem gut im restlichen Laborumfeld mit Hard- und Software vernetzen. Wir sitzen quasi als Daten-Hub in einer Industrie, die mit ihren Fabriken Daten produziert. Labfolder fungiert gewissermaßen als intelligenter Datenmanager.
Wer hat Sie in Ihrem Studium in Würzburg inspiriert?
Mich beeindrucken Universalgelehrte sehr – ich habe unter anderem bei Professor Martin Heisenberg studiert, der sagte zum Beispiel solche Sachen wie: „Stellen Sie sich vor, dass das Gehirn die einzige Masse im Universum ist, die versucht, sich selbst zu verstehen“. Diese Idee hat mich schlussendlich dazu inspiriert, meine Doktorarbeit in den Neurowissenschaften zu machen.
Über welche Eigenschaften sollten Gründer Ihrer Meinung nach verfügen?
Ich glaube, sie sollten eine gewisse Risikobereitschaft mitbringt. Gleichzeitig sollten sie ihre Risikobereitschaft so verfeinern, dass sie unnötige Risiken so gut wie möglich vermeiden oder abfedern können, beziehungsweise in der Lage sind, Risiken sorgfältig einzuschätzen (lacht). Natürlich ist auch Disziplin ein wichtiger Punkt, und die Fähigkeit, mit Freiheit umzugehen. Ich meine damit die Freiheit, sich seine eigenen Regeln aufzustellen, wie man bestimmte Dinge angeht. Ich glaube fest daran, dass man nur dadurch die nachhaltige Produktivität erreicht, die man als Gründer braucht.
Und sonst so?
Die eigenen Stärken und Schwächen erkennen und jeweils im Sinne des Unternehmens einzusetzen, spielt meiner Meinung nach ebenfalls eine wichtige Rolle. Außerdem muss man ziemlich leidensfähig sein; viel aushalten können, tief fallen und sich wieder herausmanövrieren können.
Was hat sie zum Schritt in die Selbstständigkeit motiviert?
Mein persönlicher Antreiber ist, generell gesprochen, dass ich etwas schaffen möchte, was einen gewissen nachhaltigen Wert generiert.
Was sagen Sie zum Stichwort Führung?
Wir haben Gott sein Dank ein glückliches Team aufbauen können – unsere sehr gute Mannschaft ist ein maßgeblicher Faktor für unseren Erfolg. Wir versuchen, kontinuierlich Anreize für unsere Mitarbeiter zu schaffen; wir haben zum Beispiel ein sehr transparentes und offenes Mitarbeiterbeteiligungsprogramm.
Und welche Rolle spielen Sie als Geschäftsführer dabei?
Meine eigene Rolle bei uns ist es, Dinge zu initiieren und anzuschieben – ich musste lernen, abzugeben. Diese Sache hat natürlich auch viel mit dem eigenen Ego zu tun.
Was würden Sie Studierenden raten, die sich selbstständig machen möchten?
Auf jeden Fall, im Kleinen anzufangen mit einer selbstständigen Tätigkeit, die sie sich eigenständig ausgesucht haben. Und sich für andere zu engagieren, etwas für andere zu organisieren. Mein Geschäftspartner und ich waren beispielsweise beide Doktorandenvertreter an unseren Max-Planck-Instituten. In Würzburg fand ich meine Aktivenzeit in der Wingolfsverbindung Chattia zu Würzburg sehr hilfreich. Man organisiert, man managt, man muss rekrutieren und wer einmal einen Convent – eine Art regelmäßige „Management“-Sitzung der Aktiven – mitgemacht hat, dem fällt auch eine Gesellschaftersitzung nicht unbedingt schwer.
Und dann ist der Erfolg garantiert?
Nicht unbedingt. Deshalb ist es auch ganz wichtig, dass sie aus gescheiterten Aktionen lernen. Klausur verhauen? Noch mal machen. Noch besser lernen. Wichtig für uns ist auch heute noch das Vernetzen mit anderen. Kein Millionendeal in der Wirtschaft – und auch in der Wissenschaft – geht ohne Persönlichkeit, Vertrauensbildung und Leute, die einem helfen können.
Wie bringen Sie Arbeits- und Familienleben unter einen Hut?
Ich bin Vater von zwei Kindern, meine Frau ist ebenfalls selbstständig. Das ist auf der einen Seite eine große Herausforderung, auf der anderen Seite haben wir beide ähnliche Ziele und Antreiber. Trotzdem besteht unser Leben nicht nur aus Arbeit. An den Wochenenden gehen wir oft wandern, wobei sich das Aktivsein schon irgendwie auch durch unsere Freizeit zieht. Natürlich sind Absprachen wichtig und eine klare Kommunikation, sonst kann es schwierig werden.
Vielen Dank für das Gespräch.
(Bild: privat)

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Über die Gruppe "Alumni der Julius-Maximilians-Universität Würzburg"

  • Gegründet: 10.05.2007
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