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Frank Ragutt Was ist Kompetenz?
Was denn Kompetenz sei und wo sie entstehe, das ist eine heute viele bewegende Frage. Hängt doch von ihrer Antwort die Wirtschaftlichkeit und der Erfolg entschieden ab.
Kompetenzen muss man immer auf zwei Ebenen differenziert betrachten: zum einen auf einer personalen und zum anderen auf einer kollektiven Ebene. Denn eine personale Kompetenz, so gut sie auch immer durch Training und Coaching, durch Schule und Erziehung ausgebildet sein mag, kann nur gut und effektiv sein, wenn die Symbole und Codes, die mit der Kompetenzentfaltung zusammengehen, von der Gruppe verstanden werden, wenn also die Gruppe selbst kompetent oder wie man früher sagte: gut eingestellt ist. Das heißt, alle Mitglieder müssen kompetent sein, die Symbole und Signale, die Werte und Normen des kollektiven Handelns zu verstehen und ihre eigene Rollenkompetenz dazu störungsfrei zu balancieren. Jedes Sportteam, vor allem jedes erfolgreiche Sportteam ist ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel zwischen personaler und kollektiver Kompetenz. Die Talente gut ausgebildet, versteht man sich im Zusammenspiel der symbolischen Ordnung des Kollektivs: Der Spielmacher weiß, dass er den Pass beruhigt ins Leere schießen kann, weil er sich darauf verlassen kann, dass sein Spielpartner auf dem linken Flügel dort sein, wenn der Ball ankommen wird und kein Gegenspiel den Sinn ihres Tuns versteht.
Was sorgt in einem guten Zusammenspiel für innovative Veränderung? Wann ist das Ende aller Kompetenz erreicht? Wahrscheinlich niemals! Der Mensch ist zur Neugierde nicht nur fähig, sondern auch von Natur aus gezwungen. Auch das ist eine Kompetenz, die man nutzen kann und sollte. Die Neugierde, die den Zweifel am Erreichten nährt, lässt Innovationen auf den Plan treten. Innovationen entstehen nur auf Basis hoher Kompetenz, wenn in vielfach eingefahrenen symbolischen Ordnungen neue Ordnungen eingeführt werden, die in Hinsicht auf die Zielsetzung wesentlich effektiver sind. Der spanische Tiki-Taka-Fussball ist ein gelungenes Beispiel, wie eine Innovation und eine Perfektionierung der personalen und kollektiven Kompetenzen alles aus den Angeln zu heben in der Lage gewesen ist, was man bis dahin als hohen Standard im Fussball kannte.
Nun, Fussball ist nicht nur eine beliebte gesellschaftliche Unterhaltung, sondern zugleich - zumindest auf dem Platz - ein überschaubarer und im Vergleich zu Leben und Wirtschaft wenig komplexer Rahmen symbolischer Interaktion. Die Ordnung der der Dinge in Gesellschaft und Wirtschaft ist gleichwohl komplexer. Aber auch oder gerade hier müssen wir uns unserer gemeinsamen Zielsetzungen klar sein und unsere Rollenbilder und Rollenspiele definieren. Die Frage nach der Kompetenz, die eine einfache Ausführungsebene übersteigen will, schließt also immer auch die Kompetenz mit ein, normative und ethische Frage von Gesellschaft und Wirtschaft zu durchdenken. Und mir scheint, als sei diese Seite der Kompetenz heute angesichts der Entwicklung der Weltwirtschaft, der Entwicklung von globaler Armut, der Entwicklung von Kriegen sowie der Entwicklung von extremer Konsumtion wichtiger denn je. Mit welcher Zielsetzung und mit welchen damit verbundenen Kompetenzen wollen wir fürs 21. Jahrhundert arbeiten?
Alexander Wick Jörg Lenau
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Sandra Brauer Brauchen wir eine neue Führung in digitalen Zeiten?
New Work | Zukunft der Arbeit | Digitalisierung | Digitale Transformation
Buzzword-Happy Hour am Donnerstag und nun auch noch "Digital Leadership" oder treffender formuliert: "Führung in digitalen Zeiten"
Ist Ihnen und Euch der Begriff geläufig? Verwenden Sie ihn, ist das überhaupt ein Thema bei Ihnen oder in Ihrem Unternehmen?
In der New Work - Szene wird häufig gefordert, Führungskräfte müssen sich anpassen, sich auf die aktuellen Anforderungen der beschäftigten Generationen einstellen, flexibler werden, Vorbild sein, Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen, Zusammenarbeit fördern, weniger hierarchisch handeln und bei alledem den Markt und Zahlen im Blick behalten. Gar nicht so enfach umzusetzen, oder? Es ist eines meiner liebsten Themen, da ich der festen Überzeugung bin, dass Führungskräfte durch ihre aktuellen Positionen und Möglichkeiten der Einflussnahme den größten Einfluss auf Veränderungen in unserer Arbeitswelt haben. Nur wissen wir alle, Veränderungen mögen wir nicht und wenn Veränderungen hervorgebracht werden sollen, muss man zunächst bei sich selbst beginnen. Und das geschieht nur, wenn wir dies als notwendig ansehen und selbst Mangel, Knappheit oder Leid spüren.
Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare und andere, vielleicht auch neue Perspektiven. Als Anregung habe ich dem Beitrag eine Skizze, die mir zur Vorbereitung der Moderation einer Podiumsdiskussion in der vergangenen Woche genau zu diesem Thema diente. Was sagen Sie, braucht es eine neue Art zu führen - eine #führungindigitalenzeiten?
Herzliche Grüße
Sandra Brauer
Cornelia-Ines Pfeffer Powerfrauen - Wie es Powerfrauen in von Männern dominierten Arbeitswelten ergehen kann. Ein Erfahrungsbericht
▶️Thema: Powerfrauen - Wie es Powerfrauen in von Männern dominierten Arbeitswelten ergehen kann. Ein Erfahrungsbericht
▶️Ihr habt es sicher bemerkt, dass ich mich in den letzten Beiträgen viel mit Powerfrauen befasst habe. Oftmals kommen wirkliche Topfrauen in meine Beratung und ich frage mich so manchmal „Warum?“ „Was braucht sie von mir?“
Aber bereits nach wenigen Minuten ist mir schnell klar, warum sie kommen und was sie brauchen.
▶️Erst gestern hatte ich wieder so einen Fall in der Beratung. Eine junge Frau, Anfang 30, Bachelor- und Masterabschluss in Business Administration- und das alles berufsbegleitend neben einer 50 Stunden Woche. Also bereits 10 Jahre Berufserfahrung. Sie arbeitet für einen großen Technologie Konzern und stemmt mit ihren jungen Jahren große internationale Projekte. Und das parallel - Multiprojektmanangement.
Also, das nenne ich mal zielstrebig - war mein erster Gedanke.
▶️Ihr Problem jedoch ist, dass sie in einem von etwa 50-jährigen Männern dominierten Umfeld große Probleme hat, ernst genommen zu werden. Fragen, wie, hast du überhaupt schon mal ein Projekt geleitet? Oder: Bist du hier, um das Protokoll zu schreiben? etc. sind noch harmlose Kommentare.
Sie ist sehr ambitioniert, steckt allerdings fest. Und das nicht, weil sie nicht über die notwendige Qualifikation oder Das Durchsetzungsvermögen verfügt, sondern einfach deshalb, weil sie eine junge Frau ist.
Welche Erfahrungen hast du in von Männern dominierten Arbeitswelten gemacht? Erfahrungen zu teilen, macht anderen Mut.
Möchtest du dich dazu austauschen?
Cornelia-Ines Pfeffer Erik Machens Petra Sauer Angela Peham
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Frank-Holger Dobbert
Warum reduzieren wir immer die Menschen auf ein rein äußerliches Merkmal wie das Geschlecht.
Anecken oder Mobbing hat doch damit meist wenig zu tun, sondern was für eine allgemeine Persönlichkeitstruktur und soziale Kompetenz dieser Mensch besitzt.
Ein unangenehmer Zeitgenosse kann man als Mann genauso wie als Frau sein, vielleicht sollte man sich da die Mühe machen, diesen Aspekt näher zu betrachten, anstatt alle Probleme nur auf das falsche Geschlecht zu schieben
Gilbert Stramm Nur ein Mensch
Guten Tag
Was ist Arbeit.Zeit.Leben?
Wie fügt es sich zu einem Einklang?
Was hat wann, warum und wie Priorität?
Geht es überhaupt zusammen oder sind es sich gegenseitig wechselwirkend auffressende Tätigkeiten/Abläufe?
Ich finde es schwierig hier eine gesunde Mischung zu finden, da Ehrgeiz das private Leben einschränkt und dadurch nur kleine Zeitfenster entstehen.
Ich bin knappe 50, Journalist und Fotoartist. 2 Seelen die in meiner künstlerischen Brust schlagen und sich dieses jedoch mit einer sehr leichten Asperger Genetik teilen.
Das führt zu begrenztem gesellschaftlichem Sozialverhalten und invaliden Wesenszügen. Eher Schach als Poker. Eher Astrophysik als Royals. Eher Jazz als Schlager. Eher Philosophie als engstirnige Denke. Eher Neandertaler am Lagerfeuer als Party.
Von Arbeit, Arbeit, Arbeit, Zeit, Leben
zu
Leben, Leben, Zeit, Zeit, Arbeit
mit dem klaren Bewusstsein der „negativen“ Konsequenzen, einer materiellen Welt...hauptsache schaukeln.
Gilbert
Gilbert Stramm
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Gilbert Stramm
Nur für XING Mitglieder sichtbar

>Ich sehe ein sehr weites Feld mit hohem Gras, welches nur schwer zu bewirtschaften ist vor meinem geistigen Auge.
>Ich kann einerseits die zwei sehr unterschiedlich schlagenden Herzen auch in mir fühlen. Andererseits bin ich aber meilenweit davon entfernt zu erahnen was in Ihnen vorgeht. Dabei ist es nicht Ihre künstlerische Seele, sondern das Asperger Gen, was es mir schwer macht. Nicht, dass mir dessen Auswirkungen unbekannt wären (ich sitze täglich einem Menschen auf der Arbeit gegenüber, dem ich ein solches Gen ebenfalls zuschreiben würde. Diese Person ist jedoch so kompliziert gestrickt, dass sie selbst keine Ahnung davon hat - das aber nur ganz am Rande).
>Ich kranke aber vielmehr daran, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie sich so etwas wie Asperger anfühlen mag. Wie es sich für jemanden bemerkbar macht im Alltag. Sicher bremst es. Aber vermutlich ist es wie mit allem "Andersartigen": man muss es selbst erleben, um es nachvollziehen zu können.
>Die Auflistung Ihrer "negativen" Konsequenzen liest sich für mich aber eher sympathisch. Ich habe kein Faible für Schach, aber Poker mag ich gar nicht. Astrophysik, Jazz oder Philosophie klingen doch viel spannender als die von Ihnen aufgelisteten Gegenstücke. Und geht es im Leben nur um das Materielle? Mir geht es vor allem darum glücklich zu sein. Auf der Suche nach dem Glück kann man viel erleben und lernen und darf sich auch neu erfinden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es bei der Arbeit oder im Privaten geschieht, solange man seine Zeit gut nutzt und sich seines Lebens bewusst wird. Und schaukeln - das tut meistens gut und entspannt.
>Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf dem weiteren Weg.
Danke sehr Frau Oltrogge,
wie gesagt, ich kratze (subjektive Diagnostik) am Autismus, was nicht bedeutet, dass ich Geräusche z.B. nicht kategorisieren oder in unterschiedliche Wertigkeiten/Prioritäten setzen kann. Sehr wohl ist mir eine exorbitant laute Geräuschkullise äußerst unangenehm, ich sehne mich nach analoger Ruhe und klaren repetitiven Strukturen die mir Sicherheit geben. Ich hasse Smalltalk.
Ich mag Präzision und mich nervt sehr schnell „Höcksken auf Stöcksken“ weil ich keinen Sinn in der Vergeudung von Zeit sehe, da sie für uns alle begrenzt ist und ich mir über Transzendenz unklar bin.
Verstand: Mich bremst es nicht, nur mein Umfeld hat Probleme mit mir, weil solch ein Geisteszustand zumeist Angst oder Neid hervorruft, selten Bewunderung (soll nicht arrogant konnotiert klingen). Ich bin nur ein Butterflyeffekt eines sich ausdehnenden Universums, vollkommen belanglos.
Wenn man jedoch diesen Punkt der melancholischen Bedeutungslosigkeit erreicht hat und sich abfindet, kann man auf Augenhöhe, befreit von Unsicherheiten und Überhöhung mit Menschen Diskurse führen.
Erhoffen würde ich mir in meiner Region so etwas wie den „Den Club der toten Dichter“ oder einen Debbatierclub ohne Gedankenschranke, ist nicht vorhanden.
Ich wünsche ihnen genauso auf ihrem Lebensweg genau die Pfade, die sie zur Selbstfindung benötigen.
Mit höflichem Gruß
Gilbert Stramm
Marion Lemper-Pychlau Nur das Ergebnis zählt!
Irgendwo habe ich einmal den Satz gelesen: "Mit dem, was man zu tun vorhat, kann man sich keinen Namen machen." Die Wahrheit dieses Satzes erlebe ich regelmäßig, wenn ich bei einer Veranstaltung als Autorin vorgestellt werde und mir dann anschließend jemand berichtet, er selbst habe auch vor, ein Buch zu schreiben. Ich fürchte, nicht mal 10% derjenigen, die mir von diesem Plan erzählen, setzen ihr Vorhaben in die Tat um.
Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Nicht nur, dass ein Vorhaben allein zu wenig ist; auch das daraus resultierende Handeln ist bedauerlicherweise häufig ungenügend. Das liegt keineswegs immer an mangelnden Fähigkeiten, sondern viel öfter noch am falschen Fokus. Nehmen wir als Beispiel die Arbeitswelt:
Dort wird man fast immer für seine Arbeit bezahlt, statt für die Ergebnisse, die man damit erzielt. Unternehmen stellen aber doch Mitarbeiter ein, damit diese dazu beitragen, die Einnahmen des Unternehmens zu sichern und zu steigern. Und diese Einnahmen müssen höher liegen als die Kosten, die der Mitarbeiter verursacht. Nur dann wird das Unternehmen im Wettbewerb bestehen können, nur dann ist es in der Lage, auch weiterhin Löhne zu bezahlen. Deshalb müsste jeder Mitarbeiter im Grunde dafür bezahlt werden, dass er seinen Beitrag zum Überleben und Wachstum des Unternehmens leistet. In der Praxis wird man jedoch überwiegend für Arbeit bezahlt statt für Ergebnisse. Deshalb gibt es immer noch Beschäftigte, die zumindest einen Teil ihrer Zeit auf sinnlose Aktivitäten verwenden. Man wird in erster Linie für Fleiß und Zeit bezahlt, aber weniger für Ergebnisse. Aktivitäten sollten jedoch nicht mit Leistung verwechselt werden.
Leider kommt diese Verwechslung ständig vor, und zwar bei Mitarbeitern genauso wie bei Führungskräften. Das liegt daran, dass sich kaum jemand mit dem Unternehmen und seinen Zielen identifiziert. Man denkt nur an die eigenen Interessen, statt Verantwortung für das Ganze zu übernehmen. Und solange das so bleibt, werden Unternehmen weit hinter dem zurückbleiben, was sie leisten und werden könnten.
Jörg Lenau
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