BASEL IVBASEL IV

1360 members | 87 posts | Public Group
Roland Faninger
Hosted by:Roland Faninger

BASEL IV reformiert das bestehende Meldewesen und Bankenaufsichtsrecht. Was genau sind die Inhalte von Basel IV? Diese Gruppe gibt Antworten

Hören Sie Experten*innen der nationalen und europäischen Aufsicht, Politik, Kreditwirtschaft, Verbände und Prüfung. Nutzen Sie DIE jährliche Plattform zum Fachaustausch zur Bankenaufsicht.

- Bankenaufsicht quo vadis? Welche Regulierungsprojekte sind in der Pipeline?

- Was beinhaltet das neue Risikoreduzierungsgesetz (RiG) zur Umsetzung der CRD?

- Risikomanagement und Gesamtbanksteuerung: Ausblick auf die MaRisk-Novelle, Risikolandschaft, IT-Risiken und bankgeschäftliche Prüfungen

- NPls, AnaCredit, Großkredite und europäische Reportinganforderungen: Was wird aktuell durch COVID-19 diskutiert?

Vorab den Podcast mit Prof. Dr. Hermann Schulte-Mattler (Fachhochschule Dortmund und Moderator), hören, warum wir dieses Jahr virtuell sind und worauf Sie sich freuen können. https://lnkd.in/eTW8GDZ

Online anmelden unter: https://lnkd.in/eZ5jHNq

Die angepassten Regularien zu Zahlungsmoratorien und öffentliche Garantien oder auch die Erleichterungen zu CRR II haben zum Ziel, Datenlücken zu schließen, die aufgrund von Covid-19 getroffenen Maßnahmen entstanden sind.

Nutzen Sie dieses Online-Seminar am 26. August 2020, um sich umfassend über die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Meldewesen sowie die Offenlegung zu informieren.

Sie nutzen auch ein SAP-System für die Abwicklung ihrer Unternehmensprozesse oder planen dieses einzuführen?

Herausforderung: Bisher gab es keine Standardschnittstelle für die Datenanlieferung aus dem Datenmodell Financial Services Data Management (FSDM). Die Entwicklung individueller Schnittstellen für FSDM führte zu hohen Aufwänden für Institute.

Jetzt gibt es die Lösung!

Basel IV

Offiziell geht es um die Finalisierung von „Basel III“ – jedoch reichen die Anforderungen des Baseler Ausschusses so weit, dass in der Branche längst von „Basel IV“ die Rede ist. Welche neuen Vorschriften kommen in den nächsten Monaten und Jahren auf die Banken zu? Und wie weit fortgeschritten ist der Baseler Ausschuss bereits mit der erneuten Anpassung der Rahmenwerke? Diesen Fragestellungen widmet sich diese Gruppe.

Basel IV - Auswirkungen auf die Risikoarten
Basel IV - Überblick

Ausgangssituation:
Der Baseler Ausschuss arbeitet mit einer Reihe von Konsultationspapieren und QIS-Studien an der weiteren Detaillierung von "Basel IV". Dies ist zwar -noch- kein offizieller Name, aber Umfang und Tragweite der angedachten Änderungen lassen den Schluss zu, dass es sich um eine fundamentale Änderung -also eine Novellierung von Basel III- handelt. Daher sprechen wir nachfolgend von Basel IV.

Wer sich von Basel IV eine Vereinfachung der Regulierung erhofft hat, wird enttäuscht werden. Schon bei den grundsätzlichen Überlegungen wird durch den Basler Ausschuss hervorgehoben, dass das Ziel der Einfachheit oft anderen wichtigeren Zielen der Beaufsichtigung widerspricht.

Bekanntermaßen sind die Konsultationen und zugehörigen Kommentierungen teilweise noch nicht abgeschlossen. Auch die zahlreichen Qualitative Impact Study (QIS) und die Ergebnisse der Konsultationen können in einigen Fällen in eine nächste Konsultationsiteration übergehen. Ein endgültiger Stand zu den meisten Themen ist in 2016 zu erwarten. Dann ist jedoch -wie bereits bei Basel II und III- mit engen Zeitfenstern bei der Umsetzung zu rechnen. Für das Kontrahentenrisiko, die neuen Capital Floors und die Offenlegung wurden bereits voraussichtliche Einführungstermine genannt.
mehr: http://www.faninger-consulting.de/basel-iv/

Basel IV - Offenlegung

Im Januar 2015 wurden durch das Basel Committee on Banking Supervision finale Standards für die neuen Offenlegungsanforderungen veröffentlicht. Diese "revised pillar 3 disclosure requirements" sind die Weiterentwicklung des im Juni 2014 veröffentlichten Konsultationspapiers, welches im wesentlichen folgende Änderungen erfahren hat:
Konkretisierung der Offenlegungsanforderungen für Verbriefungen
Optimierung der Offenlegungsanforderungen von Kreditrisiken und Kreditrisikominderungstechniken
Festlegung von verschiedenen Offenlegungsrhythmen (vierteljährlich, halbjährlich und jährlich)
Das finale Dokument enthält viele neue Regelungen, deren erstmalige Anwendung voraussichtlich Ende 2016 sein wird.
mehr: http://www.faninger-consulting.de/leistungsprofil/bankenaufsicht-und-meldewesen/offenlegung-1/

Capital Floors

Im Rahmen der Einführung von Basel II wurde für IRB-Institute der capital floor eingeführt um Instituten die interne Modelle Anwenden (IRB für Kreditrisiken bzw. des AMA für operationelle Risiken) keine sofortige Kapitalentlastungen zu gewähren, sondern eine Risikoadäquate Eigenmittelbelastung unter Berücksichtigung von Übergangsbestimmungen nach CRR Artikel 500 Abs. 1 Buchstabe b -welche auch in einem Rundschreiben der BaFin vom 10. Juli 2014 noch einmal dargelegt sind- zu erreichen. Somit stellt der Floor eine Untergrenze der Mindesteigenmittelanforderungen dar, der noch auf Regelungen von Basel I basiert.

Ziele des neuen Capital Floors:
Die neue Berechnung des Capital Floors soll auf Basis des im Dezember 2014 vom Basler Ausschuss veröffentlichten Konsultationspapiers durchgeführt werden, da:
- eine Besserstellung durch interne Modelle vermieden werden soll. Auch soll vermieden werden, dass die
Kapitalanforderungen unter ein angemessenes Maß fallen,
- inkorrekte Modell-Spezifikationen und fehlende Historische Daten zu Fehlkalkulationen führen können,
- Verbesserung von IRB-Risikokalkulationen, da die Ergebnisse gegen ein Standardansatz verglichen werden
können,
- bessere Vergleichbarkeit von RWA-Abweichungen zwischen verschiedenen Ansätzen erreicht werden soll.
mehr: http://www.faninger-consulting.de/leistungsprofil/bankenaufsicht-und-meldewesen/capital-floors/

Kreditrisikostandardansatz

Mit der Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatzes sollen nach Auffassung des Basler Ausschusses eine Reihe von Schwachpunkten im aktuellen Standardansatz behoben werden. Hierzu zählen:
- Abhängigkeit von externen Kreditratings
- fehlende Granularität und Risikosensitivität in einzelnen Forderungsklassen
- keine state-of-the-art Kalibrierung der Risikogewichte sowie
- eine fehlende Vergleichbarkeit zu den Forderungsklassen des IRB-Ansatzes

Der Basler Ausschuss arbeitet an der Überarbeitung dieser Punkte. Aus diesem Grund wurden im Dezember 2014 (BCBS 307) und Dezember 2015 (BCBS347) Konsultationspapiere veröffentlicht, dass eine umfassende Überarbeitung des KSA vorsehen.
mehr: http://www.faninger-consulting.de/leistungsprofil/bankenaufsicht-und-meldewesen/kreditrisikostandardansatz/

Operationelle Risiken

Mit Einführung von Basel II wurden die Eigenmittelunterlegung von operationellen Risiken erstmals regulatorisch vorgeschrieben. Institute konnten zwischen drei möglichen Ansätzen wählen:
Basisindikatoransatz (SolvV § 270f)
Standardansatz und alternativer Standardansatz (SolvV §§ 272 bis 276)
Fortgeschrittener Ansatz (§§ 278ff. SolvV)
Bereits damals wurde darauf hingewiesen, dass eine Überarbeitung des Rahmenwerkes erfolgen wird, wenn historische Daten verfügbar sind.

Identifizierte Schwächen der operationellen Risiken unter Basel II:
Das Konsultationspapier weist darauf hin, dass während der Finanzkrise trotz der Schwere von schlagend gewordenen Ereignissen in diesem Bereich, die Kapitalanforderungen für das operationelle Risiko stabil geblieben sind. Trotzdem wurde Anpassungsbedarf bei den Standardansätzen identifiziert, da diese die operationellen Risiken für ein breites Spektrum von Banken nicht korrekt voraussagen. Die wesentlichen Schwächen -welche auf Basis von Datenerhebungen und Vergleichen zwischen den einzelnen Messansätzen ermittelt wurden- sind nach Auffassung des Basler Ausschusses:
Gross Income (GI) als zugrundeliegender Indikator für die operationellen Risiken von Banken hat sich als nicht ausreichend korrelierend herausgestellt.
mehr: http://www.faninger-consulting.de/leistungsprofil/bankenaufsicht-und-meldewesen/operationelle-risiken/

Kontrahentenrisiko

Bereits mit Basel III wurden die Vorgaben zum Kontrahentenrisiko umfassend überarbeitet. So wurde in diesem Zusammenhang die CVA-Charge, neue Regelungen zum zentralen Kontrahenten, neue Regelungen zu OTC-Geschäften und Risikopositionen gegenüber großen Banken eingeführt.

Das Basel Committee sah jedoch weiteren Handlungsbedarf und hat am 31. März 2014 ein Dokument zur Überarbeitung des Standardansatzes zur Ermittlung des Kontrahentenrisikos (standardised approach for counterparty credit risk (SA-CCR)) veröffentlicht, das die weit verbreitete Marktbewertungsmethode und die in der Praxis wenig anzutreffende Standardmethode zum 01. Januar 2017 ablösen und einen neuen Standardansatz für das Kontrahentenrisiko einführen soll.
Der neue standardised approach for counterparty credit risk (SA-CCR) tritt am 01. Januar 2017 in Kraft und enthält Regelungen zur Ermittlung des Exposure at Default (EaD). Hierzu werden zum einen die Replacement Cost (RC) zum anderen die Potential Future Exposure (PFE) herangezogen.
Die Berechnung des EaD nach dem SA-CRR ermittelt sich aus der Summe des WIedereindeckungsaufwandes (Replacement Cost) und einem Aufschlag (Add-On) um künftige Marktschwankungen zu berücksichigten:
EaD= alpha* (RP+PFE)

Alpha: Wurde von der Internal Model Methode (IMM) mit 1,4 übernommen
RC: Replacement Cost werden nach Vorgaben der Paragraphen 130-145 berechnet
PFE: Potential Future Exposure (Paragraphen 146-186) besteht aus einem Multiplikator der auf den aggregierten Add-On angewendet wird. Dieser wiederum setzt sich aus Add-On für die Assetklassen Aktien, Kredit, Zins, Fremdwährung und Rohwaren zusammen, deren Korrelationen aufsichtsrechtlich vorgegeben sind.

Add-On:
Die Berechnungsmethode für das Add-On ist für jede Assetklasse an ein "hedging set" geknüpft. Dieses "hedging set" unter SA-CRR variiert abhängig von der Anzahl der hedging sets, welche innerhalb einer Assetklasse verfügbar sind. Die Methode zur Berechnung der Add-Ons lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Zinsderivate: Das hedging set für Zinsderivate besteht aus allen Derivaten mit der gleichen Währung USD, EUR, JPY, etc. und wird weiter in Fälligkeitskategorien aufgeteilt. Long- bzw. short Positionen in der gleichen hedging set Kategorie können komplett verrechnet werden, sofern sie in der gleichen Fälligkeitskategorie sind. Partielle Verrechnung ist zulässig.
  • Fremdwährungsderivate: Das hedging set besteht aus Derivaten, die auf die gleichen Fremdwährunspaare referenzieren (z.B. USD/Yen, EUR/USD etc.). Long und Short-Positionen im gleichen Währungspaar dürfen verrechnet werden. Verrechnungen über Währungspaare hinweg ist nicht zulässig.
  • Kredit- und Aktienderivate: Ein einzelnes hedging set kommt für jede Assetklasse zum Einsatz. Volle Verrechnung ist für Derivate Vorgesehen, die auf die gleiche Einheit (Name oder Index) referenzieren. Teilweise Verrechnung ist zwischen Derivaten vorgsehen, die auf unterschiedliche Einheiten referenzieren.
  • Rohstoffderivate: Vier hedging sets für verschiedene Klassen von Rohstoffen (eines für Energie, Metalle, Landwirtschaft und andere Rohstoffe) wurde eingeführt. Es ist keine Verrechnung zwischen den unterschiedlichen hedging sets zulässig.
    Basis Transaktionen (basis transactions) und Volatiliätstransaktionen (volatility transactions) bilden in Hinblick auf jede Assetklasse separate hedging sets in der jeweiligen Assetklasse (beschrieben in den Paragraphen 162 und 163). Diesen unterschiedlichen hedging sets werden spezifische aufsichtliche Faktoren zugeordnet, die den Verrechnungsregeln der relevanten Assetklassen folgen.

Basistransaktion:
Eine Basistransaktion ist als nicht Fremdwährungstransaktion in welcher beide legs in gleicher Währung (cash flow beider legs abhängig von unterschiedlichen Risikofaktoren der gleichen Assetklasse) definiert. Beispiele hierzu sind interest rate basis Swaps (bei denen beide legs auf die gleiche Währung lauten)

Volatilitätstransaktion:
Eine Volatilitätstransaktion ist eine Transaktion bei dem der Risikofaktor des Grundgeschäftes von der Volatilität (historisch oder implizit) abhängt. Beispiele hierzu sind volatilitäts swaps und Optionen auf einen Volatilitätsindex.

Anwendungsbereich:
Der SA-CRR findet für OTC-Derivate, börsengehandelte Derivate und long settlement Transaktionen Anwendung.
mehr: http://www.faninger-consulting.de/basel-iv/kontrahentenrisiko/

Fundamental review of the trading Book BCBS 352

Fundamental review of the trading Book BCBS 352
Ausgangssituation
Durch den Ermessungsspielraum bei der Zuordnung von Geschäften in das Anlage- und Handelsbuch war es möglich, durch eine unterschiedliche Interpretation bei der Abgrenzung, regulatorische Arbitragevorteile zu erzielen, da die Kapitalunterlegung abhängig von der Zuordnung in Anlage- bzw. Handelsbuch zu unterschiedlichen Eigenmittelbelastungen führte. Neben Zuordnung in Anlage- und Handelsbuch war auch das Wahlrecht zwischen vorgegebenen regulatorischen und internen Martpreisrisikomodellen in der Kritik, da die regulatorische Messung als zu pauschal angesehen wurde (pauschale Risikogewichte) und die internen Marktpreismodelle oft zu einer Unterschätzung des Risikos von Handelsbuchpositionen führten. Dies zeigte sich insbesondere während der Finanzkrise. Bereits mit Basel 2.5 wurde daher die Incremental Risk Charge (IRC) eingeführt, um eine risikoadäquatere Messung zu etablieren. Auch wurde Kritik an der Risikomessung von illiquiden und komplexen Produkten geübt und kritisiert, dass die Marktliquidität nicht genügend Berücksichtigung findet.
Drittes Konsultationspapier BCBS 352
Die nunmehr vorliegende dritte Iteration des Konsultationspapiers, welches im Dezember 2014 veröffentlicht wurde berücksichtigt die quantitative Auswirkungsstudie, welche im Rahmen des Basel III Monitorings durchgeführt wurde. Auf Basis des Konsultationsprozesses wurden folgende Bereiche neu geregelt.

Behandlung von internem Risikotransfer von Aktien- und Zinsänderungsrisiko zwischen dem Bank- und Handelsbuch, um die bestehende Behandlung von internen Transfers für das Kreditrisiko zu unterstützen.
Überarbeiteter Standardansatz mit sensitivitätsbasiertem Messansatz Sensitivity-Based Approach (SBA)
Vorschlag zu einer einfacheren Methode, um Liquiditätshorizonte im internen Modell zu berücksichtigen.
Diese Änderungen sind als Ergänzung zu den FAQ der umfangreiche Auswirkungsstudien, die in 2014 durchgeführt wurden zu verstehen. Für die nun folgende QIS wird es eine überarbeitete Version des kompletten Rahmenwerkes geben, in dem auch die finale Kalibrierung des neuen Handelsbuchstandards veröffentlicht werden soll.

Die Konsultationsfrist dieses dritten Konsultationspapiers lief am 20. Februar 2015 aus.

Im Anschluss an diese letzte Iteration, in dem das Committee die Antworten auf das dritte Konsultationspapier und die Erkenntnisse aus der noch durchzuführenden QIS berücksichtigen wird, soll ein finaler überarbeiteter Standard veröffentlicht werden, der auch einen Umsetzungsplan unter Berücksichtigung des Umfangs der Reformen beinhaltet.
mehr: http://www.faninger-consulting.de/basel-iv/marktpreisrisiken/

Verbriefungen

Ausgangssituation
Das Basel Committee für Bankenaufsicht hat das Verbriefungsrahmenwerk überarbeitet, um einige Defizite aus dem derzeitigen Verbriefungsrahmenwerk zu adressieren und die Kapitalstandards für Verbriefungen, die im Bankbuch gehalten werden, zu stärken. Dieser Änderung gingen zwei Konsultationen in 2009 und 2012 voraus.

Der am 11. Dezember 2014 veröffentlichte neue Framework wird im Januar 2018 in Kraft treten. Beim Entwickeln des finalen Standards für Verbriefungstransaktonen hat das BCBS nach eigenen Aussagen die Kommentare der letzten beiden Konsultationspapiere ebenso wie die Ergebnisse der begleitenden QIS eingearbeitet. Obwohl das neue Rahmenwerk sich als Teil des Basel III-Rahmenwerkes ausgibt (revised Basel III securisation Framework), ist es zeitlich und von der Zählung her eher einem Basel IV-Rahmenwerk zuzuordnen, da bereits mit Basel III Veränderungen bei den Verbriefungen (höhere Kapitalunterlegung, Offenlegungsanforderungen, Wiedererverbriefungen etc.) gab und somit Basel IV oder Basel 3.5 die konsequentere Zählweise wäre. Da wir die Änderungen bei den Verbriefungen seit Basel II bereits dargestellt haben, sprechen wir nachfolgend zur besseren Unterscheidung von Basel IV.

Identifizierte Schwächen des bisherigen Verbriefungsrahmenwerkes:
Mechanisches Vertrauen in externe Ratings
Übertrieben niedriges Risikogewicht für Verbriefungen mit hohem Rating
Übertrieben hohes Risikogewicht für senior Tranchen mit niedrigem Rating
Klippeneffekte (Cliff effect) (plötzlich eintretende, starke Änderungen der Kapitalanforderungen bei geringen Änderungen des Ratings bzw. der Portfolioqualität)
Unzureichende Risikosensitivität des bisherigen Frameworks
Einjahreshorizont: Schwächen durch die angenommene Laufzeit von einem Jahr für die Vermögenswerte des Verbriefungspools unterschätzt das tatsächlich bestehende Risiko, da Laufzeiteffekte nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Hauptelemente des überarbeiteten Verbriefungsrahmenwerkes
Die Hauptelemente der Änderungen beziehen sich auf folgende Elemente:
Hierarchie
Das bisherige Rahmenwerk sieht zwei Hierarchien vor, die abhängig vom gewählten Kreditrisikoansatz das Risiko des verbrieften Exposure ermitteln.

Der Standardansatz zielt auf weniger komplexe Banken. Die Behandlung des Exposure hängt davon ab, ob die Bank als Investor, Originator oder Provider auftritt.

Der IRB-Ansatz zielt auf komplexere Banken ab und erlaubt eine granularere Beurteilung von relevanten Risiken die mit Verbrennungen von Exposures einhergehen.

Insgesamt sieht das derzeitige Rahmenwerk vier Rating-Based-Approaches (RBA) mit zwei look-up Tabellen (zwei unter IRB und zwei andere unter SA) vor. Zwei interne Ansätze für ungeratete Exposures (Supervisory Formula Approach (SFA) und einen Internal Assessment Approach (IAA)) sowie zahlreiche Außnahmeregelungen vor.

Das neue Rahmenwerk hat diese Hierarchien überarbeitet, um zum einen die Abhängigkeit von externen Ratings zu reduzieren, und zum anderen die Anzahl der Ansätze zu reduzieren.
mehr: http://www.faninger-consulting.de/basel-iv/verbriefungen/