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BC - Zeitschrift für Bilanzierung, Rechnungswesen und Controlling

Die Gruppe „BC – Zeitschrift für Bilanzierung, Rechnungswesen und Controlling“ bietet Infos zu aktuellen Fachthemen.

Twitter profilbild BC - Zeitschrift für Bilanzierung, Rechnungswesen und Controlling is organising the following event: Steuerliche Betriebsprüfungen: Wo der Fiskus genauer hinschaut
„Wer gewappnet für die nächste Hürde ist, weiß, wie man diese bewältigen kann“ (frei nach Sarah Domandl). Dies trifft insbesondere auch auf die Vorbereitungen für eine steuerliche Außenprüfung zu. Die in der vergangenen Woche bekannt gemachte PwC-Studie „Betriebsprüfung 2018“ http://rsw.beck.de/cms/main?docid=419477 liefert hierzu aufschlussreiche Erkenntnisse.
Denn laut den Untersuchungsergebnissen ist die Intensität der Prüfungen angesichts des digitalen Datenzugriffs der Finanzverwaltung weiter gestiegen. Genauer untersucht wurden beispielsweise bei 64% der befragten Unternehmen die Rückstellungen. An zweiter Stelle rangiert die Bewertung von Wirtschaftsgütern des Anlage- und Umlaufvermögens (54%). Zugenommen hat insbesondere Prüfung der Umsatzsteuer (72%). An erster Stelle steht dabei der Vorsteuerabzug (56%).
Auch für die „fiskalische Ausbeute“ ist reichlich gesorgt: Mehr als 75% der Befragungsteilnehmer wurden aufgrund der letzten Betriebsprüfung mit Steuernachzahlungen belastet. Besonders häufig hiervon betroffen sind die internationalen Verrechnungspreise.
Die zu dieser Meldung mitgegebenen Praxisempfehlungen sollen dazu motivieren, sich mit etwas Geschick zu entlasten.
Job-Tickets zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind seit Januar 2019 steuerfrei gestellt. Ausgeschlossen hiervon sind Taxifahrten; nur der Linienverkehr ist steuerlich begünstigt. Die steuerfreien Leistungen der Arbeitgeber an die Arbeitnehmer werden allerdings auf die Entfernungspauschale angerechnet. Damit soll eine doppelte Förderung vermieden werden. Das Bundesfinanzministerium hat hierzu gestern (21.8.2019) ein präzisierendes 15-seitiges Anwendungsschreiben herausgegeben, das insbesondere eine Unterscheidung zwischen Fernverkehr und Nahverkehr trifft. http://rsw.beck.de/cms/main?docid=419473
Steuerfrei sind z.B. Arbeitgeberzuschüsse für die ICE-Nutzung im Fernverkehr, sofern sich diese auf Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte beziehen. Auch Fernbusse zählen dazu. Anders bei Fahrtkostenzuschüssen im öffentlichen Personennahverkehr (z.B. Straßenbahn, U-Bahn): Danach sind Arbeitgeberleistungen sowohl für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte als auch bei reinen Privatfahrten der Arbeitnehmer steuerfrei.
Wichtig ist eine Klarstellung u.a. zur Nutzung einer arbeitgeberfinanzierten BahnCard. Denn diese wird zumeist nicht nur für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, sondern auch für Dienstreisen eingesetzt. In diesem Fall hat die Steuerbefreiungsvorschrift für Reisekosten Vorrang vor der oben beschriebenen Steuerfreiheit. Für Arbeitnehmer ist das vorteilhaft, da so eine Minderung der Entfernungspauschale vermieden wird.
Einfacher werden die steuerlichen Regelungen Job-Tickets durch das BMF-Schreiben nicht, dafür sind aber (leichte) Verbesserungen und Begünstigungen auf dem Interpretationswege eingeflossen. Warnte schon Franz Kafka: „Richtiges Auffassen einer Sache und Missverstehen der gleichen Sache schließen einander nicht vollständig aus.“
Twitter profilbild BC - Zeitschrift für Bilanzierung, Rechnungswesen und Controlling is organising the following event: Investitionsabzugsbetrag bei privat genutzten Firmen-Kfz: Fahrtenbuch ein Muss!
Achtung bei der Privatnutzung von betrieblichen Kfz, für die ein Investitionsabzugsbetrag (vormals Ansparabschreibung genannt) in Anspruch genommen werden soll (und kann)! Hier ist unbedingt ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch zu führen, um die (erforderliche) mindestens 90%ige betriebliche Nutzung nachweisen zu können.
Wer die 1%-Bruttolistenpreismethode anwendet, hat auch dann das Nachsehen, wenn die Nachweise nachträglich beim Finanzamt eingereicht werden. Das Finanzgericht Münster ist da in seinem gestern (15.8.2019) bekannt gemachten Urteil kompromisslos: „Ein bisschen zu spät ist viel zu spät“ (deutsches Sprichwort). http://rsw.beck.de/cms/main?docid=419356 Wer dieses Mal nicht rechtzeitig dran ist, sollte sich als Trost von Dr. Hillmer zu einer erfrischenden wie erhellenden Cabrio-Fahrt verleiten lassen.
Übernimmt ein Arbeitgeber die Steuerberatungskosten für die Erstellung der Einkommensteuererklärungen von Arbeitnehmern, stellt dies unter bestimmten Voraussetzungen keinen Arbeitslohn dar.
In dem heute (16.8.2019) veröffentlichten BFH-Urteil hatte ein inländisches Tochterunternehmen mit den nach Deutschland entsandten Arbeitnehmern (eines weltweit tätigen Konzerns) Nettolohnvereinbarungen geschlossen. http://rsw.beck.de/cms/main?docid=419355 Danach war der Arbeitgeber verpflichtet, die Einkommensteuer der Arbeitnehmer wirtschaftlich zu tragen. Andererseits hatten die Arbeitnehmer ihre Steuererstattungsansprüche an den Arbeitgeber abgetreten. Nach Einschätzung der Münchner Richter wurden von dem inländischen Tochterunternehmen die Steuerberatungskosten im ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse übernommen. Warum? Durch die Einschaltung der Steuerberatungsgesellschaft wollte der Arbeitgeber die von ihm zu zahlenden Einkommensteuern – und damit seine eigenen Lohnkosten – so weit als möglich reduzieren.
Eigentlich klar: Maßgebend ist der Nutznießer – oder wie der römische Staatsmann Cicero zu sagen pflegte: „Cui bono?“ (Wem zum Vorteil?)
Zeitwertkonten bzw. Arbeitszeitkonten können bei Geschäftsführern rasch lohnsteuerlich „infiziert“ werden. Unser Londoner Autor Thurow bringt ein aktuelles BMF-Schreiben hierzu auf den Punkt: http://rsw.beck.de/cms/main?docid=419354 „Angestellte Geschäftsführer können aufatmen; Gesellschafter-Geschäftsführer müssen aufpassen.“ Selbst einem Minderheits-Gesellschafter-Geschäftsführer kann bereits im Zeitpunkt der Gutschrift auf seinem Arbeitszeitkonto ein lohnsteuerpflichtiger Zufluss von Arbeitslohn entstehen. Die Lösung: Seine Zeitwertkonten-Vereinbarung muss einem Fremdvergleich standhalten. Das von Thurow hierzu entwickelte grafische Prüfschema führt rasch zum Ziel. „Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln“ (Herbert Spencer).
Einen entspannten, erfüllten Wochenausklang wünscht Ihnen
Ernst Maier-Siegert, verantwortlicher BC-Redakteur
Bernhard Klier Insolvenzverfahren aus Gläubigersicht
In unserem Praxisseminar "Insolvenzverfahren aus Gläubigersicht" erfahren Sie folgendes:
• Sie sollen die wirtschaftlichen Zusammenhänge im Insolvenzverfahren verstehen, insbesondere die (wirtschaftlichen) Motive der Beteiligten
• Wir wollen Ihnen die wesentlichen Unterschiede zwischen Regelinsolvenzverfahren und Insolvenzplanverfahren vermitteln
• Das Seminar zeigt auf, wie die (Geld-)Gläubiger des insolventen Unternehmens von dem Verfahren betroffen sind
• Wir wollen herausarbeiten, in welcher Phase des Verfahrens welche Ansprechpartner mit welchen Befugnissen ausgestattet sind
• Sie sollen lernen, (Insolvenz-)Risiken bei Geschäften mit Ihren Abnehmern/Lieferanten besser einzuschätzen
• Wir wollen Ansätze für Gegenstrategien zur Abwehr dieser Risiken mit Ihnen erarbeiten
Wie Sie als Gläubiger frühzeitig Risiken erkennen & vermeiden; Chancen erfolgreich nutzen, Ihre Verluste zu minimieren & die Auswirkungen der Reform des Anfechsrechts auf Gläubiger, erfahren Sie in unserem Seminar "Insolvenzverfahren aus Gläubigersicht"!
TERMIN
29.10.2019 I Düsseldorf
Unser SUMMERDEAL exklusiv für Sie:
Bei Angabe des Rabattcodes "NDK-Summer150" erhalten Sie einen Rabatt in Höhe von 150€ auf die reguläre Teilnahmegebühr.***
DEUTSCHE KONGRESS im Interview mit dem Seminarleiter Lutz Paschen
https://youtu.be/yhL9e-9werM
***Eine Gewährung von mehreren Rabatten ist leider nicht möglich! Dieses Angebot ist bis zum 30. August 2019 gültig.
Twitter profilbild BC - Zeitschrift für Bilanzierung, Rechnungswesen und Controlling is organising the following event: Überlassung mehrerer Firmenwagen an Arbeitnehmer: BFH kontra BMF
Ein BFH-Beschluss von heute (8.8.2019) macht es deutlich: http://rsw.beck.de/cms/main?docid=419229 Bei der Überlassung mehrerer Firmenwagen an Arbeitnehmer marschieren BFH und Finanzverwaltung getrennte Wege, wenn es um die lohnsteuerliche Behandlung geht.
Der BFH beharrt auf seiner Generalregel: In einem solchen Fall ist der geldwerte Vorteil aus der Privatnutzung für jedes einzelne Fahrzeug nach der 1%-Bruttolistenpreisregelung zu berechnen. Dies gilt unabhängig davon, ob es dem Arbeitnehmer arbeitsvertraglich erlaubt ist oder nicht, das Firmen-Kfz einem Dritten (z.B. Ehegatten) zu überlassen.
Anders das Bundesfinanzministerium (BMF): Bei Überlassung mehrerer Firmenwagen kann der Bruttolistenpreis des überwiegend genutzten Fahrzeugs angesetzt werden, wenn die gleichzeitige Privatnutzung der verschiedenen Fahrzeuge durch andere zur Privatsphäre gehörende Personen so gut wie ausgeschlossen ist. Bei Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte muss sogar die 0,03%-Bruttolistenpreisregelung zum überwiegend für diese Fahrten genutzten Kfz zugrunde gelegt werden.
Warum also vor den Finanzgerichten darüber streiten, ob bei der Nutzungsmöglichkeit von mehreren Firmenwagen die 1%-Bruttolistenpreisregelung nur für ein Kfz angesetzt werden kann, wenn arbeitsvertraglich die Überlassung an Dritte ausgeschlossen und auch nicht erfolgt ist? Der Fiskus reicht hier einem ohnehin schon die Hand. Oder um es mit Jakob Boßhart zu sagen: „Man muss nicht das Gescheitere tun, sondern das Bessere.“
Für gewöhnlich hat eine vom Finanzamt erteilte verbindliche Auskunft langfristige Bindungswirkung. Ziel ist es, für Steuerpflichtige eine dauerhafte Planungssicherheit – insbesondere für Investoren – zu gewährleisten. Das soll, so das Finanzgericht Münster, auch für die verbindliche Auskunft eines örtlich nicht zuständigen Finanzamts gelten. http://rsw.beck.de/cms/main?docid=419228 Bleibt zu hoffen, so unser Londoner Autor Thurow, dass sich auch der BFH diese Entscheidung der Münsteraner Richter zu eigen macht. Es kann nicht sein, dass derartige amtliche Auskünfte im Shakespeare‘schen Sinne „Worte, Worte, nichts als Worte“ sind. Andernfalls sollte das betreffende Finanzamt, so Thurow, vor Erteilung einer verbindlichen Auskunft wenigstens darauf aufmerksam machen, dass es örtlich nicht zuständig und demzufolge die Bindungswirkung geschmälert bzw. nicht gegeben sei.

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