Börse Frankfurt

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Edda Vogt
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Börse kann spannend sein - für Anleger, Trader und alle anderen, die damit zu tun haben. Diese Gruppe richtet sich an Börseninteressierte.

Die Schwarzmalerei hatte in den vergangenen Wochen Überhand gewonnen. Die nun aufkeimende Hoffnung, dass die Probleme zu beherrschen sind, halte ich für gesund - wenngleich eine Skepsis hinsichtlich einiger Branchen weiterhin angebracht ist.

So könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die Rohstoffmärkte überhitzt sind. Eine Abkühlung auf den Energiemärkten, sowie bei den vielen anderen Rohstoffen, die wir in den vergangenen Wochen immer wieder besprochen haben, würde der Konjunktur Auftrieb geben. Es bleibt also bei der Einschätzung vom Frühjahr, dass die nächste Börsenhausse auch von konjunktursensiblen Industrietiteln mitgetragen wird.

Hinsichtlich der Inflationsängste wird sich vermutlich die Schwarz/Weiß-Malerei mit Grautönen beschäftigen müssen: Wir werden weder eine galoppierende Inflation sehen, noch eine Rückkehr unter die 2%. Vielleicht sollten wir uns schon einmal darauf einstellen, dass eine Inflation zwischen 2 und 5% künftig als normal betrachtet werden könnte.

Die globalen Logistikprobleme haben dazu geführt, dass Unternehmen ihre Lagerbestände auffüllen, um etwaige Durststrecken besser durchstehen zu können. Höhere Lagerbestände schlagen sich in der Bilanz durch ein höheres Working Capital aus, also mehr Kapital ist im Produktionsprozess eingesetzt. Die schlanken Bilanzen der Vergangenheit geben das häufig nicht her, Unternehmen müssen bei den Banken ihre Kreditlinien erhöhen.

Davon profitieren natürlich die Banken, die meiner Einschätzung nach in den kommenden Monaten zu den Gewinnern gehören werden.

Ich warte zwar bereits den gesamte Sommer darauf, dass diese Seitwärtsbewegung endlich endet. Nun habe ich meine Erwartung der Realität angepasst: Ich gehe nun davon aus, dass wir ab Anfang November eine Fortsetzung der Rallye sehen werden. Mit aktuell knapp 20% Cash haben wir noch reichlich Liquidität, die wir in den kommenden zwei Wochen gezielt einsetzen können.

Vielleicht kommen ja nochmals Rückschläge in unseren Favoriten, die wir nutzen können. Andernfalls habe ich mir vorgenommen, die Cash-Position bis Ende Oktober deutlich, wenn nicht gar vollständig, herunterzufahren. Anfang November könnte es meinen Träumen zufolge dann nochmals kräftige Kurssteigerungen geben, bevor wir dann moderat freundlich in die Weihnachtszeit gehen.

Updates werde ich wie immer in meinen wöchentlichen Heibel-Ticker Ausgaben veröffentlichen und PLUS Leser bekommen in dringenden Fällen unter der Woche Updates in Ihre Mailfächer und Express-SMS. Wie unser Portfolio aktuell aussieht und welche letzten Empfehlungen ich verschickt habe, können Sie im Heibel-Ticker PLUS Bereich einsehen.

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Die Gründe für den Ausverkauf sind vielfältig. In Kapitel 02 meiner aktuellen Heibel-Ticker Ausgabe erläutere ich Ihnen die Hintergründe zur Chip-Knappheit, zu steigenden Energiepreisen, den Lieferproblemen, der Corona-Angst und den Zusammenhang mit der Inflation. Da braut sich was zusammen :-(

Vor 10 Tagen konnte ich mich zu keiner festen Meinung durchringen, verschob die Fertigstellung des Heibel-Tickers um einen Tag und entschied mich schließlich, vorerst keine Meinung zu haben ;-). Nachdem in vielen Publikationen die Korrektur bereits für beendet erklärt wurde, war für mich dieser Schritt zu früh. Meine Zurückhaltung hat sich ausgezahlt: Seit Montag letzter Woche brechen die Finanzmärkte weltweit nochmals ein wenig ein. Wichtiger als der Kurseinbruch selbst war die Zeit, die verstrichen war, und die es mir nunmehr ermöglicht hat, mir eine Meinung zu bilden.

Monatelang sind wir an den Finanzmärkten den Entwicklungen hinterher gehechelt: Der Coronacrash (März 2020) traf die meisten Anleger völlig unvorbereitet. Die anschließende Erholungsrallye (bis Juni 2020) wurde von vielen Anlegern ungläubig beobachtet. Es folgte eine Sommerkonsolidierung bis zum Oktober 2020. In diese Seitwärtsbewegung hinein wurden viele Positionen aufgebaut, um dann bei den ersten Anzeichen der zweiten Corona-Welle Ende Oktober (DAX -12%) in einem heftigen Ausverkauf wieder auf den Markt geworfen zu werden. So ging auch die Corona-Impfstoffrallye (November 2020 bis April 2021) an den meisten Anlegern vorbei, ohne dass sie investiert waren.

Seit April haben wir nun erneut über den Sommer eine Seitwärtsbewegung im DAX gesehen. Erneut haben viele Anleger ihre Lieblinge eingesammelt und warten nun darauf, dass die Aktienmärkte die dritte Phase der Rallye einläuten. Doch der September zerrte noch stärker an den Nerven der Anleger, als dies in den zotteligen Sommermonaten bereits der Fall war: Tiefere Hochs zeugen von einer abnehmenden Dynamik. Auf der Unterseite drohen wichtige Unterstützungen um die 15.000 Punkte-Marke zu brechen.

Die Bedenken, die für diese wackelige Börsensituation verantwortlich sind, sind vielfältig. Sie sehen nachfolgend einen Überblick der Themen und können die ausführlichen Details über den Link unten im frei zugänglichen Kapitel 02 lesen.

1. ENERGIEPREISE

Ob an der Tankstelle, ob beim Heizen Ihres Hauses im anstehenden Winter oder für Industriestrom - die Energiekosten steigen nachhaltig an. Ein beschleunigter Kohleausstieg, den ich ideologisch betrachtet sehr befürworte, dürfte diese wirtschaftliche Belastung nur verstärken. Ich hoffe, dass die FDP ausreichend Einfluss auf die neue Regierung nehmen kann, um schlimmere wirtschaftliche Folgen zu verhindern, denn bei den anderen Parteien habe ich den Eindruck, dass symbolträchtige Entscheidungen ohne Bezug zu den wirtschaftlichen Auswirkungen getroffen werden.

2. LOGISTIK

Wir befinden uns 13 Jahre nach der großen Finanzkrise, in der Schiffe leer über die Weltmeere schipperten, nunmehr in der gegensätzlichen Situation: Investitionen sind ausgeblieben, die Kapazitäten reichen nicht. Abhilfe über Nacht gibt es nicht, Investitionen brauchen ihre Zeit.

3. CORONA-ANGST

Alles in allem trifft also insbesondere bei den unteren Einkommensschichten eine große Nachfrage nach Personal auf ein geringes Angebot: die Löhne dürften also schon bald zu steigen beginnen - ganz unabhängig vom Mindestlohn.

4. INFRASTRUKTURPROGRAMME

Ob Straßenbau und Brücken mit Beton, oder aber Datenleitungen mit Kupfer (Kupferpreis +100% seit März 2020), es gibt weder die Materialien, noch die Arbeiter, die das Infrastrukturprogramm umsetzen können.

5. CHIP-KNAPPHEIT

Die weltweite Chipknappheit, von der immer die Rede ist, interessiert Taiwan Semi fast gar nicht. In Wolfsburg stehen einige Produktionsstraßen still, weil Chips fehlen, doch der globale Chip-Markt ist davon unbeeindruckt. Auch Opel schickt nun Arbeiter in Eisenach nach Hause oder in die Kurzarbeit, weil Chips fehlen. Wir dürfen uns also darauf einstellen, dass Autobauer ihre Produktionsziele nur sehr schwer erreichen werden.

6. INFLATION

Die US-Notenbank hat bereits das Inflationsziel angehoben und zuletzt sogar ausgesetzt mit dem Argument, der Arbeitsmarkt sei wichtiger. Die EZB hat das Inflationsziel von „nah bei, aber nicht über 2%” umformuliert in „symmetrische 2%”, was ein zeitweiliges Überschießen toleriert. Nachdem wir in den vergangenen 8 Jahren stets unter 2% waren, ist der Begriff "zeitweilig" sicherlich sehr dehnbar.

ZUSAMMENFASSUNG

Die Probleme, die ich hier aufgelistet habe, sind schon seit mindestens einem halben Jahr bekannt. Seither ist die Aktienmarktrallye in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. Ich habe im Frühjahr ebenfalls noch fest behauptet, die Inflation sei vorübergehend. Dahinter steckte die Hoffnung, dass die strukturellen Probleme gelöst würden.

In den vergangenen Tagen ist es mir nun wie Schuppen von den Augen gefallen, dass diese Probleme noch immer nicht gelöst sind. Im Gegenteil, die Abschottungsbestrebungen Chinas lassen befürchten, dass es auf absehbare Zeit keine Lösung geben wird. Eine Alternative zur starken Abhängigkeit von China kann ich nicht erkennen. Ich stelle mich daher ab sofort und bis auf weiteres auf steigende Zinsen ein.

Kurz gesagt: Es wird darauf hinaus laufen, dass Unternehmen mit hohem Cashflow zur heutigen Zeit gefragt sein werden, also Dividendentitel. Unternehmen, deren Cashflow erst in der Zukunft erfolgt, werden bei steigenden Zinsen einen zunehmend hohen Risikoabschlag in der Bewertung hinnehmen müssen. Wachstumsunternehmen werden vor diesem Hintergrund weniger attraktiv.

Zykliker könnten gut funktionieren. Wenngleich auch sie mit der Ressourcenknappheit zu kämpfen haben, so können sie doch jeden Preis durchreichen, da die Nachfrage das Angebot stark übersteigt. Maschinenbauer werden wieder interessant, weil Kapazitäten fehlen.

Das komplette Kapitel 02 finden Sie unter https://www.heibel-ticker.de/empfehlung?id=101&refID=51&target=heibel_tickers/1909#ch02