Probleme beim Einloggen
Katja Theunissen Überall nur Probleme.....wer hat da noch Lust, das Thema "Nachfolge" anzugehen?
Mein "Fundstück der Woche":
Eine Kanzlei in Düsseldorf veröffentlicht auf Anwalt.de einen Beitrag zur Unternehmensnachfolge unter dem vielversprechenden Titel: "Die Nachfolge unternehmen".
Wenn man den Text liest, nur "Probleme". Dies ist problematisch, jenes ist problematisch.....
Zitat: "Ist ein geeigneter Interessent gefunden, beginnen die Probleme"
Ist da jemand mit dem falschen Bein aufgestanden?
Wir sind uns einig: Eine Unternehmensnachfolge ist ein äußerst komplexer Prozess. bei dem viele Details zu berücksichtigen und verschiedene Interessen abzuwägen sind. Häufig dauert es auch länger, als man denkt, und manch Verkäufer wird sich über den Kaufpreis schon gewundert haben....
Aber welchen Sinn macht es aus Beratersicht (betriebswirtschaftlich oder juristisch), die potenziellen Verkäufer bange zu machen.
Es ist im Interesse Aller (des Verkäufers, der Arbeitnehmer, des Jung-Unternehmers) wenn sich Senior-Eigentümer mit diesem Thema rechtzeitig auseinandersetzen, hoffentlich bis hin zu der Erkenntnis: Das ist komplex, da suche ich mir einen guten Berater.
Aber nur von Problemen zu sprechen, führt doch eher dazu, dass das leidige Thema aufgeschoben wird, im schlimmsten Fall, bis der Senior nicht mehr in der Lage ist, die Nachfolge "vernünftig" zu regeln.
Also lasst uns doch lieber von Herausforderungen und notwendigen Überlegungen sprechen, als von Problemen.
Auf einen Link zu dem Artikel verzichte ich lieber, bei Interesse kann es jeder googeln.
In diesem Sinne einen guten Tag.
Norbert Schönleber Katja Theunissen Bernd Rüegg
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Bernd Rüegg Unternehmensnachfolge in KMU? Wie viel Nachfolgen gibt es wirklich?
Die sehr deutliche Mehrzahl der latent in Deutschland anstehenden altersbedingten Unternehmensnachfolgen (nominal laut IfM-Bonn und DIHK/ZDH ca. 22.000 p.a.) und (geschätzt zusätzlich) ca. 20.000 p.a. nicht altersbedingt motivierte Unternehmensverkaufsangebote (nexxt-change-Unternehmensbörse etc.) kommen aus folgenden Branchen:
• Kleiner Fach-Einzelhandel (Non-Food)
• Kleiner Fach-Einzelhandel (Lebensmittel)
• Kleiner Metall- und Maschinenbau
• Kleine Hotels und Gastronomie, Kneipen
• Kleine Internetshops und sonstiger Handel
• Kleine Industrie-Dienstleister
Die deutliche Mehrzahl dieser Unternehmen hat eine oder mehrere der folgenden Problemzonen:
• Massiver Kundenverlust an Discounter + Internet + große Filialisten (primär im Handel)
• Massiver Investitionsstau im Anlagevermögen (primär Produktion)
• Massiver Innovationsstau in der Produktpalette (primär Produktion + Dienstleister)
• Massive Abhängigkeiten von sehr wenigen Kunden (primär Produktion + Dienstleister)
• Massive Abhängigkeiten von sehr wenigen Lieferanten (primär Handel + Distributoren)
• Verändertes Kundenverhalten und Wettbewerb (primär Hotels und Gastrobetriebe)
• Jüngere Unternehmensgründung, die gescheitert sind (primär Internethandel)
• Mangelndes Kapital und Kreditvolumen zur Anpassung des Geschäftsmodells
• Autistische Sonder-Qualifikationen des Unternehmers, die nicht oder nur sehr bedingt übertragungsfähig sind
• Unternehmer-Gehälter unterhalb der oberen Tarifspanne für qualifizierte Angestellte
• Kredit- und Leasingvolumen, die nur durch persönliche Haftungen der Inhaber gedeckt sind
• Massive Ertragsschwächen oder betriebswirtschaftlich bereits nachhaltig rote Ertragszahlen
Wir sehen uns p.a. ca. 15 bis 20 KMU-Unternehmen näher an, primär im Auftrag unserer Käufer, primär über Anzeigen aus der nexxt-change-Unternehmensbörse, andren Vermittlungsplattformen oder aus sonstigen Angeboten der Unternehmer direkt oder auch anderen Beratern.
Typische Umsatzgrößen sind hierbei ab ca. 1.0 < 0.5 Mio. bis 15.0 > 25.0 Mio. €. Die deutliche Mehrzahl unser latenten Käufer sind selbst Unternehmer, haben i.d.R. deutlich synergetische Kaufmotive (buy-and-build, regionale Geschäftsausweitung, Ausweitung der bestehenden Produktpalette, des bestehenden Kundenstamms etc.). Gelegentlich vertreten wir auch (vermögende) private MBIs.
Unser Prüfungsauftrag bezieht sich vorerst i.d.R. auf eine indikative Kurz-Unternehmensbewertung bestehend aus Zahlenanalyse, grober SWOT und Fortführungsprognose, im Sinne einer Mini-Due-Diligence in 1 – 3 Tagen.
Geschätzt 80% aller KMU erweisen sich hierbei als:
• So nachhaltig operativ bzw. strategisch ertragslos bzw. vermögenslos bzw. risikobelastet bzw. nicht persönlich fortführungsfähig
das über Kaufpreise oder Kaufmodelle nicht einmal ernsthaft diskutiert werden braucht.
Bereits aktuelle Liquidationswerte sind hier mehrheitlich käuferseitig „zu teuer“, selbst wenn der latente Käufer / sein Unternehmen eigenes synergetisches Potential und ggf. operative Kapitalspritzen in einen Kauf einbringen kann.
Für typische MBI, ohne i.d.R. sofortige Synergien und begrenztem finanziellen Budget wird ein diesbezüglicher Kauf dann völlig tautologisch.
Interessant ist hier zusätzlich, dass es zwischen unternehmerseitigen Direkt-Angeboten und beraterseitigen Indirekt-Angeboten kaum qualitative Unterschiede gibt, der „Müllfaktor“ von ca. 80% ist hier fast konstant.
Mein Fazit:
Offensichtlich wird die deutliche Mehrzahl der KMU-Unternehmensnachfolgen für „gute“ Firmen im internen Kreis des Unternehmers vollzogen (Familie, bekannt Dritte usw.). Diese Unternehmen kommen damit nicht öffentlich an den Markt. (nexxt-change-Unternehmensbörse, andren Vermittlungsplattformen, andere Berater etc.)
Was auf derartigen Plattformen öffentlich an den Markt kommt, ist zu ca. 80% „Firmenmüll“ der weder für synergetische Käufer, schon gar nicht für MBIs kauffähig ist.
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Bernd Rüegg
Ergänzend zum Artikel von gestern möchte ich noch die KMU-Unternehmens-Verkaufsangebote in typischen „Bargeld-Branchen“ ergänzen, i.e. OtC-Handel Non-Food + Lebensmittel, Taxi, Hotels, Gastro, Handwerk, KFZ, persönliche Dienstleistungen etc. in denen relevante Umsatzanteile der Unternehmen seitens privater Endkunden gegen Zahlung mit Bargeld erfolgen.
Sehr regelmäßig wird hier versucht das Verkaufsangebot mit dem Argument:
• Es läuft ja nicht „alles“ über die Kasse / Buchführung etc. usw.
„aufzupeppen“ und damit die bilanziell schlechte Ertragssituation des verkäuferseitig angebotenen Unternehmens „zu verschönern“.
Das damit jeder Unternehmenskäufer (im Sharedeal zwingend / in Assetdeal latent) in die Haftung für ggf. Steuern / Sozialabgaben usw. kommt / kommen kann, Stichwort „positive Kenntnis der Sachlage“ wird damit verkäuferseitig i.d.R. übersehen.
Also ein typisches OK-Kriterium, genau dieses Unternehmen nicht zu kaufen.
Christian Hartmann Loslassen als Herausforderung der Nachfolge
Liebe Gruppenmitglieder,
auch ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich Ihnen vorzustellen.
Chancen und Problem einer Unternehmensnachfolge. Was bedeutet dies für mich konkret?
Die größte Chance besteht wohl darin, das Unternehmen so vorzubereiten, dass es im Sinne des Übergebers fortgeführt wird. Und gerade hier liegt auch eines der wohl größten Probleme: das Loslassen und die Übergabe in neue Hände.
Genau dieses Phänomen konnte ich während meiner Diplomarbeit im Jahr 2007 beobachten. Seitdem fasziniert mich die emotionale Komponente der Unternehmensnachfolge und so habe habe mein betriebswirtschaftliches Wissen durch die Ausbildung zum „Personal- und Businesscoach“ erweitert.
Im letzten Jahr habe ich schließlich das Konzept des un-ruhe-stand´s geschaffen. Hier geht es darum, sich als Unternehmer frühzeitig Gedanken zu machen, wie die Nachfolge gestaltet werden soll und vor allem darum, was mit Ihnen als Unternehmer nach dieser Zeit „passiert“.
Was ist „liegengeblieben“, welche Träume sollten unbedingt noch erfüllt werden, wo möchten Sie als Unternehmer sich (weiterhin) einbringen, was möchten Sie weiterhin leisten?
Wenn Sie Unterstützung bei diesen Fragen benötigen, freue ich mich, von Ihnen zu hören.
Ihr un-ruhe-stand´s Coach
Christian Hartmann

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Über die Gruppe "Chancen und Probleme einer Unternehmensnachfolge/-übernahme"

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