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Deutsch für Profis

Unser Thema ist die deutsche Sprache in all ihren Erscheinungsformen, in Literatur, Werbung, Medien und täglichem Gebrauch.

Jörg Lenau Lesen und Schreiben lernen
Wenn jemand nicht richtig schreiben kann, dann fällt es den Kundigen sogleich auf, jedoch wem fällt es überhaupt auf, wenn jemand nicht das Geschriebene gemäß der Präsenz überhaupt liest? Inwiefern wird überhaupt darauf geachtet und was hat es damit auf sich, vor allem im Bezug auf Personen, welche doch an sich das Lesen und Schreiben beherrschen? Oder kann es sein, daß sie das Schreiben, jedoch nicht das Lesen beherrschen? Es handelt sich scheinbar um ein allgemein ungeachtetes Sein darin.
Gerade in letzter Zeit stoße ich wieder einmal beständig auf Situationen, worin ich mein Gegenüber darauf aufmerksam machen muß, daß die Wiedergabe meiner Aussage oder auch die Reaktion darauf nicht dem entspricht, was ich verfaßt habe. Und in Verbindung damit zeigt sich auch das immer wieder auftauchende Problem, einem Gegenüber etwas zu vermitteln, was dieser nicht kennt. Was steckt eigentlich hinter diesem Sachverhalt?
Zunächst einmal verdeutlicht sich darin, daß Diejenigen nicht lesen, was ich geschrieben habe. Es zeigte sich, daß Bestandteile darin übergangen wurden. Da es um Relevantes ging, vor allem aber auch über das Hinterfragen der Gegebenheit, verdeutlichte sich auch, daß es sich nur teilweise um das weitläufig stattfindende Überfliegen handelte, sondern vielmehr daß man übergangen hatte, daß man nicht lesen konnte, was da geschrieben steht.
Hierzu einmal der dahintersteckende Mechanismus des Vorganges: eine Sinneswahrnehmung gelangt nämlich nicht als solche in die geistige Vorstellung, sondern diese gelangt zunächst in das Erinnerungsvermögen und hieraus entstehen die Projektionen der geistigen Vorstellung (Qualia!).
Da ich mich grundsätzlich darauf spezifiziere, Unbekanntes anderen zu vermitteln, jedoch die Anwendung so weit wie möglich auf die einfache Sprache beschränke, zeigt sich auch das auftretende Szenario, welches darauf beruht, daß zwar die jeweiligen Wörter als kenntlich wahrgenommen wurden, jedoch nicht wahrgenommen wurde, daß die bedeutungsmäßige Anwendung bei diesen nicht hervortrat. Hierbei gibt es zwei Gegebenheiten zu bedenken, nämlich daß ein Wort regelrecht nur ein Kürzel ist, dessen erinnerungstechnischer Entfaltung es bedingt und die Anwendung eines Wortes grundsätzlich einen kontextualen Bezug beinhaltet.
Es bedingt somit eines Innehaltens, wenn etwas Unbekanntes auftritt, um das Unbekannte als solches zu erörtern. Dies findet, wie ich aufgrund meines Handlungswesens spezifisch erfahre, weitläufig nicht statt. Der ausschlaggebende Punkt hierin ist, daß es nicht derart offensichtlich in Erscheinung tritt, wie bei der Rechtschreibung, sondern einer darauf spezifizierten Achtsamkeit der Erachtung bedingt, um es überhaupt in Erfahrung zu bringen. Es tritt somit auch regulär erst gar nicht in Erscheinung.
Es zeigt sich darüber auch ein grundsätzliches Mißverhältnis gegenüber dem Sachverhalt von Lesen, denn zwar wird ja gelesen, was geschrieben steht, aber dieses Lesen bezieht sich nur auf die Worte und nicht auf die Entfaltung des Inhaltes. Lesen ist nicht nur das, was es besagt.
Michael Kanthak Ronald M. Filkas
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>Ja, so kommt's. Klarheiten schaffen führt dann auch schon hier und da zur völligen Ver(w)irrung.
>Elementar hierin: rein sprachtechnisch ist dies nicht regulierbar, denn Sprache ist ein rein geistiges Verhältnis!
Wenn wir die Sprache als Hinweis auf die ihr zugrundeliegenden Realitäten nehmen, dann sehen wir vielleicht auch, dass die Sprache ein Mittler ist.
Sprache ist immer dann, wenn wir über den Rahmen eines Selbstgesprächs hinausgehen, ein sozialer Prozess. Und zwar einer, bei dem nicht nur Sprecher und Empfänger ("Sender und Empfänger" im Rundfunk-Modell) eine Rolle spielen, sondern auch dasjenige, worüber gesprochen wird. Und zu dem haben Sender und Empfänger möglicherweise einen direkten Zugang. Das kann durchaus auch ein Zugung zur Wirklichkeit sein, der für beide gegeben sein kann. Wenn eine Seite diesen Zugang aufgrund ihrer Gefangenschaft im Modell der reinen Vorstellung nicht hat, dann kann es allerdings passieren, dass eine Kommunikation äußerst schwierig wird und alle das erkennen - außer demjenigen, der sich in der für ihn selbst nicht erkennbaren, also verborgenen (okkulten) Gefangenschaft befindet.
Ronald M. Filkas Anti-Abschiebe-Industrie ist Unwort des Jahres 2018
Das Unwort des Jahres 2018 steht fest; es lautet: Anti-Abschiebe-Industrie. Wie die weiteren Vorschläge, zeigt diese Wahl eine Tendenz, nach der der politische Diskurs immer weiter nach rechts wandert.
Die vollständige Begründung der Jury:
https://ronaldfilkas.de/anti-abschiebe-industrie-unwort-des-jahres-2018/
Christoph Sträßner Ronald M. Filkas Michael Kanthak
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>>Na ja - wer so regelversessen ist wie Sie, der muss sich nicht wundern, wenn ihm eine solche Sprachschlamperei wie der "wandernde Diskurs" um die Ohren fliegt.
>>Und: doch, dieses etwas anonyme Pseudo-Subjekt ist eine inhaltliche Frage. Ode [sic!] vielmer [sic!] die Frage nach dem Inhalt. Denn dieses Pseudo-Subjekt des wandernden Diskurses trägt auch nur einen Pseudo-Inhalt. Bei der Gewichtigkeit des Themas ist das ein Problem.

>Ich, „regelversessen“, soso. Zur Erklärung: Es handelt sich bei dem erneut formal kritisierten Text um einen sogenannten Teaser, der dazu dient, geneigte Leser/-innen auf einen Beitrag zu führen
under Teaser ist von Ihnen. Inclusive Sprachschlamperei.
Jörg Lenau CRM oder CMR?
Ich bin gerade auf eine Diskussion gestoßen, mit der ausgehenden Aussage, daß es kein Customer Relationship Management (CRM) gäbe, sondern nur ein Customer Management Relationship (CMR).
Interessanter Sachverhalt und äußerst markantes Musterbeispiel der Seinsverhältnisse der Gegenwart. Vor allem somit auch im Bezug darauf, wie sich 'Kunde' und somit der Mensch der Gegenwart überhaupt definiert.
Ronald M. Filkas Ein gutes neues Jahr oder gutes Neues Jahr?
Der Jahreswechsel liegt hinter uns, aber wir werden die nächsten Tage noch reichlich Wünsche zum neuen Jahr versenden. Schreiben wir nun aber ein gutes neues Jahr oder ein gutes Neues Jahr? Nun, beides ist zwar möglich, doch wir empfehlen eine Schreibweise: die Kleinschreibung!
https://ronaldfilkas.de/ein-gutes-neues-jahr-oder-gutes-neues-jahr/
Christoph Sträßner Jörg Lenau Ronald M. Filkas
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