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Nur für XING Mitglieder sichtbar Deutsch stirbt aus
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Mirko Partschefeld
Vielen Dank, Frau Déus-Konrad, für das Posten des interessanten Artikels. Ich teile Ihre Skepsis, meines Erachtens wird Englisch die deutsche Sprache mittelfristig hier in Zentraleuropa verdrängen, einfach weil der Ansturm des Englischen zu groß ist. Hier meine ich nicht die Alltagssprache, das Kommunizieren der Menschen im täglichen Leben, sondern was die Publikationen betrifft, die „veröffentlichte Welt“. Die vielen englischen Begriffe (Englisch ist häufig die gebende, Latein oft die Ursprungssprache) verdrängen leider viele wunderbare Wörter, die über viele Jahrzehnte/Jahrhunderte großartig funktioniert haben (auch wenn es manche kaum glauben mögen: Sprache ist keineswegs nur Wandel, sondern kennt auch zahlreiche Kontinuitäten), auch stellen die vielen englischen Begriffe hierzulande etablierte funktionierende Regeln infrage (Groß-Klein-Schreibung, Pluralbildung, Zusammen- oder Getrenntschreibung usw.). Diesen Trend können wir seit Mitte der neunziger Jahre leicht feststellen (man lege einen Duden von damals neben einen aktuellen Duden, das Ergebnis ist krass).
Wie wir diese neue Sprache, die sich gerade so rasant entwickelt, dann nennen, ist unklar: Denglisch, Engleutsch oder anders, aber eine Art Oxford-Englisch wird es nicht sein, es wird auch mit unserem wunderbaren Deutsch (Stil-Kontinuität von Goethe bis P. Süskind, beschrieben in den wunderbaren Stilratgebern über die Jahrhunderte bis heute) nur wenig zu tun haben. Herausbilden dürfte sich eher eine unrühmliche Mixtur aus rudimentärem Deutsch und amerikanischer Beratersprache (man besuche einen T-Com-Shop, um eine Ahnung zu bekommen).
Woran es liegt, wäre ebenfalls eine interessante Untersuchung wert. Den krassen Wandel hier wie so oft einfach mit „es ist halt die Globalisierung, kannst eh nix machen“ zu begründen, halte ich für oberflächlich und ungenügend. Gründe dürften neben der grassierenden Anglophilie (hohes Maß an Offenheit/Begeisterung für die englische Sprache) auch eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Sprache sein, ein nur noch sehr gering vorhandener Sinn für Konservatismus.

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