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Kay Lied
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Das FORUM Gefahrgut ist die Kommunikations- & Diskussionsplattform für Gefahrgut-Experten und ermöglicht den Erfahrungsaustausch.

Hallo zusammen,

ich hoffe, das ist der richtige Bereich hier in der Gruppe, aber mir schien das Thema zum aktuellen Anlass zu passen.

Wir haben uns vor einiger Zeit mal mit dem Thema richtiger Versand von Corona-Tests auseinandergesetzt. Leider habe ich auch schon von ganz anderen Fällen gehört, wo Teströhrchen einfach in einem normalen braunen Umschlag mit Totenkopf in die Post gesteckt werden... Nicht sehr vertrauenserweckend.

Ich freue mich über Ihre Rückmeldungen!

Herzlich Willkommen in meinem Hauptarbeitsgebiet: Gefahrgut im Gesundheitswesen. Und das, was Sie schildern, kommt häufiger vor, als man glaubt. Etliche Beteiligte wissen nicht einmal, dass es überhaupt Vorschriften zum Transport gibt. Erst letzten Freitag hielt die Mitarbeitern des ärztlichen Dienstes einer Kontrollbehörde, die UN-Raute mit UN3373 Beschriftung auf einem Versandkarton, für die Markierung, innerhalb der die Barcodes der Testabsteiche zu platzieren sind.
Oh je... was ich jedoch spannend fand: meine zwei jüngeren Schwestern sind ebenfalls im medizinischen Bereich und haben wohl in der Berufsschule gelernt, wie man allgemein mit solchen Proben umgeht. Das fand ich wiederum einen guten Ansatz, auch wenn eine auffrischende Schulung sicherlich eine gute Investition wäre.

Wünscht der Endverbraucher das Produkt mit der UN-Nummer 2984 besser bekannt unter den Stoffnamen „WASSERSTOFFPEROXID, WÄSSERIGE LÖSUNG mit mindestens 8%, aber weniger als 20% Wasserstoffperoxid (Stabilisierung nach Bedarf)“ zu erwerben, so muss er vorher eine PRODUKT-ENDVERBLEIBSERKLÄRUNG unterzeichnen, nach der es nicht möglich ist als Privatperson diese käuflich zu erwerben, sondern nur als Händler/ Zwischenhändler oder Verwender.

Als Händler, Zwischenhändler wird bei giftigen Produkten eine Gifthandelserlaubnis (§2 Abs. 1 ChemVerbotsV) vorausgesetzt oder es muss das Inverkehrbringen bei der zuständigen Behörde (§2 Abs. 6 ChemVerbotsV) angezeigt werden.

Als Verwender muss die Voraussetzung, dass der Stoff und Zubereitungen nur an eine im Betrieb beschäftigte Person abgegeben wird und dass die Voraussetzung des §2 Abs. 2 ChemVerbotsV gegeben ist. Ein weiterer Verkauf ist an gewerbliche Kunden oder industrielle Endabnehmer, die diese in erlaubter Weise verwenden, zulässig. Zusätzlich ist ein Registrierungskennzeichen, das von der Bundesanstalt für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn vergeben wird, nötig. Ein Verwender wird bestimmt, wenn er giftige und sehr giftige Stoffe und Zubereitungen die nach der Gefahrstoffverordnung mit den Gefahrensymbolen O (Brandfördernd) oder F+ (Hochentzündlich) oder mit den H-Sätzen H351 (Kann vermutlich Krebs erzeugen), H361f (Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen), H361d (Kann vermutlich das Kind im Mutterleid schädigen) oder H341 (Kann vermutlich genetische Defekte verursachen) zu kennzeichnen sind und Zubereitungen die laut ChemVerbotsV §§3, 4 zu verwenden sind.

Eine Ausnahme als Verwender besteht jedoch, wenn die gefährlichen Stoffe und Zubereitungen nur ausschließlich für Forschungs-, wissenschaftliche Lehr- und Ausbildungszwecke und/ oder Analysezwecke verwendet werden. Das Verbot der Chemikalien-Verbotsverordnung gilt daher nicht (Ausnahme §1 Abs. 2 ChemVerbotsV).

Ferner muss immer mit Unterschrift bestätigt werden, dass unter keinen Umständen das Produkt für militärische Zwecke in sensible Drittstaaten exportiert wird, oder als Vorprodukt zur Herstellung von Rauschgiften (Grundstoffüberwachungsgesetz; VO(EG) Nr. 273/2004 Drogenausgangsstoffe) oder zur Herstellung von Sprengstoffen verwendet wird. Die Sprengstoffgrundstoffe sind u.a.: Ammoniumnitrat, Kaliumchlorat, Kaliumnitrat, Kaliumperchlorat, Kaliumpermanganat, Natriumchlorat, Natriumnitrat, Natriumperchlorat und Wasserstoffperoxid >12%. Ferner muss zusätzlich noch bestätigt werden, dass diese Stoffe nicht für die Produktion von Kriegswaffen verwendet werden.

Wenn sich dabei konkrete Verdachtsmomente für eine missbräuchliche Verwendung der bezogenen Produkte ergeben, wird die vorliegende Endverbleibserklärung und die verbindliche Erklärung zum Produktverbleib den zuständigen Behörden zur Verfügung gestellt.

Auf der Suche nach H2O2 >12% im World Wide Web als Privatperson ohne vorgeschriebene Endverbleibserklärung insbesondere Google, Ebay, Amazon blieb ich erfolglos.

Hat Ihnen der Artikel etwas gebracht? Haben Sie sich in ihrer Firma als Sicherheitsingenieur, Gefahrgutbeauftragter oder Gefahrstoffbeauftragter über die Strafbarkeit der oben aufgeführten Produkte bei Verkauf ohne Endverbleibserklärung schon einmal Gedanken gemacht?

Nachträglich meine Glückwünsche an die BRD zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung

Mr. Safety

Hallo in die Runde,

Nachdem ich jetzt eine Weile stille Beobachterin der Gruppe war dachte ich mir ich ergreife mal die Gelegenheit und stelle mich vor.

Mein Name ist Maria Leitner und ich bin noch recht frisch Gefahrgutbeauftragte (ich feiere ein halbes Jahr seit Erhalt meiner Bescheinigung). Bei mir landen Sie am Anfang, wenn Sie sich an die ProSafeCon GmbH wenden - also scheuen Sie sich nicht, bei Fragen Kontakt aufzunehmen!

Als Frau der Kommunikation verliebe ich mich jeden Tag mehr in das Thema und würde mich freuen, wenn es erwünscht ist, hier in der Runde auch aufbereitete Themen zu teilen. Außerdem habe ich Spaß daran, spezialisierte Themen zu diskutieren, ich freue mich also sehr auf den Austausch!

Auf dem Bild übrigens eins der für mich überraschendsten Gefahrgüter - der Teufel steckt im (alten) Tischtennisball :-)

Hallo Frau Leitner, herzlich Willkommen. Klären Sie uns doch bitte über den Teufel im Tischtennisball auf. Gefährliche Grüße aus Bayern, Tobias Rautner
Danke Ihnen Herr Rautner für das herzliche Willkommen! Nun, mit einer der überraschendsten Momente während meiner Ausbildung war die Frage "Sind Tischtennisbälle Gefahrgut?", die spontan erst einmal alle Kursteilnehmer verneint haben, ohne nachzuschlagen. Tatsächlich werden die alten, aus Zelluloid bestehenden Bälle aber der UN 2000 zugeordnet und sind damit erstmal Gefahrgut (natürlich mit dem Zusatz der Sondervorschrift), was uns alle nicht schlecht überrascht hat. Fazit: Nie unbegründet eine solche Frage verneinen, auch wenn sie im ersten Moment abwegig klingt. Ungefährliche Grüße ebenfalls aus Bayern!
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Am 29. September befassen wir uns mit den wichtigsten Punkten der SCIP.

Direkt danach geht es am 30. September weiter mit den neuen Arbeitsschutzregeln zu SARS-CoV-2.

Über den folgenden Link finden Sie eine Auflistung unserer aktuellen Online -Trainings:

https://bit.ly/344sgKp

FORUM Gefahrgut

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihnen das FORUM Gefahrgut vorstellen und Sie herzlich dazu einladen.

Das FORUM Gefahrgut ist die Kommunikations- & Diskussionsplattform für Gefahrgut-Experten der Branchen Chemie, Mineralölindustrie und Logistik. Auf ihr können sie sich vorstellen, miteinander diskutieren und ihre Erfahrungen austauschen.

Entstanden ist die Idee für das FORUM Gefahrgut aus dem Erfahrungsaustausch zwischen der Chemie-, Mineralölindustrie und Logistik zum Thema „Gefahrgut-Transport: sicher und wirtschaftlich!“. In der IHK-Offenbach haben bisher 280 Experten darüber gesprochen wie man effizienter mit Gefahrgut umgehen und Transporte sowohl sicherer, aber auch wirtschaftlicher machen kann.

Nehmen Sie an anregenden Diskussionen teil und bringen Sie Ihr Wissen ein. Tauschen Sie sich im FORUM Gefahrgut aus, so dass wir gemeinsam das Ziel erreichen: „Gefahrgut-Transport: sicher und wirtschaftlich!“.

Herzlich Willkommen im FORUM Gefahrgut
Kay Lied

Initiator FORUM Gefahrgut, http://www.forum-gefahrgut.de
Kooperationsmanager "Logistik & Mobilität" , http://www.logistik-mobilitaet.de

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