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Die Gruppe Informatik Saarland kommt aus dem FdSI und will alle Interessenten über die Informatik an der Uni auf dem Laufenden halten.

Investoren aus der Privatwirtschaft stehen für CISPA Innovation Campus in den Startlöchern

Der CISPA Innovation Campus kommt auf die „Alte Schmelz“ in St. Ingbert. Ein Signal, das auch in der regionalen Wirtschaft ankommt. Nach dem Beschluss des Saarländischen Ministerrats am Dienstag, 6. Oktober, haben sich nun bereits erste private Investoren gemeldet, die sich auf dem neuen Campus einbringen wollen. Es sind die St. Ingberter Unternehmer Philipp P. Gross und Horst Siffrin. Sie wollen insgesamt bis zu 40 Millionen Euro in Infrastruktur und kreative Köpfe investieren.

Auf dem Campus-Areal soll Raum entstehen für Ausgründungen und Ansiedlung von Betrieben im Bereich der Cybersicherheit, der künstlichen Intelligenz und der Informations- und Kommunikationstechnologie. „Die Politik hat mit dem Vertrauen ins CISPA Helmholtz-Zentrum und dem Verkünden des CISPA Innovation Campus in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein starkes Signal in die Region geschickt. Ich bin glücklich, dass dieses Vertrauen nun so schnell auch von der regionalen Wirtschaft aufgegriffen wird. Diese Investitionsbereitschaft in der Frühphase eines einzigartigen Projektes finde ich bemerkenswert und freut mich außerordentlich. So können wir die Vision Wirklichkeit werden lassen, in St. Ingbert einen Hotspot der Digitalwirtschaft zu schaffen“, sagt CISPA-Gründungsdirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Backes.

„Das CISPA ist eines der weltweit führenden Forschungszentren für Cybersicherheit. Für St. Ingbert ist es ein Glücksfall, dass der Transfer dieser innovativen Forschung in die Wirtschaft eine Heimat findet. Das ist eine einmalige Chance, und deshalb wollen wir dieses Projekt mit unserer Expertise, unserem Know-how und auch finanziell tatkräftig unterstützen“, sagt Philipp P. Gross, geschäftsführender Gesellschafter von Peter Gross Bau.

„Wir freuen uns, dass der CISPA Innovation Campus konkrete Gestalt angenommen hat und über die Möglichkeiten, die dies für Start-ups und Gründer bedeutet. Gerne sind wir bereit, unseren Beitrag zum Gelingen des Projekts zu leisten. Dies beinhaltet den Aufbau und die Bereitstellung der nötigen Infrastruktur genauso wie benötigtes Venturekapital", sagt Alexander Siffrin, geschäftsführender Gesellschafter der inter.services GmbH.

Peter Gross Bau Holding GmbH

Die Firma Peter Gross Bau wurde 1885 als Familienunternehmen gegründet und hat heute 1400 Mitarbeiter. In vier Generationen hat sich Peter Gross Bau zu einem bundesweit tätigen Unternehmen mit zahlreichen Niederlassungen, Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in den Bereichen Hochbau, Tiefbau und Umwelttechnik entwickelt. Sie hat ihren Hauptsitz in St. Ingbert und verschiedene Standorte in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz.

inter.services GmbH

Die inter.services GmbH war bis 2018 Holding der 1998 von Alexander Siffrin gegründeten Key-Systems GmbH mit den Geschäftszweigen RRPproxy, domaindiscount24 und Brandsheler sowie des angeschlossenen Rechenzentrums. Zur Gruppe gehörte auch die KeyDrive SA mit Standorten in den USA, Luxemburg und Brasilien. Nach dem reverse takeover der CentralNic Ltd durch die KeyDrive SA wurde inter.services größter Aktionär der an der Londoner Börse notierten CentralNic Aktiengesellschaft mit Sitz in London. Die Key-Systems GmbH ist mit über 130 IT-Spezialisten weiterhin in Sankt Ingbert tätig; dort wird auch die saarländische TLD .saarland verwaltet, deren Einführung von Alexander Siffrin initiiert wurde.

Sebastian Klöckner | Corporate Communications

CISPA Helmholtz Center for Information Security

Stuhlsatzenhaus 5, 66123 Saarbrücken, Germany

f +49 681 302 70783 | m +49 179 2226551

e kloeckner@cispa.saarland | w www.cispa.saarland

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Ob im Fitnessbereich, in der Medizin oder in der Unterhaltungsbranche: Am Körper getragene IT-Geräte wie zum Beispiel Smartwatches werden immer beliebter. Anwendungen dieser Art profitieren davon, wenn sich das Eingabegerät möglichst natürlich an den Körper anpasst – etwa in Form von elektrosensitiven Stoffen, sogenannten E-Textilien. Informatiker der Universität des Saarlandes zeigen, wie man diese besonderen Textilien vergleichsweise unkompliziert herstellen kann und eröffnen damit neue Nutzungs-Szenarien.

"Unser Ziel war es, interaktive Funktionen direkt in die Fasern von Textilien zu integrieren, anstatt nur elektronische Komponenten daran zu befestigen“, sagt Jürgen Steimle, Informatik-Professor der Universität des Saarlandes. Mit seiner Forschungsgruppe zu Mensch-Computer-Interaktion am Saarland Informatics Campus erforscht er, wie Computer und deren Bedienung möglichst nahtlos in die physische Welt integriert werden können. Darunter fällt auch der Einsatz elektro-interaktiver Stoffe.

Bisherige Ansätze zur Herstellung dieser Textilien sind aufwändig und beeinflussen das Tragegefühl des Materials. Die Methode der Saarbrücker Informatiker erlaubt, Textilien und Kleidungsstücke auch nachträglich in E-Textilien umzuwandeln, ohne deren ursprünglichen Trage-Eigenschaften zu beeinflussen – sie bleiben dünn, dehnbar und anschmiegsam. Damit schaffen sie die Möglichkeit, schnell und vielseitig mit neuen Formen von E-Textilien zu experimentieren und diese in IT-Geräte zu integrieren.

„Gerade für am Körper getragene Geräte ist es wichtig, dass sie die Bewegung möglichst wenig einschränken und dennoch hochauflösend Eingabesignale verarbeiten können“, erklärt Paul Strohmeier, einer der Initiatoren des Projektes und Wissenschaftler in Steimles Forschungsgruppe. Um dies zu erreichen, nutzen die Forscher das Verfahren der In-Situ-Polymerisation. Die elektrischen Eigenschaften werden dabei in den Stoff „eingefärbt“: Ein Textil wird in einem Wasserbad einer chemischen Reaktion ausgesetzt, der sogenannten Polymerisation, wodurch es elektrisch leitfähig wird und empfindlich auf Druck und Dehnung reagiert, also sogenannte piezoresistive Eigenschaften erhält. Indem sie nur bestimmte Stellen eines Textils „einfärben“ oder einzelne Fäden polymerisieren, können die Saarbrücker Informatiker maßgeschneiderte E-Textilien produzieren.

In ihren Testläufen haben die Forscher so Handschuhe hergestellt, die Handbewegungen digital erfassen können, einen Reißverschluss, der je nach Öffnungsgrad verschiedene Spannungen überträgt, und Sport-Tapes, die sich zu einem am Körper befestigten Bedienelement verwandeln.

Auch andere Materialien als Textilien können mit dem Verfahren bearbeitet werden. Die Pariser Künstlerin Audrey Briot hat ein Abendkleid aus berührungsempfindlichen Federn hergestellt, die über einen Computer Töne erzeugen, wenn man sie anfasst. Die Federn hat sie nach der Methode der Saarbrücker Informatiker polymerisiert. Das Kleid wurde für den STARTS-Preis der Europäischen Kommission nominiert.

Eine wissenschaftliche Publikation zu dem Verfahren mit dem Titel „PolySense: Augmenting Textiles with Electrical Functionality using In-Situ Polymerization” entstand in der Forschungsgruppe zur Human-Computer-Interaction am Saarland Informatics Campus an der Universität des Saarlandes. Beteiligte Saar-Forscher waren: Prof. Dr. Jürgen Steimle, Dr. Paul Strohmeier, Dr. Marc Teyssier und Dr. Bruno Fruchard. Weiterhin beteiligt waren: Cedric Honnet (MIT Media Lab), Hannah Perner-Wilson (Kobakant) und Dr. Ana C. Baptista (CENIMAT/I3N, Neue Universität Lissabon). Der Fachaufsatz wurde 2020 im Rahmen der weltgrößten Konferenz des Forschungsbereiches, der ‚ACM Conference on Computer Human Interaction (CHI)‘, veröffentlicht.

Originalpublikation:

https://hci.cs.uni-saarland.de/.../2020_CHI...

Weitere Informationen:

https://hci.cs.uni-saarland.de/research/polysense/

https://starts-prize.aec.at/de/stymphalian-birds/

Fragen beantworten:

Prof. Dr. Jürgen Steimle

Human Computer Interaction Lab

Saarland Informatics Campus

Mail: steimle@cs.uni-saarland.de

Tel: +49 (0)681 302 71080

Dr. Paul Strohmeier

Human Computer Interaction Lab

Saarland Informatics Campus

Mail: strohmeier@cs.uni-saarland.de

Tel. +49 (0)681 302 71930

Bitte nehmen Sie an unserer Studie teil: http://ls.economics.datacenter.uoc.gr/limesurvey/index.php/37929?lang=de

Vielen Dank!

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