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Chemie in Wirtschaft und Wissenschaft aus erster Hand – die Xing-Gruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) – xing.to/chemie

Nur für XING Mitglieder sichtbar Die chemische Industrie braucht keine Start-Ups!...oder? 27.11.18 in Idstein
Holger Bengs Wolfram Keller
+3 weitere Kommentare
Letzter Kommentar:
Holger Bengs
Hallo Professor ....,
es war ein Klasse-Vortrag, und ich kann der Hochschule Fresenius nur gratulieren, dass sie (a) Dich hat, und (b) das Thema Gründungen in der Chemie besetzt.
Mach ´ was draus.
Aber, da bin ich mir sicher, bist ja auch ein BCNP-Alumni ...
Viele Erfolge. Go for Gold, Stephan.
Holger
Nur für XING Mitglieder sichtbar ECTN-Vorstand zu Gast bei der GDCh
Der Vorstand der European Chemistry Thematic Network Association (ECTN) tagt heute bei der GDCh in Frankfurt. ECTN engagiert sich EU-weit rund um das Hochschulstudium in Chemie sowie zugehörige Harmonisierungen bzw. Akkreditierungen und vergibt z.B. die Eurolabel® "Chemistry Eurobachelor®" und "Chemistry Euromaster®". Die GDCh ist MItglied bei ECTN.
http://www.ectn.eu
Foto: Mitglieder des ECTN Administrative Council und Hans-Georg Weinig (vorne rechts) als Vertreter der gastgebenden GDCh.
Tobias Kirchhoff Computermesse Cebit wird eingestellt
Die Cebit, einst die weltweit größte Computermesse der Welt, wird eingestellt. Ein wesentlicher Grund ist Auffächerung der Digitalwirtschaft. Spezialisierte Messen für Spiele oder Mobilfunk haben sich in den letzten Jahren etabliert. Zudem habe ich in letzter Zeit wahrgenommen, dass digitale Lösungen für spezielle Branchen wie die Chemie auch auf den jeweiligen Brachen-Events wie dem ECP vermarktet werden.
Das Beispiel der Cebit zeigt wieder einmal anschaulich, dass in sich wandelnden Zeiten auch der Branchenprimus stolpern kann...
Ulf Stalmach Ein "Gutsle" zum Monatsende!
Ein schöner Beitrag für alle, die mit Entscheidungsfindung zu tun haben.
Und ein Wichtiger für diejenigen, bei denen noch nach altbewährten Methoden entschieden wird! Viel Spaß beim Lesen!!
Bernhard Münzing Neue Materialien - Der Spagat zwischen Profitabilität und Wachstum - am Beispiel der Graphenindustrie
Graphen (idealtypisch die atomare Lage des Graphits), eine neue Materialklasse, 2004 erstmalig von 2 englischen Professoren isoliert, wird erstmalig in großen Volumenanwendungen eingesetzt. So baut Ford in verschiedene Modelle in USA einen mit Graphen modifizierten Schaum ein, der sich durch höhere Festigkeit und durch eine bessere Brandklasse auszeichnet. Damit kann Ford Gewicht sparen und gleichzeitig die Sicherheit des Fahrzeuges erhöhen. In China nutzt Huawai in den größten Smartphones eine neuen Kühltechnologie, bei der Graphen (als Film) eine entscheidenen Rolle bei der Wärmeabfuhr spielt.
Für Graphenhersteller, die nicht zu einer größeren Chemiegruppe gehören oder Teil der Vorwärtstragie von Graphitherstellern sind, stellt sich die Frage, wie sie das vom Markt bzw. den Kunden geforderte Mengenwachstum stemmen, die weiterhin notwendige anwendungstechnischen Entwicklungen für andere Märkte und die notwendige verstärkte Vertriebsarbeit mit ihren finanziellen Resourcen in Einklang bringen können. Um das Mengenwachstum zu erreichen, muss in Anlagentechnik mit entsprechenden Vorlaufzeiten investiert werden. Eine Reduzierung der anwendungstechnischen Entwicklungen und eine unveränderte Vertriebsarbeit lässt die notwendige Diversifizierung von dem einem Großkunden nicht zu, erhöht im Gegenteil das Risiko. Also sind auch für diese Feld erhöhte Resourcen zur Verfügung zu stellen. In der Regel reicht der Cash-flow nicht für all diese notwendigen Ausgaben aus. Es ist also eine Kapitalerhöhung in entsprechendem Umfang durchzuführen. Die große Kunst besteht darin, für diese Kapitalerhöhung sowohl den richtigen Zeitpunkt als auch die richtige Höhe zu finden, so dass in keiner Phase des Wachstums Illiquidität oder eine Überschuldung entsteht (beides Gründe für eine Insolvenz).
Eine sehr schwierige Aufgabe für das Management, da die Erfahrung lehrt, dass Up-scalen von Anlagen in der Regel nicht problemlos läuft, bei bestimmten Fragestellungen mehrere Ideenrunden gedreht werden müssen und damit der Zeitplan, auf den die Kapitalerhöhung abgestimmt war, nicht mehr stimmt. Ähnliches gilt für anwendungstechnischen Entwicklungen und die Vertriebsaktivitäten - häufig führt erst der 3. oder 4. Versuch zum Erfolg.
Diese allgemeinen Feststellungen gelten besonders für Materialklassen, die noch sehr jung sind - wie z.B. Graphen. Die Wahrscheinlichkeit, bereits beim ersten Mal alle Lösungen zu haben, ist aufgrund der produktionstechischen Herausforderungen im Scale-up (man denke nur an unterschiedliche Verweilzeiten in großen Reaktoren) und der anwendungstechnischen Herausforderungen - hier ist in der ersten Linie die Kunst der Dispergierung zu nennen - eher gering.
Genau in dieser Situation befinden sich derzeit einige Graphenhersteller und der Ausleseprozess hat begonnen. Diejenigen Graphenhersteller, die durch Fleiß, harte Arbeit und klugem Management gepaart mit einer excellenten Strategie (Sparen ist nicht die Lösung!) den Spagat zwischen Wachstum und Profitabiltät schaffen, werden diese Phase der Industrie überstehen, wozu auch eine Portion Glück gehört (das des Tüchtigen). Andere, die diese Eigenschaften nicht haben, werden entweder im Rahmen der Konsolidierung übernommen oder verschwinden ganz vom Markt. Eine Aussage, welche Hersteller dies sein werden, lässt sich derzeit nicht treffen.
Eine spannende Zeit für die Graphenindustrie.
Bernhard Münzing
PS: Wer näheres wissen will - auch wie man sich als Angestellter positionieren kann- , kann mich gerne direkt kontaktieren