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Informationsdesign

Informationsdesign-Gruppe auf Xing. Effiziente und effektive Vermittlung von Inhalten

Nur für XING Mitglieder sichtbar Farbbegriffe bei Männern und Frauen
Weil es eben hier über den Ticker lief, habe ich mir diese Infografik mal etwas genauer angesehen:
Ohne die Rohdaten jetzt genauer zu prüfen, ich finde das schon sehr spannend. Mal ganz abgesehen von dem nicht besonders überraschenden Ergebnis, dass Frauen sehr viel mehr Farbbegriffe kennen als Männer, kann man sehen dass Frauen Begriffe aus Flora und Fauna verwenden und somit allgemein viel "blumiger" in ihrer Begrifflichkeit sind. Dort gibt es "Blattgrün", "Kakao", "Melone" usw., bei den Männern gibt es eben Blau, Grün, Rot - und allenfalls noch "Dunkelblau" oder "Noch dunkleres Blau." Interessant auch, dass ein paar Männer einige Farben als Kotz- oder Kackbraun bezeichneten; immerhin ein kleiner Teil Frauen für braun auch noch "Babykackbraun" präferierten... ;)
Stefanie Panke Was ist Informationsdesign? Definitionen, Felder & Fragestellungen
Hier eine längliche Auseinandersetzung mit dem Begriff - noch unausgereift, also Feedback erwünscht!
Informationsdesign ist mit der zielgruppengerechten und medienadäquaten Darbietung und Aufbereitung von Inhalten aller Art befasst. Der Begriff wurde ursprünglich im Grafikbereich geprägt und bezeichnete dort bestimmte Techniken zur Datenvisualisierung. Da sich im Zuge der Globalisierung um Neuorientierung bemühte Industrienationen zunehmend als Wissensgesellschaften begreifen, hat auch die Popularität des Informationsdesigns zugenommen: „Information design is not a new term, but its popularity has certainly increased in recent years. A number of professional journals, associations, design groups, and even university programs use the information design banner to proclaim a new identity“ (Panini, 2002, S. 83).
Gleichzeitig wurde das Gebiet auf neue Gegenstandsbereiche ausgeweitet. Die Wurzeln des Informationsdesigns sind die Arbeiten zu Infografiken von Edward Tufte und Richard Saul Wurman. Diese zählen nach wie vor zu den Klassikern des Gebiets; decken aber nunmehr nur noch einen Teibereich ab: „they are only part of the picture, simply because one can do information design without graphics and certainly without the rich information graphics described by Tufte and Wurman.“ (Mazur, 2003, S.16).
Informationsdesign ist zwar eine aufstrebende, jedoch keine fest etablierte und strukturierte wissenschaftliche Disziplin. “As a discipline, information design has only recently gained visibility. It has emerged from a melting of various fields, primarily graphical design, human factors, and technical communication.” (Albers, 2003, S.1)
Es existieren diverse Definitionen, die jeweils andere Konzepte in den Mittelpunkt stellen und verschiedenen Aspekten Rechnung tragen, z.B. Medieneinsatz und textuelle Aufbereitung, Nutzeradressierung, Navigation und Kommunikationsprozesse: It is ironic that defining information design is a major problem facing the information design discipline. Any article or book on information design will have a definition in it, ranging from being synonymous with graphic design to web design to technical communication, and all variations between. The definitions never match. (Albers, 2003, S.1).
Die variierenden Begriffsbestimmungen können als Symptom einer gewissen Unausgereiftheit der Disziplin gesehen werden. Zudem spiegeln sie die jeweiligen persönlichen Vorerfahrungen (Albers, S. 3). Die wohl populärste Definition stammt von Horn (1999, 2002):
Information design is defined as the art and science of preparing information so that it can be used by human beings with efficiency and effectiveness. Its primary objectives are:
• To develop documents that are comprehensible, rapidly and accurately retrievable, and easy to translate into effective action.
• To design interactions with equipment that are easy, natural, and as pleasant as possible. This involves solving many of the problems in the design of the human-computer interface.
• To enable people to find their way around in three-dimensional space with comfort and ease in especially urban space, but also, given recent developments, virtual space).
Alle Ansätze machen Aussagen zu den Zielen des Informationsdesigns, zu Gestaltungsprinzipien sowie medienspezifischen und allgemeinen Gegenstandsbereichen. Grundannahme des Informationsdesign ist, das dass bloße Vorhandensein von Informationen, beispielsweise in einer Datenbank oder im World Wide Web, nicht ausreicht. Es zählt nicht, wie viel Informationen ausgestrahlt, gedruckt oder im Internet bereitgestellt werden, sondern welche Informationen wir nutzen und verstehen. Informationen müssen zielgruppen- und mediengerecht aufbereitet sein, nur dann haben sie einen Gebrauchswert. Informationsdesign bezieht sich auf die Darbietung von Informationen in Medien aller Art: So sind neben Webseiten z.B. die Gestaltung von Ausstellungsräumen oder Orientierungskonzepte in U-Bahnen Gegenstandsbereiche des Informationsdesigns (Jacobson, 1999).
Informationsdesign zeichnet sich durch eine interdisziplinäre Ausrichtung und eine hohe Praxisorientierung aus. Shedroff (1994, S. 1.) charakterisiert Informationsdesign sowohl als künstlerisch-gestalterisches Handwerk als auch als Forschungsperspektive: Regarded as both an and a science Information design describes how to effectively present data to clearly promote an idea“. Nach Knemeyer (2003) handelt es sich um einen Makro Ansatz, der die Interdependenzen und Relationen zwischen verschiedenen Disziplinen, die mit dem Aufbau und der Untersuchung von Informationsstrukturen und -beständen befasst sind, zusammenführt. Entsprechend breit gefächert sind sowohl theoretische Anknüpfungspunkte als auch methodische Herangehensweisen. „Research on communication, education, learning, human factors in technology, computer interface design and perception all bear on the use of information design.“ (Horn, 2002, S. 21).
Passini (2000, S. 84) sieht die Unterstützung von Personen bei der Erledigung von Aufgaben bzw. beim Lösen von Problemen als ein wesentliches Ziel des Informationsdesigns (Passini, 2000, S. 85). Die Auswahl handlungsrelevanter Informationen vergleicht er mit der Suche nach dem Weg durch einen physikalischen Raum. Er sieht „wayfinding“ als spezielle Form der Problemlösung, die sich auf die Navigation in realen oder virtuellen Räumen bezieht („a special form of problem solving that comprises all sorts of navigation in spatial environments“ Passini, 2000, p. 91) Eine geeignete Aufbereitung soll Nutzern ermöglichen, sich in einem Inhaltsbereich rasch und sicher zu bewegen. Die Erledigung einer Aufgabe erfordert fortlaufende Einzel-Entscheidungen (z.B. in einem Dokument den nächsten Absatz zu überspringen oder an der Treppe nach links abzubiegen) sowie übergreifende Strategien, z.B. in der Gebrauchsanweisung zunächst das Inhaltsverzeichnis zu lesen oder im Bürogebäude systematisch den ersten Stock nach einer Toilette abzusuchen. Die Informationsauswahl soll Nutzer von ihrem jeweiligen Ausgangspunkt zum gewünschten Ziel führen – entweder auf einer direkten Route oder durch die Bereitstellung von Übersichten, die eine selbstständige Orientierung erlauben. Dabei ist die raumzeitliche Lokalisierung von Informationseinheiten von entscheidender Bedeutung: “An information unit located at a place when it is not needed at the time has a good chance of being ignored” (Passini, 2000, p. 91).
Passinis räumliche Metapher des „wayfinding“ verweist auf die Nähe des Informationsdesigns zu dem Begriff “Informationsarchitektur“. Dieser wurde bereits 1975 von Richard Saul Wurman geprägt. Seine Definition ist praktisch deckungsgleich mit Beschreibungen der Aufgaben von Informationsdesign: „Information architects make the complex clear; they make the information understandable to other human beings" (Wurman 2000, p. 23). Über zwanzig Jahre hinweg blieb der Ausdruck Informationsarchitektur weitgehend unbeachtet, bis zwei Bibliothekswissenschaftler ihn 1998 aus dem Dornröschenschlaf weckten. Durch die viel beachtete Publikation „Information Architecture for the Worls Wide Web. Defining Large Scale Websites“ von Rosenfeld und Morville (1998) erlangte der Begriff seine heutige Popularität. “Informationsarchitektur” beschreibt nach Rosenfeld und Morville (1998) die Organisation von Informationen in einer geordneten Art und Weise, so dass Nutzer innerhalb des konstruierten Informationsraumes gezielt nach für sie relevanten Inhalten suchen können und unterschiedliche Objekte dauerhaft auffindbar sind.
“We use the term information to distinguish information architecture from data and knowledge management. Data is facts and figures. Relational databases are highly structured and produce specific answers to specific questions. Knowledge is the stuff in people’s heads. Knowledge managers develop tools, processes and incentives to encourage people to share that stuff. Information exists in the messy middle. With information systems, there’s often no single “right” answer to a given question. We are concerned with information of all shapes and sizes: web sites, documents, software applications, images and more. We’re also concerned with metadata: terms used to describe and represent content objects such as documents, people, processes, and organizations.(Rosenfeld & Morville, 2002, S. 5)”
Es geht, wie die Metapher der Architektur anzeigt, um die Entwicklung einer Webseite von der Blaupause zu einem tragfähigen Gebäude, das die Orientierung und Bewegungen der Nutzer innerhalb der Webpräsenz unterstützt. Informationsarchitektur umfasst Bereiche wie Informationsstrukturierung, die Entwicklung geeigneter information retrieval Mechanismen und das Design von Navigationselementen. Barker (2004) nennt als typische Produkte der Informationsarchitektur eine Sitemap, die die hypertextuelle Struktur festlegt, annotierte Seitenvorlagen, die Inhalts- und Navigationsbereiche vorgeben sowie eine Matrix, die für jede Seite innerhalb der Webpräsenz, die dort darzustellenden Inhalte festschreibt. Daneben können Personas (prototypische, fiktionale Nutzerbiographien), Nutzungsszenarien in Form von Drehbüchern und Prototypen bei der Entwicklung entstehen.
Diese Artefakte und Methoden sind gleichermaßen Werkzeuge des Informationsdesigns, ein Indiz, dass es sich tatsächlich um weitgehend deckungsgleiche Felder handelt, was auch innerhalb der jeweiligen Communities of Practice weitgehender Konsens ist.
“The STC ID SIG published a dialog entitled "What's in a name?" where participants were asked to discuss informally any differences between information design and information architecture. Many of the responses were unsure that focusing on labels was important.” (Mazur, 2003, S. 26)
Klarer abgegrenzt ist die Usability-Community. Erkenntnisse aus der Usability-Froschung liefern für das Informationsdesign zwar wichtige Grundlagen, Glaubenssätze des Usability-Papstes Jakob Nielsen werden aber durchaus kritisch rezipiert und keineswegs fundamentalistisch befolgt – auch um sich Spielräume für innovative Lösungen und künstlerischen Ausdruck offen zu halten: “Most information designers consider usability an important component of their work […]. Yet historically the two communities have evolved separately, with different professional associations, journals, and discussion lists. And recently, they have been portrayed at being in conflict […] Part of this "conflict" has been fueled by seemingly rigid guidelines by usability gurus such as Jakob Nielsen, whose name dominates the subject.” (Mazur, 2003, S. 21)
Anders als die Usability-Community, die nach Möglichkeit anhand fester Gestaltungsregeln, Kriterienkatalogen und Prüfverfahren entwickelt bzw. Entwicklungen beurteilt, ist Informationsdesign offener für neue, teilweise auch spekulative Ansätze.
Der enge Bezug des Informationsdesigns zu künstlerischem Ausdruck und handwerklichen Fertigkeiten hat immer wieder dazu geführt, dass eine wissenschaftliche Bearbeitung des Themas prinzipiell in Frage gestellt wurde. Eine fortlaufende Diskussion um die Frage, inwieweit sich die Disziplin als Forschungsrichtung begreift.
“Some argue that a science of design is possible and represents an important goal. Cross, reporting on a number of studies in design, argues that design is quite different from science. While scientists focus on the problem, on discovering the rule that is operating, designers focus on the solution, on achieving the desired result” (Rowland 1993, S. 81).
Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass sich insbesondere im US-amerikanischen Raum ein Kanon an Methoden und Vorgehensweisen für das Design von Informationsträgern herauskristallisiert. Der Sammelband „Design Research. Methods and Perspectives“ (Laurel, 2003) bietet einen Überblick der von Praktikern verwendeten Methoden und Ansätze.
--to be continued...
Thomas Müller Stefanie Panke
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Franziska Fried
Hallo,
ich finde den Artikel auch sehr interessant.
Ich befinde mich gerade in den Vorbereitungen für meine Bachelor Thesis und beschäftige mich auch gerade mit dem Thema und einer geeigneten Definition von Informationsdesign. Könnten Sie mir vielleicht hierzu Ihr Literaturverzeichnis zur Verfügung stellen?
Viele Grüße,
Franziska Fried
Martin Geisenhainer Beispiele für State-of-the-Art Suchdialoge
Hallo zusammen,
kennt in diesem Forum jemand eine Quelle (z.B. eine Web Site), in der aktuelle oder sogar ausgezeichnete Beispiele für die Umsetzung von komplexen Suchmasken (z.B. in einer ERP-Software) dargestellt werden?
Das könnte mir das Wochenende versüssen.
Herzlichen Dank und eine angenehme Restwoche,
Martin Geisenhainer.
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