Institut für ProduktionserhaltungInstitut für Produktionserhaltung

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Prof. Dr. Jörg Lux

Mitglieder und Interessenten des Instituts für Produktionserhaltung e.V. www.infpro.org

Das sind gute Nachrichten.

Die VDI Nachrichten berichten in ihrer Ausgabe vom 7.8., dass es der deutschen Solarbrache richtig gut geht und die Aussichten noch besser zu werden scheinen.

Interessante Aussagen macht dort der Meyer Burger CEO Gunter Erfurt:

Die Neuausrichtung ist auch eine Flucht nach vorn. Denn Meyer Burger schreibt seit Jahren rote Zahlen, wenn auch mit Tendenz zum Besseren. "Das Dilemma für die Maschinenbauer ist, dass sie an der ungünstigsten Stelle in der Wertschöpfungskette innerhalb der Photovoltaik platziert sind", erklärt Erfurt den VDI nachrichten.

"Mit jeder neuen Maschine, die sie verkaufen, verringern die Maschinenbauer den Umsatz, den sie zukünftig erzielen können. 2010 verkauften wir Maschinen für rund 1 Mio. CHF. Jahre später kosteten Maschinen mit bis zu siebenfachem Durchsatz nur noch 400 000 CHF", macht Erfurt deutlich. Im Endeffekt sei "der überdeutliche Vorteil" an die Kunden - und damit nach China - und nicht an die Innovatoren gegangen: "Diesen Teufelskreis wollen wir mit unserer Neuausrichtung durchbrechen."

Das ist der unternehmerische Mut, den wir brauchen. So wollen wir Meyer Burger und seinem Team viel Erfolg wünschen.

https://www.photovoltaik.eu/generator-zubehoer/meyer-burger-steigt-zell-und-modulfertigung-ein

Mit der Corona Krise geht die Disruption einher.

Da ist jetzt der richtig Zeitpunkt, die Chancen für die Entwicklung der Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle (=Wertschöpfung = Arbeitsplätze) von morgen wahrzunehmen.

https://www.produktion.de/trends-innovationen/brennstoffzelle-maschinenbau-lebt-durch-wasserstoff-auf-130.html

Interessante Darstellung der Situation in der Automotive.

Da reicht es nicht aus, dass Problem zu bewundern. Da gilt es sich konstruktiv einzubringen und proaktiv zu handeln:

- Die Automobilindustrie muss mit ihrer Bedeutung für unsere Gesellschaft mit neuer Stärke (=die richtigen global wettbewerbsfähigen Produkte und Dienstleistungen zum richtigen Zeitpunkt) aus der Krise hervorgehen

- Nach heutigem Ermessen nimmt die Wertschöpfung in der Automotive ab.

-- Die Wertschöpfung ist die Basis unserer Arbeitsplätze, unseres Wohlstandes un BIPs.

-- Das BIP deckt unsere Schuldenlast. Sinkt das BIP, steigt der Verschuldungsgrad.

- Da ist es wichtig neue kunden- und zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen mit neuer Wertschöpfung zu erfinden. Das wird die Automotive nicht alleine stemmen.

- Der Klimawandel und auch andere Anwendungsbereiche bieten Chancen für neue Produkte und Dienstleistungen. Diese gilt es anzupacken.

- Die Menschen sind es, die all dies bewerkstelligen müssen. Da ist für jeden, neben dem Erfinden ein hohes Mass an Mut und Beweglichkeit gefragt, sich konstruktiv in diesen (Transformations-)Prozess einzubringen.

https://www.youtube.com/watch?v=hSFRmrDpuB8

Liebe infpro XING Mitglieder,

Corona zieht den Schleier weg!

Corona konfrontiert uns mit neuen Herausforderungen, die außerhalb unserer Komfortzone liegen. Corona bringt Einschränkungen der persönlichen Freiheiten, Einkommensverluste, drohende Arbeitslosigkeit, globale Abhängigkeiten, Krankheit und für manche sogar den Tod. Die Krise offenbart auch, dass die Eigenkapitaldecke bei manchen Unternehmen zu kurz geraten ist und nach kurzer Zeit der Ruf nach staatlicher Unterstützung unumgänglich wird. Das Wachstum der letzten Jahre wurde mit hoher Beschäftigung erkauft und nicht mit soliden Produktivitätssteigerungen. Beides zusammen, gepaart mit hoher Abgabenquote und freigiebiger Gewinnausschüttung hat die unzureichende Resilienz der Unternehmen nun schonungslos offengelegt. Eigenkapitalaufbau war nicht en vogue. Die Krise eröffnet aber auch neue Lösungen, die wir bislang nur mit einem müden Lächeln, Ungläubigkeit oder Phantastereien abgetan haben. Weniger Geschäftsreisen, Video-Meetings, Urlaub zu Hause, Rückbesinnung auf Werte, milliardenschwere Hilfsprogramme oder Rückholung von Wertschöpfung.

Es gibt kein Zurück zu „alten“ Zeiten

Die Corona-Krise hat uns in mancherlei Hinsicht die Augen geöffnet und sie wird es in der Zukunft weiterhin tun. Der Wunsch nach einer Rückkehr in die „alten“ Zeiten ist eine Schimäre und wäre auch kein Fortschritt. Wir stehen vor einem Wandel, der die Doktrin industrieller Organisation in Frage stellt und sich bis in die Gesellschaft erstrecken wird. Eine Gesellschaft, die Sicherheit vor Risiko und die persönlichen Rechte und Besitz vor Verpflichtung und Verantwortung stellt, ist zum Scheitern verurteilt. Die Ängste vor dem Ungewissen sind die Wurzel vieler Leiden, die guten Erfahrungen sind die Steine die im Weg liegen und der bürokratische Kontrollzwang lassen viele Chancen ungenutzt. Vor uns steht ein Abenteuer, das wir unbedingt nutzen müssen, um alte Erfahrungen über Bord zu werfen, Neues zu realisieren und ein höheres Niveau zu erreichen.

Corona gefährdet unseren Standort!

Die Corona-Krise zeigt, dass wir die Globalisierung überdehnt haben. Die vielgerühmte internationale Arbeitsteilung hat zu gefährlichen Abhängigkeit geführt. Die Gewinne der Globalisierung gehen zu Lasten des Klimas, den prekären Arbeitsverhältnissen in den Schwellenländern und der Missachtung von Umwelt- und Arbeitsstandards. Der Anspruch Chinas, die unumschränkte weltwirtschaftliche Macht zu werden und die Doktrin „America First“ hat das Potenzial, das uneinheitliche Europa zu zerreiben. Allein das chinesische Investment von 300 Mrd. Dollar in künstliche Intelligenz stehen 20 Mrd. Dollar der EU gegenüber. Während deutsche Automobilisten von e-Mobilität reden, baut ein amerikanischer Unternehmer für 1 Mrd. Dollar eine Elektroauto-Produktion in Brandenburg auf. Und ein chinesisches Unternehmen wird in Erfurt die erste Batterieproduktion für automobile Anwendung bauen. Dass die Produktion nicht im Ausland, sondern auf deutschen Boden gebaut wird, haben wir dem großen Engagement eines infpro Mitglieds zu verdanken. Es ist ein Mangel, dass wir keine industriepolitische Strategie in Europa haben und das es dem deutschen Top-Management nicht gelingt, unsere Innovationen in heimische Produktion umzuwandeln.

Was bedeutet dies für unser „Institut für Produktionserhaltung?“

Unser Plädoyer zur Erhaltung von Produktion und Entwicklung findet zunehmend Aufmerksamkeit. Der Bundesgesundheitsminister Spahn denkt darüber nach, die Produktion von Grundstoffen für Medikamente und Schutzausrüstung nach Deutschland zu holen. Die österreichische Wirtschaftsministerin fordert im Handelsblatt die Rückholung von Schlüsselindustrien nach Europa.

Unsere Studien „Wertschöpfung lohnt“ und „Wertschöpfungsorientierte Volkswirtschaft“ sowie die in Kürze erscheinende wissenschaftliche Untersuchung zum Thema „Wertschöpfungspotenziale in D“ zeigen große ungenutzte Potenziale zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Nun gilt es, diese Potenziale auch zu realisieren!

Packen wir es an! Ihre Initiative und Unterstützung ist herzlich willkommen!

Ihr Oliver Prause

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Dr. Oliver Prause

Vorsitzender des Vorstands

Institut für Produktionserhaltung e.V.

Ich habe eine Buchrezension geschrieben zum "Das KATA Praxishandbuch" von Mike Rother und Constantin May. Bei Interesse, hier kannst Du nachlesen:

https://www.andreasgoetzer.de/kata-praxishandbuch/

Institut für Produktionserhaltung e.V.

Ziel des Vereins ist es, durch sein Wirken einen Beitrag zu nachhaltigem wirtschaftlichen Erfolg bei einem schonenden Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen zu leisten. Die Wirtschaft ist aber nicht isoliert von Gesellschaft und Moral, sondern Anwendungsgebiet der praktischen Ethik, ein Ort menschlichen Handelns und der Identitätsfindung, sowohl für das Individuum als auch für die regionale und internationale Gemeinschaft. Die Unternehmen sind Teil der Gesellschaft und liefern ei-nen Beitrag zur Gestaltung der gesellschaftlichen Normen im europäischen Kulturkreis. Die freiheitliche europäische Kultur ist somit ein wesentliches Element unseres Selbstverständnisses.