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Kfz-Schadenmanagement

Die Gruppe richtet sich an Autohäuser, Hersteller, Werkstätte, Kfz-Sachverständige, Autovermietungen und Mitarbeiter der Automobilbranche

Florian Schmitt Control Expert Speedcheck
Control Expert ist sicherlich allen Lesern dieser Gruppe als Prüfdienstleister für die Versicherungsbranche bekannt. Mit diesem Produkt haben wohl alle Werkstätten und Sachverständigen bereits Ihre Erfahrungen gesammelt.
Mit Interesse verfolge ich aktuell die neue Produktlinie Speedcheck. Kurz zusammengefasst könnte man sagen, es ist eine Art computergestütztes Gutachten, welches innerhalb von Minuten eine Schadenskalkulation erstellt.
Nach Ansicht von Control Expert sollen damit wesentliche Erleichterungen eintreten und auch ein Serviceberater eines Testbetriebes hat hierzu wohl geäußert, dass er mit zwei Klicks einen relativ guten Kostenvoranschlag erhalte und nicht erst mühsam einzelne Zusatzarbeiten aus dem Kalkulationssystem ziehen muss.
Im Zeitalter der Digitalisierung ist der hier eingeschlagene Weg von Control Expert fast als konsequent anzusehen. Nach meiner Ansicht stellt sich hier die Frage, wie kann man mit dieser Entwicklung umgehen, nicht wie kann man Sie verdammen und verhindern. Wie können die Dienstleister auf Seiten des Geschädigten, wie Werkstatt, Sachverständige und Rechtsanwalt hiermit umgehen?
Haben Sie bereits Erfahrungen gemacht oder haben Ideen, wie man die Interessen des Geschädigten auch dann noch umfassend wahrnehmen kann?
Wer sich über Speedcheck informieren will, dem sei folgende Homepage empfohlen: https://controlexpert.com/de-de/highlights/speedcheck
Ich freue mich auf einen Austausch!
Andereas Oberländer
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Andereas Oberländer
Sehr geehrter Herr Schmitt,
zwar etwas Themenfremd das Urteil aber in der Sache vergleichtbar das Urteil des AG Berlin-Mitte, Urteil vom 29.10.2018, AZ: 108 C 3041/18 .
Gehen wir davon aus das hier zum Teil noch Menschen über das Wohl und Wehe von Geschädigten entscheiden ist der Satz aus der Urteilsbegründung umso vernichtender?
Zitat:
Der Prüfbericht ist ein Computerausdruck ohne jeden Aussagewert.
Zitatende
Wenn jetzt die Tätigkeit der Sachverständigen von Control€xpert schon völlig wertlos ist, dann kann die reine Kalkulation mittels Computer es erst recht sein. Man mag mit schönen Worten die Gesellschaften einlullen und so manchem Entscheider die €-Zeichen in die Augen zaubern aber rechtlich ist und bleibt das Geschäftsmodell von den Dienstleistern reine Geldverschwendung.
MfG
Andreas Oberländer
Matthias Preuss Mietwagen LG D´dorf folgt OLG D´dorf
In einer aktuellen Entscheidung folgt das LG Düsseldorf „seinem OLG“ hinsichtlich der Bemessung der erforderlichen Mietwagenkosten. (LG D´dorf, Urteil v. 23.08.2019, 20 S 185/18) Das OLG hatte seine „Fraunhofer“ Rechtsprechung aufgegeben und sich für die „Fracke – Lösung“ ausgesprochen.
Schätzungsgrundlage ist „Fracke“, also das Mittel zwischen dem Schwacke – Mietpreisspiegel und der Fraunhofer Mietpreiserhebung.
Der Wochentarif wird jeweils durch 7 geteilt und mit den tatsächlichen Mittagen multipliziert.
Zu diesem Mittel werden dann die angefallenen Nebenkosten addiert.
Zustell- und Abholgebühren sind zu erstatten, in den Wintermonaten ebenfalls die Winterbereifung, sowie die Kosten für einen Vollkaskoschutz ohne Selbstbeteiligung.
Von dem dann ermittelten Wert zieht das LG D´dorf 5 % Eigenersparnis ab.
Hat sich der Unfall im OLG – Bezirk D´dorf ereignet, oder hat die Versicherung des unfallverursachenden Fahrzeuges ihren Sitz in D´dorf sind Mietwagenkosten in Höhe von Fracke zzgl. Nebenkosten jedenfalls gerichtlich durchsetzbar.
Florian Schmitt Anbei ein aktuelles Urteil aufgrund Schadenersatzes wegen Unfall/Vorfall.
Dieses Urteil aus unserer Kanzlei spiegelt exakt unsere Argumentation wieder und ist sehr schön und klar formuliert.
Kurz und knapp!
Die Entscheidung des Gerichtes basiert auf folgenden Begründungen:
- Gem. 5 249 II BGB kann der Geschädigte statt Naturalrestitution Geldbetrag verlangen, der zur Herstellung des Zustandes erforderlich ist, der ohne das schädigende Ereignis bestehen würde.
- Der oder die Geschädigte darf sich auf das eingeholte Gutachten verlassen, wenn nicht ein vor Reparaturbeginn vorgelegtes Gegengutachten ernsthafte Zweifel an dessen Richtigkeit aufkommen lässt.
- Ein Prüfbericht der Beklagten ist nicht gleichzusetzen mit einem Schadensgutachten, so dass die Klägerin nicht an der Richtigkeit des Sachverständigengutachtens zweifeln musste. Nicht vorgetragen, vielmehr fernliegend ist, dass der vom Versicherer eingeschaltete Prüfexperte das Fahrzeug besichtigt hat, was angesichts seiner Anschrift (3. AS 35) eine wohl längere Anfahrt mit sich gebracht hätte. Ohne Besichtigung liegt bei einem derartigen Kfz-Schaden wie dem streitgegenständlichen indes kein berücksichtigungsfähiges Gegengutachten vor. Wie bei Ferngutachten kann ein solches Prüfbericht nicht über die gleiche Aussagekraft verfügen wie ein Sachverständigengutachten (so auch AG Ebersberg, Az. 9 C 593/17).
- Die streitig gestellten Einzelpositionen sind sehr wohl aus der Rechnung und dem Gutachten gegenüber zu stellen. Praktische Deckungsgleichheit liegt vor.
- Die Klägerin hat nicht gegen die Schadensminderungspflicht verstoßen, da keine Umstände ersichtlich sind, die die Klägerin an der Kompetenz der Werkstatt oder des Sachverständigen hätte zweifeln lassen müssen.
- Auch die Probefahrt ist erstattungsfähig, da diese notwendig ist, um die reparierten Teile auf Festigkeit und Windgeräusche zu testen. Auch bei der Neuinstallation von Assistenzsystemen, wie hier zum Beispiel der Einparkhilfe, bedarf es einer Überprüfung.
- Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass die Gesamtsumme laut Gutachten (hier: 2422.70 €) mit der Werkstattrechnung (hier: 2.427,31 €) praktisch identisch ist und nur minimalst abweicht (hier: um ca. 5 €, was ca. 0,2% entspricht).
Bei Fragen oder Erklärungen zu diesem Urteil stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Florian Schmitt
Andereas Oberländer
Sehr geehrter Herr Schmitt,
eigentlich war ein solches Urteil überfällig, denn es ist hinlänglich bekannt, das ein Prüfbericht nicht gleichwertig mit einem Gutachten sein kann. Letzteres setzt eine persönliche Inaugenscheinnahme des Unterzeichners voraus und bezieht sowohl wertmindernde als auch wertsteigernde Aspekte mit ein. Einzelheiten welche dem Ersteller eines Prüfberichtes nicht immer zugänglich sind.
MfG
A. Oberländer
Florian Schmitt Das AG München erklärt die Bestandteile der Kleinteilepauschale.
Das eine Kleinteilepauschale zur Aufstandsvermeidung erstattungspflichtig ist stellte das AG Königswinter bereits am 07.09.2018 fest.
Das AG München zieht jetzt nach und erläutert die Bestandteile der Kleinteilepauschale.
„Zu der sogenannten Kleinersatzteilpauschale ist im Übrigen auszuführen, dass aus zahlreichen in anderen Fällen erholten Gutachten gerichtsbekannt ist, dass eine sog. Kleinteilepauschale von zwei Prozent üblicherweise im Rahmen einer Fahrzeuginstandsetzung berechnet wird. Es handelt sich hierbei um eine Pauschale zur Abgeltung von Positionen, welche in kleinsten Teileinheiten im Rahmen der Reparaturmaßnahmen verbraucht werden (Kleinstmengen von Schmierfetten, Wartungssprays, Korrosionsschutzmitteln, Rostlösern o. ä.). Hintergrund dieser Praxis ist, dass eine exakte Erfassung entsprechender Kleinstteile und Verbrauchsmaterialien aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll möglich wäre.“
Zu beachten ist hierbei, wer den Aufwand der Kleinteileerfassung und -berechnung getrieben hat, kann nicht noch eine Pauschale draufsatteln.
Andereas Oberländer
Sehr geehrter Herr Schmitt,
das Urteil mag in der Sache richtig sein, es ist jedoch davon auszugehen dass einige Gesellschaften der Rechtsprechung, wie in vielen Fällen nicht folgen werden.
Eine detaillierte Erfassung von Kleinteilen ist nahezu unmöglich, denn wer will auf den Milliliter genau angeben wieviel Rostlöser, Konservierungswach und Ähnliches verwendet wurde. Der Versuch käme annähernd dem gleich, wenn bei den Gerichtskosten die Tinte für die Unterschrift des Richters bzw. der Verbrauch der Tonerkartusche exakt abgerechnet wird.
Übrigens wird mittlerweile willkürlich gekürzt und eine fachliche Auseinandersetzung beschränkt sich auf den Satz „Wir bleiben bei unserer Regulierungsentscheidung“. Nachvollziehbar das sich zumindest die Berliner Richterschaft verarscht vorkommt wenn die Kürzungsgründe fehlen und statt Sachverstand lediglich Algorithmen automatisiert ablaufender Programme zum tragen kommen.
Mit freundlichen Gruß
A. Oberländer

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