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KMU-Beratung

Erfahrungsaustausch für Berater/innen für kleine und mittlere Unternehmen - KMU. Initiiert vom Verband "Die KMU-Berater" www.kmu-berater.de

Carl-Dietrich Sander Automatisierte Kreditentscheidungen - Die Ethik der Algorithmen?!
Bafin-Chef Hufeld hat in einem Vortrag das Thema Künstliche Intelligenz (KI) in der Bankenwelt angesprochen mit der Frage dahinter, was das für die Bankenaufsicht künftig bedeuten wird?
In der Beratung von KMU erleben wir, dass viele Kreditentscheidungen bereits in die KI-Richtung laufen: so werden bei kleineren Beträgen keine Jahresabschlüsse mehr angefordert, sondern zum Beispiel alleine auf die Ergebnisse des "Schnell-Rating" vertraut, das nur an der Kontoführung ansetzt?
Wenn wir dann über die Begründung von Kreditzusagen und Kreditablehnungen mit Kreditinstituten sprechen, wie wird dann geantwortet werden? Siehe Beitrag vom 21. Juni in diesem Forum?
BaFin-Chef Hufeld fordert übrigens, dass es keine "Black-Box" geben darf. Zitat aus dem von der BaFin veröffentlichen Redetext: "Was wir dabei auf keinen Fall zulassen können, sind Versuche, die Methoden des maschinellen Lernens, die Grundlage vieler automatisierter Prozesse sind, zu einer wundersamen Black-Box zu verklären. Eine solche Black-Box würde es auch erschweren, einen möglichen bias der Algorithmen zu verhindern. Die oft gelobte Objektivität computergestützter Entscheidungen gibt es nur, wenn sie auch bei der Entwicklung der Algorithmen und der Auswahl geeigneter Daten gewahrt bleibt. Glücklicherweise haben die Unternehmen aber selbst bei den komplexesten Modellen die Möglichkeit, Einblicke in deren Funktionsweisen zu erlangen und die Gründe für bestimmte Entscheidungen kenntlich zu machen. Sie müssen es nur tun."
Speziell dem letzten Satz ist im hier angesprochenen Zusammenhang nichts hinzuzufügen!
Im Handelsblatt vom 18. Juni wird in einem Kommentar zu Hufelds Rede die Frage gestellt: "Was tun wir, wenn uns die Antworten der Algorithmen nicht gefallen? Wenn maschinelles Lernen einzelne Menschen oder Gruppen diskriminiert?" Diese Frage war im Kommentar auf Privatkunden gemünzt - aber diese Frage stellt sich auch für Unternehmen und zwar unabhängig von der Rechtsform.
Welche ersten "Erlebnisse" in KI-Richtung haben Sie bei der Begleitung Ihrer Mandanten bereits gemacht?
Mit interessierten Grüßen
Carl-Dietrich Sander
Carl-Dietrich Sander Kommunikation von Kreditentscheidungen verbesserungsbedürftig
Das ist ja erst einmal nur eine Behauptung. Aber was erleben Sie bei Ihren Mandanten:
- Erläutern Banken und Sparkassen bei Kreditzusagen, was sie bewogen hat, diese Kreditanfrage mit "ja" zu beantworten?
- Begründen Banken und Sparkassen Kreditablehnungen?
Aus meiner Sicht wäre beides nicht nur zu wünschen, sondern eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Denn Ihr Mandant hat seinem Kreditinstitut jede Menge Informationen zur Verfügung gestellt als Grundlage für eine Kreditprüfung. Das Ergebnis dieser Prüfung sollte dann auch im Sinne einer partnerschaftlichen Geschäftbeziehung erläutert werden. Und ein weiteres Argument: Mit solchen Informationen aus dem Blickwinkel des Kreditgebers könnten Unternehmen ja richtig viel anfangen.
Meine Beratungserfahrung ist leider oft eine andere: Es wird nicht kommuniziert.
Ausführlicher zum Thema lesen Sie in meinem Beitrag im ForderungsPraktiker: https://www.fc-heidelberg.de/offene-kommunikation-von-kreditentscheidungen/
Und wie sind Ihre Erfahrungen?
Mit interessierten Grüßen
Carl-Dietrich Sander
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Sehr geehrter Herr Sander,
exakt - die Kommunikation nach Ablehnung einer Finanzierung ist oft dürftig. Die Argumente, wenn es sie denn gibt, sind meist keine wirkliche Hilfe. Ich finde, da werden viele Banken Ihrer Aufgabe nicht gerecht, wo sie doch werben, dass sie der ideale Geschäftspartner sein wollen. Zum Glück gibt es auch Ausnahmen, denn je nach Sachbearbeiter bzw. persönlichem Kontakt, variiert die Qualität der Kommunikation.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Pilar von Pilchau
Carl-Dietrich Sander DSGVO für Einzelberater
Ab morgen geht es los. Sind Sie gut vorbereitet auf die DSGVO? Selber habe ich in den letzten Tagen meine "Datenschutzrichtlinie" auf Basis der DSGVO für mich als Einzelberater erarbeitet. Dabei habe ich keine Rechtsberatung in Anspruch genommen, sondern die Informationen der letzten Wochen über diverse Kanäle genutzt. Die Gliederung meiner "Datenschutzrichtlinie" möchte ich hiermit zur Diskussion stellen. Das ist natürlich keine Rechtsberatung - es sind lediglich Umsetzungshinweise aus der Praxis.
1. Verantwortlicher => einfach, da Einzelberater
2. Personenbezogene Daten und mein Geschäftsmodell => Fokussierung Unternehmenskunden, Tätigkeiten
3. Erlangen von personenbezogenen Daten => auf welchen Kommunikationswegen
4. Arten von personenbezogenen Daten => welche erfasse und verarbeite ich
5. Orte der Erfassung und Verarbeitung => Verarbeitungsverzeichnis => nicht automatisiert und automatisiert
6. Übermittlung von Daten an Dritte
7. Verträge mit Dienstleistern => Auftragsdatenverarbeitung
8. Personen in meinem Unternehmen => außer mir keine (sonst: Vertraulichkeitserklärung)
9. Datenschutz-Folgeabschätzung => Schutzbedarfsanalyse
10. Datenschutzbeauftragter => Begründung warum keiner
11. Datenschutzhinweise => für neue Kontakte
12. Auskunftsanfragen, Widerrufe, Korrektur-Begehren
13. Löschungsanfragen und Löschungen
14. Übertragung von Daten auf Wunsch des Betroffenen
15. Datenschutzverletzungen
16. Anzeigepflichten Datenschutzbehörden
Es kommt also schon "einiges" zusammen. Mit Blick auf meine Geschäftstätigkeit sehe ich mich damit gut vorbereitet - eine Frage, die natürlich jeder nur für sich und seine Geschäftstätigkeit selbst beantworten kann.
Wichtig außerdem: Datenschutzerklärung auf der Internetseite, damit nicht die Abmahnwelle einen erwischt.
Und - wie sieht es bei Ihnen aus? Fehlen bei mir wichtige Themen? Wie gehen Sie vor?
Mit neugierigen Grüßen
Carl-Dietrich Sander
Carl-Dietrich Sander Erfahrungsaustausch KMU-Finanzierung
Die Fachgruppe Finanzierung-Rating im Bundesverband Die KMU-Berater (http://www.finanzierung.kmu-berater.de) trifft sich zu ihrem zweiten Treffen in diesem Jahr zu den Themen:
- Selbstorganisation im Beratungsgeschäft (Vertragsgestaltung, Honorarmodelle, AGB, Arbeitsorganisation, DSGVO, ...)
- KMU-Banken-Barometer (Ergebnisse 2018 und weitere Schritte)
- Berichte aus der Beratungspraxis
- Aktivitäten der Fachgruppe (Checkliste Liquiditätsvorsorge, Fragebogen FinTechs, Liste Finanzierungspartner, BWA, . ..)
- Marktbeobachtung/Erfahrungsaustausch (Ersatzsicherheiten im Insolvenzverfahren, BGH-Urteile zur Bearbeitungsgebühren, Internet-Finanzierer, . . .)
Gäste mit Beratungsschwerpunkt Finanzierung sind Willkommen, um so die KMU-Berater und den Erfahrungsaustausch in den Fachgruppen kennenzulernen. Bei Interesse fragen Sie beim Unterzeichner nach.
Termin: 17. Juli 2018, 10-18 Uhr, Raum Düsseldorf
Mit einladenden Grüßen
Carl-Dietrich Sander
Gabi Geyer
Die Ergebnisse 2018 des KMU-Banken-Barometers und auch die sich daraus ergebenen Handlungsempfehlungen sind interessant. Schade nur, dass sich so wenig Unternehmen daran beteiligt haben.
Insbesondere drei Empfehlungen möchte ich herausstellen:
- KMU sollten ihre Erwartungshaltung ggü. ihrer Bank kommunizieren – was der Partner (die Bank) nicht weiß, kann er nicht ändern
- die Finanzierung auf mehrere Partner und/oder Finanzierungskomponenten verteilen – so lässt sich die Abhängigkeit verringern
- KMU sollten ihren Finanzierungsbedarf für die kommenden 12 - 24 Monate ermitteln sowie eine Finanzierungsstrategie erarbeiten – denn nur wer weiß, was er will, kann auf Augenhöhe mit den Bankberater kommunizieren
Gerade KMU sind natürlich in der Zwickmühle, sich meist um alles (Produktion, Vertrieb, Marketing, Buchführung, Investition, Finanzierung, Planung usw.) allein zu kümmern. Einzelne Bereiche werden oft ausgelagert z. B. die Buchführung, Jahresabschlusserstellung an einen Steuerberater oder das Onlinemarketing. Bei der Finanzierung ist oft der Irrglaube da (reines Bauchgefühl abgeleitet aus Erfahrungen der Kreditprüfung), dass der Bankberater im Interesse des KMU handelt, konkret die Dienstleistung einer umfassenden Finanzberatung im Rahmen der Kreditanfrage anbietet. Kreditvergabe (oder -ablehnung) ist oft nur eine Reaktion auf die Kreditanfrage. Beratung findet in der Form statt, dass über verschiedene Kreditprodukte informiert wird und über deren Vor- und Nachteile. Eine Erarbeitung einer Finanzierungsstrategie ist nicht mit eingepreist. Und hier liegt – so glaube ich auch – das Missverständnis zwischen Kunde und Bank. Insbesondere in Zeiten, in denen die Banken bei sinkenden Zinsmargen (und dem Aus für bestimmten Gebühren) Quersubventionen innerhalb ihrer Dienstleistungen nicht mehr hinnehmen können/wollen, werden diese Irrtümer offensichtlich. Aus der Befragung kann man erkennen, dass die Banken solche Zusatz-Dienstleistung (lt. Befragung: z. B. Strukturierung einer Finanzierung) einführen und dafür eine/n Gebühr/Preis einführen. Aber auch hier sollte der Kunde (KMU) kritisch bleiben. Eine unabhängige Beratung ist hier vielleicht angebrachter, um nicht sämtliche Ideen/Gedanken, Planungen usw. schon im Vorfeld dem Finanzierungspartner offenzulegen.
Joshua Meyer "Betriebswirtschaftliche Beratung" (M.Sc.) an der Uni Münster studieren - neu: Einstieg zu jedem Modul möglich
Die Uni Münster bietet den berufsbegleitenden Masterstudiengang "Betriebswirtschaftliche Beratung" an, der sich an Steuer-, Unternehmens- und Vermögensberater richtet, die im beruflichen Alltag mit Fragen der Betriebswirtschaftlichen Beratung konfrontiert sind. Sie erwerben die nötigen Kompetenzen, um Klienten umfassende Beratungsleistungen anbieten zu können.
Ein Einstieg in den Studiengang ist zu jedem Modul möglich. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.wwu-weiterbildung.de/BWLBeratung.

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Über die Gruppe "KMU-Beratung"

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