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Nur für XING Mitglieder sichtbar Bansky – Girl with Balloon - Was hätte das für schöne Prozesse geben können?
Was hätte das für schöne Prozesse geben können? Sotheby´s gegen Bansky, Bansky gegen Sotheby, die Dame, die den Zuschlag erhalten hat gegen Sotheby, gegen Bansky, die Person die den Schredder betätigte…
Legionen juristischer Fragen nach dem Zeitpunkt der Übereignung, nach Sorgfaltspflichten des Auktionators, nach dem Eigentümer des Bildes....
Und dann erst die Sachverständigen. Ist das geschredderte Bild jetzt mehr wert als vor dem Schreddern? Und die Kommentare, Meinungen, Expertisen…
Es hätte so spannend werden können….
Der Auktionator verkündet den Zuschlag, die im Rahmen eingebaute Schredder vernichtet das Bild, das gesamte Prozessszenario beginnt.
Und nun das. Die Dame, die den Zuschlag erhalten hat, behält das geschredderte Bild. Alle Fragen in die juristischen Seminare verbannt, kein Gericht wird entscheiden.
Wir warten auf neue Ideen.
Nur für XING Mitglieder sichtbar Rückabwicklung eines Kaufvertrags über eine Federzeichnung – Werk vorsätzlich einem falschen Künstler zugeschrieben.
Eine Kunsthändlerin hatte in ihrem Verkaufskatalog eine Tuschfederzeichnung für € 22.000 wie folgt angeboten:
„Carl Phillip Fohr, „Die Schwalbe von Neckarsteinach „Tuschfederzeichnung..“.
Die Bildunterschrift lautete:
„vgl. Carl Rottmann, Ausst. Kat….Abb 3(dort fälschlich Carl Rottmann zugeschrieben“.
Bei ihren Angaben verließ sich die Kunsthändlerin auf Angaben der früheren Eigentümerin. Eigene Nachforschungen hatte sie nicht unternommen.
Der spätere Kläger kaufte die Zeichnung. Zweieinhalb Jahre nach dem Kauf kamen dem Kläger Bedenken wegen eines Artikels in einem Kunstmagazin. Danach war die Zeichnung eher Rottmann zuzuschreiben. Durch Sachverständigengutachten ist mittlerweile geklärt, dass die Arbeit nicht von Carl Phillip Fohr stammt. Der Kläger forderte die Kunsthändlerin zur Rückabwicklung des Kaufs, ohne ihr vorher eine Frist gesetzt zu haben.
Das OLG Frankfurt gab der Klage statt. Die Leitsätze der Entscheidung:
Eine Zeichnung, die entgegen der vom Verkäufer erstellten Katalogbeschreibung nicht der Hand des konkret benannten Künstlers zuzuordnen ist, ist mangelhaft.
Ein Verkäufer, der sich hinsichtlich der Herkunftszuordnung entgegen einer schriftlich publizierten Einschätzung eines Experten auf mündliche Angaben anderer Sachverständiger verlässt, handelt arglistig im Rechtssinne, wenn er die Herkunftszuordnung des Experten in seiner Katalogbeschreibung ohne Einschränkung als, 'fälschlich zugeschrieben' bezeichnet, ohne die ihm zugetragenen gegenteiligen mündlichen Angaben hinlänglich kritisch überprüft zu haben.
Pressemitteilung
Nur für XING Mitglieder sichtbar Reduziert die fehlende Aufnahme eines Gemäldes in ein Werkverzeichnis oder der einem Gemälde anhaftende Raubkunstverdacht den Wert eines Gemäldes auf „Null“?
In einem vom Landgericht Köln (06.04.2016 – 4 O 118/03, ErbR 2018, 407ff) entschiedenen Rechtsstreit waren zur Berechnung eines Pflichtteilsanspruchs zwei Gemälde zu bewerten. Bewertungszeitpunkt zur Errechnung des Pflichtteilsanspruchs ist der Tag des Erbfalls.
Ein auf € 300.000 geschätztes Gemälde war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in das Werkverzeichnis des Künstlers aufgenommen. An einem anderen Gemälde haftete der Verdacht der Raubkunst – es war im Lost Art Register aufgenommen.
Beide Gemälde bewertete das Landgericht Köln mit „Null“. Eines, weil es nicht im Werkverzeichnis aufgenommen war, das andere, weil es im Lost Art Register stand. Wie das OLG Köln oder der BGH dies sehen, werden wir nie erfahren – die Parteien einigten sich in einem Vergleich.
Das Landgericht Köln hat eine wichtige Frage aufgeworfen. Grundsätzlich ist dem Landgericht Köln zuzustimmen, wenn es zur Berechnung des Pflichtteils auf den Tag des Erbfalls abstellt.
Ist es aber richtig, dass allein die fehlende Aufnahme eines Gemäldes in ein Werkverzeichnis oder der Raubkunstverdacht den Wert auf „Null“ reduzieren?
Dr. Hans-Jürgen Kleinert
Christoph Sträßner
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Nur für XING Mitglieder sichtbar

>Wie verhält es sich, wenn ein maßgebender Börsendienst den falschen Wert einer Aktie nennt? Ist dann der vom Börsendienst genannte Wert entscheidend oder der tatsächliche Wert?
Die Börsen veröffentlichen sämtlich selbst die Kurse - da diese Kurse maßgeblich sind und auch von den Finanzämtern und Nachlassgerichten genutzt werden, ist die Frage irrelevant.
Nur für XING Mitglieder sichtbar Die schwarze Villa oder Andreas Sarow und das Denkmalamt Pforzheim – Kunstfreiheit gegen Denkmalschutz
Worum geht es?
Andreas Sarow tünchte eine denkmalgeschützte Villa in Pforzheim ohne Genehmigung des Denkmalamts über Nacht schwarz. Das Denkmalamt schickte ihm einen Bußgeldbescheid über € 50.000 zuzüglich Kosten. Klarer Verstoß gegen das Denkmalgesetz meint die Behörde. Von der Kunstfreiheit gedeckt meint Andreas Sarow. Jetzt ist das Verfahren beim Amtsgericht Pforzheim.
Wie wird es enden?
„Ich würde für meine Überzeugung für die Kunst in den Knast gehen“, wird Andreas Sarow in der Stuttgarter Zeitung vom 20.04.2018 zitiert. Das Amtsgericht hat einen zweiten Verhandlungstermin anberaumt….
Homepage der Galerie Sarow mit weiteren Presseartikeln
Hans-Jürgen Kleinert
Christoph Sträßner me. Björn Kuse
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me. Björn Kuse

>Das ist so ein bisschen wie mit den Grafitti im öffentlichen Raum: ob das Kunst ist oder nicht, ist unerheblich, wenn wesentliche Rechte anderer für die Kunst verletzt werden. Also im Falle der Grafitti die Eigentumsrechte der Wandbesitzer, im Falle dieses Gebäudes das (immerhin ja öffentliche) Denkmalschutz-Interesse.
>Die wirklich bedeutenden Künstler kommen ohne Rechtsbruch aus.
Der wird eher Opfer von Rechtsbruch .... selbst oder gerade als unbekannt schwer sich gegen Urhebrechtsverletzungen zu wehren ....
Seona Sommer # 82: Serie: Wie du dich in Texten besser präsentieren kannst – Schreibstrategien für Künstler*innen (Teil 5)
Heute geht's in meiner Serie im SommerKunstBlog weiter mit dem Künstlerischen Statement und was man dabei beachten sollte:

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