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Lean Innovation für etablierte Unternehmen

Wachstum, Digitalisierung und Fachkräftemangel forcieren Unternehmen zu mehr Effizienz. Mit weniger Ressourcen, mehr erreichen. Aber wie?

Jochen Baur Welchen Wert hat Innovation?
Schaut man sich die Startup-Szene an, dann entstehen Innovationen direkt aus echten Kundenproblemen. Methoden wie Design Thinking helfen, das Problem in allen Facetten detailliert zu verstehen. Online-Umfragen, direkt mit den potenziellen Endanwendern, verifizieren, ob man das Problem auch richtig verstanden hat. Danach fertigt das Startup ein sogenanntes Minimal Viable Product (MVP) und geht damit wieder auf potenzielle Endanwender zu, um Feedback zu erhalten. Insgesamt ein sehr wirtschaftlicher Prozess.
Etablierte Unternehmen haben im Vergleich wesentlich mehr Ressourcen zur Verfügung. Sie bauen auf jahrelange Erfahrung, Marktkenntnis, einen definierten Prozess und ein über die Jahre gewachsenes Toolset. Und das ist auch notwendig. Der Druck internationaler Märkte, verschärft durch politische Einflüsse, schafft die Notwendigkeit, in kürzerer Zeit möglichst viele wirtschaftliche und strategisch wertvolle Innovationen in Form von Neuprodukten zu erzeugen. Darüber hinaus zwingen völlig neue Marktteilnehmer und motivieren neue digitale Techniken, zukunftsträchtige Geschäftsmodelle und Prozesse zu etablieren. Wie lässt sich der Wert solcher Innovationen ermitteln?
Eine aktuelle Trendstudie von Accenture, gerichtet an mittlere bis große Unternehmen in DACH, bringt Interessantes hervor. An der Spitze stehen mit 82% Innovationsinitiativen zum Kerngeschäft (Produkt- und Serviceverbesserungen). Mit 72% werden Prozess- und Verfahrensinnovationen bewertet, gefolgt von Innovationen zum Geschäftsmodell mit 54%.
Als besondere Herausforderungen erachten 61% die Etablierung einer Innovationskultur, 59% möchten aus Ideen echte Werte schaffen. Neben Innovationskultur und Mitarbeiterkompetenz steht die Messung des geschäftlichen Wertes der Innovation mit 49% in der Skala.
Zur Bewertung einer Innovation erachten die Teilnehmer zu 91% Kostenersparnis, gefolgt von 87% Umsatzsteigerung im Fokus. Dabei sollte doch bei allen Innovationen der Kunde, der Endanwender im Zentrum der Betrachtungsweise stehen oder nicht?
Wie also messen wir den Wert einer Innovation? Für Startups ist die Antwort klar: Am Endkunden natürlich. Doch so einfach ist die Welt für etablierte Unternehmen eben nicht. Häufig verkaufen Hersteller über Händler und ihnen fehlt der direkte Draht zum Endkunden. Auch als Zulieferer fehlt die Kenntnis über "User Experience" wenn die Maschine oder die Komponente in einer übergeordneten Anlage verbaut ist.
Man kann sich durchaus die Frage stellen, ob denn schon alle vorhandenen Informationsquellen in Richtung Endkunde hinreichend genutzt werden. Beispielsweise durch einen Prozess, der von der Idee bis zur Markteinführung zielgerichtet alle Beteiligten einbindet. Fachbereiche, Landesgesellschaften oder auch ausgewählte Geschäftspartner. Ein Stage-Gate-Prozess, der jede Entscheidung auf fundierten Grundlagen ermöglicht. Grundlagen, die den Nutzen für den Endkunden bewertet und in Folge auch technische und wirtschaftliche Aspekte beleuchtet.
Schafft es eine Idee nicht bis zur Markteinführung, dann hat das sicher gute Gründe. Zeit und Geld gespart. Doch noch viel wichtiger: Die Ideen, aus denen am Ende Innovationen entstehen, haben einen nachvollziehbaren Wert und Nutzen für den Endkunden. Und welchen Wert hat dann der Prozess?
Wie messen Sie den Wert einer Innovation?
Michael Aechtler Von E-Mail zu Chat basiertem Arbeiten
Es gibt zwei unterschiedliche Arten von E-Mail Lesern. Diejenigen, die alle Nachrichten sofort lesen und die, die 129 noch zu lesende E-Mails haben. Beide haben aber dasselbe Problem. Es sind einfach zu viele E-Mails, die wir erhalten. 180 E-Mails erhalten wir im Schnitt pro Woche. Nach einer Studie von Mindjet haben dabei 60 Prozent der Befragten keinen guten Überblick über ihre E-Mails.
Die natürliche Abwehrstrategie der Menschen ist, E-Mails nicht richtig oder gar nicht zu lesen. Rund 40 Mails landen so pro Woche im Papierkorb. Noch schlimmer ist es bei den Anhängen. Jeder dritte E-Mail Anhang wird nicht geöffnet. Oft hat diese Reaktion damit zu tun, ob man sich direkt angesprochen fühlt, oder lediglich als cc in der E-Mail eingebunden wird.
Diese Art der Kommunikation ist bei uns Mittelständlern dennoch nach wie vor die am häufigsten genutzte Art der Kommunikation. Wir halten noch immer an dem Irrglauben fest, dass die E-Mail die zuverlässigste Art der Kommunikation ist.
Startups nutzen seit Jahren bereits eine andere Art der Kommunikation. Social Media hat es ihnen dabei vorgemacht. Live-Kommunikation, Mentions, Sprach- oder Videonachrichten, Hashtags, etc.
Die Vorteile liegen auf der Hand, diese Art der Kommunikation erlaubt es Teammitgliedern direkt Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Hashtags und Mentions innerhalb der Prozesse ermöglichesn es den Teilnehmern nur zu reagieren, wenn sie erwähnt werden. Man erhält direkt eine Push Benachrichtigung auf das Handy.
Das große Stichwort ist dabei: Relevanz.
Man erhält nur Nachrichten, wenn ein direktes Todo oder eine direkte Frage an die Person gerichtet wird. So erspart man sich den Umweg über die allgemeine E-Mail mit 7 Leuten in cc, die diese E-Mails in den wenigsten Fällen wirklich lesen.
Aber wie schafft man es diese Mechaniken auch in der deutschen Mittelstandswelt zu etablieren, wo wir uns doch oft schwertun, neue Tools zu verwenden? Das aus USA bekannte Werkzeug Slack ist in Deutschland noch nicht angekommen. Eine interessante Alternative bietet das Werkzeug Microsoft Teams, als Bestandteil eines Office 365 Plans. Doch auch hier tun sich die deutschen Anwender noch schwer, das Werkzeug alternativ zur E-Mail zu nutzen. Wie schafft man den Sprung?
Wichtige Schritte für den Wechsel in die neue Art der Kommunikation:
- Genaue Definition des Anforderungsprofils. Was möchte ich erreichen?
- Kennen Sie Ihr Team. Was hindert meine Mitarbeiter daran effizienter zu kommunizieren? Wie kommunizieren Ihre Mitarbeiter im privaten Leben?
- Holen Sie sich Unterstützung. Jedes Unternehmen funktioniert anders. Lassen Sie sich bei Ihrem Wechsel beraten.
Unser Tipp:
Wenn man das Problem kennt, kann man anfangen neue Lösungen zu suchen. Und dennoch bedeutet dies Veränderung. Veränderung der jahrelang angewohnten Arbeitsweise. Loslassen vom Althergebrachten, liebgewonnene Gewohnheiten über Bord werfen. Doch der Schritt wird sich lohnen. Für jeden Einzelnen, für das Team und die gesamte Organisation.
Profitieren Sie von der Erfahrung der Startups und nutzen Sie die neuen Methoden der Kommunikation.
Wie sieht das bei Ihnen aus? Welche Kommunikationsmittel verwenden Sie am häufigsten beruflich?
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Jochen Baur Effizienz | Wie können wir mit vorhandenen Ressourcen mehr erreichen?
Das ist die Frage, die mich seit Längerem beschäftigt. Wachstum, Digitalisierung und Fachkräftemangel forcieren uns dazu immer mehr zu leisten. Und dabei fahren wir schon an der Oberkante.
Glücklicherweise gibt es durchaus neue Methoden, Werkzeuge und Arbeitsweisen, die uns im Tagesgeschäft beträchtlichen Freiraum schaffen können und wir mit unseren Teams mehr erreichen können. Allein der Wechsel von E-Mail zu einem Chat-basierten System, kann Ablenkung stark reduzieren. Moderne Video-Konferenzen am Arbeitsplatz reduzieren Reisezeiten. Und Robotic Process Automation kann sogar Tätigkeiten von Sachbearbeitern direkt im Zielsystem erledigen.
Doch um von diesen neuen Arbeitsweisen müssen wir uns verändern. Und auch unsere Organisation muss das auch. Und solche Veränderungen sind sicher nicht trivial. Doch irgendetwas müssen wir ja verändern, denn so kann es nicht weitergehen - oder?
Hierüber würde ich gerne in diesem Forum diskutieren.
Beste Grüße,
Jochen Baur

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