Leibniz-Institut DSMZ - Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in BraunschweigLeibniz-Institut DSMZ - Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in Braunschweig

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Die DSMZ ist eines der größten Bioressourcenzentren weltweit. Mehr als 75.000 biol. Materialien (Bakterien, Pilze, Zelllinien, Pflanzenviren) werden vorgehalten und z.T. der Forschung bereit gestellt.

Dear Members of the VAAM special group "Biology of bacteria producing natural products",

The virtual VAAM section meeting (22. – 23. 09. 2021) "Biology of Bacteria Producing Natural Products" will take place.

We now call for applications for oral and poster presentations by junior researchers to contribute to this exciting event. Abstract submission will be open until July 31st. Please find the details on abstract submission and registration under the following link:

https://www.dsmz.de/events/vaam-workshop-2021

Dreharbeiten bei der DSMZ: Für Professor Jörg Overmann - Wissenschaftlicher Direktor der DSMZ - hieß es gestern "Licht aus - Spot an". Es war ein Dreh für die Aktualisierung des DSMZ-Imagefilms. Tonio Vakalopoulos von der Produktionsgesellschaft mediaVA war für die Technik verantwortlich. Den bisherigen Imagefilm gibt es unter https://www.youtube.com/watch?v=YXYsb61IgTw

Heute findet der neunte Deutsche Diversity-Tag statt! Und das Leibniz-Institut DSMZ - Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen - in Braunschweig ist natürlich dabei!

Diversität ist für die DSMZ stets ein großes Thema – sowohl im diversen/multinationalen DSMZ-Kollegium als auch in der vielfältigen DSMZ-Bioressourcensammlung und bei den weltweiten DSMZ-Forschungsaktivitäten.

Im Juni 2013 hat das Leibniz-Institut DSMZ die "Charta der Vielfalt" unterzeichnet, die sich für mehr Toleranz für Menschen unterschiedlicher Nationalität, Religion, sexueller Orientierung oder unterschiedlichen Geschlechts einsetzt.

Im Jahr 2020 nahmen 800 Organisationen mit über 1.600 Aktionen am achten Deutschen Diversity-Tag teil und erreichten damit 8 Millionen Beschäftigte. Zusammen mit der Charta der Vielfalt feiert das Leibniz-Institut DSMZ in Braunschweig heute den neunten Deutschen Diversity-Tag und zeigt Flagge für Vielfalt, Toleranz und Zusammenhalt.

Weitere Informationen unter www.deutscher-diversity-tag.de

Beste Grüße aus der DSMZ-Pressestelle von PhDr. Sven-David Müller, M.Sc./https://www.dsmz.de/press

Pilze sind allgegenwärtig und spielen eine entscheidende Rolle in Ökosystemen. Sie zersetzen organisches Material oder recyceln Nährstoffe. Bislang sind rund 150.000 Pilzarten bekannt, Schätzungen gehen aber von bis zu 3,8 Millionen Arten aus.

Welche Herausforderungen die Katalogisierung dieser Pilzvielfalt beinhaltet und welche Umsetzungsstrategien und zukünftigen Konzepte es gibt, hat ein internationales Team, in dem auch Dr. Andrey Yurkov vom Leibniz-Institut DSMZ in Braunschweig mitgewirkt hat, im renommierten Journal Nature Microbiology (doi.org/10.1038/s41564-021-00888-x) veröffentlicht.

Viele Pilze sind Krankheitserreger, wie beispielsweise der Stängelrost (Puccinia graminis f.sp. tritici), der Getreidepflanzen befällt, oder verschiedene Candida-Arten, die Candidose beim Menschen auslösen.

Da Pilze meist unsichtbar in und auf einer Vielzahl von Substraten wachsen und oft nur durch ihre sporenbildenden Strukturen zu erkennen sind, ist ihre Charakterisierung stark auf indirekte Methoden angewiesen, die von moderner Mikroskopie bis hin zur DNA-Sequenzierungstechnologie reichen. Besonders die in letzter Zeit stark zunehmende Nutzung der Sequenzierung hat viele Überraschungen für Mykologen – Experten im Bereich der Pilze – gebracht. Diese zeigt die internationale Expertengruppe, angeführt von der International Commission on the Taxonomy of Fungi, in der neuen Publikation auf: Vermeintlich klar definierte Pilzgruppen, wie beispielsweise Candida-Hefen, entpuppen sich als zahlreiche verschiedene Gattungen und sogar Familien, was die Einführung neuer wissenschaftlicher Namen erforderlich macht. Andrey Yurkov, Mykologe am Leibniz-Institut DSMZ, fasst zusammen: "Die Zuverlässigkeit der Taxonomie ist für viele Wissenschaftler gleichermaßen entscheidend. Namen von Pilzen sind ein integraler Bestandteil von Qualitätsstandards, technischen Empfehlungen und gesetzlichen Vorschriften und werden verwendet, um einen potenziellen Infektionserreger oder Quarantäneorganismus zu kommunizieren. Eines der wichtigsten langfristigen Ziele des taxonomischen Systems ist es, sicherzustellen, dass die Namensgebung sowohl den wissenschaftlichen Fortschritt als auch Informationen über Eigenschaften einer Spezies adäquat widerspiegelt, sei es eine antimykotische Medikamentenresistenz oder ihre mögliche biotechnologische Anwendung." Auf der anderen Seite enthüllt der neuartige Ansatz der Sequenzierung von Umweltproben eine große Anzahl bisher unbekannter Pilze aus Boden, Wasser, Luft und anderen Quellen, die nur durch ihre DNA-Sequenz bekannt sind und für die es keine physischen Vertreter, z.B. getrocknete Belegen, mikroskopischen Präparate oder lebenden Kulturen gibt. Die Klassifizierung von Pilzen erfordert physische Exemplare, die unabhängig und wiederholt untersucht werden können. Daher reichen DNA-Sequenzen alleine nicht aus, um die vielleicht Millionen neuer Pilzarten zu charakterisieren und zu benennen, die aus diesen Umweltquellen entdeckt.

Hintergrund: Wie man Pilze benennt

Die Regeln für die Benennung von Pilzen, die im Internationalen Code der Nomenklatur für Algen, Pilze und Pflanzen (The International Code of Nomenclature for algae, fungi, and plants) verankert sind, reichen mehr als 150 Jahre zurück. Sie werden alle vier bis sechs Jahre aktualisiert, um mit den neuen wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen Schritt zu halten. Doch noch nie haben sich Wissenschaft und Technik so rasch verändert wie im 21. Jahrhundert. Mykologen stehen nicht nur vor der Herausforderung die enorme Pilzvielfalt schnell und dennoch korrekt zu katalogisieren, sondern auch ein stabiles Benennungssystem bereitzustellen, das eine genaue und präzise Kommunikation zwischen taxonomischen Experten und der vielfältigen Anwendergemeinschaft ermöglicht.

Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen verfügt über eine praktisch einzigartige Expertise auf dem Gebiet der Ökologie und Systematik von Hefen und hefeartigen Pilzen. Unter der Leitung des Mykologen Dr. Andrey Yurkov beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Pilze und Pilzsystematik mit der Isolierung von Hefen aus Böden, Pflanzenmaterial und tier-assoziierten Quellen. Außerdem ist Andrey Yurkov Mitglied der International Commission on the Taxonomy of Fungi und unterstützt dort mit seiner Expertise die Fachgruppen Heterobasidiomyzeten und Hefen.

Originalpublikation

Lücking, R., Aime, M.C., Robbertse, B., Miller, A.N., Aoki, T., Ariyawansa, H.A., Cardinali, G., Crous, P.W., Druzhinina, I.S., Geiser, D.M., Hawksworth, D.L., Hyde, K.D., Irinyi, L., Jeewon, R., Johnston, P.R., Kirk, P.M., Malosso, E., May, T.W., Meyer, W., Nilsson, H.R., Öpik, M., Robert, V., Stadler, M., Thines, M., Vu, D., Yurkov, A.M., Zhang, M., Schoch, C.L. (2021) Fungal taxonomy and sequence-based nomenclature. Nature Microbiology. doi.org/10.1038/s41564-021-00888-x

DSMZ-Pressekontakt:

PhDr. Sven-David Müller, Pressesprecher des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

Tel.: 0531/2616-300

Email: press(at)dsmz.de

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