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Leibniz-Institut DSMZ - Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in BraunschweigLeibniz-Institut DSMZ - Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in Braunschweig

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Die DSMZ - Science Campus Braunschweig Süd - ist eines der größten Bioressourcenzentren weltweit. Die Sammlung umfasst mehr als 71.000 Kulturen etc.

Die Hochburg von Mikroorganismen und Zellkulturen im niedersächsischen Braunschweig erhält das Zertifikat zum audit berufundfamilie mit dauerhaftem Charakter

Die Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH hat sich jetzt das Zertifikat zum audit berufundfamilie mit dauerhaftem Charakter gesichert und gehört damit zu den familiengerechtesten Unternehmen in Deutschland. Zuvor hat das Leibniz-Institut DSMZ mit Sitz auf dem Science Campus Braunschweig-Süd erfolgreich das Dialogverfahren zum audit durchlaufen, das Unternehmen offen steht, die seit mindestens neun Jahren mit dem audit eine strategisch angelegte familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik verfolgen. Das Leibniz-Institut DSMZ wurde erstmals im Jahr 2010 mit dem Zertifikat audit berufundfamilie ausgezeichnet. Nach zwei Re-Auditierungen folgte nun das Dialogverfahren.

„Um über Jahre hinweg zufriedene und motivierte Beschäftigte zu haben, aber auch für die Gewinnung von Nachwuchskräften ist es für uns essentiell, dass Beruf und Familie immer besser vereinbar werden. Der DSMZ sind als attraktivem Arbeitgeber die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten wichtig. Mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und Berücksichtigung familiärer Pflichten bei der Gestaltung von Arbeitszeit und -ort hat die DSMZ die Voraussetzungen für ein familienfreundliches Arbeiten geschaffen.“, erläutert die administrative Geschäftsführerin der Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, Bettina Fischer.

Ziel des Dialogverfahrens ist es, den hohen Entwicklungsstand der familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik zu pflegen und in einzelnen ausgesuchten Bereichen das Optimierungspotenzial zu nutzen. Zur Qualitätssicherung des Zertifikats wird in drei Jahren ein weiteres Dialogverfahren zu durchlaufen sein. Zu den Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben gehört am Leibniz-Institut DSMZ eine regelmäßige digitale Befragung der Beschäftigten zur Bedarfsgerechtigkeit der Angebote und Maßnahmen zur Vereinbarkeit. Gearbeitet wird jetzt am weiteren Ausbau von Trainingsmaßnahmen für Führungskräfte sowie der Sensibilisierung für Diversitätsaspekte und Vielfalt im Spannungsfeld von Beruf und Privatleben.

Voraussichtlich am 15. Juni 2020 findet in Berlin die bundesweite Zertifikatsverleihung zum audit berufundfamilie und audit familiengerechte hochschule statt. Auf der Festveranstaltung, die unter Mitwirkung von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey – Schirmherrin über das audit – stattfinden wird, werden alle Unternehmen geehrt, die in den vorangegangenen zwölf Monaten erfolgreich das audit durchliefen. Abgesandte des Leibniz-Instituts DSMZ nehmen an der mittlerweile 22. Zertifikatsverleihung teil.

Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH hat gemäß institutseigenem Pandemieplan ein Expertengremium einberufen, das sich täglich über die aktuelle Situation abstimmt und geeignete Maßnahmen ergreift. Hierbei berücksichtigt das Krisenteam die Hinweise und Risikoeinschätzungen staatlicher Stellen sowie des Robert Koch-Instituts (RKI) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und stimmt sich mit anderen Institutionen des Science Campus Braunschweig-Süd ab.

Als Forschungs- und Infrastruktureinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft informiert das Leibniz-Institut DSMZ seine Kooperationspartnern und Kunden mit folgenden Informationen:

• Sammlungs- und Forschungsaktivitäten des Leibniz-Instituts DSMZ:

Die Sammlungs- und Forschungsabteilungen der DSMZ haben organisatorische Maßnahmen ergriffen, um die Labor- und Forschungsarbeiten auch bei anhaltender Gefahrenlage zu sichern.

• Informationen des Leibniz-Instituts DSMZ zur Lieferkette für biologisches Material (Bioressourcen):

Nach derzeitigem Stand ist unsere Bioressourcen-Lieferfähigkeit sichergestellt. Das Leibniz-Institut DSMZ bittet um Beachtung, dass es keinen Einfluss auf die Entscheidungen von Transportdienstleistern hat.

• Servicedienstleistungen des Leibniz-Instituts DSMZ (beispielsweise Analysen und Diagnostik):

Die Serviceaufgaben der DSMZ erfolgen in den hauseigenen Laboren und ohne Einschränkungen.

• Kunden- und Lieferantenbesuche beim Leibniz-Institut DSMZ:

Diese können nur eingeschränkt und auch nur nach vorheriger, positiver Risikobewertung stattfinden. Eine vorherige Absprache ist notwendig.

DSMZ-Pressekontakt:

Sven-David Müller, Pressesprecher des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

Tel.: 0531/2616-300

Email: Sven.David.Mueller@dsmz.de

Über das Leibniz-Institut DSMZ

Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH ist die weltweit vielfältigste Sammlung für biologische Ressourcen (Bakterien, Archaeen, Protisten, Hefen, Pilze, Bakteriophagen, Pflanzenviren, genomische bakterielle DNA sowie menschliche und tierische Zellkulturen). An der DSMZ werden Mikroorganismen sowie Zellkulturen gesammelt, erforscht und archiviert. Als Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft ist die DSMZ mit ihren umfangreichen wissenschaftlichen Services und biologischen Ressourcen seit 1969 globaler Partner für Forschung, Wissenschaft und Industrie. Die DSMZ ist als gemeinnützig anerkannt, die erste registrierte Sammlung Europas (Verordnung (EU) Nr. 511/2014) und nach Qualitätsstandard ISO 9001:2015 zertifiziert. Als Patenthinterlegungsstelle bietet sie die bundesweit einzige Möglichkeit, biologisches Material nach den Anforderungen des Budapester Vertrags zu hinterlegen. Neben dem wissenschaftlichen Service bildet die Forschung das zweite Standbein der DSMZ. Das Institut mit Sitz auf dem Science Campus Braunschweig-Süd beherbergt mehr als 73.000 Kulturen sowie Biomaterialien und hat 198 Mitarbeiter. www.dsmz.de

Einem Team um Professorin Yvonne Mast vom Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH in Braunschweig ist es gelungen, einen wichtigen Baustein für Produkte der Pharmaindustrie, D-Phenylglycin, erstmals auf biosynthetischem Weg in Actinomyceten herzustellen. Ihre Ergebnisse publizierte die Leiterin der Abteilung Bioressourcen für Bioökonomie und Gesundheitsforschung jetzt im international renommierten Fachjournal Applied Microbiology and Biotechnology. Mit dem neu etablierten Syntheseweg eröffnet sich die Möglichkeit, wichtige Bausteine für Antibiotika, Süßstoffe oder Deodorants umweltfreundlich und ressourcenschonend zu produzieren.

Phenylglycin – essentieller Baustein für die Feinchemikalienindustrie

Phenylglycin ist eine seltene, nicht-proteinogene Aminosäure und kommt nur als Bestandteil von mikrobiellen Naturstoffen wie bestimmten Antibiotika vor. In der Natur liegt die Aminosäure als L-Phenylglycin (L-Phg) vor, viel interessanter für die industrielle Nutzung ist aber das stereoisomere D-Phenylglycin (D-Phg). Dies kommt aber nicht in der Natur vor und muss synthetisch erzeugt werden. D-Phg wird als Baustein zur Herstellung zahlreicher semisynthetischer ß-Lactam Antibiotika wie beispielsweise Ampicillin verwendet. Derzeit werden weltweit jährlich mehr als 5.000 Tonnen D-Phg auf konventionelle Art hergestellt. Dabei werden petrochemische Rohstoffe als Ausgangsmaterial eingesetzt und verschiedene Chemikalien und Lösungsmittel für die Herstellung verwendet.

Fermentative Produktion von D-Phenylglycin

Bei der fermentativen Produktion stellen Mikroorganismen definierte Substanzen her. Die Vorteile der Fermentation sind vielfältig: die Ausgangsstoffe sind meist erneuerbare Substrate wie Glukose (Traubenzucker) und die Endprodukte weisen eine hohe enantiomere (optische) Reinheit auf. Für ihre Versuche nutzten Professorin Mast und ihr Team Stretomyces pristinaespiralis, ein Bakterium, das zu der Gruppe der Actinomyceten gehört. Dieses Bakterium produziert natürlicherweise die Aminosäure L-Phg als Bestandteil des Antibiotikums Pristinamycin. Durch einen Synthetischen Biologie-Ansatz ist es der Arbeitsgruppe gelungen, den natürlichen L-Phg-Biosyntheseweg aus S. pristinaespiralis dahingehend zu modifizieren, dass eine Produktion des gewünschten D-Phg erfolgt. Der künstliche Biosyntheseweg kann nun auch zur Produktion in anderen Wirtsstämmen verwendet werden. „Die Produktionsraten sind zwar noch gering“, fasst Yvonne Mast zusammen „wir haben aber die Möglichkeiten des sogenannten Genetic Engineering noch nicht voll ausgeschöpft und forschen aktuell an einer Steigerung der Produktionsrate. Denn nur so ist die nachhaltige Produktion von solch vielfältig einsetzbaren Bausteinen wie D-Phenylglycin auch für die Industrie wirklich interessant.“

Am 22. Januar 2020 konnte das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH MdB Jens Beeck aus Lingen und die Landtagsabgeordneten Susanne Schütz aus Braunschweig sowie Björn Försterling aus Wolfenbüttel auf dem Gelände des Science Campus Braunschweig-Süd empfangen. Björn Försterling ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDF im niedersächsischen Landtag und Susanne Schütz ist ebendort Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur. Der Bundestagsabgeordnete der FDP Jens Beeck ist Rechtswalt und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss Gesundheit des Deutschen Bundestags.

Nach der Begrüßung der Abgeordneten durch den Wissenschaftlichen Direktor Prof. Dr. Jörg Overmann und die Administrative Geschäftsführerin Bettina Fischer informierten sich die Parlamentarier über die Aufgaben und Leistungen der DSMZ, die die weltweit vielfältigste Sammlung an Bioressourcen beherbergt. Im Rahmen einer anschließenden Führung durch die Labore und Sammlungen des Hauses konnten sich die Abgeordneten mit Prof. Dr. Yvonne Mast, der Leiterin der Abteilung Bioressourcen für Bioökonomie und Gesundheitsforschung, austauschen. Beeindruckt zeigten sich die Politiker von den technologischen Möglichkeiten und zukunftsgerichteten Methoden, die die Wissenschaftler im Leibniz-Institut DSMZ entwickeln. „Der Schwerpunkt der DSMZ in Braunschweig in der Bioressourcenforschung ist von nationaler und internationaler Bedeutung. Ich habe festgestellt, dass das Leibniz-Institut DSMZ als international vielfältigste Sammlung von Bakterien, Pflanzenviren, menschlichen und tierischen Zelllinien, Pilzen und Bakteriophagen Wissenschaftlern weltweit diese Mikroorganismen und Zellen in bester Qualität zur Verfügung stellt“ resümiert MdB Jens Beeck. Über ihren Besuch der Mikroben- und Zellliniensammlung sagt Susanne Schütz: „Die DSMZ ist ein wichtiger Bestandteil der Wissenschaftslandschaft in Niedersachsen. Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit der nichtuniversitären Forschungseinrichtungen auf dem Science Campus Braunschweig-Süd insbesondere in der Wirkstoff-, Bakteriophagen- und Infektionsforschung bietet herausragende Ansätze für viele wichtige Projekte in der nachhaltigen Lebenswissenschaft.“

Mehr als 50 Jahre Sammlung und Forschung an der DSMZ

Die im Jahr 1969 gegründete Sammlung von Mikroorganismen Göttingen (SMG), die später zum Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen ausgebaut wird, feierte 2019 ihr 50jähriges Bestehen. Seit 1987 befindet sich die DSMZ in Braunschweig auf dem Science Campus Braunschweig-Süd.

DSMZ-Pressekontakt:

Sven-David Müller, Pressesprecher des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

Tel.: 0531/2616-300

Email: Sven.David.Mueller@dsmz.de

„Dr. rer. nat. Peter Schumann ist weltweit einer der letzten beiden ausgewiesenen Experten im Bereich der chemischen Analytik von Bakterienzellwänden“, hob Professor Dr. Jörg Overmann, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, die Bedeutung der wissenschaftlichen Expertise des Bergey Medal-Preisträgers bei der Verleihung im November 2019 hervor. Am 31. Januar 2020 hat der weltweit renommierte Forscher nach 28 Jahren seinen letzten Arbeitstag in den Laboren der DSMZ auf dem Science Campus Braunschweig-Süd. Dort leitete Peter Schumann seit fast 20 Jahren die Arbeitsgruppe Chemische Analytik, die Serviceleistungen im Bereich Chemotaxonomie, Maldi-TOF MS und RiboPrinting anbietet.

Seit 1984 war der Wissenschaftler bei der IMET-Kulturensammlung der DDR des Zentralinstituts für Mikrobiologie und Expertimentelle Therapie in Jena beschäftigt. Diese Sammlung ging schließlich in der DSMZ auf und Peter Schumann folgte nach Braunschweig. Schumanns Publikationsverzeichnis umfasst 522 Publikationen in Fachzeitschriften; er ist Co-Autor angesehener Fachbücher im Feld der bakteriellen Taxonomie, darunter das Bergey´s Manual und das Handbook Prokaryotes. Peter Schumann ist seit 2013 Mitglied des Editorial Boards des Digital Atlas of Actinomycetes und Ehrenmitglied der Ungarischen Gesellschaft für Mikrobiologie. Im Jahr 2008 wurde ihm zu Ehren eine neu entdecktes Aktinobakterium nach ihm benannt, Schumannella luteola.

Peter Schumann möchte auch im Ruhestand der Systematik und Evolutionsforschung treu bleiben und plant mehr Zeit für sein Hobby ein: die Klassifizierung und Identifizierung von auf Feldern in seiner Umgebung gefundenen Fossilien.

DSMZ-Pressekontakt:

Sven-David Müller, Pressesprecher des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

Tel.: 0531/2616-300

Email: Sven.David.Mueller@dsmz.de

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