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Stacked final marketing.ch eSports als Marketingtool
Immer mehr Unternehmen investieren in eSports, was vor allem im asiatischen Raum extrem verbreitet ist. Über 60 Millionen Zuschauer haben das letztjährige World Final in «League of Legends» auf Twitch.tv verfolgt. In diesem Artikel nehmen wir eSports genauer unter die Lupe, weshalb es immer mehr als Marketingtool eingesetzt wird und wie das Ganze hierzulande aussieht.
eSports kann als kompetitives Spielen von Computerspielen definiert werden, bei dem der sportliche Wettkampf in Mannschaften stattfindet. Grob gesagt, kann eSports jedermann betreiben. Um allerdings ein kompetitives Niveau zu beherrschen, sollte man mit eSports schon in der Kindheit bzw. Jugend beginnen, denn mit zunehmendem Alter verlangsamen sich bei den meisten SpielerInnen die Reflexe.
Im Vorfeld haben wir uns die Frage gestellt, was eSports mit richtigem Sport zu tun hat. Dazu entgegnete unser Interviewpartner dieses Artikels, Oliver Lutz, mit dieser Antwort:
«Gegenfrage: Was ist richtiger Sport? Die Definition „Körperliche Ertüchtigung“ trifft etwa auf das olympische Pistolenschiessen nicht zu. Es geht um Präzision. Die ist auch im eSports sehr wichtig. Dazu kommen Reaktionsfähigkeit, Schnelligkeit und strategisches Vorgehen. Ohne professionelles, täglich mehrstündiges Training, können Teams nicht bestehen.» Oliver Lutz
Bereits ist eSports in ersten Ländern wie bspw. USA, China, Brasilien als offizieller Sport anerkannt. Und es wird erstmals in das Programm der Asienspiele 2022 aufgenommen, da das asiatische Olympische Komitee das Potenzial erkannt hat. Daraus ziehen wir das Fazit, dass eSports ein Sport wie jeder Andere auch ist.
Immer mehr Unternehmen investieren in eSports
eSports als Marketingtool kommt immer mehr in Mode, denn dahinter verbirgt sich eine sehr attraktive Zielgruppe der etwa 16-35-Jährigen. Die sogenannten Millennials sind eine äusserst interessante Zielgruppe, denn sie beeinflussen den Kaufprozess der Eltern bzw. werden selbst zunehmend kaufkräftig. Der Zugang zu eben diesen Millennials ist jedoch nicht ganz einfach, sie sind unempfänglich für Werbung und schauen um einiges weniger klassisches Fernseher oder nutzen gar Adblocker. Mit Hilfe von eSports wird diese Gruppe auf neuem Wege erreicht. Und er Beweis für die Attraktivität dieser Zielgruppe liefern die Millionen Zuschauer.
«Ich glaube fest an eSports im Marketingkontext. Allerdings gilt es auch hier ein authentisches Konzept zu entwickeln. Ein blosses Sponsoring wird gleich gut oder schlecht funktionieren, wie im klassischen Sport.» Oliver Lutz
Die Zusammenarbeit eines Unternehmens mit einem eSport-Team kann ziemlich unterschiedlich ausfallen. Es bestehen vielfältige Möglichkeiten, allein in Bezug auf Sponsoring hängt es ganz davon ab, wie stark das Engagement des Sponsors ist.
«Die Möglichkeiten bewegen sich vielfältig, da die Strukturen noch nicht eingefahren sind und bieten dank der digitalen Komponente des eSports einen starken Multiplikator, der Off- und Online verbinden kann. Konkrete Empfehlungen müssen pro Unternehmen definiert werden.» Oliver Lutz
Betrachtet man Unternehmen, die in eSports investieren, so kann klar festgestellt werden, dass auch immer mehr Non-Endemic Brands das Potenzial darin erkennen. Lange waren es vor allem PC-Brands, die als Sponsor aktiv waren. Hingegen zählen heutzutage beispielsweise eat.ch als Sponsor oder international habe etwa klassische Brands wie Toyota, McDonald’s und Mercedes ein Engagement angekündigt.
«Die jüngsten Entwicklungen und die Erfolge mit unserem Projekt eSports.ch bestärken mich im Glauben an das Potenzial von eSports.» Oliver Lutz
Die besten Athleten sind inzwischen reiche Männer
eSports ist vor allem im asiatischen Raum sehr verbreitet. Im letzten Jahr fand im Olympiastadion von Peking das World Final in «League of Legens» - eines der beliebtesten eSports-Titel – vor über 50'000 Zuschauern statt. Und das waren nur die Zuschauer live vor Ort. Auf Twitch.tv haben stolze 60 Millionen Zuschauer das Event auf der ganzen Welt verfolgt. Alleine für die Produktion waren 250 Personen verantwortlich.
Die Höhe des Preisgeldes bei einigen Events übersteigt jeglicher Vorstellung. Bei den grössten internationalen Events liegt das Gesamtpreisgeld gegen sage und schreibe CHF 20 Millionen. Wer hätte das gedacht? In Anbetracht dessen ist es nicht verwunderlich, dass die besten Athleten inzwischen reiche (junge) Männer sind.
eSports und die Schweiz
In der Schweiz ist eSports noch längst nicht so verbreitet wie bspw. in den USA oder China und auch deutlich kleiner im internationalen Vergleich.
Es gibt aber einige Vorzeichen und die jüngsten Entwicklungen sind sehr positiv, weshalb eSports hierzulande eine vielversprechende Zukunft bevorsteht. Es sind bereits einige Fussballvereine und andere Sponsoren eingestiegen und es wurde neu die Swiss eSports League (SESL) gegründet. Trotz dieser Entwicklung wird eSports in der Schweiz wohl kaum den selben Status wie in asiatischen Ländern erreichen, dies alleine schon aus demografischen und einkommenstechnischen Gründen.
In der Schweiz sind auch schon mehrere hunderttausend Spieler aktiv, doch selbst die besten Spieler können nicht von eSports leben. Jedoch gibt es Athleten wie Luca Boller vom FC Basel, der bereits eine feste monatliche Entschädigung erhält. Grosses Potenzial wird auf alle Fälle bei den unzähligen «Casual Gamer» gesehen, die gelegentlich kompetitiv spielen.
Bringen wir eSports mit Marketing in Bezug, so kann dies sicherlich eine attraktive Investition für Unternehmen sein. Natürlich ergeben sich andere Zahlen wie beim internationalen Vergleich, wenn der Fokus auf dem lokalen Marketing liegt. Doch wie bereits angeschnitten, sind es auch hier in der Schweiz schon mehrere hunderttausend aktive Spieler.
«Und die sind eben nicht auf Gaming beschränkt, sondern führen daneben ein Leben mit allen dazugehörigen Wünschen und Bedürfnissen» Oliver Lutz
Ob sich eine Investition für Schweizer Unternehmen in eSports im Ausland lohnt, kann nicht so leicht beantwortet werden. Dies hängt stark von der Business-Ausrichtung des Unternehmens, dem eSports Team und der Art der Zusammenarbeit ab.
«Hier mit einem „Ja“ oder „Nein“ zu antworten, würde der Komplexität nicht gerecht. Generell gilt: durch die steigende Popularität des Themas, nimmt auch die Anzahl Berater zu. Es gibt seriöse Agenturen, leider aber auch „Experten“, die mit unrealistischen Zahlen hausieren. Hier lohnt sich eine Zweitmeinung.» Oliver Lutz
Fazit
eSports gewinnt immer mehr an Beliebtheit, Millionen von Menschen sind weltweit davon begeistert. Eine attraktive Investition für Unternehmen ist es insofern, da sich hinter den «Gamern» und Zuschauern eine äusserst werberesistente Zielgruppe von 16-35-Jährigen verbirgt und diese auf neuem Wege – über eSports - erreichet werden können. Auch in der Schweiz verbreitet sich eSport zunehmend und es sind bereits mehrere hunderttausend Spieler aktiv. Die Zahlen sind wesentlich tiefer im internationalen Vergleich, doch jüngste Entwicklungen hierzulande erweisen sich als sehr positiv für die Zukunft.
Diese Story of the Week entstand in Zusammenarbeit mit Oliver Lutz.
Oliver Lutz ist Senior Digital und Content Marketing Manager bei UPC Schweiz. In dieser Funktion verantwortet er das Projekt eSports.ch. Zudem ist er bei MySports als Produktmanager eSports tätig und doziert an verschiedenen Hochschulen zu digitalen Themen.
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Stacked final marketing.ch Unsere Story of the Week: Personalisiertes Pricing - Preisdiskriminierung?
Das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenleben wird durch den Digitalisierungsprozess grundlegend verändert. Welches Endgerät wird beim Kauf eines Flugtickets verwendet? Welches Alter und vorausgehende Kaufverhalten hat der Konsument beim Kauf eines Handys? Genau diese Kriterien können den Preis beim Kauf eines Produktes bestimmten. In diesem Artikel wird der Begriff Personalisierte Preise durchleuchtet und was Preisdiskriminierung damit zu tun hat.
Analog zu den meisten anderen Branchen befindet sich auch der Handel in einem dynamischen Strukturwandel. Der gesamte Konsumprozess von der Bedarfsgenerierung über die Informationssuche und Produktauswahl bis zum Erwerb hat sich aufgrund der Digitalisierung verändert. Die weit verbreiteten mobilen Endgeräte lassen den Marktanteil des mobilen Einkaufens bzw. des Suchens und Informierens steigen. Dies bedeutet für Anbieter, dass sie die Konsumenten permanent gezielt ansprechen können. Diese gesamte Entwicklung lässt neue Möglichkeiten der Kommunikation entstehen und hat eine hohe Bedeutung für die Kundenbindung, wobei personalisierte Preise ein wichtiges Element darstellen.
Objektive und subjektive Kriterien bestimmen den Preis
Voraussetzung für personalisierte Preise sind personenbezogene Daten. Solche Preise basieren also auf objektiven oder subjektiven Kriterien der Verbraucher, diese beinhalten bspw. das Betriebssystem, der Browser aber auch die Herkunft des Verbrauchers, das Alter und sogar das Geschlecht. Diese Daten werden über den gesamten Konsumprozess hinweg generiert, gesammelt, analysiert, vermarktet und vernetzt. Das Ziel von personalisierten Preisen ist das bestmögliche Abschöpfen der Konsumentenrente.
Die Informationen liefern Rückschlüsse auf die Verbraucher und deren Vorlieben sowie Preissensibilitäten. Preisdifferenzierungen sind aufgrund der massenhaften Datensammlung und -verknüpfung durch Computeralgorithmen möglich und in der heutigen digitalisierten Welt längst keine Herausforderung mehr. Big Data, intelligente Softwarelösungen und Machine-Learning ermöglichen das Kaufverhalten und die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten vorherzusagen, was einen massiven Gestaltungsspielraum bei der Festlegung der Preise für Online-Händler aber auch Unternehmen im stationären Handeln entstehen lässt. Mit Hilfe von Tracking-Methoden können sogar zahlreiche Informationen über Nutzer gesammelt werden, die sich nicht einmal auf der Internetseite registriert haben. Somit kann beispielsweise herausgefunden werden, von wo aus der Internetzugriff erfolgt, mit welchem Endgerät oder welche Internetseiten zuvor besucht worden sind.
Kurzfristige Chancen können sich zu langfristigen Risiken entwickeln
Die Konsumenten können somit 24 Stunden am Tag mit Produktvorschlägen und individuellen Preisen angesprochen werden. Durch die ständige Konsumierung der Verbraucher auf allen Kanälen, werden sie für die Händler schwerer ansprechbar. Aufgrund dessen setzen die Anbieter im Marketing stärker auf Personalisierung. Die daraus entstehenden Chancen sind unmittelbar erfahrbar, was von den Risiken nicht behauptet werden kann. Diese sind oftmals verborgen und erst langfristiger wirksam.
Betrachten wir die Wahlfreiheit und Flexibilität: Die Wahlfreiheit der Konsumenten ist durch das Internet und den Online-Handel merklich gestiegen, vor allem auf Produkte bezogen, die grössere Auswahl und die grössere Anzahl an Anbieter ist nahezu unbegrenzt. Zudem kann der Zeitpunkt des Kaufs beliebig gewählt werden. Doch je mehr Kundendaten automatisiert ausgewertet und in Algorithmen-basierten Profilen verwendet werden, je mehr können Anbieter den ganzen Online-Handel steuern. Dies lässt den kurzen Vorteil zu einer langfristigen Unfreiheit werden, was Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft haben kann.
Sind personalisierte Preise eine Diskriminierung von bestimmten Verbrauchergruppen?
Es ist nicht ganz eindeutig ob es einen Unterschied zwischen Preisdifferenzierung und Preisdiskriminierung gibt. In der Literatur werden je nach Herkunft die beiden Begriffe synonym verwendet.
In der Ökonomie werden personalisierte Preise aber oftmals als Preisdiskriminierung ersten Grades definiert. Die Sorge bezüglich Machtkonzentration und neuen Risiken ist äusserst präsent. Zurzeit herrscht die Tendenz zu weiteren Diskriminierungsverboten und Neutralisierungsgeboten. Die Debatten um diese Verbote werden aber oftmals eher von Gefühlen geleitet und basieren nicht auf Fakten oder empirischer Evidenz. Häufig ist das, was als Diskriminierung bezeichnet wird, nicht anderes als eine legitime unternehmerische Differenzierung die den Konsumenten genauso Vorteile bringen, wie den Unternehmen. Durch die Verbote schiesst die Politik oftmals über das Ziel hinaus und riskiert so, die unterschiedlichen Chancen der Digitalisierung zu verpassen.
Schluss endlich ist alles eine Frage der Perspektive. Ob personalisierte Preise als besonders effektive Abschöpfung der Konsumentenrente betrachtet wird oder als Diskriminierung von bestimmten Verbrauchergruppen, hängt von der Perspektive des Betrachters ab.
Fazit
Personalisierte Preise basieren auf objektiven oder subjektiven Kriterien der Konsumenten und dienen der vollständigen Abschöpfung der Konsumentenrente. Aufgrund der digitalisierten Welt können personenbezogene Daten Rückschlüsse auf die Verbraucher und deren Preissensibilitäten liefern und sogar vorhersagen. Somit können Konsumenten gezielt angesprochen werden. Personalisierte Preise werden in der Ökonomie jedoch oftmals als Preisdiskriminierung angesehen. Ob personalisierte Preise wirklich eine Diskriminierung ist, hängt von der Perspektive des Betrachters ab, denn diese Differenzierung bringt sowohl Unternehmen Vorteile als auch den Konsumenten.
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Stacked final marketing.ch «marketing.ch» und Kömedia vereinbaren Kooperation im Werbemarkt und dem Jahrbuch «Kö»
Zum 1. Januar übernimmt die Kömedia AG die Exklusiv-Vermarktung von „marketing.ch“ und bindet gleichzeitig http://www.koe.ch in das Angebot der erfolgreichen Plattform ein.
Zum 1. Januar 2018 übernimmt der St. Galler Fachverlag und Vermarkter Kömedia AG die gesamte Vermarktung der Schweizer Marketing- und Businessplattform «marketing.ch». Kömedia baut damit ihr Angebot für Werbekunden im Bereich Kommunikation weiter aus.
Das Verkaufsteam „Kommunikation» aus dem Hause Kömedia vermarktet bereits das Fachmagazin „Marketing & Kommunikation“ sowie die dazugehörige Website „m-k.ch“. Online profitieren Werbekunden ab sofort von attraktiven Kombinationsmöglichkeiten von marketing.ch und m-k.ch.
Ab Anfang März wird marketing.ch ausserdem die Website http://www.koe.ch einbinden. Die Website des seit über 20 Jahren erfolgreichen Branchenverzeichnisses «Kö» umfasst eine Datenbank mit 5000 Adressen aus der Branche und wird marketing.ch in Bezug auf Traffic und Angebot stärken. Eine Übersicht aller Events, Stellenangebote und Bildungswege der Marketing-Branche ergänzt die Inhalte von marketing.ch. Zum gleichen Zeitpunkt plant die Website einen technologischen Relaunch
«marketing.ch» wurde 1997 gegründet und von dem St. Galler Unternehmer Peter Kaiser 2011 übernommen, der auch Eigentümer der «Kaiser Promotionen AG» ist.
Die Kömedia AG geht auf das Jahr 1912 zurück. Im Bereich Kommunikation verlegt das Unternehmen eine Reihe von Periodika für Kommunikationsprofis wie das «Jahrbuch Marketing», das Branchenbuch «Kö» sowie das «Jahrbuch Markt- und Meinungsforschung» des Verbands «VSMS». Abgerundet wird das Angebot durch die Fachzeitschrift «Expodata».
Für Fragen und Angebote stehen Ihnen zur Verfügung:
Kontakt «marketing.ch»: Peter Kaiser, Inhaber Marketingworld AG, Achslenstrasse 15, 9016 St. Gallen
T +41 71 313 99 11, pk@marketing.ch
Kontakt Kömedia AG: Jessica Magos, Geltenwilenstrasse 8a, 9000 St. Gallen
T +41 71 226 92 75, j.magos@koemedia.ch
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Stacked final marketing.ch Unsere Story of the Week: Finanzierungsform Crowdfunding
Crowdfunding ist eine alternative Finanzierungsform, die stetig an Beliebtheit gewinnt, vor allem bei Startups. Diese können mit Hilfe von Crowdfunding die Auswahlkriterien der Banken oder Venture Kapitalgeber umgehen. In diesem Artikel erläutern wir, was Crowdfunding genau bedeutet, welche Prinzipien dahinterstecken und welche verschiedene Möglichkeiten diese Finanzierungsform bietet.
Crowdfunding ist eine alternative Finanzierungsform zu konventionellen Methoden Geld zu beschaffen, welche stetig an Beliebtheit gewinnt. Vor allem in der Innovations- und Gründungsfinanzierung von Startups findet Crowdfunding immer mehr Anklang, da junge Unternehmen durch selektive Venture Kapitalgeber und Risiko Averse Finanzinstitute auf andere Finanzierungsmöglichkeiten zurückgreifen müssen. Crowdfunding gilt als Gegenmittel für die oligopolitische Konzentration und Zentralisierung der Kapitalinvestitionen, was Startups von den Auswahlkriterien der Banken bzw. Venture Kapitalgeber unabhängig macht. In Zeiten von Social Media ist Crowdfunding zudem ein ideales Instrument für zielorientiertes Marketing.
Definiert wird Crowdfunding als Finanzierung eines gemeinsamen Projektes durch viele Personen mittels kleiner Beiträge. Diese Projekte können aber ganz unterschiedlich sein. Beispielsweise handelt es sich um die Beteiligung an einem Startup, an einem Miterwerb einer Immobilie oder um eine Finanzierung einer Musik-CD.
Grundlegende Prinzipien des Crowdfundings
Beim Crowdfunding gibt es unabhängig von der Form einige grundlegende Prinzipien. Zuerst wird zwischen dem „Alles-oder-Nichts“-Prinzip und dem „Nimm-was-du-kriegen-kannst“-Prinzip unterschieden. Das erste Prinzip besagt, dass erst nach der Erreichung des Finanzierungsziels die Ausschüttung des Geldes stattfindet. Beim zweiten Prinzip wird das Geld unabhängig von der Höhe ausgezahlt. Die Crowdfunding-Plattformen verwenden häufiger das erste Prinzip als das zweite. Ein weiteres Prinzip ist das der Gegenleistung. Dies besagt, dass der Investor eine Gegenleistung in materieller Form, die namentliche Nennung beispielsweise in einem Film oder eine Einladung zur Veranstaltung erhält. Eine besondere Relevanz wird dem Prinzip der Transparenz beigemessen. Damit wird versucht, Vertrauen zu schaffen und die Öffentlichkeit zu erreichen. Die Finanzierung soll möglichst transparent geschehen und dient ebenfalls der Publikumsinteraktion.
Die vier Formen des Crowdfundings
Crowdfunding lässt sich in vier Kategorien einteilen, Hauptkriterium hierfür ist die Art der Gegenleitung: Gewinnbeteiligung, Darlehen, Belohnung und Schenkung. Folglich werden die vier Formen erläutert.
Gewinnbeteiligung: Equity-based Crowdfunding (Crowdinvesting)
Diese Form von Crowdfunding ist eine kollektive Beteiligung mehrerer Investoren und verfolgt das Ziel der Erwirtschaftung einer finanziellen Rendite. Die Investoren erlangen dadurch zwar keine Anteile, dafür nehmen sie an potenziellen Wertsteigerungen und Gewinnen teil. Die Eigenschaften gleichen denen des Fremdkapitals, weshalb sie meist in der Form von stillen Beteiligungen oder Genussrechten zu finden sind. Bei einem Misserfolg des Projektes müssen die Investoren mit dem vollständigen Verlust des investierten Kapitals rechnen.
Darlehen: Lending-based Crowdfunding (Crowdlending)
Hier wird der Geldverleih an andere Menschen oder Unternehmen verzinst mit dem Ziel der Erwirtschaftung einer finanziellen Rendite. Das investierte Kapital wird zu einem im Vorhinein festgelegten Zinssatz vom Leihenden zurückgezahlt, ganz egal ob das Projekt Gewinne oder Verluste erzielt.
Belohnung: Reward-based Crowdfunding (Crowdsupporting)
Anders als bei der Gewinnbeteiligung und beim Darlehen ist hierbei nicht die monetäre Rendite das Ziel, sondern der emotionale Wert steht im Vordergrund. Beteiligte erhalten für die finanzielle Beteiligung einen materiellen Gegenwert in Form von einer Gegenleistung oder Anerkennung, allerdings kein Mitspracherecht oder Ansprüche auf eine Gewinnbeteiligung. Bei dieser Form ist es jedoch so, dass das Projekt nicht realisiert wird und das Geld zurückfliesst, wenn die Mindestsumme nicht erreicht wird.
Schenkung: Donation-based Crowdfunding (Crowddonating)
Die finanzielle Unterstützung dient hier als Spende und verfolgt keine Rendite als Gegenleistung. Im Zentrum steht die Gewissheit sich engagiert und etwas Gutes getan zu haben und nicht die materielle Gegenleistung. Aufgrund dessen wird diese Form von Crowdfunding meistens zur Unterstützung von sozialen Projekten eingesetzt.
Hier gilt es anzumerken, dass Crowdfunding auch in fünf Formen unterteil werden kann. Je nach Plattform kann Invoice Trading auch als eine Form von Crowdfunding angesehen werden. Unter Invoice Trading wird der Verkauf von offenen Rechnungen verstanden. Dies hängt jedoch vom Geschäftsmodell der einzelnen Plattformen ab, finanzieren mehrere Personen diese Rechnung so handelt es sich um klassisches Crowdfunding. Wenn nur eine Person diese Rechnung kauft, so ist es lediglich ein Crowdfundingähnliches Modell.
Alle Formen haben ein zentrales Element und zwar die direkte, internetbasierte Kommunikation zwischen den Investoren/Geldgebern und den Kapitalnehmern.
Crowdfunding in der Schweiz
Im Jahr 2008 wurde in der Schweiz die erste Crowdfunding-Plattform mit dem Name Cashare gegründet. In den letzten Jahren entstanden zahlreiche weitere Plattformen, bis Ende April 2017 waren etwa 50 Crowdfunding-Plattformen in der Schweiz registriert. Zu diesen 50 Plattformen kommen noch zahlreiche weitere, international ausgerichtete Plattformen, welche keine Niederlassung in der Schweiz haben. Einige der Plattformen sind auch in der Schweiz von grosser Bedeutung, da auf diesen Plattformen ebenfalls zahlreiche Kampagnen durchgeführt werden.
Das Gesamtvolumen für Crowdfunding in der Schweiz beläuft sich auf CHF 128.2 Millionen für 3'098 Kampagnen im Jahr 2016. Im Vergleich zu Deutschland, dort betrug das Gesamtvolumen im Jahr 2016 145.2 Millionen Euro, wobei 11% davon in die Finanzierung von Startups floss. In den USA lag das Gesamtvolumen im Jahr 2016 sogar bei unglaublichen 34 Milliarden US Dollar.
Crowdfunding als alternative Finanzierungsform gewinnt stetig an Bedeutung. Vor allem bei der Gründung von Startups wird von solchen Plattformen häufig gebrauch gemacht, um von den Auswahlkriterien der Banken bzw. Venture Kapitalgeber unabhängig zu sein. Mit Crowdfunding wird ein gemeinsames Projekt durch viele Personen mittels kleiner Beiträge finanziert. Damit gibt es einige Prinzipien und verschiedene Formen. Gewinnbeteiligung, Darlehen, Belohnung und Schenkung sind vier Formen von Crowdfunding aber auch Invoice Trading kann je nach Geschäftsmodell der Plattform dazu gezählt werden. Seit der Gründung der ersten Crowdfunding-Plattform im Jahr 2008 in der Schweiz sind zahlreiche weitere Plattformen dazugestossen, so waren es bis Ende April 2017 50 registrierte Plattformen. Durch das stetige Wachstum dieser Plattformen werden wir mit Sicherheit auch in Zukunft noch viel damit in Kontakt treten.
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