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Hans-J. Steiner Die Mediation 2/18 - Kommentar zu einem Artikel
Ich bin jedesmal ziemlich erstaunt über die fast schon naive und realitätsferne Art der Berichterstattung über angeblich erfolgreiche Mediationen.
Insgesamt wäre es zu begrüssen, wenn die Berichterstatter  ihre tatsächlichen Zeitaufwände und die ökonomischen Effekte für sich als Mediator (sic!) und die (angenommenen) Vorteile auf Mediantenseite quantifiziert darstellen würden.
Wer nämlich nicht nur als angestellter Professor oder sonst drittbezahlter Mediator tätig wird, KANN diese Beschreibungen weder inhaltlich noch ökonomisch nachvollziehen!
Besonders krass fällt mir das im o.g. Artikel auf S.47, linke Spalte, Mitte auf. 
Dort beschreibt der Autor angebliche minimale Zeitaufwände 
1.Mediationsgespräch    1,30 Std
2.Mediationsgespreäch  1,55 Std
3.Mediationsgespräch    1,40 Std
Damit scheint die Mediation zeitlich so günstig zu sein, dass es "billig" wird.
Welch realitätsferne Sichtweise liegt aber dieser Beschreibung zu Grunde?
Mal ganz abgesehen davon, dass es angeblich in den Praxisruhezeiten (Pausen?) erfolgte - die ärztliche Tätigkeit wurde alleine dadurch stark beeinträchtigt, da die Ärzte sich mit ihnen fremden Themen auseinandersetzen mussten, was - gerade für Ärzte, die i.d.R. keine ad hoc Übersicht über betriebswirtschaftliche, steuerliche und  sonstige ökonomische Aspekte und Effekte haben, ergo per se unsicher sind - einen extrem hohen kognitiven Aufwand bedeutet,  und die vorher wie nachher Patienten hatten?
Da wollte ich aber nachher kein Patient gewesen sein...
De facto beschreibt der Autor aber auch viel längere und zeitlich hohe Aufwände.
Mal ganz abgesehen vom grundsätzlichen Aufwand, der zu kalkulieren ist, um Akquisition und Vorhalt des eigenen Betriebes als Mediator zu bestreiten.
Nun sind die Ärzte schon rechtlich verstrickt, und dann kommt der Mediator daher, überblickt gleich alles, ohne sich einlesen zu müssen, dazu die bereits konflikthaften Medianten, die sich in sagenhaften 1, 30 Std im ersten Gespräch zusammenfinden??  
In weit weniger komplexen und komplizierten Beratungsgesprächen habe ich i.d.R. die doppelte Gesprächszeit einzuplanen, bevor es erst einmal klar ist, wohin die Reise gehen könnte (nicht kann, könnte!) 
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in solchen Konstellationen schnell 3-4 stündige Sitzungen entstehen, gerade, weil "die Zeit drängt...", und daher diverse Aspekte beidseits und in Ruhe diskutiert und  beleuchtet werden müssen.
Da werden hier jedoch angeblich in  1 1/2 Std die Konfliktsituationen erläutert, die bestehenden bereits erfolgten Aktivitäten (EV), es liegen bereits Aternativideen (andere Praxis) vor, und dann wird noch über negative Kapitalkonten hinreichend gesprochen?
Flottes Tempo, Respekt....(Vorsicht, Ironie)
Auf S. 46 linke Spalte Mitte beschreibt der Autor offline-Tätigkeiten des Mediators wie Überprüfung des Entwurfes des Auseinandersetzungsvertrages, dazu braucht ein Anwalt sicher 2-3 Stunden, der natürlich bezahlt werden muss.
Sicher sind da noch weitere offline-Aktivitäten angefallen. Da braucht´s für eine kurze email durchaus mal 20-30 Minuten...oder ein Telefonat kann auch länger ausfallen.
Der Mediator erwähnt diesen Zeitaufwand nicht.
Erbringt er diese Leistungen kostenlos? 
Und wenn ja, wieso?
Dasselbe bei der "Fortschreibung des Auseinandersetzungsvertrages" , inklusive Übersendung an die Parteien und ihre Anwälte - kostet das nichts? 
Was ist dabei eigentlich mit den Reisezeiten und sonstigen Nebenkosten des Mediators?
Fährt der auf eigene Kosten dahin?
Wer zahlt sein Hotel?
Im 3.Mediationsgespräch, welches angeblich nur 1:40 Std gedauert haben soll, nimmt auch noch ein Anwalt teil, der parallel per email und telefonisch extern kommuniziert -  so etwas ist sehr zeitaufwändig  und verlangsamt den internen Gesprächsprozess zwangsläufig.
Offene Fragen werden da verbindlich besprochen - in 1:40 kann das nur ein Checklist-Abhaken gewesen sein, ein Abnicken, eine inhaltliche Klärung erscheint mir da zeitlich nicht repräsentiert.
Gerade Aspekte wie steuerliche Fragen und auch die kassenärztlichen Fragestellungen sind erfahrungsgemäss sehr zeitaufwändig, und wenn die verbindlich geklärt werden sollen, wird sich niemand auf mündliche Zusagen verlassen können und wollen.
Zudem hat der Mediator noch ganz nebenbei "notwendige Änderungen und Ergänzungen in den Vertragsentwurf eingearbeitet" -  ziemlich viel Stoff für so kurze Zeit.
Das wird dann verschickt - und der externe Anwalt, der das ja auch erst verbindlich klären muss, hat dafür keine Zeit verwendet? 
Die in dieser Zeit stattgefundenen weitergelaufenen internen Gesprächszeiten werden nicht berechnet?
Nach meinem Dafürhalten mag diese Mediation innerhalb von 14 Tagen abgewickelt worden sein, jedoch sind dabei weit mehr als die angegebenen  5 Zeitstunden angefallen. Ich schätze mindestens das Doppelte bis 3fache.
(alleine diese email hat über 1 Std gedauert, und ich tippe flott...)
Kalkuliert man die overheads des Mediators betriebswirtschaftlich sauber dazu,  und hinterlegt man nicht die "üblichen" allgemein angenommenen Sozialstundensätze, zu denen kein kompetenter Fachmann/Fachfrau arbeiten kann, will und wird, sondern dem Verantwortungsumfang und Know How des Mediators angemessenen Stundensatz von 200-300 EUR/Std, kommt man wohl der ökonomischen Realität etwas näher.
Ich expliziere das, weil ich immer wieder in der Realität erlebe, dass ökonomisch/betriebswirtschaftlich blauäugig unrealistisch gearbeitet wird, und die tatsächlichen Kosten und Einnahmenotwendigkeiten des Mediationsfalles nicht antizipiert, geschweige denn berichtet werden! Illusionen werden hier genährt - unterstellen wir mal 150 EUR bei angegebenen 5 Zeitstunden (oft wird ja für 100-130 EUR/Std gearbeitet)
Wie lebt man von sowas?
Oder ist Mediator mit all den Schulungs- Weiterbildungs- Reportage- Verantwortungs- Haftungs- obligenheiten uvm. ein eher ehrenamtlich zu verstehender Nebenjob?
Wer soll einen Nebenberufler ernst nehmen?
Ist also der Mediator nebst seiner Tätigkeit völlig überschätzt, weil nicht wertgeschätzt, jedenfalls ökonomisch?
Durch Festanstellung oder sonstige Einkommen querfinanzierte Universitätsprofessoren oder sonstige Mediatoren mit Haupteinkommen können  sich vielleicht ehrenamtliches Mediieren  leisten - es ist aber aus meiner Sicht nicht fair, die Situation als Mediator und damit qualifiziert erbrachte Hauptleistung erstens darzustellen, als wenn immer alles lehrbuchhaft "flutscht", und zweitens, als sei Mediation deswegen vorteilhaft, weil sie "billiger" sei.  (und die Medianten Schlange stehen, das ist nämlich auch nicht der Fall, was eine Hochrechnung auf Wochenarbeitszeit erübrigt!)
Das mag im Vergleich einer strittigen Auseinandersetzung sein - nur: die Kosten der strittigen Auseinandersetzung bemerkt der Mediant Dank Mediation ja nicht, es fehlt ihm die Vergleichsgrösse.
Un selbst, WENN er bereits rechtsanwaltlich über sein Kostenrisiko bzw die im Streitfall fix zu erartenden Kosten informiert ist, hat Mediation immer noch das Billigimage:
Beispiel 1: Scheidung: Anwälte haben beiden Parteien Kosten p.P. i.H. v. 15.000 EUR avisiert.
Mediation wird seitens der Medianten für zusammen 5.000 EUR als "viel zu teuer"  ab gelehnt.
Beispiel 2:  Familienstreit um Immobilien im Wert von 2,5 Mio EUR, geschätzte Anwalts- und sonstige Kosten (aufgrund des Konfliktes) ca. 35-40.000 EUR für Anwälte usw.
Erwünscht seitens der Medianten ist mehrtägige Anreise zum Standort der Immobilie, Gespräche mit den Anwälten usw.usw. - als vom Mediator vorab erbetene Abschlagszahlung i.H.v. 10.000 EUR für geschätzt  5-6 Arbeitstage inkl. Reise, Spesen und Mediationszeit wird abgelehnt: zu teuer...
Das sind keine Einzelfälle besonder geiziger Ignoranten, sondern die Regel!
Mediation gilt einerseits als Wunderwaffe, aber vor Allem, um zu gleichen Ergebnis zu kommen, wie gerichtlich, nur billiger...
Ich will damit deutlich machen, dass es neben der inhaltlichen Perspektive der Mediation auch und zunehmend eine ökonomische Notwendigkeit  Realisation adäquater Einnahmen notwendig ist, und diese m.E. bislang zu wenig kommuniziert wird.
Der WERT der Mediation ist unbekannt und wird durch betriebswirtschaftlich illusorische "Schätzpreise" von Leuten, die ihren eigenen Festangestellten-Stundenlohn hochrechnen, kannibalisiert. Die sagen dann: "80 EUR ist doch viel geld" _ und verkennen: der Medaitorenstundensatz ist KEIN Einkommen, sondern UMSATZ!!
Wer Mediation für 100-150 EUR/Std anbietet und agiert, wie in diesem Bericht beschrieben, bringt Geld mit.
Zudem es bei einer gutgehenden Arztpraxis mit 2 Ärzten um erhebliche Bestands- und Praxiswerte geht, die bei Anwälten freudig glänzende Augen hervorrufen. 
Warum darf das dann beim Mediator nicht adäquat kosten, wenn es schon den Vorteil einer schnelleren und tragfähigeren Lösung hat??
Markus Schneider Was ist Meditation?
Ist uns in einer Welt von #vuka #agile und #srum das Subjekt verloren gegangen? Die wesentlichen Veränderungen geschehen in uns selbst und die Welt um uns herum spiegelt uns lediglich diese Veränderung.
Dwariko Pfeifer Glück ist die neue Währung in der Arbeitswelt!
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