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Ulrich von Spannenberg Entgegen aller Warnungen: “Die Deutschen verhalten sich beim Sparen wie die Lemminge!”
Harald Wozniewski Ulrich von Spannenberg
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Ulrich von Spannenberg Eine Frage?
Ich beschäftige mich nunmehr schon seit einigen Jahren intensiv mit den Themen rund um die Vermögensverteilung..
Aus meiner Wahrnehmung wird bei all den inzwischen sehr vielen Untersuchungsergebnissen, Prognosen und Publikationen ein ganz wesentlicher, wenn nicht gar der wichtigste Aspekt nicht berücksichtigt.
Unbenommen der Tatsache, dass die pure Vermögensakkumulation in den Händen einer kleinen Zahl von Familien extrem destabilisierend für den Weltfrieden ist, scheint mir sehr viel gefährlicher die Tatsache, dass sich diese Wenigen Menschen durch die fast unbegrenzten finanziellen Mittel das "Wissen der Welt kaufen" und dadurch inakzeptable Abhängigkeiten und Machtverhältnisse entstehen. D.h., sämtliche wichtigen Patente, technischen Innovationen landen entweder sofort nach deren Entwicklung/Entdeckung durch Kauf bei den Mächtigsten/Reichsten oder werden in deren eignen Entwicklungs-/Forschungslaboren entwickelt.
Ich meine, dass durch Akkumulation an Eigentum von patentiertem Wissen eine noch größere und fundamentalere Gefahr ausgeht, als von der reinen ungleichen Vermögensverteilung. Hierdurch entstehen durch Vererbung auf Dauer angelegte Abhängigkeiten (Knechtschaft der Menschheit), die nicht durch Finanz- und Währungskrisen neu geordnet werden können, quasi auf null zurückgeführt werden.
Gibt es zu diesem Aspekt von mir nicht gefundene Ausführungen?
Harald Wozniewski
Öhm, ja. Aber in der Regel zählt man immaterielle Rechte wie Patente usw. ebenfalls zum Vermögen.
Das Monopoly-Spiel geht so lange weiter, bis alle Mitspieler pleite sind oder vor Wut das Spiel umhauen.
Ulrich von Spannenberg Der Unsinn vom Ruf nach höheren Sparzinsen...
..oder FALSCHSPAREN ist wie FALSCHPARKEN - beides wird bestraft!
Die Zinsen für Ersparnisse sind tief. Daran wird sich dauerhaft nichts ändern. Aber sind niedrige Zinsen tatsächlich schlecht für die Sparer oder sitzt die Bevölkerung nicht einem gewaltigen Irrtum oder gar einer gewaltigen Meinungsmanipulation auf, wenn sie sich dem Ruf der Finanzindustrie nach höheren Zinsen anschließt?
Man muss das Spiel nur zu Ende denken, um zu verstehen, dass höhere Zinsen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung selbst mit Durchschnittsvermögen/-ersparnissen mehr Geld kostet als die zusätzlichen Zinseinnahmen erbringen würden.
Aktuell ist jeder Bürger der BRD an der gigantische Zinsbelastung aus Staats-, Unternehmens- und Privatschulden mit ca. 40% seines Erwerbseinkommens beteiligt. Beispielsweise gehen von einem Einkommen von ca. 36.000 Euro ca. 40% für Zinsen drauf, an denen sich jeder Einzelne, ob er will oder nicht, beteiligen muss, um das System vor dem Zusammenbruch zu schützen. Diese Zinsen sind in alle Waren, Güter, Dienstleistungen und Abgaben/Steuern eingepreist. Konkret sind das 14.400 €, die ein Durchschnittsverdiener von seinem Jahreseinkommen hergeben muss, um die Staatsschulden, das Fremdkapital der Konzerne und Unternehmen, sowie seine eigenen Kredite zu bedienen.
Mit anderen Worten, ein Durchschnittsverdiener müsste mindestens 14.400 € Zinseinnahmen pro Jahr erzielen, um nicht zu den Systemverlierern zu gehören. Dies entspricht einem Vermögen von ca. 800.000 € und mehr (je nach unterlegtem Zinssatz). Jeder der nicht mindestens über ein solches Vermögen verfügt, trägt durch seine Arbeitsleistung dazu bei, das leistungslose, exponentiell wachsende Einkommen der Reichen dieses Landes und der Welt stetig zu vergrößern. M.a.W., der größte Teil der Bevölkerung ist Opfer eines Systems, aus dessen Umverteilungsdynamik sich kaum jemand durch noch so viel Fleiß und Arbeit befreien kann. Insofern ist die vielgepriesene Chancengleichheit auch nur eine der vielen Lügen und Phrasen, um Menschen zu immer neuen Höchstleistungen anzuspornen. Die Claims sind bereits vollständig abgesteckt und verteilt.
Die gewaltige Zinslast, die in alle Waren, Güter und Dienstleistungen eingepreist ist, kann nur durch immer neue höhere Kredite (Wirtschaftswachstum) temporär getilgt werden und führt zwangsläufig zu einem immer weiter steigenden Zinsanteil in allen Preisen. Hinzu kommt der gewaltige Kapitaldienst aus den steigenden Staatsschulden, der ebenfalls durch steigende Zinsen entsprechend anschwellen würde und zu steigenden Staatsquoten/Steuern führen würde. Die zusätzliche Teuerung, die sich durch steigende Zinsen ergeben würde, würde die zusätzlichen Zinseinnahmen aus den Durchschnittsvermögen der Bevölkerung deutlich übersteigen. Höhere Zinsen machen Durchschnittssparer und vermögenslose Teile der Bevölkerung zu Verlieren.
Die Sieger und Verlierer sind vor diesem Hintergrund finanzmathematisch leicht auszumachen. Diejenigen, die mehr Zinsen zahlen müssen, als Sie an Zinsen für eigenes Vermögen erhalten, sind die Verlierer des Systems. Diejenigen, deren Zinseinnahmen größer sind, als die Zinsen, die sie anteilig für die Gesamtschuldenlast tragen müssen, sind die Systemprofiteure.
Wer sein Geld für Zinsen an Banken und Versicherungen verleiht, hat schon immer Verluste gemacht (relativ und/oder absolut). Nicht grundlos klafft die Vermögensschere zwischen Investoren und Sparern immer weiter auseinander. Warum machen Investoren Gewinne und vermehren ihr Vermögen, wohingegen Sparer immer nur Verluste mit ihren Ersparnissen machen? Die Erklärung ist leicht. Investoren erzielen seit Jahrzehnten Renditen zwischen ca. 6% und 12%, wohingegen Sparer mit Zinsen unterhalbe der Inflationsrate abgespeist werden.
Investieren vs. sparen entspricht Vermögensbildung vs. Geldvernichtung.
Fazit: Wir brauchen keine höheren Zinsen, wir brauchen mehr Investoren.
Harald Wozniewski Neues Buch von Jürgen Kremer, Grundlagen der Ökonomie - Geldsysteme, Zinsen, Wachstum und die Polarisierung der Gesellschaft
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“Da die beschriebenen Effekte selbstverstärkend sind, geraten wir zunehmend tiefer in die Krise, die wir zur Zeit erleben. Die Volksvermögen sammeln sich bei einer kleinen Gruppe der sehr Wohlhabenden an, werden von der großen Mehrheit der Bürger finanziert und fehlen in deren Haushalten. Dabei sind die Hauptquellen der Wohlstandszunahme die Zinserträge aus Geld und aus gewinnbringenden Sachvermögen, die aufgrund des Eigentums an diesem Vermögen und nicht aufgrund von eigener Arbeit erzielt werden. Daher erscheint eine Charakterisierung dieser gesellschaftlichen Zustände als monetärer Feudalismus treffend.” (S. 233 f.)
Harald Wozniewski Die Weltwirtschaftskrise treibt die Politiker vor sich her - Eine unendliche Geschichte
(2010-2012)
von
Harald Wozniewski
Im Jahr 2006, Deutschland war Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft, hörten der damalige Bundeswirtschaftsminister Glos und die Bundeskanzlerin Merkel nicht auf, der Bevölkerung zu erklären: “Der Aufschwung ist da”. Die Folge dieses haltlosen Geredes war nicht der Wirtschaftsaufschwung, sondern eine nicht zu verachtende Inflation - unter anderem zu merken an den Benzinpreisen (die gingen wieder in die Knie, als 2007 die Finanzkrise realisiert wurde).
Max Otte hatte mich damals netterweise einen Teil seines späteren Bestsellers “Der Crash kommt” gegenlesen lassen und veröffentliche denn auch ein paar meiner Kommentare dazu. Wir waren uns einig: Die Weltwirtschaftskrise ist längst da, aber noch keiner sieht sie vor seinen Augen, und Glos und Merkel wissen es entweder nicht besser oder sie belügen uns (vgl. jetzt Udo Ulfkotte). Wie und warum wir eine Wirtschaftskrise haben, beschreibe ich immerhin seit 1999 hier im Internet.
Im Juni 2007, kurz vor den ersten Meldungen über die amerikanische Bankenkrise, kam mein Buch “Wie der Nil in der Wüste” heraus. Ich stellte darin meine Internet-Veröffentlichungen in didaktischer Weise und mit aktualisierten Daten zusammen. Der Weg “rein in die Krise” musste jedem Leser nach der Lektüre klar sein - der Weg “raus aus der Krise” eigentlich auch.
Nun haben unsere Politiker “Wie der Nil in der Wüste” bis heute nicht gelesen - von Ausnahmen ist mir nichts bekannt. Wie haben sie also in der Zwischenzeit auf die Weltwirtschaftskrise reagiert?

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