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Das OWL Netzwerk zum Praxiseinsatz Künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Über KI Informieren, Erfahrungen austauschen und Projekte realisieren.

Wissenschaftler der Universität Paderborn untersuchen algorithmische Voreingenommenheit

Wenn Menschen argumentieren, kommen nicht selten bewusste oder unbewusste Vorurteile gegenüber Geschlechtern, Ethnizitäten oder anderen Personengruppen zum Tragen. Man spricht vom sogenannten sozialen Bias. Algorithmen, die Sprachdaten im Kontext Künstlicher Intelligenz verarbeiten, können diesen Bias übernehmen und sogar verstärken. Das haben Wissenschaftler der Universität Paderborn empirisch belegt. In einer Studie haben sie untersucht, welche Arten von Voreingenommenheit in argumentativen Datensätzen enthalten sind. Die Forschung findet im Rahmen des Projekts „Bias von KI-Modellen bei der Informationsbildung" statt, das vom Land NRW seit März 2020 an den Universitäten Paderborn und Bielefeld gefördert wird.

„Anerkannte, wissenschaftlich fundierte Bias-Maße zeigen, dass insbesondere junge männliche Personen mit europäischen Namen häufig positiver dargestellt werden als etwa Menschen mit afroamerikanischen Namen. Das geht aus unseren Daten hervor und ist auf bestimmte Vorurteile zurückzuführen“, erklärt Jun.-Prof. Dr. Henning Wachsmuth vom Paderborner Institut für Informatik. Sein Doktorand Maximilian Spliethöver und er haben für die Studie „Argument from Old Man’s View: Assessing Social Bias in Argumentation" den Best Paper Award des siebten internationalen Workshops zum Thema „Argument Mining“ erhalten, u. a. unterstützt von IBM.

Die Wissenschaftler haben Daten aus Online-Portalen wie Debattier- und Diskussionsforen untersucht. Wachsmuth zufolge legen die Auswertungen u. a. nahe, dass Männer z. B. eher positiv im beruflichen Kontext hervorgehoben werden, während Frauen häufiger in Kombination mit Begriffen aus dem häuslichen Umfeld in Erscheinung treten.

Die Ergebnisse sollen den Grundstein für einen besseren algorithmischen Umgang mit Vorurteilen in argumentativen Kontexten legen. Dazu Wachsmuth: „Unser Projekt ist dadurch motiviert, dass KI-Modelle Datenkorrelationen anstelle tatsächlicher Kausalitäten widerspiegeln. Auch dann, wenn es sich um einen nicht zu rechtfertigenden, nur historisch bedingten Zusammenhang handelt. Beispiele sind eine Vorhersage der Rückfallwahrscheinlichkeit Krimineller auf Basis ihres ethnischen Hintergrunds oder die Empfehlung zur Einstellung einer Person aufgrund ihres Geschlechts. Da KI verstärkt alle Bereiche der Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft durchdringt, kann Bias in KI-Modellen unsere Gesellschaft nachhaltig verändern.“

Die Wissenschaftler der beiden Universitäten untersuchen deshalb, wie solche Vorurteile in zugrundeliegenden Daten das Lernen und die Konfiguration von KI-Modellen beeinflussen. Ein Fokus der Paderborner Forschung liegt auf Bias in menschlicher Sprache und dessen Auswirkungen auf die Meinungsbildung, zum Beispiel in sozialen Medien. Ziel ist es dabei nicht nur, das Phänomen zu erkennen, sondern auch die Auswirkungen auf KI-Modelle zu minimieren, insbesondere auf diejenigen zur automatischen Sprachverarbeitung.

Weitere Informationen: http://argmining2020.i3s.unice.fr

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Jun.-Prof. Dr. Henning Wachsmuth, Institut für Informatik, E-Mail: henningw@upb.de

Künstliche Intelligenz nimmt für Unternehmen immer breiteren Raum ein. Zugleich wächst die Unsicherheit: Was muss beachtet werden, welche juristische Konsequenzen ergeben sich aus diesen Entscheidungen? Die Bertelsmann Stiftung möchte Orientierung anbieten.

Am Donnerstag, 11. Februar, 12 Uhr, stellt sie die Publikation „KI in Unternehmen – Ein Praxisleitfaden zu rechtlichen Fragen“ vor.

Die Autoren Till Kreutzer und Per Christiansen von iRights.Law sind Juristen mit Expertise und der Fähigkeit, vermeintlich Kompliziertes anschaulich zu erklären.

Ohne Künstliche Intelligenz geht in der Arbeitswelt gar nichts mehr. Das gilt längst für global operierende Großkonzerne. Aber auch die kleinen und mittelständi-schen Unternehmen, das Rückgrat der Wirtschaft in Deutschland, kommen um das Thema nicht länger herum. Auch für sie stellt sich die Frage, wie die eigenen Produkte, Produktions- oder Dienstleistungsprozesse mit maschinellem Lernen kundenfreundlicher, effizienter und kostengünstiger werden können.

Dass die Künstliche Intelligenz dennoch bei vielen Managern ein Unbehagen auslöst, liegt auch daran, dass es rund um das Thema noch viele ungeklärte Fragen gibt. Dabei sind diese offenen Fragen im jetzigen Stadium der technischen und gesellschaftlichen Entwicklung an der Tagesordnung. Sie seien nicht per se Hinderungsgründe für Handeln, sondern böten viele Chancen, sagen Till Kreutzer und Per Christiansen, Autoren der Publikation „KI in Unterneh-men – Ein Praxisleitfaden zu rechtlichen Fragen“.

Wem “gehört” das algorithmische System? Wie steht es um den Datenschutz? Mit welchen Daten darf man die Künstliche Intelligenz trainieren? Und wer darf Ansprüche erheben auf den Output der künstlichen Intelligenz? Wer haftet bei KI-basierten Unternehmensentscheidungen oder durch die KI verursachte Schäden? „Rechtsunsicherheit bedeutet nicht, dass man nicht handeln darf oder sollte. Sie führt erst einmal lediglich dazu, dass von ihr betroffene Aspekte nicht durch juristische Bewertung gelöst werden können, sondern als Teil des Risikomanage-ments verstanden werden müssen“, sagt Kreutzer.

Mit Rechtsunsicherheit lässt sich eben auf zweierlei Art umgehen. „Man kann sie konstruktiv nutzen oder destruktiv vermeiden. Positiv betrachtet eröffnet Rechtsunsicherheit Spielräume, negativ verstanden schafft sie Risiken.“ „Der betriebliche Einsatz von KI hängt untrennbar mit einer unternehmerischen und rechtlichen Strategie zur Datenbeschaffung zusammen", ergänzt Christiansen. „Das Datenmaterial, mit dem die KI arbeitet, ist zentraler Erfolgsfaktor. Mit einer vorausschauenden Datenstrategie kann man schon jetzt die Weichen für einen gewinnbringenden Einsatz von KI-Technologien stellen.“

Die Autoren stellen das Buch im Rahmen eines digitalen Launch-Meetings am Donnerstag, 11. Februar, von 12 bis 13 Uhr vor. Anmeldungen sind möglich unter https://www.zukunftderarbeit.de/ki-in-unternehmen/

Die Autoren:

Till Kreutzer ist Rechtsanwalt, Publizist und Rechtswissenschaftler. Er ist Gründungsmitglied und Herausgeber von http://www.iRights.info und geschäftsführender Partner der Rechtsanwalts-kanzlei ¬iRights.Law.

Per Christiansen ist Rechtsanwalt, Publizist und Hochschullehrer für Wirtschaftsrecht an der FOM Hochschule für Ökonomie und Management in Hamburg. Zudem ist er Rechtsanwalt bei iRights Law.

Zusatzinformationen:

Das Projekt Zukunft der Arbeit der Bertelsmann Stiftung arbeitet an den Voraussetzungen der digitalen Transformation von Unternehmen. Die bisher dazu erschienenen Veröffentlichungen können unter https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/betriebliche-arbeitswelt-digitalisierung heruntergeladen werden. Die hier vorgestellte Veröfffentlichung wid ab März 2021 auch als Druckversion zur Verfügung stehen. Weitere Informationen zu dem Projekt fin-den Sie unter https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/betriebliche-arbeitswelt-digitalisierung sowie über den Blog http://www.zukunftderarbeit.de.

Für diese wie auch weiteren Themen zur Zukunft der Arbeit stehen Ihnen die Studienleitenden der Bertelsmann Stiftung zur Verfügung:

Birgit Wintermann, Telefon 0 52 41 81 81 289

E-Mail: birgit.wintermann@bertelsmann-stiftung.de

Dr. Ole Wintermann, Telefon 0 52 41 81 81 232

E-Mail: ole.wintermann@bertelsmann-stiftung.de

Die Autoren und Experten:

Dr. Till Kreutzer, Telefon: 0 30 75 63 87 89

E-Mail: t.kreutzer@irights-law.de

Prof. Per Christiansen, Telefon: 0 30 54 59 813 0

E-Mail: p.christiansen@irights-law.de

Über die Bertelsmann Stiftung:

Menschen bewegen. Zukunft gestalten: Die Bertelsmann Stiftung setzt sich dafür ein, dass alle an der Gesellschaft teilhaben können – politisch, wirtschaftlich und kulturell.

Die Themen der Stiftung: Bildung, Demokratie, Europa, Gesundheit, Werte und Wirtschaft. Dabei stellt die stiftung die Menschen in den Mittelpunkt. Denn die Menschen sind es, die die Welt bewegen, verändern und besser machen können. Dafür erschließen wir Wissen, vermitteln Kompetenzen und erarbeiten Lösungen. Die gemeinnützige Ber-telsmann Stiftung wurde 1977 von Reinhard Mohn gegründet.

Weitere Informationen: http://www.bertelsmann-stiftung.de

Liebe KI-Aktivist*innen,

gern erinnere ich an unser Treffen am Freitag dieser Woche. Zum Glück tagen wir online, so dass uns das Wetter eine Anreise nicht unmöglich machen kann. Den Link zur Teilnahme ist unten angegeben.

Wer mag, kann sich noch anmelden - dann können wir sehen, wer alles kommt. Eine Anmeldung ist aber nicht verpflichtend. Sie kann über diese öffentlichen Kanäle erfolgen:

Unsere XING-Gruppe und das dazugehörige Event (bevorzugt):

https://www.xing.com/events/owl-arbeitskreis-ki-mittelstand-12-02-2021-3247159

Eine weitere öffentliche Liste:

https://terminplaner4.dfn.de/a5C1gwKv4nkjA8Su

Herzliche Grüße aus Bielefelder Schneeverwehungen.

Hans Brandt-Pook

Liebe KI-Aktivist*innen,

das Programm zu unserem nächsten Treffen am 12.2.21 steht:

9.45 Uhr Come-In

10.00 Uhr Begrüßung, Vorstellungsrunde, Agenda

10.15 Uhr Mladen Milicevic (Unchained Robotics GmbH): "Optimierung von Materialflüssen in der Produktion - Drei Anbieter stellen einen gemeinsamen Lösungsansatz für die Prozessautomatisierung vor”

11.00 Uhr Netzwerkpause mit thematischen Gruppen

11.15 Uhr Stephan Vogt, c-trace GmbH: "Computer Vision in der Abfallwirtschaft"

11.35 Uhr Thomas Brinkhoff, ARTiTEX GmbH: "KI-basierte Qualitätssicherung in der Nähindustrie"

11.55 Uhr Termine & Neuigkeiten

12.00 Uhr Ausklang und Netzwerken

Wir treffen uns in diesem Zoom-Raum:

https://fh-bielefeld.zoom.us/j/99747362677?pwd=enV4TzJXSkRhcHdPOFZoa1Yyc1VWdz09

Meeting-ID: 997 4736 2677

Kenncode: 545348

Auch eine Einwahl via Telefon ist möglich. Hier die Nummern und Zugangsdaten:

Schnelleinwahl mobil

+496971049922,,99747362677#,,,,,,0#,,545348# Deutschland

+493056795800,,99747362677#,,,,,,0#,,545348# Deutschland

Diese Einladung kann gerne an Interessierte weitergereicht werden.

Herzliche Grüße

Hans Brandt-Pook

Wilhelm Klat

Uwe Lück

Christian Weber

"KI in OWL" - um was geht es in dieser Gruppe?

Diese Gruppe entstand im Herbst 2018. Sie richtet sich an Interessierte aus Wissenschaft und Unternehmen aus der Region Ostwestfalen Lippe. Die Gruppe organisiert den Austausch zu Chancen, Risiken, Einsatzmöglichkeiten, erfolgreichen Projekten, gescheiterten Projekten und anderen Erfahrungen und Ideen. Ziel der Gruppe ist auch, gemeinsame Projekte anzugehen.
Kernstück der Zusammenarbeit ist neben dieser XING-Gruppe die Treffen, die etwa alle dreim Monate statfinden.