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Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums Pressemitteilung 060 Veröffentlicht am 29.06.2022

Einsatz pflegender Angehöriger in der Pandemie stark gestiegen - vor allem bei Frauen

Neue Studienergebnisse des Alterssurvey veröffentlicht

Die Corona-Pandemie hat alle vor große Herausforderungen gestellt und viel Flexibilität erfordert. Gerade Menschen, die Angehörige, Nachbar*innen oder Freund*innen pflegen und zugleich erwerbstätig sind, mussten ihren Alltag umorganisieren. Neue Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys zeigen, dass insbesondere zu Beginn der Pandemie 2020 mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter Unterstützung und Pflege für andere übernommen haben als noch im Jahr 2017. Im Winter 2020/21 lag die Beteiligung an Unterstützung und Pflege wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Pandemie.

Dabei wird deutlich, dass Frauen nicht nur häufiger als Männer unterstützen und pflegen, sondern auch mit größerem Zeitaufwand: Im Winter 2020/21 brachten sie insgesamt 11,5 Stunden pro Woche im Vergleich zu 7,5 Stunden bei Männern auf. Gerade beim zeitlichen Umfang zeigt sich, dass Erwerbstätigkeit kaum mit zeitintensiver Pflege kombinierbar ist: Während Nicht-Erwerbstätige im Schnitt 17,2 Stunden pro Woche für Pflegeaufgaben aufbringen, sind es bei Erwerbstätigen 7,6 Stunden pro Woche.

Bundesseniorenministerin Lisa Paus: „Pflegende Angehörige leisten einen unschätzbaren Dienst für ihre Familien und für unsere Gesellschaft. Um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern, wurden gleich zu Beginn der Pandemie Sonderregelungen für akute Pflegesituationen, für die Pflegezeit und die Familienpflegezeit auf den Weg gebracht. Das reicht aber nicht. In Zeiten großer Krisen brauchen wir einander ganz besonders. Ich setze mich dafür ein, dass diejenigen, die ihre Arbeitszeit für die Pflege reduzieren, eine Lohnersatzleistung erhalten und damit finanziell abgesichert sind. So wie junge Eltern Elterngeld erhalten, muss auch pflegenden Angehörigen ein Familienpflegegeld zustehen.“ Schnelle Hilfe für Angehörige durch das Pflegetelefon Pflegende Angehörige tragen viel Verantwortung. Um sie dabei zu unterstützen und schnelle Hilfe zu leisten, stehen Expert*innen des Pflegetelefons, als bundesweites Beratungs- und Informationsangebot des Bundesseniorenministeriums, für Fragen rund um die Pflege und insbesondere zur Familienpflegezeit zur Verfügung. Das Pflegetelefon ist von Montag bis Donnerstag zwischen 9.00 und 18.00 Uhr unter der Rufnummer 030 20179131 und per E-Mail an info@wege-zur-pflege.de zu erreichen.

Über die Befragung

Die erhobenen Daten des Alterssurveys stammen aus dem Sommer 2020, dem Beginn der Pandemie, sowie aus dem Winter 2020/21, der durch den zweiten Lockdown, aber auch durch den Impfstart für vulnerable Gruppen bestimmt war. Zum Vergleich wurde die Befragung aus dem Jahr 2017 herangezogen. Die ausgewerteten Angaben stammen von Personen im erwerbsfähigen Alter von 46 bis 65 Jahren.

Untersucht wurde der Zusammenhang von Unterstützungs- und Pflegeaufgaben mit der Erwerbsarbeit bei Personen im Alter von 46 bis 65 Jahren.

Die detaillierten Ergebnisse sind nachzulesen in: Ehrlich, U., Kelle, N., & Bünning, M. (2022). Pflege und Erwerbsarbeit: Was ändert sich für Frauen und Männer in der Corona-Pandemie [DZA Aktuell 02/2022]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen.

Online finden Sie die Studie unter: https://www.dza.de/fileadmin/dza/Dokumente/DZA_Aktuell/DZA-Aktuell_02_2022_Pflege-und-Erwerbsarbeit_final.pdf

Der Deutsche Alterssurvey (DEAS)

Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte. Im Rahmen der Studie werden seit mehr als zwei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt. Seit Beginn der Corona-Pandemie fanden zwei Erhebungen des Deutschen Alterssurveys statt, bei denen jeweils Personen befragt wurden, die zuvor schon mindestens einmal an der Studie teilgenommen hatten. An der Befragung im Sommer 2020 (8. Juni bis 22. Juli 2020) haben 4.823 Personen ab einem Alter von 46 Jahren teilgenommen, bei der Befragung im Winter 2020/21 (04. November 2020 bis 1. März 2021) waren es 5.402 Personen. Der Deutsche Alterssurvey wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Hallo Nicole, derzeit wohl nicht der allgemeine Schwerpunkt (deswegen gerade wichtig, am Ball zu bleiben), hingegen bei PAoL ganz sicher mit zahlreichen Berührungspunkten. Darf ich verteilen?

Die Parteispitzen haben gestern den schwarz-grünen Koalitionsvertrag vorgestellt. In der Vorstellung nannte die zukünftige Sozialministerin Aminata Touré die „soziale Gerechtigkeit“ noch als Schwerpunkt der Koalition. „Pflege kann sie dabei nicht gemeint haben“, meinte Nicole Knudsen, Vorstandsmitglied des Vereins pflegender Angehöriger e.V. in Schleswig-Holstein und ergänzte „Es wurde deutlich, dass ausgerechnet die Pflege keinen Stellenwert in der neuen Landesregierung hat“. Mit Irritation hat der Verein pflegender Angehöriger e.V. zur Kenntnis genommen, dass die Bereiche Pflege und Gesundheit vom Sozialministerium ins Justizministerium wechseln sollen. Eine fachliche Auseinandersetzung mit diesem gesellschaftlich relevanten Thema, optimierte Rahmenbedingungen für eine gute Gesundheitsversorgung und Pflege sei damit nicht mehr gewährleistet, so der Verein.

Pflegende Angehörige sind der größte Pflegedienst Deutschlands. Allein in Schleswig-Holstein werden rund 90.000 Leistungsempfänger aus der Pflegeversicherung von ihren Angehörigen in der Häuslichkeit gepflegt und betreut. Laut aktuellem Barmer Pflegereport steigt die Anzahl Pflegebedürftiger bis zum Jahr 2030 um rund 30 Prozent. Das macht deutlich, dass sich die häusliche Pflegesituation, die schon jetzt von Prekariat und Überforderung geprägt ist, dramatisch instabilisieren wird. Die Häusliche Pflege darf nicht noch zusätzlich den massiven Pflegekräftemangel in Kliniken und Heimen auffangen

„Die Bedeutung und Tragweite dieser Tatsachen und Handlungsnotwendigkeiten werden von der neuen Landespolitik derzeit allerdings noch nicht ausreichend antizipiert“, so Knudsen weiter. „Der vorliegende Koalitionsvertrag geht selbst Fragen der Geschlechtergerechtigkeit in der Pflege und der daraus folgenden Altersarmut bei Frauen komplett aus dem Weg“.

Positives wusste der Verein allerdings auch zu berichten. So soll die wohnortnahe Kurzzeitpflege- und Beratungsinfrastruktur gestärkt werden und auch für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf gelten. Zum ersten Mal in einem Koalitionsvertrag tauchen auch Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren auf, die Pflege- und Betreuungsverantwortung tragen. Für diese ganz besonders schutzwürdigen Menschen sollen telefonische und digitale Beratungsangebote eingeführt werden. „Alle Maßnahmen stehen jedoch unter einem Finanzierungsvorbehalt, so dass wir uns lieber nicht zu früh freuen“, meinte das Vorstandsmitglied und betonte, dass der gesamte dreiköpfige Landesvorstand jederzeit für Gespräche offen ist.

Der Bundesverband pflegender Angehöriger e.V., in welchem Nicole Knudsen als Vorstandsmitglied agiert, tat gut daran, in Schleswig Holstein einen Landesverein einzusetzen. Nicole Knudsen argumentiert zutreffend und reflektiert die letzthin keinem Normalverbraucher je zu erklärende Projektungenauigkeit, die sich im Koalitionsvertrag durch die Zuständigkeitsvergabe ins Landesjustizministerium abbildet. Pflege und Gesundheit aus dem Sozialministerium abzuziehen, veranschaulicht die offenkundige Ratlosigkeit oder Überforderung im Themenkontext. Wir werden den Prozess - allzeit fair und immer inhaltlich im Sinne der Pflegebedürftigen - beobachten und kommentieren. Die Unabhängigkeit von DOPANET Wissen & Kommunikation bildet eine dahingehend sichere Basis.

Wenn Sie Geld überweisen, füllen Sie dann noch einen Überweisungszettel aus und bringen ihn zur Bank? Warum bringen wir dann noch Papierrezepte zu unseren Apotheken? Damit die Behandlung mit Arzneimitteln sicherer wird, Abläufe in der Arztpraxis und der Apotheke vereinfacht werden und auch die Zettelwirtschaft im Gesundheitswesen aufhört, führen wir das E-Rezept ein.

Wenn Sie beispielsweise die Möglichkeit in Anspruch nehmen, sich per Videosprechstunde ärztlich beraten zu lassen, ist die Möglichkeit zur Ausstellung elektronischer Rezepte unverzichtbar. Wir machen den Weg dafür frei, dass Sie für die Abholung Ihres Rezepts anschließend nicht in die Arztpraxis kommen müssen. Auch bei "normalen" Arztbesuchen erhalten Sie künftig ein E-Rezept.

Das E-Rezept können Sie in einer Apotheke Ihrer Wahl einlösen – dies kann eine Online-Apotheke oder auch Ihre Apotheke vor Ort sein.

Das E-Rezept ermöglicht weitere neue digitale Anwendungen. Von der Medikationserinnerung bis hin zum Medikationsplan mit eingebautem Wechselwirkungscheck. So kann einfach überprüft werden, ob alle Arzneimittel untereinander verträglich sind.

Mit dem am 20. Oktober 2020 in Kraft getretenen "Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur (Patientendaten-Schutz-Gesetz –PDSG)" ist die Einführung des E-Rezepts bei der Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln geregelt worden.

Das E-Rezept wird seit dem Sommer 2021, zunächst in der Fokusregion Berlin/Brandenburg und seit dem 1. Dezember 2021 bundesweit, getestet. Die bundesweite Testphase ist verlängert worden, damit Praxen, Apotheken, Krankenkassen und Softwareanbieter noch mehr Erfahrung mit dem E-Rezept sammeln, um das System sicher umstellen zu können. Die Testphase soll genutzt werden, um die Anzahl der Teilnehmenden an den Tests zu erhöhen, Updates aufzuspielen, die nötige Software zu installieren, das Personal zu schulen und die Stabilität des Zusammenwirkens der einzelnen erforderlichen Komponenten intensiv zu prüfen. Maßstab für den anschließenden flächendeckenden Rollout ist die technische Verfügbarkeit gemessen an den mit den Partnern der Selbstverwaltung vereinbarten Qualitätskriterien. Diese werden voraussichtlich im Sommer dieses Jahres erfüllt sein.

Nach dem am 31. Mai 2022 einstimmig gefassten Beschluss der Gesellschafter der gematik wird die Umstellung auf die Nutzung des E-Rezepts in den (Zahn-) Arztpraxen und Krankenhäusern nach einem regional und zeitlich gestuften Verfahren („E-Rezept- Rollout“) erfolgen: Ab dem 1. September 2022 wird die 1. Stufe des E-Rezept-Rollouts in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein starten. Die nächsten Schritte der stufenweisen Einführung werden von den Gesellschaftern der gematik zeitnah festgelegt. Die gematik wird den Rollout-Prozess eng begleiten.

Auch außerhalb des regional begleiteten E-Rezept-Rollouts kann das E-Rezept bundesweit in den (Zahn-)Arztpraxen und Krankenhäusern für die Verordnung von Arzneimitteln genutzt werden. Denn ab dem 1. September 2022 werden die Apotheken flächendeckend in ganz Deutschland in der Lage sein, E-Rezepte einzulösen und mit den Krankenkassen abzurechnen.

Vertragsärztinnen und -ärzte, die mit Einführung des E-Rezepts aus technischen Gründen nicht beziehungsweise noch nicht in der Lage sind, ein E-Rezept auszustellen, müssen ersatzweise auf das bisher vorgesehene Papierrezept [Muster 16-Formular „rosa Zettel“] zurückgreifen. Die Arzneimittelversorgung der Patientinnen und Patienten ist somit in jedem Fall sichergestellt.

Für die Übermittlung des E-Rezepts wird die sichere Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen verwendet. Die TI ist das sichere Informations- und Kommunikationsnetz im Gesundheitswesen, das Praxen, Krankenhäuser, Apotheken und weitere Leistungserbringereinrichtungen im Gesundheitswesen sicher miteinander verbindet, so dass die an der Versorgung Beteiligten besser und schneller miteinander kommunizieren können.

Das E-Rezept kann von den Patientinnen und Patienten über zwei verschiedene Wege genutzt werden. So können Patientinnen und Patienten entscheiden, ob sie ihr E-Rezept per Smartphone über eine sichere E-Rezept-App verwalten und digital an die gewünschte Apotheke ihrer Wahl senden wollen oder ob ihnen die für die Einlösung ihres E-Rezepts erforderlichen Zugangsdaten als Papierausdruck in der Arztpraxis ausgehändigt werden sollen.

Neben dem E-Rezept für verschreibungspflichtige Arzneimittel sollen zukünftig auch alle weiteren veranlassten Leistungen wie etwa Heilmittel, Hilfsmittel oder häusliche Krankenpflege schrittweise elektronisch verordnet werden. Die Fristen für die Einführung weiterer ärztlicher und psychotherapeutischer Verordnungen sind gesetzlich vorgegeben.

Mit dem am 19. Dezember 2019 in Kraft getretenen Digitale-Versorgung-Gesetz –DVG haben die Versicherten einen neuen Anspruch auf Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen erhalten. Damit diese Verordnungen elektronisch übermittelt werden können, sieht das am 23. Mai 2020 in Kraft getretene „Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ Regelungen vor, die den Krankenkassen die Erprobung der elektronischen Übermittlung von Verordnungen digitaler Gesundheitsanwendungen ermöglichen. Gemäß dem am 9. Juni 2021 in Kraft getretenen „Digitale-Versorgung-und Pflege-Modernisierungs-Gesetz –DVPMG“ werden ab dem 1. Januar 2023 Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vollständig elektronisch über die TI verordnet.

Text: Bundesministerium für Gesundheit

sehr wichtige, kompetente und ausführliche Info. Vielen Dank!