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Wir denken an alle, die ihre Lieben pflegen und wünschen viel Kraft und Zuversicht!

Am Samstag findet die Tagung NEURO in Bremen statt, die sich in einigen Vorträgen den Therapien, der Prävention und der Entlastung Angehöriger widmet.

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Die Größe des Marktes für neurodegenerative Erkrankungen wird bis 2027 auf 49.218 Millionen US-Dollar geschätzt. Darüber hinaus ist er bereit, im Prognosezeitraum 2022-2027 mit einer CAGR von 3,9 % zu wachsen.

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Zu den wichtigsten Schlüsselspielern gehören:- Biogen, F. Hoffmann-La Roche Ltd, Merck KGaA, Novartis, Sanofi, Teva Pharmaceuticals, Orion Corporation, H. Lundbeck A/S, Ranbaxy, UCB, AbbVie, Amneal Pharmaceuticals, Boehringer Ingelheim, Pfizer, Eisai EMEA, NEURO-HITECH INC, GSK, BIOVISION, Aquinnah Pharmaceuticals, Addex Therapeutics, CellCentric, Mission Therapeutics, Denali Therapeutics, Cipla

Patientensicherheit hat weiter keine Priorität gegenüber den Interessen der Pharmaindustrie

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, Rechtsanwalt Tino Sorge aus Magdeburg hat in einer Stellungnahme am 9. September 2022 erklärt, dass nach aktuellen Informationen Titandioxid bei Arzneimitteln nur in möglichst geringen Mengen, unter größter Vorsicht und strenger Kontrolle verwendet wird. Der Hilfsstoff, der in rund 91.000 Humanarzneimitteln und rund 800 Tierarzneimitteln zum Einsatz kommt und der seit 2022 in Lebensmitteln aufgrund unklarer Gesundheitsgefährdungen EU-weit grundsätzlich verboten ist, würde unter anderem für Tabletten benötigt, die für eine optimale Wirkung einen Schutzfilm haben müssten. Im Übrigen, so Tino Sorge weiter, seien die Qualitäts- und Sicherheitsvorschriften für die Arzneimittelherstellung noch einmal um ein Vielfaches strenger als jene für die Lebensmittelherstellung.

Die Aussage ist insoweit bemerkenswert, als es in den öffentlich zugänglichen Inhaltsangaben von Arzneimitteln überhaupt keine Mengenangaben zu eingesetzten Hilfsstoffen gibt, sondern nur pauschale Verwendungsangaben. Mithin ist die Aussage, dass Titandioxid in möglichst geringen Mengen verwendet würde, nicht belegbar und nicht belegt. Erkennbar ist überdies, dass bei der CDU/CSU-Bundestagsfraktion derzeit über ein Verbot von Titandioxid in Arzneimitteln nicht nachgedacht wird. Dies deckt sich auch mit einer früheren Erklärung des CDU-Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel, der bemerkte, dass von den geringen Mengen Titandioxid in Medikamenten kein Gesundheitsrisiko ausgehe, ohne jedoch anzugeben, welche Mengen als gering oder nicht gering anzusehen seien.

Der FDP-Vertreter im Gesundheitsausschuss, Maximilian Funke-Kaiser, hatte bereits im Januar 2022 erklärt, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) 2021 gegenüber pharmazeutischen Herstellern appellierte, einen Ersatzstoff zu entwickeln. Funke-Kaiser bemerkte damals, es gäbe bereits Beispiele dafür, dass dies klappen kann. So gäbe es beispielsweise Ibuprofen-Alternativen, die ohne Titandioxid auskommen und sofern diese Entwicklung voranschreite, könne auch ein Verbot von Titandioxid durchgeführt werden. Der Vertreter von Bündnis90/Grüne im Gesundheitsausschuss, Dr. Janosch Dahmen, hatte ebenfalls im Januar 2022 bereits die Entwicklung eines Ausstiegsszenarios angeregt, das den Arzneimittelherstellern die Möglichkeit gibt, ihre Präparate Wissenschaftsbasiert neu zu formulieren und erklärt, begonnen werden könne sehr rasch mit den Arzneimitteln, für die bereits Alternativen zu Titandioxid existierten. Die SPD-Abgeordnete Heike Baehrens, ebenfalls Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages, war in ihren Aussagen konkreter, indem sie angab, dass so gut wie alle oralen Arzneiformen, also Tabletten, Weichkapseln, Hartkapseln, Granulate etc. betroffen seien und hatte ihre Hoffnung erklärt, dass es schnell zum Abschluss von Überprüfungsverfahren unter Einbindung der beteiligten Bundesministerien, des Bundesamtes für Risikobewertung und der EMA käme. Der Gesundheitspolitiker Prof. Dr. Andrew Ullmann (FDP), der mit Hinweis auf seine ärztliche Expertise ein Verbot von Titandioxid in Lebensmitteln gut findet, begrüsst es auch, dass die Pharmaindustrie aufgerufen ist, Alternativen zu prüfen und man spätestens in drei Jahren noch einmal ein Titandioxid-Verbot in Arzneimitteln besprechen werde. Dies hatte der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Prof. Dr. Edgar Franke, ebenfalls unterstrichen und mit Hinweis auf das wirksame Verbot von Titandioxid in Lebensmitteln die mögliche Genotoxizität angeführt, die nicht ausgeschlossen worden war.

Ausgangspunkt für die zwischenzeitlich rund 15 Einzelstellungnahmen aus Politik und Industrie war die im Sommer 2021 von DOPANET Wissen & Kommunikation in Berlin aufgeworfene Frage nach der Priorisierung von Patientensicherheit im Kontext zu mutmasslichen Gesundheitsgefährdungen durch Titandioxid in Arzneimitteln. Der Wissenschaftsjournalist Martin Rücker, der das Thema daraufhin damals aufgriff, wurde unlängst für seinen MEDWATCH-Artikel zu Titandioxid in Arzneimitteln mit dem Ulrich-Schwabe-Preis geehrt. Das europaweite Verbot von Titandioxid in Lebensmitteln ist seit Anfang 2022 wirksam und hat die Struktur und Breite der Angebotspaletten nicht verändert. Die Lebensmittelindustrie hat die Inhaltsstrukturen ohne Verluste umgestellt. Die Pharmaindustrie lässt bisher kaum Bereitschaft erkennen, Titandioxid aus den Rezepturen zu entfernen.

Für mehr Informationen: www.titandioxid.org

Text: ©DOPANET Wissen & Kommunikation, Landsberger Allee 131c, 10369 Berlin

Bitte beachten Sie:

DOPANET Wissen & Kommunikation wird diese XING-Gruppe Ende 2022 einstellen. Bereits jetzt ist unter www.dopanet.org die Gruppe bei LinkedIn erreichbar und publiziert derzeit parallel. Ab 2023 wird nur noch die LinkedIn-Gruppe betrieben. Bitte richten Sie bei LinkedIn zeitnah einen Account ein, um dort dann weiterhin ohne jede Kosten die Inhalte von DOPANET Wissen & Kommunikation lesen zu können.

Hier geht es zu dem Original-Artikel:

https://www.linkedin.com/pulse/patient-safety-versus-industry-interests-joachim-maurice-mielert

PARKINSON'S EUROPE ist mit rund 120.000 Mitgliedern in 20 Ländern ein wirkliches Schwergewicht der Patientenvertretung. Über 1,2 Millionen Parkinson-Betroffene werden über PARKINSON'S EUROPE vertreten.

Es ist uns Freude und Ehre zugleich, mit DOPANET Wissen & Kommunikation Teil dieses ambitionierten Projektes zu sein.

Im Interesse von Patientensicherheit wird sich PARKINSON'S EUROPE als starke Marke etablieren und betätigen. Unter der Leitung von Veronica Clark aus Malta und Dominic Graham aus England wird PARKINSON'S EUROPE ein moderner, auf die digitale Transformation hin orientierter Dienstleister sein.

Wir wünschen PARKINSON'S EUROPE in Fortsetzung der Organisationsstruktur der EPDA alles Gute und reichen die Hand für eine weitere, gute Zusammenarbeit.

24.08.2022 Von Natalie Ziebolz, Healthcare Computing

Am Montag, kurz vor Start des Rollouts, hat sich die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) überraschend vom eRezept zurückgezogen. Doch was bedeutet das nun für die Anwendung?

Ab 1. September sollen alle Apotheken dazu in der Lage sein, das eRezept einzulösen. Zu diesem Zeitpunkt beginnt auch der stufenweise Rollout der Anwendung

„Die KVSH muss Ihnen mitteilen, dass der digitale Weg, den datenlosen QR-Code des eRezeptes per Mail- oder SMS-Verfahren an Patienten/Patientinnen oder ggf. Apotheken zu senden, seitens der Datenschutzbehörde SH untersagt worden ist“, beginnt das Schreiben, mit dem die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) ihre Mitglieder über den Ausstieg beim eRezept-Rollout informiert.

Obwohl er selbst keine Daten enthält, sondern lediglich einen Schlüssel darstellt, mit dem Apotheken ermächtigt werden, das eRezept beim Fachdienst der Gematik abzurufen, wurde das Versenden des QR-Codes von der Datenschutzbehörde bereits als Übermittlung von Gesundheitsdaten bewertet. Immerhin könne der Code auch von Dritten in frei erhältlichen Apotheken-Apps genutzt werden. Bei Hochladen in entsprechende Applikationen würden die Daten ermittelt und dem Nutzer angezeigt. Ein Mailingverfahren käme daher nur in Betracht, wenn dem QR-Code zusätzlich eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angefügt werden.

Das Aus noch vor dem Start

Da stellt sich unweigerlich die Frage, wieso entsprechende Faktoren nicht bereits im Vorfeld abgeklärt wurden. „Die Gematik hat bis dato nur zwei Verfahren freigegeben: Einerseits die eRezept-App, die jedoch nur in 0,4 Prozent der Fälle genutzt wird, da die Aktivierung relativ aufwendig ist und sowohl eine NFC-fähige Gesundheitskarte als auch ein NFC-fähiges Smartphone benötigt werden. Andererseits steht noch der Papierausdruck zur Verfügung“, erklärt Monika Schindler, Leiterin Digitalisierung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB). „Sowohl die Verantwortlichen aus Westfalen-Lippe als auch Schleswig-Holstein waren daher der Meinung, dass ein dritter, digitaler Weg für die Übertragung benötigt wird. In Westfalen-Lippe hat man sich daraufhin dazu entschieden, das Verfahren rund um die eGK zu testen, in Schleswig-Holstein hat man das Potenzial im eMail- und SMS-Verfahren gesehen.“ Das Verfahren habe sich also noch in der Testphase befunden. „Wenn der Datenschutz allerdings sagt, es geht nicht, dann muss man das Verfahren einstellen und nach neuen Lösungen suchen“, so Schindler pragmatisch. Dies gelte auch für alle anderen Patientendaten, die möglicherweise noch per eMail versendet werden.

Ähnlich äußert sich auch die Gematik: „SMS oder eMail waren nie als sichere Einlösewege des eRezepts Bestandteil der Gematik-Spezifikationen, sondern eine individuelle, von nur sehr wenigen Herstellern angebotene Entwicklung der Software-Industrie. Die Gematik hat in der Vergangenheit bereits diesbezüglich auf Regulierungsbedarfe hingewiesen.“

Alternativen gesucht

Mögliche Alternativen seien die Übertragung der Dokumente über den Kommunikationsdienst KIM oder das Einstellen des Rezepts in die elektronische Patientenakte (ePA), erläutert die KVSH. „Beides kann in der TI stattfinden und ist damit unstrittig. Allerdings scheitern sowohl Gematik-App als auch KIM und ePA momentan noch am fehlenden Vorhandensein technischer Komponenten oder an Verfügbarkeiten.“ Damit bliebe aktuell nur der Papierausdruck, der aus Sicht der KVSH keinen digitalen Weg darstelle – daher auch der vorläufige Rückzug aus dem Rollout. „Sobald es digitale Wege gibt, die eRezepte alltagstauglich für Patienten und Praxen machen, werden wir uns intensiv wieder einschalten.“

Wie geht es weiter?

Die Entscheidung aus Schleswig-Holstein hat im gesamten also wenig Einfluss auf das eRezept und seinen Rollout. „Die Rahmenbedingungen, unter denen der Rollout in den Regionen geschieht, sind unverändert wie zu dem Zeitpunkt, als der Rollout vereinbart wurde: Es gab und gibt die eRezept-App und den Ausdruck des eRezepts als Weg, ein eRezept einzulösen“, bestätigt ein Sprecher der Gematik. Apotheken seien dazu ab 1. September bundesweit in der Lage und auch die Region Westfalen-Lippe setze ab 1. September wie geplant den Roll-out um.

„Wir respektieren natürlich die Entscheidung unserer Kolleginnen und Kollegen aus Schleswig-Holstein, allerdings werden wir vorerst nicht aus dem Projekt aussteigen“, so Thomas Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. „Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass es bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens besser ist, auf dem Fahrersitz zu sitzen und den Kurs mitzubestimmen – damit wir möglichst unfallfrei durch diese Entwicklung kommen.“ Eine Forderung hat er dennoch: „Wir erwarten von der Gematik, dem Bundesgesundheitsministerium und den Apothekenverwaltungssystem-Herstellern, dass das eRezept spätestens in drei Monaten mit der eGK übertragen und eingelöst werden kann. Das ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Einführung des eRezepts und nicht verhandelbar.“

In drei Monaten sollen schließlich die nächsten Bundesländer mit dem Rollout starten. Welche das sein werden, entscheidet sich voraussichtlich bei der Gesellschafterversammlung kommende Woche.