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Die Parteispitzen haben gestern den schwarz-grünen Koalitionsvertrag vorgestellt. In der Vorstellung nannte die zukünftige Sozialministerin Aminata Touré die „soziale Gerechtigkeit“ noch als Schwerpunkt der Koalition. „Pflege kann sie dabei nicht gemeint haben“, meinte Nicole Knudsen, Vorstandsmitglied des Vereins pflegender Angehöriger e.V. in Schleswig-Holstein und ergänzte „Es wurde deutlich, dass ausgerechnet die Pflege keinen Stellenwert in der neuen Landesregierung hat“. Mit Irritation hat der Verein pflegender Angehöriger e.V. zur Kenntnis genommen, dass die Bereiche Pflege und Gesundheit vom Sozialministerium ins Justizministerium wechseln sollen. Eine fachliche Auseinandersetzung mit diesem gesellschaftlich relevanten Thema, optimierte Rahmenbedingungen für eine gute Gesundheitsversorgung und Pflege sei damit nicht mehr gewährleistet, so der Verein.

Pflegende Angehörige sind der größte Pflegedienst Deutschlands. Allein in Schleswig-Holstein werden rund 90.000 Leistungsempfänger aus der Pflegeversicherung von ihren Angehörigen in der Häuslichkeit gepflegt und betreut. Laut aktuellem Barmer Pflegereport steigt die Anzahl Pflegebedürftiger bis zum Jahr 2030 um rund 30 Prozent. Das macht deutlich, dass sich die häusliche Pflegesituation, die schon jetzt von Prekariat und Überforderung geprägt ist, dramatisch instabilisieren wird. Die Häusliche Pflege darf nicht noch zusätzlich den massiven Pflegekräftemangel in Kliniken und Heimen auffangen

„Die Bedeutung und Tragweite dieser Tatsachen und Handlungsnotwendigkeiten werden von der neuen Landespolitik derzeit allerdings noch nicht ausreichend antizipiert“, so Knudsen weiter. „Der vorliegende Koalitionsvertrag geht selbst Fragen der Geschlechtergerechtigkeit in der Pflege und der daraus folgenden Altersarmut bei Frauen komplett aus dem Weg“.

Positives wusste der Verein allerdings auch zu berichten. So soll die wohnortnahe Kurzzeitpflege- und Beratungsinfrastruktur gestärkt werden und auch für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf gelten. Zum ersten Mal in einem Koalitionsvertrag tauchen auch Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren auf, die Pflege- und Betreuungsverantwortung tragen. Für diese ganz besonders schutzwürdigen Menschen sollen telefonische und digitale Beratungsangebote eingeführt werden. „Alle Maßnahmen stehen jedoch unter einem Finanzierungsvorbehalt, so dass wir uns lieber nicht zu früh freuen“, meinte das Vorstandsmitglied und betonte, dass der gesamte dreiköpfige Landesvorstand jederzeit für Gespräche offen ist.

Der Bundesverband pflegender Angehöriger e.V., in welchem Nicole Knudsen als Vorstandsmitglied agiert, tat gut daran, in Schleswig Holstein einen Landesverein einzusetzen. Nicole Knudsen argumentiert zutreffend und reflektiert die letzthin keinem Normalverbraucher je zu erklärende Projektungenauigkeit, die sich im Koalitionsvertrag durch die Zuständigkeitsvergabe ins Landesjustizministerium abbildet. Pflege und Gesundheit aus dem Sozialministerium abzuziehen, veranschaulicht die offenkundige Ratlosigkeit oder Überforderung im Themenkontext. Wir werden den Prozess - allzeit fair und immer inhaltlich im Sinne der Pflegebedürftigen - beobachten und kommentieren. Die Unabhängigkeit von DOPANET Wissen & Kommunikation bildet eine dahingehend sichere Basis.

Wenn Sie Geld überweisen, füllen Sie dann noch einen Überweisungszettel aus und bringen ihn zur Bank? Warum bringen wir dann noch Papierrezepte zu unseren Apotheken? Damit die Behandlung mit Arzneimitteln sicherer wird, Abläufe in der Arztpraxis und der Apotheke vereinfacht werden und auch die Zettelwirtschaft im Gesundheitswesen aufhört, führen wir das E-Rezept ein.

Wenn Sie beispielsweise die Möglichkeit in Anspruch nehmen, sich per Videosprechstunde ärztlich beraten zu lassen, ist die Möglichkeit zur Ausstellung elektronischer Rezepte unverzichtbar. Wir machen den Weg dafür frei, dass Sie für die Abholung Ihres Rezepts anschließend nicht in die Arztpraxis kommen müssen. Auch bei "normalen" Arztbesuchen erhalten Sie künftig ein E-Rezept.

Das E-Rezept können Sie in einer Apotheke Ihrer Wahl einlösen – dies kann eine Online-Apotheke oder auch Ihre Apotheke vor Ort sein.

Das E-Rezept ermöglicht weitere neue digitale Anwendungen. Von der Medikationserinnerung bis hin zum Medikationsplan mit eingebautem Wechselwirkungscheck. So kann einfach überprüft werden, ob alle Arzneimittel untereinander verträglich sind.

Mit dem am 20. Oktober 2020 in Kraft getretenen "Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur (Patientendaten-Schutz-Gesetz –PDSG)" ist die Einführung des E-Rezepts bei der Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln geregelt worden.

Das E-Rezept wird seit dem Sommer 2021, zunächst in der Fokusregion Berlin/Brandenburg und seit dem 1. Dezember 2021 bundesweit, getestet. Die bundesweite Testphase ist verlängert worden, damit Praxen, Apotheken, Krankenkassen und Softwareanbieter noch mehr Erfahrung mit dem E-Rezept sammeln, um das System sicher umstellen zu können. Die Testphase soll genutzt werden, um die Anzahl der Teilnehmenden an den Tests zu erhöhen, Updates aufzuspielen, die nötige Software zu installieren, das Personal zu schulen und die Stabilität des Zusammenwirkens der einzelnen erforderlichen Komponenten intensiv zu prüfen. Maßstab für den anschließenden flächendeckenden Rollout ist die technische Verfügbarkeit gemessen an den mit den Partnern der Selbstverwaltung vereinbarten Qualitätskriterien. Diese werden voraussichtlich im Sommer dieses Jahres erfüllt sein.

Nach dem am 31. Mai 2022 einstimmig gefassten Beschluss der Gesellschafter der gematik wird die Umstellung auf die Nutzung des E-Rezepts in den (Zahn-) Arztpraxen und Krankenhäusern nach einem regional und zeitlich gestuften Verfahren („E-Rezept- Rollout“) erfolgen: Ab dem 1. September 2022 wird die 1. Stufe des E-Rezept-Rollouts in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein starten. Die nächsten Schritte der stufenweisen Einführung werden von den Gesellschaftern der gematik zeitnah festgelegt. Die gematik wird den Rollout-Prozess eng begleiten.

Auch außerhalb des regional begleiteten E-Rezept-Rollouts kann das E-Rezept bundesweit in den (Zahn-)Arztpraxen und Krankenhäusern für die Verordnung von Arzneimitteln genutzt werden. Denn ab dem 1. September 2022 werden die Apotheken flächendeckend in ganz Deutschland in der Lage sein, E-Rezepte einzulösen und mit den Krankenkassen abzurechnen.

Vertragsärztinnen und -ärzte, die mit Einführung des E-Rezepts aus technischen Gründen nicht beziehungsweise noch nicht in der Lage sind, ein E-Rezept auszustellen, müssen ersatzweise auf das bisher vorgesehene Papierrezept [Muster 16-Formular „rosa Zettel“] zurückgreifen. Die Arzneimittelversorgung der Patientinnen und Patienten ist somit in jedem Fall sichergestellt.

Für die Übermittlung des E-Rezepts wird die sichere Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen verwendet. Die TI ist das sichere Informations- und Kommunikationsnetz im Gesundheitswesen, das Praxen, Krankenhäuser, Apotheken und weitere Leistungserbringereinrichtungen im Gesundheitswesen sicher miteinander verbindet, so dass die an der Versorgung Beteiligten besser und schneller miteinander kommunizieren können.

Das E-Rezept kann von den Patientinnen und Patienten über zwei verschiedene Wege genutzt werden. So können Patientinnen und Patienten entscheiden, ob sie ihr E-Rezept per Smartphone über eine sichere E-Rezept-App verwalten und digital an die gewünschte Apotheke ihrer Wahl senden wollen oder ob ihnen die für die Einlösung ihres E-Rezepts erforderlichen Zugangsdaten als Papierausdruck in der Arztpraxis ausgehändigt werden sollen.

Neben dem E-Rezept für verschreibungspflichtige Arzneimittel sollen zukünftig auch alle weiteren veranlassten Leistungen wie etwa Heilmittel, Hilfsmittel oder häusliche Krankenpflege schrittweise elektronisch verordnet werden. Die Fristen für die Einführung weiterer ärztlicher und psychotherapeutischer Verordnungen sind gesetzlich vorgegeben.

Mit dem am 19. Dezember 2019 in Kraft getretenen Digitale-Versorgung-Gesetz –DVG haben die Versicherten einen neuen Anspruch auf Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen erhalten. Damit diese Verordnungen elektronisch übermittelt werden können, sieht das am 23. Mai 2020 in Kraft getretene „Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ Regelungen vor, die den Krankenkassen die Erprobung der elektronischen Übermittlung von Verordnungen digitaler Gesundheitsanwendungen ermöglichen. Gemäß dem am 9. Juni 2021 in Kraft getretenen „Digitale-Versorgung-und Pflege-Modernisierungs-Gesetz –DVPMG“ werden ab dem 1. Januar 2023 Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vollständig elektronisch über die TI verordnet.

Text: Bundesministerium für Gesundheit

sehr wichtige, kompetente und ausführliche Info. Vielen Dank!

Berlin, 30. Mai 2022 Die Bundestagsfraktion der FDP setzt auf eine beschleunigte Umsetzung der elektronischen Patientenakte. Das Modul soll nach Angaben der auf Verbraucherschutz- und Gesundheitspolitik spezialisierten Rechtsanwältin Katrin Helling-Plahr so schnell und effizient wie möglich flächendeckend in die Anwendung gebracht und Weiterentwicklungen zügig umgesetzt werden. Dies verlautbarte die Fraktion gegenüber DOPANET Wissen- und Kommunikation am Montag. Die Opt-out-Variante der ePA, die im Koalitionsvertrag bereits festgeschrieben und inzwischen von Berufsständen und Politik als künftiger Standard angesehen wird, soll definitiv und schnell in den Versorgungsalltag implementiert und offene Sachthemen und weitere Module der digitalen Dokumentation und Kommunikation konsequent angegangen werden. Sowohl gesundheits- , als auch finanz- und digitalpolitische Akteure aller Regierungsfraktionen stehen in engem Austausch mit den gesetzlichen Krankenversicherungswirtschaft, um die Weiterentwicklung der ePA und aller Komponenten der Digitalisierung des Gesundheitswesens voran zu treiben.

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