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PV Akademie Fachinformation

Fachlicher Austausch mit Experten und LohnverrechnerInnen! Seitens der Moderatoren wird keine wie auch immer geartete Haftung übernommen.

Birgit Kronberger MBA DIE AUFLÖSUNG ZUM VP-ARBEITSRECHT-WISSENSQUIZ:
Vielen Dank fürs Mitmachen bei der Umfrage. Die Auflösung lautet: JA! Die Entgeltkürzung ist zulässig (nach überwiegender Ansicht für die Zeit ab dem Säumnistag = vierter Tag), weil der Arbeitnehmer trotz Verlangens des Arbeitgebers innerhalb angemessener Frist keine Krankenstandsbestätigung vorgelegt hat.
Die rechtliche Begründung:
– Gesetzlich ist der Arbeitnehmer verpflichtet, auf Verlangen des Arbeitgebers binnen angemessener Frist (i.d.R. drei Tage) eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbestätigung vorzulegen. Kommt der Arbeitnehmer dieser Aufforderung nicht nach, verliert er für die Dauer der Säumnis den Anspruch auf Krankenentgelt (§ 8 Abs. 8 AngG bzw. § 4 Abs. 4 EFZG).
– Im konkreten Fall hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Aufforderung zur Vorlage der Krankschreibung per E-Mail geschickt, und zwar an jene private E-Mail-Adresse, die der Arbeitnehmer zuvor selbst gegenüber dem Arbeitgeber verwendet hat.
– Nach den allgemeinen Beweisregeln muss der Absender (hier also der Arbeitgeber) den Zugang einer E-Mail beim Empfänger (hier also beim Arbeitnehmer) nachweisen.
– Dieser Nachweis ist im konkreten Fall gelungen, weil der Arbeitnehmer zugesteht, dass die E-Mail in seinem Spam-Ordner gelandet sei.
– Die E-Mailbox des Arbeitnehmers gehört zu seinem Machtbereich, da er zu erkennen gegeben hat (durch seine eigene E-Mail-Nachricht), dass er über diese E-Mail-Adresse erreichbar ist. Es ist nicht entscheidend, ob die E-Mail tatsächlich abgerufen wird. Es genügt die bloße Möglichkeit, Kenntnis von der Nachricht zu erlangen.
– Dementsprechend gelten laut einer aktuellen OGH-Entscheidung auch E-Mails, die im Spam-Ordner landen, als gültig zugestellt. Da die E-Mail-Aufforderung somit ordnungsgemäß war, darf das Krankenentgelt für die Säumniszeit gestrichen werden. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass es dem Arbeitgeber in der Praxis natürlich auch freisteht, anstelle der gesetzlich vorgesehenen Entgeltkürzung kulanter zu reagieren und z.B. bloß eine Belehrung auszusprechen.
Weiterführende Hinweise zur OGH-Entscheidung betreffend Spam-Ordner finden Sie hier: https://www.vorlagenportal.at/achtung-auch-e-mails-im-spam-ordner-gelten-als-zugestellt/
Wilhelm Kurzböck Saisonell bedingte Arbeitgeberkündigung mit Wiedereinstellungszusage – keine Abzugsmöglichkeit nicht amortisierter Ausbildungskosten
Sachverhalt:
Ein Arbeiter, der dem Kollektivvertrag für das Baugewerbe sowie die Bauindustrie unterlag, wurde per 15. Februar 2017 „saisonbedingt“ gekündigt, damit er wäh-rend dieser Zeit auch „stempeln gehen könne“.
Knapp acht Monate davor absolvierte er auf Arbeitgeberkosten eine Ausbildung zum „Zweiwegefahrzeug-Bediener“ und unterfertigte dabei auch eine Ausbildungskostenrückersatzvereinbarung.
Zum Zeitpunkt der arbeitsrechtlichen Beendigung war der Amortisationszeitraum noch nicht beendet.
Nach der Saisonunterbrechung nahm der Arbeiter sein Beschäftigungsverhältnis im selben Unternehmen am 23. Februar 2018 wieder auf, kündigte dieses aber knapp 5 Wochen später selber auf.
Der Arbeitgeber behielt im Zuge der Endabrechnung den – aus seiner Sicht – noch nicht amortisierten Betrag der Ausbildung aus dem Frühjahr 2017 in Höhe von et-was über
€ 1.000,00 ein, da er meinte, dazu infolge der Arbeitnehmerkündigung berechtigt zu sein.
Dagegen richtete sich die Klage des Arbeitnehmers.
So entschied der OGH:
Die Klage hatte Erfolg.
Die Details dieser für die LV-Praxis so ungemein wichtigen Entscheidung finden Sie in WIKU-Personal aktuell, Ausgabe Nr. 16/2019.
Infos zum WPA-Abo finden Sie hier:
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Birgit Kronberger MBA ARBEITSRECHT WISSENSQUIZ: DIE „VERIRRTE" E-MAIL-NACHRICHT
Raten Sie mit: Ein Mitarbeiter teilte seinem Vorgesetzten am 9. September 2019 (Montag) in der Früh per E-Mail (abgesendet von seinem privaten E-Mail-Account) mit, dass er mit Fieber und Halsschmerzen im Bett liege und daher die ganze Woche nicht zur Arbeit kommen könne. Der Vorgesetzte leitete die E-Mail an die Personalabteilung weiter. Eine Mitarbeiterin der Personalabteilung schrieb dem Mitarbeiter noch am selben Tag (09.09.2019) eine E-Mail-Nachricht zurück (an dessen privaten E-Mail-Account), dass er spätestens binnen drei Tagen eine ärztliche Krankschreibung übermitteln müsse.
Eine Woche später (Montag, 16. September 2019) erschien der Mitarbeiter wieder in der Arbeit. Da er immer noch keine Krankschreibung vorgelegt hatte, wurde ihm von der Personalabteilung sein Nichtreagieren auf die an ihn gesendete E-Mail-Aufforderung vorgeworfen und ihm angekündigt, dass er für die Zeit der Säumnis (Nichtvorlage der Krankschreibung) kein Krankenentgelt erhalten werde. Der Mitarbeiter reagierte erbost und behauptete, dass er gar keine E-Mail erhalten habe. Beim Einstieg in seinen privaten E-Mail-Account (via Webmail) entdeckte der Mitarbeiter, dass die E-Mail der Personalabteilung im Spam-Ordner gelandet war und sie ihm deshalb nicht zur Kenntnis gelangt war.
Frage: Ist der Arbeitgeber berechtigt, die angekündigte Entgeltkürzung (bezüglich Krankenentgelt) vorzunehmen? JA/NEIN
Die Auflösung zu diesem Quiz erfolgt am Freitag.
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Wilhelm Kurzböck Erster Kollektivvertrag für Fahrradzusteller weltweit ab 1.1.2020 in Österreich - einstündige WIKU-Webinare dazu am 16. Jänner 2020 sowie am 4. Februar 2020
Mit 1. Jänner 2020 tritt für Fahrradzusteller erstmalig in Österreich ein Kollektivvertrag in Kraft, was weltweit eine Premiere darstellt.
Aus diesem Anlass findet am 16. Jänner 2020 von 9 bis 10 Uhr ein WIKU-Webinar statt, in welchem die für die Personalverrechnung wichtigen Punkte beleuchtet werden, da ja bereits ab Jänner 2020 die ersten Abrechnungen dazu stattfinden müssen.
Dieses Webinar wird aufgezeichnet. Jede/r Webinar-Teilnehmer/in erhält neben der Teilnahmebestätigung auch den Aufzeichnungslink dazu.
Wer an der Teilnahme dieses Webinars verhindert ist, kann den Aufnahmelink zum selben Preis wie bei einer Teilnahme an der Veranstaltung erwerben oder aber am Zusatztermin, den 4. Februar 2020, ebenfalls von 9 bis 10 Uhr teilnehmen.
Dieses Webinar ist hauptsächtlich für Personalverrechner/innen interessant, die derartige Betriebe abrechnen.
Die Teilnahme kostet € 120,00 (inklusive 20 % USt) je teilnehmende Person.
Aus diesem Anlass findet am 16. Jänner 2020 von 9 bis 10 Uhr ein WIKU-Webinar statt, in welchem die für die Personalverrechnung wichtigen Punkte beleuchtet werden, da ja bereits ab Jänner 2020 die ersten Abrechnungen dazu stattfinden müssen.
Dieses Webinar wird aufgezeichnet. Jede/r Webinar-Teilnehmer/in erhält neben der Teilnahmebestätigung auch den Aufzeichnungslink dazu.
Wer an der Teilnahme dieses Webinars verhindert ist, kann den Aufnahmelink zum selben Preis wie bei einer Teilnahme an der Veranstaltung erwerben oder aber am Zusatztermin, den 4. Februar 2020, ebenfalls von 9 bis 10 Uhr teilnehmen.
Dieses Webinar ist hauptsächtlich für Personalverrechner/innen interessant, die derartige Betriebe abrechnen.
Die Teilnahme kostet € 120,00 (inklusive 20 % USt) je teilnehmende Person.
Wilhelm Kurzböck Änderungen bei den Clearing-Meldungen ab 1. Jänner 2020
Auf die Softwarehäuser kommt wieder einiges an Arbeit zu, die sich aber positiv auf die Arbeit der Personalverrechnung auswirken kann.
Am 10. Oktober 2019 darf ich wieder beim alljährlichen Softwareherstellertreffen in Linz dabei sein, wo unter anderem die Details über den geänderten Aufbau der Clearing-Meldungen präsentiert werden.
Diese Änderung greift schon per 1.1.2020, was bedeutet, dass an diesem Tag schon das dann von den Softwarehäusern zu erstellende Update von den Betrieben eingespielt sein muss, da ELDA ab diesem Tag nur noch die neue Version der Clearingmeldungen sendet.
Ich bleibe für Sie und uns alle weiter am Ball.
Übrigens:
Am 20.09.2019 findet das nächste WIKU-Webinar "Jour fixe für dahoam für die Personalverrechnung" statt und zwar von 9 bis 11 Uhr. Anmeldung ist möglich unter kaethe.kurzboeck@wikutraining.at.
Am 01.10.2019 startet zum ersten Mal die WIKU-Personalverrechnungsakademie als einzige PV-Akademie Österreichs als reine Digitalvariante (Unterlagen digital, die kompletten Vortragsvideos digital, die Betreuung von mir höchstpersönlich).
Infos dazu finden Sie hier: